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Hellrot verbessert Bewurzelung von Pelargonium zonale


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 13.10.2018

Licht einzelner Wellenlängen kann Einfluss auf das Wachstum von Pflanzen haben. Versuche haben gezeigt, dass zum Beispiel das Trieblängenwachstum von Poinsettien durch hellrotes Licht gehemmt werden kann. Dunkelrotes Licht fördert hingegen das Streckungswachstum der Triebe. Es liegt nahe, dass Licht einzelner Wellenlängen nicht nur Auswirkung auf das Wachstum oberirdischer Pflanzenorgane hat, sondern auch die Wurzeln beeinflussen kann.


Artikelbild für den Artikel "Hellrot verbessert Bewurzelung von Pelargonium zonale" aus der Ausgabe 11/2018 von GB Gärtnerbörse. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 11/2018

Ahlemer Versuchs -gewächshaus mit Pelargonium zonale


Ein erster Test ergab, dass hellrotes Licht die Bewurzelung bei Petunien fördert und gleichzeitig das ...Pelargonium ...

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Ein erster Test ergab, dass hellrotes Licht die Bewurzelung bei Petunien fördert und gleichzeitig das Streckungswachstum der Triebe hemmt. Es wurde untersucht, ob diese Be -obachtung aufPelargonium zonale übertragen werden kann.

Im Januar 2018 (Kalenderwoche [KW] 1 bis 5) wurden drei verschiedene Be-lichtungsvarianten mit LED einzelner Wellenlängen zur Verbesserung der Bewurzelung beiPelargonium zonale -Stecklingen getestet. Bei den LEDVarianten handelte es sich um eine Belichtung mit hellroten (660 nm), blauen (440 nm) und weißen (4000 K) LED. Verglichen wurden diese Varianten mit einer Belichtung mit Natriumdampf-Hochdrucklampen.

Belichtet wurde für 16 Stunden von 7.00 bis 23.00 Uhr und mit einer Photonenstromdichte von durchschnittlich 55 μmol/(m²s) (Mittelwert im Bestand bei einer Aufhängungshöhe der LED von 80 cm über dem Bestand).

Untersucht wurden diePelargonium zonale -Sorten ‘Senna’, ‘Imke’, ‘Bernd’ und ‘Linus’.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Bewurzelung der Stecklinge in Abhängigkeit von der jeweiligen Belichtung zum Auswertungszeitpunkt in KW 5 unterschiedlich gut bewertet wurde.

Tendenziell war zu beobachten, dass die Pflanzen aus der Variante „Hellrot“ über alle getesteten Sorten ein besseres Wurzelbild zeigten als Pflanzen aus den anderen Varianten. Besonders deutlich wird dies bei den Sorten ‘Linus’, ‘Imke’ und ‘Bernd’ (Boniturschema siehe oberes Foto rechts, Bewertung der Bewurzelung siehe Tabelle 1).

Schema zur Bonitur der Bewurzelung bei Pelargonium zonale (siehe Tabelle 1)


‘Linus’ nach fünf Wochen unter Natriumdampf – Hellrot – Weiß – Blau (von links)


‘Senna’ nach fünf Wochen unter Natriumdampf – Hellrot – Weiß – Blau (von links)


Reaktion der Sorten

Bei der Sorte ‘Linus’ (mittleres Foto rechts) wurde die Bewurzelung der Varianten „Natriumdampf-Hochdrucklampe“, „Blau“ und „Weiß“ gleich gut bonitiert (durchschnitt -licher Wert von 4,4).

Ähnlich sieht es bei der Sorte ‘Imke’ aus. Hier zeigte sich jedoch ein kleiner Unterschied zwischen der Variante „Natriumdampf-Hochdrucklampe“ mit einem durchschnittlichen Wert von 4,0 und den Varianten „Weiß“ und „Blau“ mit einem durchschnittlichen Wert von 3,8.

Für die Sorte ‘Bernd’ (Abbildung 1) ergab sich, dass Pflanzen aus den Varianten „Natriumdampf-Hochdrucklampe“ und „Blau“ gleich gut bewertet wurden. Pflanzen der Variante „Weiß“ schnitten im Vergleich zu den anderen Belichtungsvarianten am schlechtesten ab.

Im Vergleich zu den anderen Sorten schnitt die Sorte ‘Senna’ (unteres Foto rechts) deutlich schlechter ab. Während die anderen Sorten Boniturnoten von 3,5 bis 5,0 erreichten, lagen die Noten für ‘Senna’ bei 2,5 bis 2,8. Dementsprechend lagen die Werte der einzelnen Belichtungsvarianten sehr nah beieinander. Mit einem durchschnittlichen Wert von 2,8 schnitten die Varianten „Hellrot“ und „Blau“ besser ab als „Natriumdampf-Hochdrucklampe“ mit 2,6 und „Weiß“ mit 2,5.

Neben der Bewurzelung wurden ebenfalls die Parameter „Trieblänge“ und „Befall mitBotrytis “ für die Sorte ‘Imke’ aufgenommen (Tabelle 2). Diese Sorte wurde gewählt, da bei ihr augenscheinlich der stärkste Zuwachs zu beobachten war.

Es zeigte sich, dass die Trieblänge durch die verschiedenen Belichtungsvarianten nicht beeinflusst wurde. Ein Unterschied zwischen den Belichtungsvarianten war jedoch bei dem Befall der Pflanzen mitBotrytis zu beobachten. Während Pflanzen aus der Variante „Hellrot“ am wenigsten (10,2 Prozent des Bestandes) mitBotrytis befallen waren, waren Pflanzen aus der Variante „Weiß“ am stärksten befallen (33,8 Prozent des Bestandes). Pflanzen der Varianten „Natriumdampf-Hochdrucklampe“ und „Blau“ waren mit circa 24 Prozent des Bestandes ähnlich stark befallen und auch deutlich stärker als Pflanzen aus der Variante „Hellrot“. Aufgrund der höheren Strahlungswärme der Natriumdampf-Hochdrucklampen wäre in dieser Variante ein geringererBotrytis -Befall zu erwarten gewesen.

Fazit des Versuchs

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch die Belichtung mit hell -roten LED die Bewurzelung vonPelargonium zonale im Vergleich zur Belichtung mit Natriumdampf-Hochdrucklampen tendenziell verbessert werden konnte. Auswirkungen auf die Trieblänge der Stecklinge gab es nicht. Es konnte jedoch beobachtet werden, dass der Befall mitBotrytis in der mit „Hellrot“ belichteten Variante deutlich geringer war als in den Varianten „Natriumdampf-Hochdruck -lampe“, „Blau“ und „Weiß“.

Fazit des Versuchs

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch die Belichtung mit hell -roten LED die Bewurzelung vonPelargonium zonale im Vergleich zur Belichtung mit Natriumdampf-Hochdrucklampen tendenziell verbessert werden konnte. Auswirkungen auf die Trieblänge der Stecklinge gab es nicht. Es konnte jedoch beobachtet werden, dass der Befall mitBotrytis in der mit „Hellrot“ belichteten Variante deutlich geringer war als in den Varianten „Natriumdampf-Hochdruck -lampe“, „Blau“ und „Weiß“.

Katharina Rüther, Dr. Dirk Ludolph, Prof. Dr. Bernhard Beßler, LVG Hannover-Ahlem der LWK Niedersachsen

Dieser Versuch fand im Rahmen der Projekte ViSuELL und SMARTGREEN statt. ViSuELL wird gefördert durch die Deutsche Innovations -partnerschaft Agrar, weshalb die Mittel aus dem Zweckvermögen des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank kommen. Die Förderung für SMARTGREEN erfolgt aus dem European Regional Development Fund.