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Hier spricht Erfolgs-Trainer HOENESS


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 19.01.2022

BUNDESLIGA

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 3/2022

„Es wäre mein ausdrücklicher Wunsch, dass Andrej Kramaric seinen Vertrag verlängert“

„Wir wollen da sein, wenn Klubs schwächeln, die mehr Finanzkraft haben als wir“

„Dass wir vergangene Saison nie im Abstiegskampf waren, war ein Kraftakt“

„Die Jungs haben Spaß dabei, auf dem Platz gemeinsam zu zocken“

SPORT BILD: Herr Hoeneß, haben Sie Mitleid mit Julian Nagelsmann, weil Bayern jetzt unter Corona leidet? Sie kennen das ja auch.

SEBASTIAN HOENESS (39): Die Situation ist nur schwer zu vergleichen. Sicher werden die Bayern noch zwei, drei Wochen damit zu tun haben, doch bei uns war es neben dem Corona-Einschlag mit zwölf Fällen so, dass uns über die komplette vergangene Saison eine zweistellige Zahl an Spielern wegen Covid oder durch schwere Verletzungen gefehlt hat. Das war Langzeit-Krisenmanagement. Ich würde die Lage in Stuttgart diese Saison oder beim FC ...

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... Liverpool im Vorjahr eher mit uns vergleichen. Auch dort wird sofort sichtbar, dass mit vielen Ausfällen über einen gewissen Zeitraum die Ergebnisse schwächer werden.

Vor einem Jahr waren Sie Tabellen-14. Hatten Sie zwischenzeitlich Angst um Ihre gerade erst gestartete Bundesliga-Karriere?

Im Verein – von Alexander Rosen (TSG -Manager; d. Red.), der Geschäftsführung und von Dietmar Hopp (TSG -Gesellschafter; d. Red.) – habe ich immer großes Vertrauen gespürt. Letztlich erschwerten die eben beschriebenen Rahmenbedingungen unser aller Arbeit in der vergangenen Runde massiv. Ich hatte aber auch in dieser schwierigen Phase immer ein positives Gefühl und die Überzeugung, als Bundesliga-Trainer klarzukommen.

„Ich hatte immer die Überzeugung, als Bundesliga-Trainer klarzukommen“

Jetzt sind Sie Tabellenvierter. Was hat sich konkret verändert?

Wir holen mehr Punkte!

Und die Gründe dafür?

Wir haben nicht mehr so viele Langzeitausfälle (schmunzelt). Im Ernst: Der wichtigste Grund ist das gemeinsame Training, das in der Vorsaison durch die dauerhaft angespannte Personalsituation nicht möglich war. Im Sommer hatte ich dann erstmals in der Vorbereitung den gesamten Kader zusammen. Die starke körperliche Grundlage, die wir uns dort geholt haben, ist der zweite Grund. Inzwischen wird sichtbar, wie breit und stark dieser Kader ist. Zudem haben wir jetzt viel mehr Vertrauen in uns und hatten schon 16 verschiedene Torschützen. Wir haben letztlich aus den gemeisterten Herausforderungen der vergangenen Saison viel Selbstvertrauen und Teamspirit gezogen.

Inwiefern?

Wir wissen, dass wir unter schwierigen Umständen etwas Besonderes geschafft haben – und zwar, dass wir vergangene Saison nie im Abstiegskampf waren. Das war ein Kraftakt. Schauen Sie mal auf den VfB Stuttgart. Auch da sieht man, wie sich viele, langfristige Ausfälle von Leistungsträgern auf die Ergebnisse auswirken können. Wir konnten aber nach einer wirklich herausfordernden Zeit mit sieben ungeschlagenen Spielen am Ende der letzten Saison die Basis für unsere positive Entwicklung legen.

Kommt daher auch der gute Teamgeist, von dem Ihre Spieler schwärmen?

Der Kern ist zusammengeblieben und weiß, was wir da alle zusammen gemeistert haben. Das hat uns alle zusammengeschweißt. Die Stimmung in der Kabine ist top, und so haben die Jungs große Lust und Spaß dabei, auf dem Platz richtiggehend mit dem Ball gemeinsam zu zocken, es herrscht große Spielfreude. Dabei sind die Jungs immer auch bereit, dem Mitspieler Tore und Einsätze zu gönnen.

Hoffenheim gilt seit jeher als neureicher Klub. Im Gegensatz zu Ihren Vorgängern konnten Sie den Kader kaum mit teuren Zugängen verändern.

Die Mär, dass Dietmar Hopp als Gesellschafter hier Jahr für Jahr Millionen zuschießt, stimmt einfach nicht. Seit zehn Jahren trägt sich der Klub vor allem durch hervorragende Nachwuchsarbeit und Ablöse-Einnahmen selbst. Doch die fallen coronabedingt nun aus. Wir waren also gezwungen, kleinere Brötchen zu backen und innovativ zu planen. Es war klarer als zuvor der Weg, junge, hungrige Spieler zu holen. Zusammen mit den Profis, die schon seit Jahren hier sind und Bock auf den Klub haben, hat sich eine tolle Mischung entwickelt.

Sie meinen Zugänge wie den 23-jährigen Linksverteidiger und Nationalspieler David Raum, der ablösefrei aus Fürth kam, oder das 19-jährige Stürmertalent Georginio Rutter, der letzten Winter für rund 500 000 Euro von Rennes geholt wurde und bereits vier Tore erzielt hat?

Für ihre Entwicklung ist die TSG genau der richtige Klub. Die Qualität von Georginio Rutter war sofort sichtbar. Er ist mit rechts und links technisch gut, dazu unglaublich dynamisch. Dazu kommt eine sehr positiv einnehmende Art. Er lacht viel und freut sich bei Toren extrem mit seinen Mitspielern. Wenn er so lernwillig bleibt, wird er ein äußerst spannender Spieler.

Ein Zugang war auch Ex-Nationalmannschafts-Psychologe Hans-Dieter Hermann. Welche Rolle spielt er?

Ich habe ihn vor 15 Jahren erlebt, als ich noch Spieler bei der TSG war. Wir waren seitdem immer in Kontakt. Er ist für Spieler, Mitarbeiter und auch für mich ein wichtiger Ansprechpartner, um mit ihm über Ziele und Probleme zu sprechen.

Als Vierter nach dem 19. Spieltag ist die Champions League in Reichweite!

Wir sind ambitioniert. Grundsätzlich wollen wir da sein, wenn Klubs schwächeln, die deutlich mehr Finanzkraft haben als wir – aktuell schaffen wir das. Welcher Platz es genau werden kann, darüber spreche ich erst kurz vor Saisonende. Wir brauchen trotz Platz vier aber weiter Demut. Es wäre ein Riesenerfolg, wenn wir nächstes Jahr international dabei sind, aber Europa ist für einen Klub wie die TSG keine Selbstverständlichkeit, das muss allen klar sein.

Julian Nagelsmann war bei der TSG erfolgreich, ist jetzt Bayern-Trainer. Ralf Rangnick prägte den Klub lange, trainiert heute Manchester United. Ist Hoffenheim auch für Sie das perfekte Sprungbrett?

Ich habe mich vor allem deshalb für die TSG entschieden, weil sie ein innovativer Klub ist, der gerne jungen Leuten das Vertrauen schenkt. Funktioniert das, ist doch klar, dass das Interesse steigt. Wenn konzentrierte, akribische Arbeit mit innovativen und lernwilligen Mitarbeitern und Spielern zusammenkommt, wird man erfolgreich. Aber ich hatte noch nie einen Plan für meine Laufbahn, der in kurzen Abständen immer neue Karriereschritte vorsieht. So bin ich nicht. Ich widme mich zu einhundert Prozent meinem Job hier.

Gibt es Gespräche hinsichtlich eines neuen Vertrages über 2023 hinaus?

Die Zeit für Gespräche wird kommen. Ich fühle mich sehr wohl hier, aber konzentriere mich ausschließlich auf die laufende Saison.

Nationaltrainer Hansi Flick ist Ex-Hoffenheimer, wohnt ein paar Dörfer weiter. Haben Sie Kontakt?

Durch die Nähe haben wir uns schon auf einen Kaffee getroffen. Er pflegt einen engen Draht zu allen Trainern, ist in den Stadien sehr präsent. Das finde ich gut.

Der FC Bayern baggert sehr an dem 16-jährigen TSG-Mittelfeldtalent Tom Bischof. Bleibt er?

Ich hoffe, dass ich weiter mit Tom zusammenarbeiten kann. Er ist schon sehr reif für sein Alter, hat mit seinen Fähigkeiten den Respekt der Mitspieler. Wenn er so weitermacht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn bei den Profis spielen sehen. Das ist der Weg der TSG: junge Spieler verantwortungsvoll auszubilden. Im Gegenzug erhoffe ich auch das Commitment von ihm, dass der Klub für ihn die richtige Adresse ist und er sich nicht von irgendwem den Kopf verdrehen lässt.

Verlängert Stürmer Andrej Kramaric seinen auslaufenden Vertrag?

Es wäre mein ausdrücklicher Wunsch, aber da müssen Sie besser ihn fragen. Er schätzt die TSG, und für uns ist sein sportlicher Wert riesig. Er ist in der Offensive ein Freigeist zwischen den Positionen, daraus zieht er seine Stärke. Aber ich finde ihn auch in der Defensivarbeit sehr diszipliniert, er läuft immerhin bis zu zwölf Kilometer pro Spiel. Die Freiheiten werde ich ihm nicht nehmen, aber er wird natürlich auch weiter einen taktischen Rahmen bekommen.

HOFFENHEIM – FREIBURG

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HOFFENHEIM – DORTMUND

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