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Henry Brockmeyer: In seinen Gartencentern treffen sich alle


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 03.01.2020

Einfach mal machen, könn te ja gut werden – und es ist gut geworden. Die Brockmeyer KG ist Local Hero des Jahres 2019. Die Jury der TASPO Awards kürte Henry und Silke Brock meyer mit ihren drei großen Standorten in Halle (Westf.), Detmold und Gütersloh zum Garten center mit der besten regio nalen Verankerung. Erlebnis-Shopping und die konsequente Ausrichtung auf die Familie ist einer der wichtigsten Erfolgsbau steine. Von Renate Veth


Artikelbild für den Artikel "Henry Brockmeyer: In seinen Gartencentern treffen sich alle" aus der Ausgabe 1/2020 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO, Ausgabe 1/2020

Bei Brockmeyer können sich Kunden weit voraus orientieren.


Schöne Dinge schön präsentiert weckt die Kauflust.


Die Fernwirkung der Inseln wird überprüft.


Der erste Standort in ...

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... Halle wurde kürzlich noch einmal vergrößert.


Das Unternehmen feiert 2019 seinen 25. Geburtstag.

Und damit auch eine lange Abfolge von Entwicklungsstufen, die ohne den anhaltenden Erfolg und die nachhaltige Kunden- und Mitarbeiterbegeisterung so nicht möglich gewesen wäre, sind die Inhaber, Floristmeisterin Silke und Gärtnermeister Henry Brockmeyer überzeugt.

In einem Prozess der beständigen Optimierung setzten beide zahlreiche in der Branche vielbeachtete Impulse. Brockmeyers und ihr Team haben das Fachgartencenter heutigen Anspruchs mit erfunden und im Osten Nordrhein-Westfalens etabliert. „In den Anfangsjahren dachten die Kunden noch an einen Pflanzengroßhandel, weil das neue Geschäft für eine Gärtnerei ja viel zu groß war“, erinnert sich Henry Brockmeyer.

„Später reichten die Assoziationen der Kunden in Richtung Baumarkt, dann in Richtung Einrichtungshaus oder Fachmarkt für das Grillen, heute in Richtung Café und Treffpunkt für alle.“ Wohl wichtigstes Alleinstellungsmerkmal ist die ständige Weiterentwicklung des auf Qualität in allen Dimensionen basierenden Konzepts und die konsequente Ausrichtung auf Zielgruppen.

Die Familie im Fokus

Die konzeptionelle Ausrichtung je nach Zielgruppe bezog auch sehr früh die Kinder mit ein, die sich mit ihren kleinen Freunden im Brockiland verabredeten.

Heute kommen wöchentlich rund 15.000 Besucher aller Altersgruppen.

„Weil das Gesamtkonzept so attraktiv ist“, glaubt Henry Brockmeyer. Als einer der ersten integrierte er ein anspruchsvolles Café im Gartencenter.

Schon damals war für ihn klar: Es muss mittendrin, im Herzen des Gartencenters verortet sein.

Heute lädt es als „eines der größten, schönsten und preiswertesten Cafés der Region zum Treffen und Verweilen“ ein. Nicht nur an den Sonntagen, auch in der Woche zählen die drei Gartencenter nach Erkenntnissen der Unternehmensleitung Brockmeyer zu den beliebtesten Erlebnisshopping- sowie Familie und Freunde-Treffpunkten der Region Ostwestfalen-Lippe.


„Die klassische Werbung ist nicht tot, ist heute aber mehr ein Gemisch aus Information und Inspiration“.


Henry Brockmeyer, Inhaber der drei Brockmeyer Gartencenter

Impulse und Inspiration

Bei Brockmeyer hat man auch schon früh verstanden, auf verschiedenen Kanälen regelmäßig Besuchs- und damit auch Kaufimpulse in die Kundschaft auszusenden.

Bis heute sind auf der einen Seite die Lokalradios und die Lokalzeitungen wichtige Kommunikationskanäle, nach wie vor ist es auch die eigene Zeitungsbeilage, die sieben Mal pro Jahr in einer Auflage von rund 600.000 Stück in der Region verteilt wird, erklärt Henry Brockmeyer. Inzwischen sind auch die digitalen Medien, wie die eigene Homepage, Facebook und Instagram wichtige Kanäle für die Kundenansprache.

„Die klassische Werbung ist nicht tot, ist heute aber mehr ein Gemisch aus Information und Inspiration“, ist Brockmeyer überzeugt. Mit eigenen Experten deckt der Unternehmer heute das gesamte Spektrum der Kundenansprache ab.

Hierzu zählen insbesondere impulsstarke Gartentipps auf der eigenen Homepage, in den Lokalzeitungen und Lokalradios.

Vielfältige Service-Ideen

Vom ersten Tag an konnten sich die Kunden darauf verlassen, dass ihre Verbesserungswünsche im „Kummerkasten“ umgehend aufgegriffen und umgesetzt wurden.

Persönlich hat Henry Brockmeyer zudem das Ohr am Kunden, wenn er durch seine Gartencenter geht und beobachtet, wie sie agieren, und sich austauscht mit ihnen.

Immer neue Service-Ideen werden daraus entwickelt: zum Beispiel ein Aufbauservice für Gartenmöbel und Grills, die Annahme von Bestellungen per Telefon, ein Nachbestell-, Einlade-, Lieferund Umtauschservice, Kindersitzkissen für den Einkaufswagen, Einkaufsautos und -wagen für Kinder, Rollatoren und Rollstühle.

Hinzu kommen Pflanzenschutzberatung, kostenlose Teichwasseranalyse, pH-Wert-Messung für Böden, Gartengeräte-Verleih, Seminare und Workshops. Ein Eventkalender und die neue E-Ladesäule vor dem Gartencenter runden die Kundenausrichtung ab.

Brockmeyer Stiftung

Durch Investition in neue Standorte, neue Technologien, neue Sortimente, Events und in die wichtigste Ressource Mitarbeiter wuchs das Unternehmen. Spenden und Sponsoring bewiesen früh das soziale Engagement vor Ort. Zudem gründeten Henry und Silke Brockmeyer 2019 die Brockmeyer Stiftung.

Zweck der gemeinnützig wirkenden Henry und Silke Brockmeyer-Stiftung ist die Förderung von regionalen Projekten in der Kinder- und Jugendhilfe ebenso wie im Tierschutz und Naturschutz.

Wie bedeutend ihm die Region ist, zeigt auch, dass Brockmeyer seit Jahrzehnten den Werbeplatz der Wettervorhersage in den beiden Lokalradios belegt.

„Wichtig für eine nach wie vor starke Verankerung in der Region ist heute, dass man bei uns ein gutes Gefühl dafür besitzt, welche Probleme auf den Nägeln brennen“, unterstreicht Henry Brockmeyer.

Dazu zählte der erste Azubi-Notstand, dem der Unternehmer mit seiner „Azubizone“ innovativ begegnete. Oder die aktuellen Themen Diversitätsverluste und Bienensterben, bei denen Brockmeyer auf lokaler Ebene zeigt, wie Lösungen im Kleinen aussehen können.

Die Autorin

Renate Veth, verantwortliche Redakteurin TASPO GartenMarkt, Gartenbaustu - dium, gelernte Gärtnerin


Erste Spendenscheckübergabe der Henry und Silke Brockmeyer Stiftung.


Stark verwurzelt in der Heimat.


Der Eventkalender sieht auch Aktionen für die Kleinen vor.


Besucherzahlen steigen

Immer noch steigende Bons pro Besuch und immer noch steigende Kundenzahlen bestätigen sein Konzept. Wo anderswo das Durchschnittsalter steigt, ist es bei Brockmeyer in den vergangenen Jahren deutlich gesunken - wohl der beste Beweis, dass sein auf Erlebnis basiertes Qualitäts-Konzept aufgeht. Mittlerweile ist der Besuch in einem gutsortierten Gartencenter in der Regel nicht von einer Einkaufsliste geleitet, sondern von Inspiration: „Wenn wir alles richtig gemacht haben, geht der Kunde mit einem ganzen Armvoll schöner Dinge nach Hause, die ihm heute, morgen und in den nächsten Wochen immer wieder Freude bereiten.“ Der Kundenwunsch, beim Gartencenter-Besuch immer wieder Schönes zu erleben und Schönes mit heimzunehmen, bestimmt denn auch die Philosophie der Dekoration im Gartencenter. „Der Einkauf in einem unserer Fachgartencenter soll ein Erlebnis mit allen Sinnen sein“, sagt der Inhaber.

Beim TASPO Award 2019 belegte Brockmeyer den zweiten Platz in der Kategorie „Beste Warenpräsentation“.

Für ein Einkaufserlebnis müssen Welten erschaffen, Artikel ausgewählt und miteinander platziert werden, die stilistisch und/oder farblich zueinander passen. Ein eigenes Tischlerteam baut die Ladeneinrichtung regelmäßig um oder ergänzt sie um neue Elemente. Die Themen der Waren-Welten passen sich dem Jahreslauf an. Traditionelles steht neben Innovativem.

Bei Weihnachten darf die Farbe Rot nach wie vor nicht fehlen.

„Aber alle wollen spätestens nach den Sommerferien wissen, welche die anderen Trendfarben des Jahres sind“, schmunzelt Brockmeyer.

„Wir beginnen bis zu zwei Jahre vor Weihnachten mit der Suche nach neuen Farb- und Thementrends.

Und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit,“ erläutert er das Deko-Konzept.

Brockmeyers zählten zu den ersten, die ihre Mitarbeiter in Kundenbegeisterung schulen ließsen, eine eigene Azubi-Initiative auf den Weg brachten, Dekorateure einstellten und sie selbst ausbildeten.

Heute beschäftigt das Unternehmer-Ehepaar ein fliegendes Gestaltungs-Team zwischen den drei Standorten sowie mehrere Fachkräfte in jedem Haus, die sich um die Designwelten kümmern.

„Vermutlich waren wir vor allem konsequent, in dem wir früh und auch immer wieder Neues ausprobiert und Erfolgreiches größer gemacht haben“, blickt Henry Brockmeyer zurück.

„Wie gut, dass kaum einem auffällt, wie viel Arbeit es macht, auch die Deko-Inseln und Tische – aus denen ja minütlich Ware abverkauft wird – wieder zu bestücken“, ergänzt er. „Wie bei den Pflanzen auch, stecken am Ende des Tages an jedem Stück Hunderte Handgriffe.“ Ein Großteil der Pflanzen kommt von regionalen Produzenten, Bäume und Sträucher nur in randvollen Lkw, damit sich die weite Reise lohnt.


„Aber alle wollen spätestens nach den Sommerferien wissen, welche die anderen Trendfarben des Jahres sind.“


Henry Brockmeyer, Inhaber der drei Brockmeyer Gartencenter

Das modern gestaltete Café lädt zum Treffen und Verweilen ein.


Immer auf der Suche nach neuen Farb- und Thementrends.


Die Themen der Waren-Welten passen sich dem Jahreslauf an.


Erlebniseinkaufs-Pioniere

Vielleicht das wichtigste Erfolgsgeheimnis der Brockmeyers ist ihre Gabe, den Kunden emotional so anzusprechen, dass der Einkauf mit Erlebniswerten verbunden wird und damit einen Beitrag zu Lebensqualität und Freizeitgestaltung leistet. Die Entwicklung der Gartencenter vom reinen Verkaufs- zum Freizeitort kann, weiß Henry Brockmeyer, prototypisch auch an vielen anderen Gartenfachmärkten abgelesen werden.

„Viele sind über den reinen Pflanzenverkauf immer multifunktionaler geworden – die jüngsten Häuser sind in sich komplexe Shopping-Unterhaltungs- und Gastro-Tempel“, beobachtet er.

Das Gartencenter als grünes Erlebniskaufhaus - Silke und Henry Brockmeyer haben diesen Weg vom kleinen Pflanzenhandel in den alten Glashäusern einer ehemaligen Gärtnerei bis hin zu den drei von ihnen in den letzten 25 Jahren neu erbauten Gartencentern selbst gestaltet.

„Am Anfang standen damals eher ungewöhnliche Pflanzen, damals wie heute in höchster Qualität, dann kamen das erste Café, die erste Boutique, die eigene Produktlinie Casi, später die Abteilungen für Grills und Gartenmöbel dazu,“ erinnern sich die beiden.

Jeder der drei Gartenfachmärkte zählt heute mehrere Tausend Besucher pro Tag. Sonntags sind Frühstück, ein Mittagssnack oder Kaffee und Kuchen im grünen Ambiente besonders gefragt.

Die Brockmeyer KG sieht sich mit drei großen Gartencentern in Halle Westfalen, Detmold und Gütersloh als die Nr. 1 ihrer Branche in der wirtschaftsstarken Region Ostwestfalen-Lippe.

250 Mitarbeiter kümmern sich täglich um die Zufriedenheit von bis zu 15.000 Kunden auf 27.000 Quadratmetern Gesamtfläche.

Als wohl wichtigstes Alleinstellungsmerkmal bewertet das Unternehmer-Ehepaar ihre „nie endende Evolution des auf Qualität in allen Dimensionen basierenden Konzepts“.


Foto: Jörg Manegold

Fotos: Brockmeyer