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Heiz Erhardt


Meine Stars von damals - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 14.07.2021

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Bildquelle: Meine Stars von damals, Ausgabe 4/2021

Schauspieltalent weitervererbt: Heinz? Enkel Marek mit Vater Gero (r., Erhardts einzigem Sohn)

Noch ’n Gedicht … Ein jeder Stier hat oben vorn, auf jeder Seite je ein Horn. Doch ist es ihm nicht zuzumuten, auf so ’nem Horn auch noch zu tuten. Nicht drum, weil man nicht tuten kann, nein, er kommt mit dem Maul nicht ran.“ Noch ’n Gedicht? Mit solchen kurzen , schrägen Reimen sorgte Heinz Erhardt († 70), zumeist mit ernster Miene, für jede Menge Lacher im Publikum. „Bin ich ein Schelm“, grinste er dann. Niemand konnte dem Komiker mit Hornbrille und seiner von rechts nach links überkämmten Glatze böse sein. Wer hätte geglaubt, dass der Sohn eines deutsch-baltischen ...

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Noch ’n Gedicht … Ein jeder Stier hat oben vorn, auf jeder Seite je ein Horn. Doch ist es ihm nicht zuzumuten, auf so ’nem Horn auch noch zu tuten. Nicht drum, weil man nicht tuten kann, nein, er kommt mit dem Maul nicht ran.“ Noch ’n Gedicht? Mit solchen kurzen , schrägen Reimen sorgte Heinz Erhardt († 70), zumeist mit ernster Miene, für jede Menge Lacher im Publikum. „Bin ich ein Schelm“, grinste er dann. Niemand konnte dem Komiker mit Hornbrille und seiner von rechts nach links überkämmten Glatze böse sein. Wer hätte geglaubt, dass der Sohn eines deutsch-baltischen Kapellmeisters einmal zu Deutschlands größtem Komiker seiner Zeit aufsteigen sollte.

Publikumsliebling und trauriger Clown

Heinz wurde im heute lettischen Riga geboren und wechselte durch Umzüge 15-mal die Schule, einen Abschluss machte er nicht. Stattdessen kämpfte er für seinen Jugendtraum, Pianist zu werden. In Leipzig besuchte er das Konservatorium und studierte Klavier und Komposition, musste aber zudem in der Kunstund Musikalienhandlung seines Großvaters mitarbeiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog es die Familie nach Hamburg, wo er zunächst Radiomoderator wurde. Als Meister des Wortwitzes blühte er später beim Film richtig auf. „Manche Menschen wollen immer glänzen, obwohl sie keinen Schimmer haben“, sagte er mal in seiner gewohnt spitzbübischen Art. Heinz wusste nachhaltig zu glänzen. In vielen seiner Filme spielte er zumeist den netten, aber etwas verwirrten und schüchternen Familienvater oder Onkel, der gerne Unsinn erzählt. Egal ob in Komödien wie „Der müde Theodor“, „Witwer mit fünf Töchtern“, „Der Haustyrann“, „Immer die Radfahrer“ oder „Was ist denn bloß mit Willi los?“ – der „Dicke mit der Hornbrille“ wurde zum absoluten Publikumsliebling.

Seine geliebte Gilda gab ihm viel Kraft

Heinz schrieb mit Vorliebe Gedichte, spielte Klavier und wurde für seine LP „Was bin ich wieder für ein Schelm“ mit einer Goldenen Schallplatte geehrt. Privat war dem vierfachen Familienvater jedoch ab Ende der 60er-Jahre nicht mehr oft zum Lachen zumute. Es begann die wohl schwerste Zeit seines Lebens. Heinz bekam Herzprobleme. 1971 erlitt er einen Schlaganfall, er saß im Rollstuhl, konnte nicht mehr sprechen und schreiben. Mit Ehefrau Gilda, seiner großen Stütze, zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. 1979 wurde ihm das Große Verdienstkreuz verliehen, vier Tage später schloss die „Legende des leisen Humors“ in Hamburg für immer die Augen. Heinz brachte Millionen Fans zum Lachen, doch tief in seinem Herzen war er oft ein „trauriger Clown“.

Haben Sie das gewusst ,,,?

Auf der Bühne wurde er berühmt, doch er war immer wieder vor seinen Auftritten ziemlich nervös. Um sich die Angst vor dem Publikum zu nehmen, trug Heinz Erhardt auf der Bühne eine Hornbrille mit dickem Fensterglas, die seine Kurzsichtigkeit nicht korrigierte. Dadurch nahm er die Menschen nur verschwommen wahr und konnte so sein Lampenfieber mildern.