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Herrenkosmetik: Mann, bist du schön


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 93/2010 vom 17.06.2010

Das starke Geschlecht will schön sein und greift immer häufiger zu Kosmetik und Pflegeprodukten. Vor allem der Gesichtspflege gilt das Augenmerk des Mannes.


Artikelbild für den Artikel "Herrenkosmetik: Mann, bist du schön" aus der Ausgabe 93/2010 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: ingram

Zugegeben: Das Anschauen von Fußballländerspielen ist nicht die Lieblingsbeschäftigung vieler Frauen. Aber das Interesse steigt, wenn die Kamera auf den Bundestrainer schwenkt: Wie aus dem Ei gepellt sieht Jogi Löw immer aus. So ein gepflegtes Exemplar wünschen sich viele Frauen an ihrer Seite. Laut einer Marktstudie im Auftrag der Marke Nivea vertreten 77 Prozent der Frauen die Meinung: Der Mann sollte sich gefälligst anstrengen, gut ...

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Zugegeben: Das Anschauen von Fußballländerspielen ist nicht die Lieblingsbeschäftigung vieler Frauen. Aber das Interesse steigt, wenn die Kamera auf den Bundestrainer schwenkt: Wie aus dem Ei gepellt sieht Jogi Löw immer aus. So ein gepflegtes Exemplar wünschen sich viele Frauen an ihrer Seite. Laut einer Marktstudie im Auftrag der Marke Nivea vertreten 77 Prozent der Frauen die Meinung: Der Mann sollte sich gefälligst anstrengen, gut auszusehen. Die Ladys wollen einen Kerl zum Angeben.

Die Aussichten darauf sind gut. Immer mehr Männer eifern topgepflegten Vorbildern nach. Stilbildend sind zum Beispiel David Beckham, der zeitweise sogar vor lackierten Nägeln nicht zurückschreckte, Pierce Brosnan, der als Ex-James-Bond für Augencreme wirbt, der edel ergraute Promiwirt Charles Schumann oder eben Jogi Löw. Der macht passenderweise Reklame für die Männerpflege von Nivea und verrät im Zuge dieser Kampagne auch etwas über seine persönliche Körperpflege. Natürlich hat der Nationaltrainer elf Pflegeprodukte im Bad stehen. Fürs Styling braucht er angeblich 35 Minu-ten - und damit etwas länger als der Durchschnittsmann, der täglich 30 Minuten der Körper- und Gesichtspflege reserviert. Duschen, Baden und Rasur nicht eingerechnet. Frauen brauchen im Bad übrigens vier Minuten weniger, behauptet die Statistik.

Fast 900 Millionen für Männerpflege

Mit einem eindeutigen Befund wartet aber auch die Kosmetikindustrie auf. Deren Umsätze mit Produkten für das starke Geschlecht steigen. Im Jahre 2009 ließen deutsche Männer 885 Millionen Euro für Gesichtspflege, Rasiermittel, Aftershaves, Duschgels, Shampoos und Haarstylingprodukte über die Ladentische wandern. Immer mehr Männer investieren speziell in die Gesichtspflege, die für rund die Hälfte der deutschen Männer ein tägliches Ritual ist. Mit Produkten fürs männliche Gesicht machten die Kosmetikkonzerne allein im Jahre 2008 einen Umsatz von 58 Millionen Euro. Längst haben alle bedeutenden Kosmetiklabel Herrenpflegeserien im Programm, von Bodyshop bis Zirh.

Was ist passiert? Hieß es nicht immer: „Falten machen Männer in teressant“? Und: „Ein Mann muss nicht schön sein“? Davon ist keine Rede mehr. 89 Prozent der Männer sind der Ansicht, dass ein gepflegtes Aussehen Vorteile bringt. Und zwar nicht nur beim Flirten, sondern auch im Job. Klar spielt da die Leistung im-mer noch die Hauptrolle. Aber auch ein gepflegter Auftritt gehört dazu, wenn man Karriere machen will. Dazu passt, dass sich die meisten Männer selbstbewusster fühlen, wenn sie gut gestylt sind.

Ein dickes Fell

Männer bekommen keine Kinder, keine Cellulitis und lange Zeit auch keine Falten. Denn Männer haben einfach eine dickere Haut, die zudem besser mit Kollagen ausgerüstet ist. Die Hornschicht ist etwa 20 Prozent umfangreicher als bei Frauen; das elastische Fasermaterial der darunter liegenden Lederhaut ist kompakter. Deshalb kann Männerhaut mehr Wasser binden. Sie ist straffer und fester als die weibliche Haut und verliert erst ein ganzes Jahrzehnt später ihre Elastizität. Äußerlich vorteilhafter wirken sich auch die unter der Haut liegenden Fettpolster aus. Frauen besitzen sie auch. Bei Männern sind die Kammern des Fettgewebes aber anders aufgebaut. Unter der weiblichen Haut liegen sie gerade, bei Männern verlaufen die Bindegewebsbalken kreuz und quer. Das macht die Haut stabiler und schützt außerdem vor Cellulitis. Auch der natürliche Fettsäuremantel der männlichen Haut ist stärker ausgebildet. Die Natur hat sie nämlich mit mehr und größeren TaIgdrüsen ausgestattet. Das hilft, die Haut zu schützen, sie kann Feuchtigkeit gut speichern. Aber Männerhaut muss auch einiges aushalten. Bei der Rasur geht immer ein TeiI der oberen Hornschicht verloren. Zudem kommt es häufig zu kleineren Verletzungen, die die Haut irritieren. Irgendwann macht selbst die robusteste Männerhaut schlapp. Das zeigt sich nicht in Form von kleinen feinen Fältchen wie bei Frauen. Männerhaut bekommt dann richtige Furchen.

Mann gönnt sich ja sonst nichts: Die Herren der Schöpfung haben nachgezogen und lassen sich von der Kosmetikerin verwöhnen.


Foto: photodisc

Schminken nicht ausgeschlossen

Jeder achte Mann würde sich sogar dezent schminken und zu Puder und Concealer greifen, wenn die Haut müde aussieht. So experimentierfreudig sind aber eher die jungen Männer. Sie stehen auch neuen Produkten am aufgeschlossensten gegenüber.

Generell liebt Adonis seine Pflege unkompliziert und praktisch: Knapp die Hälfte nimmt eine Creme für alles. Unter der Dusche sollen es möglichst Kombiprodukte für Haut und Haar sein. Wieder mehr Zeit lassen sich Männer für die Rasur. Nassrasieren ist in; mehr als die Hälfte der Männer macht sich auf diese Weise am liebsten den Bart ab. Die ganz Stilbewussten greifen zu feinen Dachshaarpinseln und traditionell gefertigten Hobeln mit scharfer Klinge. So rückte auch Opa schon seinen Gesichtsstoppeln zu Leibe.

Am besten unsichtbar

Theoretisch braucht Männerhaut keine speziellen Pflegeserien, auch wenn die Werbung etwas anderes suggeriert. „Er“ kann sich im Bad also getrost an „ihren“ Cremetiegeln bedienen. Nur gefällt das allen Beteiligten nicht immer. Die Frau oder Freundin behält ihre Creme lieber für sich, ihrem Schatz ist sie meist ohnehin zu fettig. Denn eine Creme für den Mann darf alles sein: nur nicht ölig, fettig und klebrig. Sie muss möglichst sofort einziehen und darf keinen sichtbaren Film auf der Haut hinterlassen.

Diese Lektion haben die Kosmetikanbieter gelernt und bieten ihren männlichen Kunden daher in erster Linie Gele und leichte feuchtigkeitsspendende Lotionen an. Auch bei Düften haben Männer andere Vorlieben als Frauen. Niemals würden sie sich mit dem blumigen Parfüm der Partnerin einnebeln und auch Körperpflegeprodukte für ihn sollen frisch, holzig, eben „männlich“ duften, zum Beispiel nach Zitronengras, Rosmarin, Ingwer, Pfeffer, Tabak und Zedernholz. Eine Verpackung, die Männer anspricht, rundet das Produkt ab. Klare, geometrische Formen gefallen dem männlichen Kosmetikkäufer.

Schon deutlich schwerer zu erfüllen ist der männliche Wunsch nach Kosmetik, die man nicht sieht, die aber wirkt und einen möglichst sofort auf ganz natürliche Weise besser aussehen lässt. Da sind Männer ganz ungeduldig. Doch solche Wunder kann auch Männerkosmetik nicht bewirken. Sonst hätten Frauen sie längst für sich beschlagnahmt.