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Herbst- und Winterzierden: Beeren ALS BLICKFANG


Lust auf Natur - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 18.10.2019

Bunte Beeren, leuchtende früchte – für viele Wildvögel ein gefundenes fressen, im garten willkommene farbtupfer und lichtblicke im winterlichen grau


Artikelbild für den Artikel "Herbst- und Winterzierden: Beeren ALS BLICKFANG" aus der Ausgabe 11/2019 von Lust auf Natur. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lust auf Natur, Ausgabe 11/2019

Wenn die Blühsaison zu Ende geht, sorgen Vogelbeeren und andere bunte Früchte weiterhin für Farbe im Garten


Saisonende … wehmütig wandert der Blick über die noch vor wenigen Wochen so prachtvoll blühenden Staudenbeete. Auch die meisten Sträucher sind schon kahl, ihr mittlerweile dürres Laub verstreut im ganzen Garten … Doch halt, was schimmert denn da zwischen den Zweigen hervor? Leuchtend rote Vogelbeeren sind’s, die jetzt im nackten Geäst erst richtig zur ...

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... Geltung kommen! Und es gibt noch mehr zu sehen: Auch die Hagebutten, die Früchte der Rosen, sind schon rot und reif. Berberitze, Cotoneaster, Liebesperlenstrauch … sie alle schmücken sich mit prallen, farbenfrohen Beeren. Auf einmal ist der Herbstblues wie weggeblasen. Triste, graue Jahreszeit? Keine Spur! Als hätten sie nur auf den richtigen Moment gewartet, trumpfen Gehölze wie Spindelsträucher, Ebereschen und Weißdorne nun mächtig auf und sorgen mit buntem Fruchtbehang für ein Finale furioso.

Leckerbissen für Vögel

Nicht nur uns Gärtnern geht das Herz auf, wenn sich die Sträucher im Spätherbst mit farbenfrohen Beeren zieren. Auch Amseln, Drosseln und viele andere Wildvögel sind ganz versessen auf das fruchtige Buffet. Dabei gilt: Je weicher und süßer die Früchte, desto schneller verschwinden sie in den Schnäbeln. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen die schwarz-violetten Kügelchen des Wilden Weins, dicht gefolgt von Eiben-, Stechpalmen- und Pfaffenhütchen-Beeren. Dass all diese Früchte extrem giftig sind, scheint die Piepmätze nicht zu stören. Tatsächlich besitzen die meisten Vogelarten ein hochkomplexes Verdauungssystem, mit dessen Hilfe Gifte umgehend ausfiltriert und ausgeschieden werden. Gänzlich unverdaut bleiben die Kerne. Ein geschickter Schachzug der Natur, denn so sorgen die Vögel mit jedem „Schiss“ für eine Weiterverbreitung der Pflanzen.

Im Frühjahr gehen dann, wie von Zauberhand gesät, überall im Garten kleine Eiben, Mahonien, Stechpalmen und anderer Sträuchernachwuchs auf – leider meist an Stellen, wo man die Sämlinge überhaupt nicht brauchen, geschweige denn stehen lassen kann. Wer den unverhofften Nachwuchs dennoch großziehen will, setzt ihn am besten zunächst in einen Blumentopf. Hier können die Pflänzchen in aller Ruhe einen kräftigen Wurzelballen bilden, ehe man ihnen im Herbst oder im nächsten Frühjahr ein geeignetes Plätzchen im Garten sucht.

Hingucker IM GARTEN

Den etwas wüchsigeren Zierapfel ‘Golden Hornet’ kann man auch als kleinen, bis zu 4 Meter hohen Baum ziehen


Erst die bezaubernde Blüte, dann die niedlichen Früchtchen – Zieräpfel muss man einfach lieben! Anders als die „richtigen“ Äpfel wachsen die kleinfruchtigen Zierformen meist strauchförmig und finden daher ihren Platz selbst im schmalsten Garten. Die je nach Sorte roten, orangefarbenen oder gelben Äpfelchen sind zwar essbar, schmecken allerdings recht sauer und eignen sich eher zum Gelee-Kochen als für den Frischverzehr. Auch die knallgelben Früchte der Zierquitten kann man in der Küche verarbeiten. Doch ihren wahren Wert zeigen die Miniquitten, wenn sie am Strauch bleiben dürfen. Bis weit in den Winter hinein haften sie an den Zweigen und bieten einen echten Augenschmaus! Rote Äpfelchen, gelbe Zierquitten … fehlen zum Farbspektakel nur noch die lila Beeren des Liebesperlenstrauchs. „Schönfrucht“ wird die Pflanze auch genannt – dem ist nichts hinzuzufügen. Besonders viele lila Perlen trägt der Strauch, wenn er im Garten nicht alleine, sondern zusammen mit einem oder mehreren pollenspendenden Artgenossen steht.

Ein warmes, sonniges und windgeschütztes Eckchen ist der ideale Standort für den Liebesperlenstrauch


BUNTER Heckenzauber

Wem der chinesische Liebesperlenstrauch zu exotisch erscheint, setzt auf heimische Heckenzierden. Den auffälligsten Fruchtschmuck der hierzulande wild wachsenden Gehölze trägt das Gewöhnliche Pfaffenhütchen: rosa Kapseln mit einem kräftig orangefarbenen Kern, den die gesamte Wildvogelschar zum Fressen gerne hat. In manchen Gärten wächst der Wildstrauch Seite an Seite mit dem Großfrüchtigen Pfaffenhütchen, einem engen Verwandten aus Asien, der mit seinen dunkleren, purpurroten Samenhüllen sogar noch etwas „edler“ aussieht. Berberitzen, ebenfalls sehr beliebte Heckengehölze, tragen jetzt im Herbst nicht nur hübsche, rote Beeren. Sie färben auch ihre Blätter bunt: die heimische Gewöhnliche Berberitze wird gelb-orange, die weitaus häufiger in unseren Gärten anzutreffende asiatische Thunberg-Berberitze leuchtend orange-rot. Weißdorn, Liguster und Wildrosen ergänzen den fruchtigen Heckenmix mit dunkelroten, schwarzvioletten und orangefarbenen Beeren beziehungsweise Hagebutten.

In wintermilden Lagen behält der Liguster sogar sein Laub und bietet so Vögeln willkommene Deckung beim Beerenschmaus


Besonders viele Früchte bildet das Gewöhnliche Pfaffenhütchen auf kalkhaltigeren und trockeneren Böden


Weißdorne fruchten nur, wenn sie ab Juli, dem Zeitpunkt der Blüten-anlage fürs nächste Jahr, nicht mehr beschnitten werden


Vogelfutter MIT ZIERWERT

Dank ihrer tief reichenden Wurzeln gedeiht die Schwedische Mehlbeere auch auf trockeneren Sandböden bestens


Für Vögel die Attraktion im Garten sind die jetzt überreich mit Beeren geschmückten Ebereschen (Sorbus aucuparia). Nicht umsonst werden diese, bis zu 12 Meter hoch wachsenden Bäume, auch „Vogelbeeren“ genannt. Wem die Wildform zu wuchtig ist, hat die Auswahl zwischen mehreren, mit vier bis fünf Metern deutlich kleiner bleibenden Sorten wie beispielsweise ‘Autumn Spire’, ‘Fastigiata’ oder ‘Golden Wonder’. Letztere trägt gelbe, statt die für Ebereschen typischen, orangeroten Beeren, was unsere gefiederten Gartengäste jedoch nicht vom Picken abhält. Auch andere Sorbus-Arten liefern allerbestes Vogelfutter … etwa die Erlenblättrige Eberesche (Sorbus alnifolia) mit lila Fruchtbehang, die besonders großfruchtige Echte Mehl-beere (Sorbus aria) oder auch die Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia) mit orangefarbener Beerengarnitur.

Die gelben Früchte der Eber-eschensorte ‘Golden Wonder’ werden etwas größer als ge wöhnliche Vogelbeeren


Mehlbeerbäume wachsen sehr langsam, können im Alter jedoch durchaus 10 bis 15 Meter bis zu hoch werden


Die Eberesche zählt zu den wichtigsten Vogelnährgehölzen. Zudem bieten ihre Blüten im Frühjahr reichlich Nektar für Insekten


Den Heiligen Bambus setzt man am besten im Frühjahr. Herbstpflanzungen kommen oft nicht durch den ersten Winter


ROT-GRÜNES Kontrastprogramm

Eine besondere Zierde im winterlichen Garten sind immergrüne Pflanzen. Tragen diese noch dazu leuchtend rote Beeren, ist der Auftritt perfekt! Unter den Nadelgehölzen tut sich vor allem die Eibe hervor. Ab September dekorieren weibliche Sorten wie etwa ‘Hicksii’ ihre Zweige mit hübschen, korallenroten Beeren. Auch bei den immergrünen Stechpalmen (Ilex) fruchten mit wenigen Ausnahmen nur die reinweiblichen Sorten. Stets auf der sicheren Seite ist man mit Zwergmispeln oder Cotoneaster. Hier gibt es keine „Männlein“ oder „Weiblein“. Alle Pflanzen zieren sich zuverlässig Herbst für Herbst mit Früchten. Das einzige Manko: nicht jede Cotoneaster-Art ist immergrün. Wer im Winter Blätter und Beeren bestaunen will, sollte sich am besten an Cotoneaster lacteus (Späte Zwergmispel), C. dammeri (Teppichmispel), C. watereri (Baummispel) oder C. salicifolius (Hängemispel) halten. Ein wenig frostempfindlich, aber durchaus einen Versuch wert, ist der Heilige Bambus (Nandina domestica). In geschützter Lage gedeiht diese immergrüne Zierde aus Japan jedoch meist problemlos und bietet mit ihrem winterlichen Beerenschmuck einen wirklich phänomenalen Anblick!

Die robusten, Unkraut unter-drückenden Teppichmispeln lassen sich gut als Bodendecker verwenden


Wie alle Immergrünen sollte auch die Stechpalme in winterlichen Trockenzeiten ab und an gegossen werden


Eiben eignen sich auch prima für blickdichte Formschnitt-Hecken. Auf den Fruchtschmuck muss man dann aber verzichten


WINTERLICHE Dauer-Deko

Beim Aufprall auf den Boden zerplatzen Schneebeeren mit lautem Knacken – daher der Name „Knallerbsenstrauch“


Während Sorbus- oder Vogelbeeren oft schneller weggepickt sind, als man schauen kann, hängen manch andere Früchte oft noch im Spätwinter an den Zweigen. So rühren Vögel die Beeren fast aller Schneeball-Arten (Viburnum) nur selten oder gar nicht an. Lange dekorativ bleiben auch die weißfruchtigen Schneebeerenoder „Knallerbsen“-Büsche sowie die eng mit ihnen verwandten, rosarot schimmernden Korallenbeersträucher. Bei den Hagebutten, mit denen sich vor allem einfach blühende Rosensorten im Herbst reichlich schmücken, entscheidet der Nährwert, ob monatelanger Augen- oder verlockender Vogelschmaus. Dicke, fleischreiche Früchte wie etwa die der Kartoffel- oder der Vogesenrose werden eher gefuttert als kleine Hagebutten, die vornehmlich aus einer harten, kratzigen Kernfüllung bestehen. Da halten es die Vögel wie wir Menschen: Zuerst wird immer das gegessen, was am besten schmeckt!

Den Gewöhnlichen Schneeball, einen hierzulande weit verbreiteten Wildstrauch, sieht man oft in Wassernähe wachsen


Pralle Sonne, Trockenheit, Frost … die robusten Korallenbeeren ertragen’s und fruchten trotzdem alle Jahre üppig


Die fleischarmen, dafür recht kernreichen Hagebutten der Heckenrose zieren oft noch im Februar die Zweige


Ab September bis in den Spätwinter hinein tragen weibliche Torfmyrtenpflanzen bezaubernden Beerenschmuck


SCHMUCKE Balkonzwerge

Scheinbeeren mögen weder Trockenheit noch Staunässe – deshalb bitte regelmäßig, aber in Maßen gießen!


Dass man auch ohne Garten beerige Winterfreuden genießen kann, beweisen Zwerggehölze wie Torfmyrte, Scheinbeere oder Preiselbeere. Sie alle passen bequem in jeden größeren Topf und nehmen gerne auf dem Balkon oder der Terrasse Platz.
Am preisgünstigsten wird die Torfmyrte gehandelt. Sie gilt als typische Saisonware, die man im Frühjahr zumeist auf den Kompost wirft. Wer sie weiterkultivieren und erneut zum Fruchten bringen will, müsste der reinweiblichen Torfmyrtenpflanze ein männliches Pendant zur Seite stellen. Einfacher kommen die einhäusigen und damit sicher fruchtenden Schein- und Preiselbeeren Jahr für Jahr zu Beeren. Ihr einziger Wunsch: beide Zwerggehölz-Arten brauchen sauren Boden. Man pflanzt sie daher nicht in herkömmliche Blumenerde, sondern nimmt stattdessen Rhododendrenerde. Auch beim Gießen gilt: kein hartes, kalkhaltiges Leitungswasser, sondern möglichst immer Regenwasser verwenden!

Weiß fruchtende Torfmyrte nsorten wie ‘Alba’ oder ‘Wintertime’ wirken immer besonders edel


Preiselbeeren sind sehr winterhart. Sogar ein Durchfrieren der Erde im Balkonkasten vertragen sie problemlos


TIPP: Fruchtschmuck-Gehölze

JETZT PFLANZEN!

Der Herbst, die Hochsaison für Fruchtschmuck-Gehölze, ist zugleich auch die beste Pflanzzeit. Wer sich jetzt in der Baumschule nach geeigneten Pflanzen umschaut, sollte beachten, dass einige Arten wie Skimmien, Eiben, Sanddorn oder auch Stechpalmen „zweihäusig“ sind – das heißt, es gibt männliche und weibliche Sorten. Früchte tragen ausschließlich die weiblichen Sorten und auch nur, wenn sie zuvor durch den Pollen einer männlichen Sorte bestäubt wurden. Man pflanzt deshalb immer paarweise oder wählt eine der wenigen einhäusigen und damit selbstfruchtbaren Sorten wie etwa die Stechpalme ‘J. C. van Tol’ oder den Sanddorn ‘Friesdorfer Orange’.

Wo nur Platz für eine Stechpalme ist, sollte man auf die selbstfruchtbare Sorte ‘J. C. van Tol’ setzen


Männliche Skimmiensorten zieren sich ausschließlich mit frühjährlichen Blüten. Beeren bilden sie nicht


Fotos: Stefanie Schäffer