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High School DayZ


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Chrom & Flammen - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 25.05.2022

Feature | 1982er Chevrolet Camaro Z/28

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Bildquelle: Chrom & Flammen, Ausgabe 6/2022

Anfang der 1970er Jahre endete die Muscle-Car-Ära unter dem Druck steigender Versicherungsprämien, staatlicher Sicherheitsstandards und Verbrauchsvorgaben. Das OPEC-Öl-Embargo von 1973 gab den Power-Paketen endgültig den Rest. Es folgte die “Malaise Era”, die durch asthmatische Corvettes mit gerade einmal 150 PS verkörpert wurde.

Doch Anfang der 1980er Jahre wendete sich das Blatt, wenn auch langsam. Der Wandel begann 1979, als Ford den 1974 vorgestellten Mustang II durch einen völlig neuen Mustang ablöste, der auf der Fox-Plattform basierte. Doch der eigentliche Durchbruch kam 1982, als Ford den Mustang GT vorstellte. General Motors konterte mit dem brandneuen Pontiac Firebird und der dritten Generation des Chevrolet Camaro, inklusive des Z/28 als Spitzenmodell.

Hier seht Ihr das vielleicht am besten erhaltene Exemplar dieses Typs, einen 1982er Camaro Z/28 mit ...

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... 23.000 Meilen auf dem Tacho, der James Reidelberger gehört, der im kalifornischen Inland Empire lebt. James' Geschichte unterscheidet sich nicht wesentlich von der anderer Liebhaber amerikanischer Autos auf beiden Seiten des Atlantiks: “Ich bin in einer kleinen Stadt im Süden von Illinois geboren und aufgewachsen. Seit ich laufen und sprechen kann, bin ich ein Auto-Fan, besonders Chevys waren schon immer mein Fall. Meine Mutter erzählte mir, dass ich einmal bei einem Familientreffen plötzlich verschwunden war und man mich erst nach einer Stunde in der Garage entdeckte. Da saß ich auf dem Fahrersitz des 1948er Chevrolet Coupes meines Vaters, machte Motorengeräusche und tat so, als ob ich fahren würde. Ich hatte die beste Zeit meines Lebens!”

Im Laufe der Jahre besaß James’ Vater zahlreiche alte Autos und Hot Rods. “Wir waren immer auf Autoshows und Schrottplätzen unterwegs”, erinnert er sich. “Ich liebte es, mir Autos anzuschauen. Mein

Vater nahm mich jedes Jahr mit zum örtlichen Chevrolet-Händler, wenn die neuen Modelle herauskamen. Vor allem die Camaros und Corvettes. Ich glaube, das war der Zeitpunkt, an dem ich süchtig nach Camaros wurde. Nachdem ich in die Highschool gekommen war, fing ich an, mit anderen Auto-Fans rumzuhängen. Man gehörte entweder zur Ford- oder zur Chevy-Fraktion. Und das Coolste, was ein Highschool-Typ in den 1980ern Jahren fahren konnte, war ein Camaro oder ein Mustang. Als ich 1985 meinen Führerschein machte, waren die Camaros der dritten Generation erst wenige Jahre auf dem Markt. Ich liebte das neue Design total.”

Die Heckjalousie ist nicht serienmäßig, James ließ das zeitgenössische Zubehörteil bei einer Karosseriewerkstatt instandsetzen und lackieren.

An seinem 16. Geburtstag, nachdem er seinen “Lappen” abgeholt hatte, kam James nach Hause und sah einen 1982er Camaro Z/28 in der Einfahrt stehen: “Das war das schönste Geburtstagsgeschenk, das ich je bekommen habe. Seitdem habe ich im Laufe der Jahre viele verschiedene Camaros besessen und sie alle geliebt.” Der Camaro Z/28 auf diesen Seiten hat genau das gleiche Baujahr, die gleiche Farbe und die gleiche Innenausstattung wie sein Highschool-Auto: “Es ist wirklich eine Zeitmaschine zurück in meine Jugend.”

In einem Online-Forum stolperte James über den Wagen: “Ein anderes Mitglied hatte ein Bild des Wagens gepostet und fragte, ob noch jemand schon mal einen silbernen 1982er Z/28 mit den rot-orangenen Streifen über den Schwellern gesehen habe. Ich konnte es nicht glauben. Er beschrieb einen Zwilling meines High-School-Camaro, und tatsächlich war mir bis dahin kein zweiter begegnet. Ich nahm sofort Kontakt zu ihm auf und erzählte ihm meine Geschichte. Er kam aus Iowa und hatte den Camaro vor kurzem als eine Art Scheunenfund bei einem älteren Herrn aufgetan, der ihn neu gekauft hatte. Ich machte ihm sofort ein sehr großzügiges Kaufangebot.”

“Leider lehnte er ab. Ich bat ihn, sich bei mir zu melden, wenn er den Wagen jemals verkaufen wolle. Ein paar Jahre später erhielt ich endlich diesen Anruf. Ich kaufte das Auto sofort und ließ es zu mir nach Südkalifornien schicken.”

Abgesehen davon, dass dieser spezielle Camaro aus nostalgischen Gründen James sehr am Herzen liegt, gibt es auch handfeste Gründe, die den Wagen für Sammler attraktiv erscheinen lassen: “Ich denke, er ist aufgrund seiner Farbe und seines Streifenpakets sehr interessant. Es wurden nur sehr wenige Fahrzeuge in dieser Kombination hergestellt. Das Pace Car des Indy 500 im Jahr 1982 war ein Camaro Z/28. Er war auch das ‘Motor Trend Car of the Year’. Chevrolet produzierte mehrere tausend Pace-Car-Sondermodelle in Silber mit einem blauen Grafikpaket. Diese sehen nicht annähernd so cool aus wie meiner. Eine weitere Besonderheit dieses Wagens ist, dass er im Originalzustand ist und nur extrem wenige Meilen zurückgelegt hat, 23.300 bisher. Im Laufe der Jahre wurden die meisten dieser Autos stark modifiziert und verheizt, falls man überhaupt noch einen findet. Mein Auto ist so original und funktionstüchtig wie an dem Tag, an dem es die Fabrik verlassen hat. Bei meinen Nachforschungen habe ich herausgefunden, dass mein Camaro im ersten Quartal 1982 im Werk Van Nuys, Kalifornien, produziert wurde.”

Das Montagewerk Van Nuys dirket nördlich von Los Angeles wurde 1947 eröffnet. Im Laufe der Jahre wurde dort eine Vielzahl von GM-Fahrzeugen hergestellt, zunächst die Advanced Design Pickups, dann Full-Size-Modelle, dann verschiedene Corvair-Modelle, verschiedene GM-Kompaktwagen und schließlich die F-Body Pontiac Firebirds und Chevrolet Camaros. Das Werk wurde 1992 geschlossen, als die Produktion der dritten Generation des F-Body endete, und 1993 eingeebnet. An seiner Stelle wurde ein 365.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum gebaut, das als “The Plant” bekannt ist, zudem eine Feuerwache – und General Motors behielt dort eine 27 Hektar große Testanlage.

Um James' Camaro Z/28 in die richtige Perspektive zu rücken, muss man sich das Jahr 1982 vor Augen führen: Ronald Reagan war US-Präsident, und die Zinssätze erreichten einen Höchststand von fast 20 Prozent. Wie James erwähnte, wurde der Z/28 von “Motor Trend” zum “Auto des Jahres 1982” gekürt und war auf der Titelseite der Januar-Ausgabe 1982 von “Car and Driver” abgebildet. James’ Camaro ist praktisch eine Zeitkapsel, da er die meiste Zeit seines 40-jährigen Lebens unter einem Car Cover geparkt war und gepflegt wurde. Unter der Motorhaube befindet sich der aktualisierte 5-Liter-V8-Motor, bei dem noch immer alle in Kalifornien vorgeschrieben Abgasreinigungssysteme intakt sind. Nach dem kürzlich durchgeführten umfassenden Service sollte der Wagen jede staatliche Abgasuntersuchung bestehen, auch die in Kalifornien.

1982er Chevrolet Camaro Z/28

Motor: OHV-V8, 305 ci, 147 PS bei 4.000 U/min, 325 Nm bei 2.000 U/min, Bohrung × Hub in mm: 94,9 x 88,4, Verdichtung: 8,6 : 1, Rochseter 4-fach-Vergaser. Katalysator

Kraftübertragung: Dreigang-Automatikgetriebe GM TH200,Achsübersetzung 3,23:1

Vorderachse: Einzelradaufhängung an modifizerten MacPherson-Federbeinen, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator

Hinterachse: Starrachse an Längslenkern, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Querstabilisator

Bremsen: Scheibenbremsen rundum

Sonstiges: Originalzustand, Zählerstand 23.300 Meilen

Seit dem Camaro, den James in seinen Highschool-Tagen fuhr, hatte er kein Modell der dritten Generation in dieser Farbkombination mehr gesehen.

Als wir das Auto für diese Reportage fotografierten, waren wir von der perfekt erhaltenen kastanienbraunen Stoffinnenausstattung des Wagens beeindruckt. Sie sieht aus, als wäre der Z/18 1982 gerade aus dem Ausstellungsraum gefahren worden, und weist praktisch keine Abnutzung auf. Sogar ein Hauch von Neuwagengeruch ist noch vorhanden. Auch die BF-Goodrich-“Radial T/A”-Reifen wirken wie neu. Einzig die Klimaanlage ist nicht hundertprozentig original, denn sie wurde auf das Kältemittel 134a umgerüstet, liefert dafür aber zuverlässig eiskalte Luft. Dafür wurde beim Ersetzen der Batterie ein AC-Delco-Akku im OEM-Stil eingebaut. Das Auto fährt sich wie im Jahr 1982, mit einer straffen Fahrwerksabstimmung, die zwischen der eines Standard-Camaro und dem Setup der späteren IROC-Modelle liegt. Wenn sich der letzte Absatz wie eine Anzeige liest, dann liegt es daran, dass James keinen Platz mehr hat, um das Auto zu lagern und es deshalb widerwillig zum Verkauf angeboten hat. Zum Glück für uns, denn so stießen wir auf diesen wunderbaren Camaro, der 1982 so neu war wie CHROM & FLAMMEN!

Text & Fotos: Richard Truesdell