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HIER LEIDET DER VERSTAND


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 51/2021 vom 23.12.2021

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Die Zwei-Tonnen- Marke unterbietet hier nur der quirlige Stelvio (1930 kg). Schwerster ist der komfortable F-Pace (2101 kg)

VIELLEICHT SPIELEN SIE JA MIT DEM GEDANKEN, sich eines dieser Biester anzuschaffen. Und vielleicht legen Sie sich auch schon das eine oder andere Argument zurecht, um den Erwerb eines Mittelklasse-SUV mit über 500 PS vor ihren Bekannten zu rechtfertigen. Dann helfen wir Ihnen hier schnell mal auf die Sprünge: Dafür gibt es keine sinnhafte Begründung. Das ist schlicht und ergreifend – genau – Wahnsinn! Das Gute dabei: So fühlt sich das alles auch an.

In jedem der vier tobt ein etwas anderer Wahnsinn unter der Haube, denn antriebsseitig kocht jeder sein eigenes Süppchen. Doch unabhängig, ob V6, R6 oder V8, ob Biturbo oder Kompressor: Alle vier Motoren sind echte Spitzentriebwerke und haben ihren Platz in der Ruhmeshalle der aufregendsten Verbrennungsmotoren bereits reserviert. Bevor wir die vier Triebwerke aber zünden, noch schnell eine kurze Einordnung: Im Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio ...

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... schlummert ein 2,9 Liter großer Biturbo-V6 mit 510 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment. Identische Leistungswerte liefert der doppelt aufgeladene Reihensechszylinder im BMW X4 M Competition. Auch das Mercedes-AMG GLC Coupé 63 S kommt auf 510 PS, der V8-Biturbo mit vier Liter Hubraum schubst seine Kurbelwelle aber mit bis zu 700 Newtonmetern an. Mit noch einem Liter mehr Hubraum protzt der Jaguar F-Pace SVR und setzt ebenfalls 700 Newtonmeter frei, markiert mit 550 PS leistungsmäßig aber die Spitze.

Alle vier besitzen Allradantrieb, doch nur im Bedarfsfall wird von der Leistung etwas für die Vorderachse abgezwackt. Bei vollem Leistungseinsatz ist der Bedarf allerdings groß, man kann es den Fahrleistungen entnehmen: Sprintwerte, die man eher von Sportwagen kennt. Verblüffend dabei, wie unterschiedlich sich das in allen vier Boliden anfühlt.

Weitere Fragen, die sich uns aufdrängen: Wer von den vieren hat seine Power am besten unter Kontrolle, wie viel Spaß bereiten sie beim Fahren, und bleibt bei all dem Wahnsinn auch noch ein bisschen Komfort für den Alltag übrig? Das checken wir jetzt, los geht’s!

4 Unsere Platzierung

474 Punkte

Besonders leichtfüßig, brutal anschiebender V6, geräumig und relativ günstig.

Auf Un- ebenhei- ten unharmonische Federung, Innen eher einfache Materialanmutung.

ALFA STELVIO WIE EIN WILDER STIER

DIE KAROSSERIE-WERTUNG würde der geräumige Stelvio gewinnen, gäbe es ihn mit einer Anhängerkupplung. Die brauchen wir heute zwar nicht, eine weniger rumpelige Federung wünschen wir uns aber schon. Dazu kommen die überschaubare Auswahl an Assistenten und das einfach gestrickte Infotainment. Alles vergeben und vergessen, sobald die Starttaste im Lenkrad gedrückt wird. Ab da begeistert der überraschend agile SUV, der sich nach wenigen Metern noch leichter anfühlt, als er ohnehin ist. Im Normal-Modus hält sich sein V6 akustisch zurück. Umso wahnwitziger empfindet man den extremen Schub. Wechselt der Pilot zu Race, haben ESP und die guten Manieren Pause. Der lebendige Charakter verfällt ins Rauschhafte, das Einlenkverhalten wird gierig, die Gangwechsel vollziehen sich mit kräftigen Schaltrucken und knallen- den Auspuffsalven. Und mit Leichtigkeit kommt der Quadrifoglio quer – fühlt sich verboten an, kickt aber. Allein die sehr lose Lenkung hätte mehr Widerstand vertragen können. Nur der vierte Platz, aber keine Niederlage – ein Alfa eben.

3 Unsere Platzierung

486 Punkte

Feine Innenraumgestaltung, spektakulärer Kompressor-V8, relativ hoher Komfort.

Höchstes Gewicht im Vergleich, indirektere Lenkung dadurch insgesamt etwas behäbiger.

JAGUAR F-PACE KANN AUCH VORNEHM

DER GESCHLIFFEN WIRKENDE und markentypisch eher auf Komfort ausgelegte Jaguar fährt in den meisten Disziplinen vorn mit und begeistert uns mit seinem fein eingerichteten Innenraum. Wie beim Alfa gibt es keine Coupé-Variante – gut so! Einschränkungen bei der Übersicht und dem Zustieg in die zweite Reihe gibt es nicht. Zudem hat in den feinen Briten endlich ein modernes Infotainmentsystem Einzug gehalten, das verzögerungsfrei und klar auflösend arbeitet.

Im Fahrdynamik-Kapitel fällt der F-Pace SVR aber auf seine Konkurrenten ab. Denn er wirkt am behäbigsten, kann kaum verschleiern, dass er die meiste Masse um die Kurven schleppen muss. Ein nicht unbeträchtlicher Teil davon ist in solide Dämmung geflossen, bei niedrigen Geschwindigkeiten ist der F-Pace besonders leise. Umso beeindruckender dafür, wenn der Koloss mit spektakulärem V8-Getöse seine besonders hoch platzierten Insassen (73 cm Sitzhöhe) in nur 14 Sekunden auf 200 km/h katapultiert.

Das schaurig-schöne Er- lebnis ist eine exklusive Spezialität des Briten.

2 Unsere Platzierung

492 Punkte

Sehr souveräner Antrieb, vielseitiges Fahrwerk, gute Platzverhältnisse, hohe Qualität.

Bei Verbrauch und Kosten kann der AMG nicht begeistern, nur zwei Jahre Garantie.

DER AMG KANN MEHR ALS NUR MACHO

NACH DEM UMSTIEG AUS DEM Jaguar wirkt die Sitzposition im GLC Coupé besonders niedrig.

Kein Dilemma, schnell sind die eng geschnittenen Sportsitze ergonomisch optimal eingestellt, was zum überragenden Fahrgefühl beiträgt. Dazu legt der Benz einen feinen Spagat hin: Trotz generöser Platzverhältnisse fühlt er sich wie auf den Leib geschneidert an.

Ein weiteres Kunststück gelingt dem Fahrwerk. Wer den satt liegenden Boliden über unebene Landstraßen bugsiert, staunt über die Nehmerfähigkeiten des grundsätzlich hart abgestimmten Luftfahrwerks – besser geht es hier nicht.

Gleiches gilt für die ausgewogene Lenkung, die direkt, aber nie hektisch wirkt und die Suche nach der Ideallinie somit erleichtert.

Dann wäre da noch der famose und bassig grollende V8-Treibsatz, der den Zweitonner einen Wimpernschlag schneller als die Konkurrenten beschleunigt.

Doch weil der AMG auch beim Verbrauch sowie beim Preis die Nase vorn hat, geht sein Panamericana-Grill am Ende nicht als Erster ins Ziel. Immerhin gewinnt er knapp die Eigenschaftswertung vor dem X4 M.

1 Unsere Platzierung

506 Punkte

Sehr gut abgestimmter Antrieb, bissige Bremsen, akzeptabler Verbrauch.

Knüppelhartes Fahrwerk, die Lenkung sorgt für unnötige Hektik.

DER X4 M MACHT KEINE KOMPROMISSE

DER AMBITIONIERTE X4 M nimmt sich das Thema Sport besonders verbissen zu Herzen, fordert Kompromissbereitschaft bei Platz und Federungskomfort. Dank guter Komfortausstattung und vielen cleveren Assistenten schnappt sich der BMW dennoch das Komfort-Kapitel.

Der per manent präsente und angenehm sonore Reihensechszylinder entzückt mit gewaltigem Druck und linearer Kraftentfaltung bei gleichzeitiger Genügsamkeit – mit etwas Bedacht sind nämlich auch einstellige Verbräuche möglich. Dazu harmoniert der Motor weitestgehend perfekt mit der ZF-Automatik. Bei jedem Tritt aufs Gas serviert das Getriebe sofort den passendsten der acht Gänge. Allerdings dürften einige bei der stets verschliffenen Schaltarbeit den Tritt ins Kreuz beim Hochschalten vermissen, den Stelvio und F-Pace so eindrucksvoll zelebrieren.

Bei den Kosten macht der X4 M den Sack dann zu. Er spart beim Verbrauch, mit der günstigsten Versicherungseinstufung und dem längsten Wartungsintervall. Mehr Verstand kann man bei so viel Leidenschaft kaum erwarten.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

1. BMW X4 M Comp. Der sehr auf Sport getrimmte BMW holt den Sieg. 506 Punkte

2. Mercedes-AMG GLC 63 S Coupé Der Ausgewogene, leider teuer. 492 Punkte

3. Jaguar F-Pace SVR Nicht konsequent sportlich. Viel Understatement. 486 Punkte

4. Alfa Romeo Stelvio Quadr. Großer Spaß! Vierter, kein Verlierer. 474 Punkte

FAZIT

STEFAN NOVITSKI, MIRKO MENKE

Erst in der Kostenwertung kann der durchtrainierte X4 M am ausgewogenen, aber teuren AMG vorbeiziehen.

Preis-Leistungs-Sieger wird der agile und vergleichsweise günstige Stelvio Quadrifoglio. Und wer mehr Understatement sucht, auf Längsdynamik aber nicht verzichten mag, findet im F-Pace SVR seinen idealen Begleiter.