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Highend aus der zweiten Reihe


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PC Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 04.08.2022

GÜNSTIGE SMARTPHONES MIT TOP-AUSSTAT TUNG

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Bildquelle: PC Magazin, Ausgabe 9/2022

Der Markt für hochpreisige Smartphones ist fest in Apple-Hand. Kein anderer Hersteller kann so viele Geräte so teuer verkaufen, nicht einmal Samsung, die ja eigentlich Smartphone-Weltmarktführer sind.

An der Spitze der meistverkauften Smartphones stand im Jahr 2021 mit 51,8 Millionen Stück aber kein Topgerät aus Samsungs S-Serie, sondern das 200-Euro-Modell Galaxy A12. Bei anderen Marken ist das Verhältnis von Einsteiger- zu Mittel- zu Oberklasse noch ungünstiger. Dafür sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: Marketing und Innovationskraft.

Verbraucher, die viel Geld für ein Smartphone ausgeben möchten, greifen in der Regel zu einer bekannten Marke, der sie vertrauen.

Diese schlichte Tatsache zwingt jeden Hersteller, der nennenswerte Stückzahlen von hochpreisigen Smartphones verkaufen will, zunächst einmal Geld in die Hand zu nehmen, um seine Popularität ...

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... mit Hilfe von Marketingkampagnen aufzufrischen oder zu steigern.

Der zweite Faktor ist technischer Natur: Wer beim Kauf mehr Geld ausgibt, erwartet auch mehr als Durchschnitt. Es reicht aber nicht aus, einfach ein gutes Produkt zu bauen; die Hersteller müssen auch Extras im Bereich Display, Kamera, Akku oder Design bieten.

Der damit einhergehende Zwang zur permanenten Innovation ist eine der stärksten Triebfedern der Smartphone-Entwicklung.

Nicht jedes Unternehmen kann das leisten, weil die dafür erforderliche kritische Größe und die finanziellen Ressourcen fehlen oder weil das Geschäftsmodell ein anderes ist.

Aber auch wenn der Oberklasse-Markt fest in der Hand von nur einigen wenigen großen Marken (vor allem Apple und Samsung) ist, haben auch andere Marken Highend-Produkte im Portfolio. Deren Smartphones sind lediglich nicht so präsent – dafür aber auch nicht so teuer. Die Frage ist nun, ob sie qualitativ mithalten und mit Alleinstellungsmerkmalen überraschen können.

Modelle und Preise

Bei unseren Testkandidaten handelt es sich um die Flaggschiffe der Marken Motorola, Xiaomi Poco und Realme. Man könnte darüber streiten, ob für einen Traditionskonzern wie Motorola oder einen aufstrebenden Tech-Riesen wie Xiaomi die Zuschreibung „zweite Reihe“ passend ist. Fakt ist jedoch, dass beide Hersteller in Deutschland nicht für ihre Premiumprodukte bekannt sind, sondern im Einsteiger- und Mittelklassesegment zu Hause sind. Bei Xiaomi gehören die attraktiven Preise sogar zum Markenkern.

Zudem wurden die Submarken Poco und Redmi formal bereits 2020 abgetrennt. Sie sollen künftig eigenständiger und losgelöst vom Mutterkonzern agieren.

Das Moto Edge 30 Pro steht an der Spitze der Edge-Serie, die Mitte 2020 eingeführt wurde, auch um nicht den Anschluss an die Oberklasse zu verlieren. Motorola hat hier langfristig gute Chancen, zum einen, weil die Marke stark und populär ist, zum anderen weil man mit Lenovo den größten PC-Hersteller der Welt mit genügend Ressourcen und Know-how im Rücken hat.

Das gleiche gilt für Xiaomi, das nicht nur in China zu den größten und innovativsten Tech-Unternehmen gehört. Das F4 GT ist das aktuelle Spitzenmodell der Submarke Poco.

Displaymessung Motorola

Das OLED bietet eine sehr hohe Blickwinkelstabilität und Leuchtkraft. Die gemessenen Kontrastwerte sind die besten in diesem Vergleich. Verzichtet Motorola deshalb auf einen Boost-Modus? Fakt ist: Bei starker Helligkeit (direktes Sonnenlicht) regelt das Display nicht höher als 473 Candela.

Kontrast bei <1 Lux 1:9999

Kontrast bei 500 Lux 1:1869

Kontrast bei 20 000 Lux 1:36

Displayhelligkeit 473 cd/m2

Displaymessung Realme

Realme wirft die beste Blickwinkelstabilität in die Waagschale, der Vorsprung ist aber so gering, dass er nicht alltagsrelevant ist. Ansonsten bewegt man sich messtechnisch in der Oberklasse. Das gilt allerdings nicht für den Boost, der auf moderate 700 Candela hochregelt.

Kontrast bei <1 Lux 1:9999

Kontrast bei 500 Lux 1:1353

Kontrast bei 20 000 Lux 1:27

Displayhelligkeit 470 cd/m2

Displaymessung Xiaomi Poco

Xiaomi sichert sich ebenfalls eine kleine Krone in diesem Vergleich: Der Boost regelt auf 728 Candela hoch, ein guter, aber kein überragender Wert. Auch mit den übrigen Messwerten enttäuscht der Hersteller nicht und liefert das, was man von einem Highend-Smartphone erwarten darf.

Kontrast bei <1 Lux 1:9999

Kontrast bei 500 Lux 1:1523

Kontrast bei 20 000 Lux 1:28

Displayhelligkeit 487 cd/m2

WLAN-Messung Motorola

In unseren WLAN-Messungen landet das Edge 30 Pro mit einem gemittelten Durchsatz von fast 1000 Mbit/s an der Spitze. Selbst wenn man nicht nahe beim Router steht, bleibt der Durchsatz mit 430 Mbit/s sehr hoch. Beim Upload werden etwa 400 Mbit/s erreicht, was ebenfalls sehr gut ist.

WLAN-Messung Realme

Realme liefert in der Spitze beinahe 900 Mbit/s, der gemittelte Wert ist jedoch mit 633 Mbit/s deutlich niedriger. Das Signal ist zudem stör- und richtungsanfälliger. Bei aktivierten Dämpfungsfeldern (entspricht 20 Meter Abstand zum Router) sinkt der Durchsatz in Richtung 200 Mbit/s.

WLAN-Messung Xiaomi Poco

Xiaomi hat die Antennen wie Motorola sehr gut eingestellt, mit dem Poco F4 GT ist man im WLAN-Netz sehr schnell unterwegs. Das Signal ist allerdings störanfälliger, wenn man sich vom Router weg bewegt, sinkt der Durchsatz stärker. 365 Mbit/s sind aber immer noch sehr gut.

Realme ist ebenfalls kein Nobody, obwohl der Name in Deutschland wenig bekannt ist.

Die erst 2018 gegründete Marke wächst in atemberaubendem Tempo, in Europa zählt sie zu den Top 5 der Smartphone-Hersteller.

Als Oppo-Tochter gehört sie zudem zum BBK-Netzwerk, das mit Oppo, Vivo, IQOO und OnePlus in Summe mehr Smartphones verkauft als der Marktführer Samsung. Alle drei Geräte sind, obwohl als Topmodelle positioniert, mit Preisen zwischen 600 und 800 Euro deutlich günstiger zu haben als Pendants von Apple und Samsung.

Realme und Poco werden mit zwei verschiedenen Speicherstufen verkauft. Für unseren Vergleich haben wir uns, auch aus Gründen der Fairness, jeweils die 256-GByte-Varianten angesehen. Die direkte Gegenüberstellung macht sofort einen Unterschied deutlich: Bei Motorola hat man aufgrund der schlankeren Benutzeroberfläche mit 238 GByte ab Werk über 10 GByte mehr Platz, was in Anbetracht der Tatsache, dass der Speicher bei keinem der drei Phones per microSD ausgebaut werden kann, nicht unerheblich ist.

IP68 ist ein Fremdwort

Motorola tanzt aus der Reihe. Beim Edge 30 Pro umspannt ein Rahmen aus Kunststoff eine Rückseite aus Glas, die mit einem feinen Farbverlauf und der mattierten Oberfläche zu überzeugen weiß. Der Kunststoff hinterlässt allerdings einen faden Beigeschmack, den selbst die IP-Zertifizierung, die Motorola als einziger Hersteller in diesem Vergleich zu bieten hat, nicht vertreiben kann. Das liegt unter anderem daran, dass IP52 lediglich Schutz vor Tropfwasser bedeutet. Das Design hält im Gegensatz zu den Wettbewerbern keine Überraschungen bereit, im Gegenteil: Motorola wählt den klassischen Weg mit zwei unauffälligen Farben und elegant-zurückhaltendem Design.

Das Phone liegt gut in der Hand, irritiert anfangs aber mit sehr weit oben positioniertem Einschalter und Lautstärkewippe, die kurze Daumen vor Herausforderungen stellen. Festzuhalten bleibt somit, dass die hier betrachteten Phones nicht nur optisch voll überzeugen können, sondern sich sogar als erfrischende Alternativen zum Design-Mainstream präsentieren können. Im Ver- gleich mit den Premium-Modellen von Apple und Samsung haben wir jedoch eine IP68-Zertifizierung vermisst, die dem Smartphone eine Wasserfestigkeit bis hin zum versehentlichen Untertauchen bescheinigt.

Android 12 ist die große Gemeinsamkeit der Benutzeroberflächen

Während Motorola Android nur an einigen Stellen modifiziert, verpassen Realme und vor allem Xiaomi ihren Systemen eine überarbeitete Benutzeroberfläche mit eigenen Diensten und Funktionen, die nicht nativ in Android enthalten sind. Die bunte und etwas verspielte Optik von MIUI steht dabei im krassen Gegensatz zum eher nüchternen Android-Look von Motorola. Realme versucht eine Gratwanderung und bewegt sich zwischen diesen beiden Gegensätzen.

Motorola orientiert sich an Google

Realme UI 3.0 mit vielen Optionen

MIUI geht eigene Wege

■ Motorola orientiert sich an Googles Designrichtlinien für Android, die Oberfläche My UX erinnert daher mit der modernen, aufs Wesentliche reduzierten Optik an die Pixel-Phones. Das bedeutet aber nicht, dass man sich vollständig auf Google ausruht, einige clevere Tricks und Extras sind an Bord, etwa Dreh- und Schüttelbewegungen, die die Taschenlampe oder die Kamera aktivieren. Sie sind in der „Moto“-App gebündelt. Weniger übersichtlich geht es dagegen bei Realme zu, auch weil das Unternehmen einige Apps und Spiele zu Promotionszwecken vorinstalliert. Man kann aber darüber hinwegsehen, denn Realme gelingt es gut, die für chinesische Hersteller typische Unmenge an Extras und Eigenentwicklungen unterzubringen, ohne dass die Übersicht verloren geht. Bei Xiaomi kann man sich schon einmal in den Einstellungen verlieren. Das Design von MIUI ist stärker an Apples iOS als an Android orientiert. Wer den Durchblick gewonnen hat, wird aber mit einer Fülle an Einstellungen und Anpassungen belohnt – es gibt praktisch für alles einen Schalter, eine Geste oder eine Doppelbelegung.

Schnelle Netzteile und SoCs

Im Gegenzug zeigt man sich beim Lieferumfang spendierfreudiger als iPhone & Co. Alle Hersteller legen schnelle Netzteile und Schutzhüllen bei, Poco und Realme kleben zusätzlich eine Schutzfolie auf. Poco unterstreicht den Gaming-Schwerpunkt mit dem USB-C-auf-Klinke-Adapter und einem 90 Grad gewinkelten USB-C-Stecker, der weniger beim Spielen im Querformat beim gleichzeitigen Laden stört. Auch Pocos 120-Watt-Netzteil liegt auf einem rekordverdächtigen Niveau. Für eine volle Ladung genügt es, das Phone etwa 20 Minuten anzustöpseln. Statt das Phone über Nacht an die Steckdose zu hängen, reicht nun eine kurze Ladepause während des Duschens oder beim Frühstück.

Eine weitere Gemeinsamkeit sind die sehr guten OLEDs, die alle plan aufliegen, also an den langen Rändern nicht gekrümmt sind.

Schwerer wiegt jedoch Motorolas Verzicht auf ein Always-on-Display. Die permanente Einblendung von Uhrzeit und Benachrichtigungen auf dem deaktivierten Display ist Standard bis tief in die untere Mittelklasse.

Bei der Performance herrscht dagegen wieder Einigkeit, alle drei Modelle setzen auf Qualcomms Snapdragon 8 Gen 1, der im Android-Bereich die Oberkante markiert.

Er wird jeweils flankiert von 12 GByte RAM, was für jeden Einsatzzweck mehr als ausreichend ist. Für Gamer interessant ist, dass sowohl Realme als auch Poco die Wärme sehr gleichmäßig ableiten, sodass auch bei intensiven Spielesessions nur moderat gedrosselt wird. In puncto Connectivitiy gibt es ebenfalls kleine, aber feine Unterschiede.

Alle drei Phones haben zwei SIM-Einschübe, und das moderne SoC von Qualcomm unterstützt nicht nur Dual 5G, also den Betrieb von zwei 5G-SIM-Karten, es stellt auch den aktuellen Bluetooth-Standard 5.2 (mit AptX HD) sowie Wi-Fi 6 bereit. Die neueste Erweiterung 6E wird aber nur von Poco und Motorola unterstützt. Motorola glänzt zudem mit einer USB-C-Buchse nach 3.2 Gen 1, die auch den DisplayPort integriert. Der bidirektionale Verbindungsstandard ist nötig, damit Ready For funktioniert, Motorolas Desktop-Erweiterung, die wie Samsungs DeX eine am Desktop orientierte Oberfläche aktiviert, wenn man das Phone mit einem PC-Monitor oder TV-Gerät verbindet. Wer auch Tastatur und Maus per Bluetooth koppelt, kann mit dem Smartphone arbeiten wie mit einem PC.

Natürlich bestehen die Limitierungen des Android-Systems (keine x86-Programme), aber E-Mails, Excel oder Textverarbeitung auf PC-Niveau sind möglich. Außerdem machen Spiele und Filme auf einem großen Display viel mehr Spaß.

Bei der Kamera wird gespart

Das Kamerasystem überrascht mit einer Gemeinsamkeit, die wir nicht erwartet hätten: Alle drei Hersteller verzichten auf eine Telebrennweite, sodass man auf das Digitalzoom angewiesen ist, wenn man näher an ein Motiv heran will. Damit die Rückseite trotzdem mit drei statt nur zwei Kameraaugen beeindrucken kann, behilft man sich mit unterschiedlichen Lückenfüllern: Motorola baut eine Bokeh-Optik (unscharfer Hintergrund) ein, Poco setzt auf eine Makrolinse und Realme auf eine Mikroskopkamera mit bis zu 40-facher Vergrößerung. Das sind nette Spielereien, nicht mehr. Wichtiger ist der Blick auf das Superweitwinkelmodul, das nirgendwo überzeugt, sei es aufgrund der niedrigen Auflösung, sei es aufgrund der bescheidenen Qualität. Am besten ist man mit der Hauptkamera unterwegs, die solide Fotos liefert, bei Poco ist die Qualität sogar absolute Spitzenklasse. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Kamerasystem nicht auf Augenhöhe der Kameras von einem iPhone 13 Pro oder einem Galaxy S22 Ultra bewegt.

BeiVideos wird das noch deutlicher; hier kann vor allem Apple eine überragende Qualität und den Kinomodus in dieWaagschale legen, bei dem man nachträglich die Tiefenschärfe ändern kann. Motorola, Realme und Poco bieten zwar ebenfalls ein großes Paket mit Software-Funktionen (etwa RAW und Porträtmodus), aber diese sind bei den Premium-Herstellern besser umgesetzt. Für die Selfie-Kamera gilt das nicht, hier überzeugt vor allem Realme.

Software und Updates

Bei der Software gibt es eine breite Auswahl, das Spektrum reicht von einer zurückhaltendmodernen, an Google orientierten Ober- fläche ohne Schnickschnack (Motorola My UX) bis hin zur opulent-verspielten Optik mit einer verwirrenden Vielfalt von Einstellungen und Funktionen (Xiaomi MIUI). Als Systembasis dient stets Android 12, auch bei Realme, das sich mit der an Oppos Color OS angelehnten Realme UI irgendwo zwischen Motorola und Poco bewegt, was uns am besten gefällt. Realme hat auch den längsten Software-Support in diesem Vergleich: Für das GT 2 Pro soll es „3+4“ geben: drei neue Android-Versionen und vier Jahre lang Sicherheitspatches. Motorola garantiert für das Edge 30 Pro immerhin noch 2+3, also zwei Android-Versionen und drei Jahre lang Sicherheitspatches. Bei Poco ist der Support dagegen mit Unsicherheiten belastet: Es gibt keinen Update-Fahrplan. Für die Flaggschiffe der 11er- und 12er-Serie verspricht Xiaomi mit 3+4 ein gutes Niveau wie Realme. Aber das F4 GT ist nicht das Flaggschiff von Xiaomi, sondern von Poco. Dazu fehlt eine entsprechende Aussage. Generell lässt sich sagen, dass Xiaomi die MIUI-Oberfläche permanent mit Updates versorgt. Wir halten Android 13 für das Poco daher für sehr wahrscheinlich. Aber darüber hinaus? Man weiß es nicht, und das ist ein unschöner Nachteil.

Messwerte im Testlab

Bei der Akkulaufzeit hat Realme die Nase vorn: Zwölf Stunden im genormten Testverfahren sind überragend und bedeuten, dass man auch bei intensiver Nutzung locker einen Tag schafft. Poco ist nicht ganz so ausdauernd, mit elf Stunden ist aber ebenfalls ein Tag ohne Steckdose drin, selbst wenn es ein langer Tag ist. Motorola fällt hier zurück, mit 8:50 Stunden kann es zum Abend hin schon mal knapp werden. An der hohen Bildwiederholrate des Displays kann es eigentlich nicht liegen, denn der Vorgänger Edge 20 Pro, ebenfalls mit einem 144-Hertz-Display ausgestattet, hat mit 10:50 Stunden länger durchgehalten. Beim Aufladen ist man mit dem Edge 30 Pro dagegen flexibler als die Wettbewerber und kann neben dem Schnellladenetzteil auch eine beliebige Qi-Ladestation benutzen. Kabelloses Aufladen funktioniert in beide Richtungen, sodass man auch Peripheriegeräte wie Kopfhörer über das Edge 30 Pro versorgen kann.

Die Funkeigenschaften sind bei Motorola sehr gut, nicht nur im LTE-Netz, auch im WLAN ist man optimal angebunden. Das Poco schließt hier nahtlos an. Realme kann da nicht ganz mithalten, was vor allem dem 800er-LTE-Band geschuldet ist, das bei der Empfindlichkeit und bei der Sendeleistung abfällt. Grund zur Sorge besteht aber nicht, das erreichte Niveau ist immer noch gut.

Bei der Akustik dreht sich das Bild um, hier liefert Realme mit hoher Lautstärke, natürlichem Klang und einer sehr guten Geräuschunterdrückung ein überdurchschnittliches Ergebnis. Das Bild setzt sich fort, wenn man über die Stereolautsprecher Musik hört, unsere Messungen bescheinigen dem GT 2 Pro das ausgewogenste Klangbild mit einem guten Volumen auch im Bassbereich.

Motorola fällt hier im direkten Vergleich etwas zurück, der Abstand ist aber minimal.

Alle drei Phones überzeugen mit einem sehr guten Stereosound. Es sind willkommene Alternativen zu den Premium-Modellen der großen Marken. Man spart ein paar Hundert Euro und muss nur punktuell Abstriche machen. Zum Geheimtipp reicht es aber nicht. Denn dieser Vergleich zeigt auch, dass die Großen am Ende mehr bieten: Das Kamerasystem ist besser, und die Modelle sind wasserdicht. Wer darauf keinen Wert legt, kann in der zweiten Reihe zugreifen – als Bonus gibt es ein schnelles Netzteil obendrauf.