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Hexen hexen


Blu-ray Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 03.12.2021

Fantasy

Artikelbild für den Artikel "Hexen hexen" aus der Ausgabe 7/2021 von Blu-ray Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blu-ray Magazin, Ausgabe 7/2021

OT: The Witches L: US, GB J: 2020 V: Warner Bros. B: 2.39 : 1 T: DD 5.1 R: Robert Zemeckis D: Anne Hathaway, Octavia Spencer, Stanley Tucci LZ: 104 min FSK: 12 W-Cover: nein

VÖ: 25.11.21 × 1 Extras: 3/10

Volle 30 Jahre nach Nicolas Roegs unheimlicher Roald-Dahl-Verfilmung macht sich Kultregisseur Robert Zemeckis ans Werk, seinen jungen Zuschauern das Fürchten zu lehren. Doch entfaltet das neue, farbenfrohe Gewand die gleiche Wirkung oder zielt es auf etwas völlig anderes ab? In gewohnter Manier berichtet gleich zu Beginn des Films die Stimme eines älteren Herren aus dem Off von seinen Begegnungen und Erfahrungen mit Hexen. Als er acht Jahre alt war und in Chicago lebte, starben seine Eltern bei ...

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... einem Autounfall. Der kleine Junge wird von seiner Oma (Octavia Spencer) aufgenommen. Eine bessere Oma könnte sich wahrscheinlich niemand in seiner Situation vorstellen. Sie ist streng, hat ein riesiges Herz und weiß, wie sie den Jungen aus seiner Trübsal herausholt. Die gläubige Frau hat gegen jedes Wehwehchen ein Hausmittel parat, ist gemeinhin als Heilerin bekannt und… stellt sich als eine Art Voodoo-Priesterin heraus. Unerwartet begegnet der Junge seiner ersten Hexe in Zivil. Doch woran erkennt man

eine Hexe, wenn sie im Grunde doch jede x-beliebige Person sein könnte? Die Krankenschwester, Lehrerin oder ältere Dame, die einem Süßigkeiten anbietet? Und da liegt auch schon der erste Fehler: Nimm niemals von einer fremden Person Süßigkeiten an, denn Hexen haben es darauf abgesehen, Kinder zu verwandeln und sie zu zerquetschen. Eine krächzende Stimme, deformierte Gesichtszüge, lange Handschuhe und seltsame Kopfbedeckungen können schon erste Hinweise bieten. Als Oma erfährt, dass ihr Enkel einer Hexe begegnet ist, ergreift sie mit ihm die Flucht in ein piekfeines Hotel, ohne zu wissen, dass dort ein Hexenkonvent stattfindet unter der mehr als ironischen Tarnung eines „Konvents zur Prävention von Kindesmisshandlung“. Der teuflische Plan der Oberhexe (Anne Hathaway) ist es, alle Kinder dieser Welt in Mäuse zu verwandeln und zu zerquetschen. Wird es dem Jungen und seiner Oma gelingen, die Hexen aufzuhalten, oder sind alle Kinder dazu bestimmt, in Mäuse verwandelt zu werden?

Original vs. Neuauflage

Das Remake hält sich inhaltlich sehr gut an seine Vorlage von 1990. Abgesehen davon, dass die Handlung statt in Großbritannien nun in den USA im Jahre 1969 spielt und der Film weniger weißgewaschen ist. Die Verwandlungen und Darstellungen der Hexen, die wohl in den 90er Jahren in großen Zahlen Kinder verschreckt und traumatisiert haben, wurden stark abgemildert. Die Darstellung der Hexen entspricht immer noch der Beschreibung der Oma, jedoch sind sie weit weniger hässlich anzusehen und auch die Verwandlung in Mäuse und Ratten wird mit ein wenig Rauch und einem Salto überspielt, sodass „Hexen hexen“ viel von seinem Schrecken genommen wird. Überraschend kommt da doch die FSK-Einstufung. War die ursprüngliche viel erschreckendere Variante bereits ab sechs Jahren freigegeben (und hat damit Kindern wochenlang schlaflose Nächte beschert), ist die wesentlich kinderfreundlichere Variante von 2020 erst ab 12 Jahren freigegeben. Alles in allem wirkt die Neuverfilmung ordentlich aufpoliert, was nicht nur an dem bunten, überzeugend umgesetzten Setting der 1960er Jahre und den farbenfrohen Kostümen liegt. Die CGI-Technik sorgt zwar für hübschere menschliche Mäuse, denen mithilfe von Motion-Capture-Technik die Mimik der Schauspieler verliehen wurde, wirkt aber auch wesentlich weniger authentisch. Die Musik gleicht einem Disney-Spektakel, untermalt aber die Stimmung des Films gekonnt. Auch ein wenig Bonusmaterial ist vorhanden. So wird dem Zuschauer ein Blick hinter die Kulissen, ein Makingof, Einblicke zur Vorlage von Roald Dahl, einige entfernte Szenen sowie ein Gag Reel gewährt. Alles in allem ist es ein nettes Fantasy-Abenteuer mit jeder Menge Lachpotenzial und einer tollen Octavia Spencer sowie Anne Hathaway. Vor allem aber vermitteln sowohl Dahl als auch der Regisseur Robert Zemeckis eine Botschaft von Toleranz und Akzeptanz, besonders innerhalb der Familie. Wer den wohligen Schauer vermisst, sollte lieber die 1990er-Version sehen.

MELANIE FRANK