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Highland Cathedral


OKEY - epaper ⋅ Ausgabe 159/2021 vom 12.02.2021

Highland Cathedral ist eine beliebte Melodie, die durch die Dudelsack-Besetzung zwar schottisch anmutet, allerdings von den beiden Deutschen Ulrich Roever und Michael Korb 1982 anlässlich der Highland Games in Deutschland komponiert wurde. Das Stück wurde sogar als schottische Nationalhymne vorgeschlagen, um „Scotland the Brave“ bzw. „Flower of Scotland“ zu ersetzen.

Dudelsack (bagpipe) und Streicher bilden die tragenden Instrumente der Melodie. Der Song beginnt mit einem dezent (p) gespielten 8-taktigen Streichersatz. Danach setzt im A-Teil das bekannte Dudelsack-Thema ein und führt fast ausnahmslos ...

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Bildquelle: OKEY, Ausgabe 159/2021

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... durch die gesamte Komposition.

Notation der Dudelsack-Melodie

Wenn Sie die Melodienoten der Dudelsack-Stimme verfolgen, finden Sie extrem viele Vorschlagnoten, die vor dem eigentlichen Notenwert kurz angetippt werden und dadurch das typische Anspringen bzw. das Überlappen des Melodietons erzeugen. Besonders im B-Teil werden diese Verzierungen in der Melodie in jedem Takt mehrmals eingesetzt. Dieser Effekt wirkt noch authentischer, wenn die Bagpipe auf monophone Spielweise eingestellt wird. Dann erzeugt dieser Sound keine Polyphonie, wenn zwei oder mehrere Intervalltöne gleichzeitig gespielt werden. Zum liegenden, gehaltenen Hauptton wird kurz die Vorschlagsnote angetippt, um das Überlappen zu simulieren. Technisch bedingt kann dieser Effekt nur erzielt werden, wenn die Vorschlagsnote über dem ausgehaltenen Grundton staccato angespielt wird. Vorschlagsnoten unter dem Grundton werden als normale Verzierung vor der Hauptnote kurz angespielt. Üben Sie diese Spieltechnik anhand von Takt 9 (A) auf zwei Arten: Var. 1: Vorschlagnote „f“ kurz vor der Hauptnote „Eb“ anspielen, loslassen und danach Hauptnote „Eb“ spielen.
Var. 2: Nicht mit der Vorschlagsnote „f“, sondern mit der Hauptnote „Eb“ beginnen, diese aushalten und die Vorschlagsnote „f“ kurz antippen, was das Überlappen der Melodienote auslöst. Diese Technik, wonach zuerst die Hauptnote angespielt wird, bedarf einer gewissen Übung. Wer sich diese nicht aneignen will, spielt die Vorschlagnoten wie notiert.

Bagpipe 4’ im unteren Manual

In Teil D legen wir die monophon eingestellte Bagpipe auf das untere Begleitmanual. Einerseits soll der Dudelsack auf die praktisch unspielbaren hohen und schnellen 16tel-Noten verzichten. Andererseits möchten wir aber die Melodieführung der Bagpipe auch in diesem D-Teil hervorheben. Und dies erreichen wir, indem die Solo-Bagpipe auf das untere Manual gelegt wird und den jeweils obersten Ton eines Akkordes in der 4‘-Lage mitspielt. Verfolgen Sie die Akkorde im ganzen D-Teil; die oberste Akkordnote in der linken Hand ergibt immer die Melodie unseres Songs, wobei sich diese durch die 4‘-Bagpipe deutlich vom ganzen Akkord abhebt, da sie erstens als monophone Stimme eingesetzt und zweitens in der Lautstärke entsprechend dominant registriert wird. Dieser Passus D bietet außerdem die Gelegenheit, die linke Hand anhand der rhythmischen und lagenmäßig wechselnden Akkordpositionen lebendig zu gestalten und dabei trotzdem das notwendige Legato-Spiel zu praktizieren.

Tutti-Registrierungen

In den Abschnitten C und E steigern wir die Melodie durch Hinzufügen von doppelten Oktav-Streichern (8‘+4‘, 4‘+2‘) und einem gemischten Chor zum vollen Orchester. Die Melodie ist bewusst monophon (einstimmig) gehalten; eine polyphone Spielweise der registrierten Stimmen des oberen Manuals würde ansonsten leicht einen undefinierbaren Soundmix erzeugen.

Akkorde triggern

Das Triggern von Akkorden des unteren Manuals in das obere Manual hat bei den Herstellern der Orgeln und Keyboards unterschiedliche Bezeichnungen. In jedem Fall werden dem einstimmigen Spiel der rechten Hand volle Akkorde hinzugefügt. Die auf monophone Spielweise eingestellten Solo- oder Lead-Sounds – in unserem Fall die Bagpipes – bleiben jedoch einstimmig und werden nicht erfasst. Dies macht auch Sinn, da ein Dudelsack keine Drei- oder gar Vierklänge spielen kann.

Ritardando, ralletando, a tempo

Diese drei Begriffe sind Tempobezeichnungen. Der Unterschied zwischen ritardando und rallentando ist ähnlich groß wie zwischen langsamer werden und Tempo verlangsamen. Häufig impliziert „ritardando“ eine anschließende Beschleunigung – also „a tempo“ - während rallentando auf ein allmähliches Tempo-Verebben abzielt, wie dies in unserem Song ab Takt 51 geschieht. Das Tempo wird somit kontinuierlich bis zum Schluss reduziert. Alle anderen Tempoangaben in den Takten 25/26 und 42/43 werden mit ritard. und im darauffolgenden Takt mit a tempo bezeichnet, wobei der Song wieder das Originaltempo von 58 qpm (quarters per minute) aufnimmt.

GEORGE FLEURY
www.georgefleury.ch