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Helfer im Winter: Spitzwegerich


LandApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 12.09.2018

In der Volksmedizin ist der Spitzwegerich seit der Antike eine der wichtigsten Heilpflanzen bei Wunden und Entzündungen. Vor allem im Winter hilft er bei Husten und Halsentzündung.


Artikelbild für den Artikel "Helfer im Winter: Spitzwegerich" aus der Ausgabe 4/2018 von LandApotheke. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: LandApotheke, Ausgabe 4/2018

Eine Pflanze, die so robust ist, dass sie sogar auf viel benutzten Wegen Fußtritten, Pferdehufen und Wagenrädern standhalten kann, ohne für sie lebensbedrohliche Verletzungen zu erleiden, musste in den Augen unserer Vorfahren auch bei menschlichen Verletzungen, Wunden und Entzündungen einsetzbar sein. Erfahrung und Wissenschaft haben gezeigt, dass sie damit ganz richtig lagen, wenn auch aus etwas anderen Gründen.

DER KÖNIG AM ...

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... WEGESRAND

Der Name Wegerich kommt aus dem Altdeutschen und Gotischen und bedeutet soviel wie „Wegeherrscher“. Er wächst sogar dort, wo selbst robuste Grassorten keine Überlebenschancen haben, da er auch mit dem wenigen Sauerstoff zurecht kommt, der in stark verdichteten Böden vorhanden ist. An solchen Standorten kann er nahezu konkurrenzlos wachsen. Alle drei bei uns hauptsächlich vorkommenden Wegericharten werden in der Volksmedizin annähernd gleich verwendet. Der mittlere und der Breitwegerich finden allerdings in den überlieferten Rezepten kaum Erwähnung. Hier ist meist ausschließlich vom Spitzwegerich, dem Plantago lanceolata, die Rede. Er galt als der Edelste der drei Wegericharten.
In nahezu allen Kulturkreisen, wurde er sogar als starke Heilpflanze, gegen die Wirkung giftiger Schlangenbisse und Skorpionstiche eingesetzt. In Nordamerika heißt er deswegen „snake weed“ (Schlangenkraut). Aufgrund seiner Wirkbreite ist der Spitzwegerich seit der Antike eines der meistverwendeten Heilkräuter.

VIELSEITIGE HEILKRAFT

Die Wirkung des Spitzwegerichs ist breit gefächert. Er wirkt antibakteriell, blutgerinnungsfördernd, reizlindernd sowie antiviral und gilt deswegen als natürliches Antibiotikum. Außerdem enthält er Inhaltsstoffe, die fungizid wirken, was ihn bei Pilzinfektionen zu einem begehrten Heilkraut macht. Wissenschaftlich anerkannt ist bisher die äußerliche Anwendung von Spitzwegerichblättern bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum, sowie bei entzündeten Hautstellen am ganzen Körper. Innerlich ist seine Wirkung bei Katarrhen der Atemwege erwiesen.
In der Volksmedizin verwendet man ihn zudem auch in Teemischungen bei Blasenentzündungen, Pilzbefall und zur Erstversorgung bei Insektenstichen. Aufgrund dieser Bandbreite an Wirkstoffen ist der Spitzwegerich gerade im Winter bei Erkältungserkrankungen, die mit einer Vielzahl von Symptomen einhergehen, das ideale Heilkraut, das in keiner grünen Hausapotheke fehlen sollte. Er lässt sich mit anderen starken Heilpflanzen wie Thymian, Kamille oder Salbei kombinieren und ist nebenwirkungsfrei.

Schon ein uraltes Sprichwort besagt: „Spitzwegerich im Garten lässt den Doktor draußen warten“


Erkältungs- und Gurgeltee (Kaltauszug) antibakteriell, entzündungshemmend, schleimlösend, reizmildernd

ZUTATEN:
getrocknete Spitzwegerichblätter

ZUBEREITUNG:
1 In etwa 250 ml Wasser abkochen und komplett abkühlen lassen.
2 Zwei gehäufte Teelöffel getrocknete Spitzwegerichblätter einrühren. Alle Blätter sollten ganz mit Wasser benetzt sein.
3 Ein bis zwei Stunden abgedeckt ziehen lassen, damit sich die hitzeempfindlichen, heilenden Schleimpolysaccharide lösen können.
4 Abseihen, leicht erwärmen.

ANWENDUNG:
Mehrmals täglich bei Erkältung oder trockenem Husten eine Tasse der Zubereitung trinken. Bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum mehrmals am Tag mit dem Tee gurgeln und den Mund damit ausspülen.

Entzündungshemmendes und hautberuhigendes Vollbad reizmildernd, leicht gerbend, hautstärkend, antibakteriell

ZUTATEN:
getrocknete Spitzwegerichblätter

ZUBEREITUNG:
1 Zwei Hände voll getrocknete Spitzwegerichblätter mit etwa einem Liter Wasser aufkochen und 15 bis 20 Minuten köcheln lassen. Dann abseihen.
2 Wasser für ein Vollbad in die Badewanne laufen lassen. Die Wassertemperatur sollte zwischen angenehmen 36 °C und 38 °C liegen und nicht höher gewählt werden.
3 Den Spitzwegerichsud einfach zum Badewasser hinzufügen.
4 Ein Vollbad von 15 Minuten Dauer ist ausreichend, um von den Wirkstoffen zu profitieren.
5 Die Haut nach dem Bad leicht eincremen, da der Spitzwegerich eine gerbende Wirkung hat.

ANWENDUNG:
Das Bad kann gelegentlich bei Bedarf oder bis zu 2 Mal pro Woche angewendet werden.


FOTOS: ALAMY (2), PETER RAIDER (1)