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Helmuth von Moltke: Mehr als ein Stratege


G Geschichte - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 22.05.2020

Um seine Politik in Europa durchzusetzen, braucht Bismarck einen fähigen Heerführer, der moderne Technik zu nutzen weiß


Artikelbild für den Artikel "Helmuth von Moltke: Mehr als ein Stratege" aus der Ausgabe 6/2020 von G Geschichte. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: G Geschichte, Ausgabe 6/2020

Voller Orden: Helmuth von Moltke, Foto um 1885


Es gehört zu den Ironien der Geschichte, dass der Sohn aus verarmtem mecklenburgischen Adel sein militärisches Gesellenstück gegen die Armee abliefert, deren Uniform er als junger Kadett getragen hat. Sein Vater hatte in der dänischen ...

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... Armee gedient und den Sprössling dort zur Ausbildung als Militär eingeschrieben. Moltke hasste die Kadettenanstalt: »Die langjährige Unterdrückung, in welcher ich aufgewachsen, hat meinem Charakter unheilbare Wunden geschlagen, mein Gemüt niedergedrückt und den guten, edlen Stolz geknickt.« Ob es ihm Genugtuung verschafft, dass er beim »Blitzkrieg « gegen die Dänen im Jahr 1864 eine wesentliche Rolle spielt? In jenem Jahr hat er bereits eine steile Karriere in der preußischen Armee hinter sich. Seit 1822 trägt er deren preußisch-blauen Uniformrock und ist mittlerweile zum Generalstabschef aufgestiegen.

Moltke blickt stets über die Kasernenhofmauer hinaus. Von 1836 bis 1839 war er als Militärberater an die Armee des Sultans in Konstantinopel abgeordnet, wo er wenig erfolgreich versuchte, deren Schlagkraft zu erhöhen. Immerhin sammelte er wertvolle Erfahrungen über die Verhältnisse im Osmanenreich.

Die Modernisierung der preußischen Armee gelingt ihm erheblich besser. Moltke erkennt früh die Bedeutung des Transportmittels Eisenbahn für rasche Truppenbewegungen, was dem Konzept des »getrennt marschieren, vereint zuschlagen « neue Möglichkeiten eröffnet. Und dieses Zuschlagen wird durch den Einsatz des Hinterlader- Zündnadelgewehrs wie der modernen Krupp-Kanonen hart und vernichtend.

Bismarck vertraut der modernisierten preußischen Armee und den Plänen Moltkes, um die Kriege mit Österreich und Frankreich zu wagen. Für beide Kriege liefern Moltke und sein Stab präzise geplante strategische Meisterstücke ab. Moltke sieht dabei die Aufgabe der Armee bewusst als Teil eines politischen Gesamtkonzepts, wie es Bismarck vertritt, vor allem wenn es auf dem Prinzip »erst (ab)wägen, dann wagen« beruht.

Mit Sorge beobachtet er als Reichstagsmitglied das von einer nationalistischen Öffentlichkeit vorangetriebene Wettrüsten in Europa und warnt vor einem Flächenbrand: »Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden - und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfass schleudert!« Ein Jahr nach Bismarcks Entlassung stirbt Moltke mit 90 Jahren in Berlin.


BILDNACHWEIS: AKG, WIKIMEDIA/DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM BERLIN, WIKIMEDIA/IMMANUEL GIEL