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High-End Lautsprecher


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Car & Hifi - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 19.08.2022

Einzeltest

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Bildquelle: Car & Hifi, Ausgabe 5/2022

► Quasi aus dem Nichts präsentiert Ground Zero eine neue Spitzenlinie, die noch oberhalb der Reference-Serie angesiedelt ist. Wir durften die allerersten Lautsprecher testen.

ULTRA – so heißen ab jetzt die besten Komponenten aus dem Hause Ground Zero. Wer dachte, bei den bisherigen Reference-Komponenten ginge nicht mehr, wird eines besseren belehrt. Nicht nur eine Über-Endstufe (Test in dieser Ausgabe), sondern auch die passenden Lautsprecher sind am Start. Zumindest teilweise und hier in der Redaktion noch als Vorserie. Daher sind der Tiefmitteltöner GZ ULTRA K-165 und der Hochtöner GZ ULTRA T-30 optisch noch nicht final. Das Finish von Frontplatte, Gittern und

Korb wird in der Serie nochmals geändert, wir haben die finalen Muster zur Freigabe der Serienproduktion. Aus unseren 16er Tiefmitteltöner und Hochtöner wird in Zukunft eine ganze Lautsprecherserie werden. Ein Mitteltöner, ...

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... vermutlich 85 Millimeter und natürlich ein 10"-Subwoofer sind bereits in Entwicklung. Komposysteme wird es nicht geben, denn Lautsprecher dieser Klasse werden aktiv betrieben. Die GZ ULTRA Lautsprecher sind komplette Neuentwicklungen, sie haben nichts mehr mit irgendwelchen bisherigen Ground Zero Lautsprechern zu tun. Alles neu from scratch, mit enormem Entwicklungsaufwand und jeder Menge aufwendigem Tooling. Hochtöner und Tiefmitteltöner kommen in einer edlen Holzverpackung samt Messprotokoll, die Pärchen sind vor Vergabe der Seriennummer so selektiert worden, dass die beiden Chassis in der Box perfekt zusammenpassen. Das hat natürlich seinen Preis, und so sind fürs Pärchen jeweils 2 Kiloeuro zu veranschlagen, so dass wir ein 400 Euro Set vor uns haben.

Tiefmitteltöner

Dafür fährt Ground Zero jedoch auch auf: Edelst bearbeitete Einzelteile wohin das Auge fällt, und bereits bei unseren Vorserienchassis feinste Verarbeitung. Der Korb des Tiefmitteltöners ist kein einziges Gussteil, sondern zusammengebaut aus CNC-gefrästen Einzelteilen – möglich nur bei kleinen Stückzahlen, wo viel Handarbeit möglich ist. Natürlich kommt massives Aluminium zum Einsatz, sowohl bei den vier Korbstreben als auch bei den drei Ringen, aus denen sich der Tiefmitteltöner-Korb zusammensetzt. Die wunderschönen Speichen sind auf minimale Verwirbelungen der Luft getrimmt und umschließen teilweise den Antrieb – spätestens jetzt wäre Schluss mit einem Gussteil. Die Anschlussterminals sind dabei in zwei Speichen integriert, natürlich gegenüberliegend, um bei Bewegung der Schwingeinheit eine möglichst symmetrische Belastung durch die Litzen zu gewährleisten. Das Ganze hat eine extrem offene Struktur, von der Seite betrachtet kann man überall durch den Lautsprecher hindurchsehen und ihm quasi bei der Arbeit zusehen. Wunderbar zu erkennen sind die ebene Zentrierspinne aus bestem Material und der gelochte Schwingspulenträger, bei dem Glasfaser zum Einsatz kommt statt Aluminium, weil Alu schädliche Wirbelströme entwickeln kann, der elektrisch nichtleitende Glasfaserträger jedoch nicht.

Die Schwingspule selbst ist konservativ aus Kupfer-Runddraht mit 4 Ohm Impedanz gewickelt, auch der Durchmesser von „nur“ 32 Millimetern reißt nicht vom Hocker. Das hier hat jemand entwickelt, der genau den späteren Einsatzzweck im Blick hatte, nämlich 100 % Klangqualität. Beim Antrieb wurde natürlich auch gedreht, gefräst, poliert und bearbeitet, in seiner Mitte prangt eine edler, 8 Millimeter starker Neodymring, der der das Magnetfeld im Luftspalt versorgt. Eine perfekt abgerundete Polkernöffnung sorgt zusammen mit dem Kranz Löcher in der unteren Polplatte für eine perfekte Belüftung des Chassis, so dass kein Hohlraum ohne Ventilation bleibt. Doch das vielleicht Spannendste kommt noch: Die Membran, die von einer sehr dünnen Gummisicke eingefasst wird, wieder um mechanische Verluste zu minimieren. Diese Membran ist anders als alles, was wir bisher gesehen haben. Faserig und anthrazit/schieferfarben, wobei die Fasern eine grobe Vorzugsrichtung zu haben scheinen. Außen am hinteren Rand eine „Bördelung“ zur Stabilisierung der Konusstruktur, sehr schön. Wir haben es mit einem Sandwich zu tun mit einer dämpfenden Schicht in der Mitte und je einer äußeren Lage zur Stabilisierung. Die äußeren Lagen bestehen aus Carbonfaser-Fleece, das mit Harz gebunden ist und dadurch wasserfest und luftdicht wird. Eine hochstabile Konstruktion, die gleichzeitig bestens bedämpft und auch noch leicht ist.

Hochtöner

Der GZ ULTRA T-30 ist erst einmal ein echter Brocken. Der Flansch misst außen 76 Millimeter, da hätte man auch einen Mitteltöner unterbringen können. Gleiches gilt für die Einbautiefe von stolzen 50 Millimetern. Also ganz klar nichts für den unauffälligen Verbau im originalen Spiegeldreieck, doch wer sich diesen Hochtöner gönnt, hat auch sicherlich anderes im Sinn. Kompromisslos auf Klang getrimmt durfte der ULTRA Hochtöner ganz einfach so groß werden wie es eben nötig ist. In der Mitte der nach akustischen Gesichtspunkten als Waveguide geformten Frontplatte befindet sich eine große Gewebekalotte mit sehr breiter Sicke, die von einer 30 Millimeter Schwingspule angetrieben wird. Natürlich beherbergt das Gehäuse ein großes Koppelvolumen, um die Resonanzfrequenz zu drücken, und damit den Hochtöner für die Wiedergabe tiefer Frequenzen zu optimieren. In diesem Koppelvolumen steckt ein immenser Entwicklungsaufwand, denn bei einem Hochtöner ist es nicht damit getan, wie bei einem Subwoofergehäuse für das richtige Volumen zu sorgen und gut ist. Der Grund ist, dass beim Hochtöner die Wellenlängen (und die „gängigen“ Vielfachen davon) gefährlich in der Größenordnung des Gehäuses liegen. Bei 1 kHz ist die Wellenlänge mit 34 Zentimetern noch viel zu groß fürs Gehäuse (wie bei einem Subwoofer). Doch bei 10 kHz kommen wir mit 3,4 Zentimeter in den Bereich stehender Wellen. Daher ist das Innenleben des Koppelvolumens mit Form und Dämpfung so designt, dass diese möglichst vermieden werden. Die Belüftung des Volumens erfolgt durch einen Kranz Löcher anstatt einer Zentralbohrung, das ist der erste Schritt. Weiter befindet sich im Gehäuseboden eine kegelähnliche Struktur, der genaue Form in Abhängigkeit von Druckmaxima und -minima exakt optimiert ist, denn stehende Wellen sind nichts anderes als Druckmaxima und -minima.

Zubehör

Zwei Worte noch kurz zum Einbauzubehör, nämlich den Ringen und Gittern. Ground Zero führt mit den ULTRA Lautsprechern die passende Grillserie ein, stolz NRG (Non Resonant Grill) genannt. Die stabilen Metallgitter mit sechseckigen Öffnungen zeigen in der Mitte eine Ausformung, die beim Hochtöner genau über die große Kalotte passt. Bei den Konustönern sieht es natürlich passend aus, so dass sich die Anlage stimmig installieren lässt. Die CNC-gedrehten und polierten Halteringe sorgen natürlich auch für einen stabilen Einbau und helfen so dem Klang. Im Gegensatz zu unseren Fotomustern gibt es noch Logos an den Gittern. Beim Hochtöner gehören Einbauring und Gitter zum Lieferumfang, beim Tiefmitteltöner sind noch einmal 300 Euro fällig, dafür gibt‘s ein lasergraviertes Logo, brünierte Schrauben und einen speziellen O-Ring zur vibrationsfreien Montage des Gitters.

Messungen und Sound

Sind die wunderbar durchkonstruierten Edeltöner vor dem unbestechlichen Messsystem immer noch so hervorragend? Ja, sie sind es. Bereits beim Betrachten der elektrischen Messungen zeigt sich, wohin die Reise geht. Beim 165-K sind die mechanischen Verluste auch messtechnisch sehr niedrig. Die bewegte Masse von 13 Gramm setzt erst einmal keine Minusrekorde, doch unterbieten eigentlich nur eher günstige Lautsprecher diesen Wert, denn sie haben schlicht dünner, wenig stabile Membranen und kleine Schwingspulen. Im gehobenen und High-End-Bereich sind 13 Gramm sehr wenig, denn diese Lautsprecher müssen auf einem viel höheren Niveau performen als „Leichtbau“. Beim Tieftöner fällt die weiche Zentrierung nebst tiefer Resonanzfrequenz auf, die den Töner sehr breitbandig, jedoch mit schwachem Wirkungsgrad laufen lässt. Klar, ohne Endstufe wird niemand diese Lautsprecher betreiben. Der Hochtöner sorgt das große Koppelvolumen ebenfalls für eine sehr niedrige Resonanzfrequenz von nur 500 Hz. Vor dem Mikrofon zeigt der Tweeter dann seine Klasse: Er läuft gerade von 600 Hz bis 30 kHz durch, mit nur einem minimalen Dip bei 13 kHz, wo die Kalottenspitze kurz gegenphasig schwingen könnte. Die obere Grenzfrequenz ist einfach nur sensationell für eine 30 Millimeter Kalotte – wir sind entzückt. Die Amplitudenantwort des 165-K ist ebenfalls hervorragend. Er läuft fehlerfrei bis 5 kHz, die leicht ansteigende Tendenz hilft sogar noch bei der Trennung. Alles oberhalb von 5 kHz ist leider Müll, doch sehr gut sortierter. Das zeigt ein Blick aufs Ausschwingen, wo schädliche Membranresonanzen bei harten Membranen oft ewig langes Ausschwingen zur Folge haben, und das will niemand hören. Der 165-K schwingt bei seinem Peak bei 9 kHz superschnell aus, hier macht sich die hervorragende Dämpfung der Sandwichmembran äußerst positiv bemerkbar. Verzerrungen macht der Tiefmitteltöner nur sehr wenige. Ein kleiner Peak bei 900 Hz wirkt sich nicht negativ auf den Frequenzgang aus, es handelt sich dabei auch ausschließlich um den fürs Ohr angenehmen K2, die unangenehmen Klirrkomponenten kleben hingegen an der Nulllinie. Zum Hochtöner gibt‘s wenig zu sagen. Nahe an der Perfektion, erst unterhalb von sehr niedrigen 1,5 kHz steigt der Klirr moderat an - wir sprechen hier wohlgemerkt von 0,5 % mit ordentlich Pegel und ohne Frequenzweiche – ein Mörderteil! Im Hörcheck machen die GZ ULTRA bereits nach den ersten Takten ihre Klasse deutlich. Der Sound klingt aus einem Guss, alles passt wunderbar zusammen und es erklingt einfach Musik. Vom Ausschwingen einer Triangel bis zum knurrigen E-Bass ist alles da. Der Zuhörer taucht ein und wird erst wieder wach, wenn die Musik aufhört. Wunderbare Details lassen sich bei Gesang erlauschen, Percussion kommt crisp-dynamisch aus dem Nichts und auch wenn der Rocker die Gitarren auspackt, machen diese Lautsprecher glücklich. Der Bass kommt tief und sauber, jedoch nicht mit einem Referenz-Maximalpegel. Bei uns im Hörtest müssen Tiefmitteltöner nach unten ungefiltert durchlaufen. Dafür ist der GZ UL-TRA 165-K nicht unbedingt gedacht. Nachdem wir ihn mit einem steilen Hochpass entlastet haben, spielt er extrem knackig und immer noch alles andere als dünn. In seinem natürlichen Umfeld darf er sich natürlich einer Tiefbassunterstützung in Form eines Subwoofer sicher sein, und dafür ist er auch gemacht. Mit den beiden ULTRA haben wir insgesamt ohne jeden Zweifel ein extrem hochklassiges Gespann vor uns, hier trifft einer der besten Tweeter überhaupt auf einen wunderbar musikalisch spielenden Tiefmitteltöner.

Fazit

Mit den GZ ULTRA hat Ground Zero einfach nur großartige Lautsprecher erschaffen. Leider einer exklusiven Zielgruppe vorbehalten, gehören sie tatsächlich zum Besten, was im Auto machbar ist

Elmar Michels