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HIGHLIGHTS 2019: Auf ’ne ganz neue Tour


GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 21.01.2019

Es tut sich so einiges in der Welt des Profi-Golfs: Das US Masters im April ist nicht mehr das erste wirklich große Turnier des Jahres, die Open im Juli dafür schon das letzte der vier Majors. Der Grund für den heftig durcheinander gewirbelten Terminplan: das liebe Geld, das die Mitgieder der European Tour zum Beispiel in 48 Turnieren in 32 Ländern verdienen können. Unter anderem in Afrika und Asien


Artikelbild für den Artikel "HIGHLIGHTS 2019: Auf ’ne ganz neue Tour" aus der Ausgabe 20/2019 von GOLF MAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GOLF MAGAZIN, Ausgabe 20/2019

Die Sonne geht auf hinter dem berühmten 17. Loch des TPC Sawgrass. Die Players Championship, die jahrelang im Mai ausgetragen wurde und sich selbst gern als „fünftes Major“ sieht, eröffnet jetzt schon im März ...

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... die Reihe der ganz großen Turniere.


Webb Simpson (33) fällt seiner Frau in die Arme, nachdem er mit vier Schlägen vor Xander Schauffele die Players Championship in TPC Sawgrass des Jahres 2018 gewonnen hat.


PLAYERS CHAMPIONSHIP

Termin: 14. bis 17. März Ort: TPC Sawgrass, Ponte Vedra Beach, Florida, USA Titelverteidiger: Webb Simpson (USA) Deutscher Sieger:

Martin Kaymer (Mettmann) im Jahr 2014 Gesamt-Preisgeld: $ 11.000.000

US MASTERS

Termin: 11. bis 14. April Ort: Augusta National Golf Club, Augusta, Georgia, USA Titelverteidiger: Patrick Reed (USA) Deutscher Sieger: Bernhard Langer (Anhausen) in den Jahren 1985 und 1993 Gesamt-Preisgeld: $ 11.000.000

Bernhard Langer hat den Putt auf dem 16. Grün in Augusta gelocht, reißt den Arm hoch. Der zweimalige Masters-Sieger überstand im vergangenen April mit 60 Jahren souverän den Cut, landete am Ende auf dem 38. Platz.


Patrick Reed (rechts) wirkt bei der Siegerehrung 2018 noch ein wenig ungläubig. Nur gut, dass er Sergio Garcia, den Masters-Champ 2017, an seiner Seite hat.


Das Jahr 2019 läuft sich gerade warm, und schon jetzt freuen wir uns auf die vielen Geschichten, die geschrieben, und Anekdoten, die erzählt, geteilt oder gepostet werden. Geschichten von den „jungen Wilden“, erstmaligen Major-Siegern, Karriere-Grand-Slams, von Höhen und Tiefen oder traumhaften Runden, die das Zeug haben, den direkten Weg in die Rekordbücher zu finden. Als „historisch“ kann man auch das betrachten, was sich Mitte der 90er-Jahre vor und im Clubhaus des Augusta National Golf Clubs abspielte. Es war die Masters-Woche, zu der sich nicht nur die besten Spieler und einige der glorreichen Heroen vergangener Tage in dem Südstaaten-Städtchen aufhielten, sondern auch Funktionäre, Spieler-Manager und, natürlich, die amtierenden Chefs der europäischen und der amerikanischen Tour.

Zwei der herausragenden Spieler der damaligen Zeit nahmen sich ausgerechnet im stockkonservativen Georgia die Freiheit, eine neue Turnierserie zu fordern, die knapp unterhalb der Majors (US Masters, PGA Championship, US Open, The Open) anzusiedeln sei. Exklusive Turniere für die Elite, die Besten der Besten. Greg Norman, der „Weiße Hai“ aus Australien, und vor allem Spaniens Golfgenie Severiano Ballesteros rührten die Werbetrommel für deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten der Profis … und um die Lücke zu schließen zwischen den herkömmlichen und den Major-Turnieren. Das ungleiche Duo plante vier Turniere, die allerdings nicht über die herkömmlichen Touren in den USA und Europa veranstaltet werden sollten.

Der Termin ist neu, der Platz wohlbekannt und berüchtigt, weil er auch für die Profis so schwer zu spielen ist. Schon im Mai tritt Brooks Koepka zur Titelverteidigung bei der PGA Championship an. Gespielt und gezittert wird in Bethpage Black am Rande von New York City. Die Fans dort gelten als besonders laut und spaßorientiert.


PGA CHAMPIONSHIP

Termin: 16. bis 19. Mai Ort: Bethpage State Park Black Course, Bethpage, New York, USA Titelverteidiger: Brooks Koepka (USA) Deutscher Sieger: Martin Kaymer (Mettmann) im Jahr 2010 Gesamt-Preisgeld: $ 10.500.000

Spätestens seit 1999, als zum ersten Mal Turniere der World Golf Championships ausgetragen wurden, ist die Szene gewaltig in Bewegung geraten. Fast möchte man sagen, kaum ein Stein ist auf dem anderen geblieben. Andererseits: Ballesteros und Norman gaben zwar den Anstoß dafür, dass es nun schon im 20. Jahr regelmäßig Top-Turniere unterhalb der Majors gibt, aber eben nicht unter externer Regie. Die Tourchefs und ihre Organisationen in der Avenue of the Champions in Palm Beach Gardens (Florida) und im englischen Wentworth haben die Hüte auftehalten.


Tiger Woods trieb die Preisgelder in ungeahnte Höhen


Die Europäer können allerdings seit Jahren nicht verheimlichen, dass es gegenüber der übermächtigen US Tour immer schwerer fällt, wenigstens annähernd konkurrenzfähig zu bleiben. Dabei mussten die Amerikaner nicht viel tun, um die Preisgelder und damit die Attraktivität ihrer Tour zu pushen. Tiger Woods allein trieb die Börsen in die Höhe, weil das Wunderkind des Golfsports Grenzen überwand, die als unüberwindbar galten. Und die Europäer?

Vordenker der Euro-Tour ist mit Keith Pelley seit 2015 ein Kanadier und ehemaliger Football-Spieler („running back“).

Der Mann ist ein Kämpfer, und er hat für die bereits laufende Saison – in Abstimmung mit der US Tour – Änderungen durchgesetzt, die wahrscheinlich sogar Ballesteros gefallen hätten. Immerhin wird es 2019 genau 48 Turniere (inklusive der vier Majors) geben, so viele wie 2018. Es liegt wieder ein praller Kalender vor, den vorzubereiten und festzuzurren erhebliche Mühen gekostet hat… auch finanzielle. Gespielt wird in nicht weniger als 31 Ländern, ein Umstand, der natürlich Kritiker auf den Plan ruft. Wer nämlich Geld mit seinem Handwerk verdienen möchte, muss erst einmal die Koffer packen und reisen, unter anderem nach Kenia und bereits Ende Januar nach Saudi-Arabien.

Loch 7 in Pebble Beach – eine der mit rund 90 Metern kürzesten, schönsten und bei viel Wind interessantesten Bahnen im Profigolf.


US OPEN

Termin: 13. bis 16. Juni Ort: Pepple Beach Golf Links, Pepple Beach, Kalifornien, USA Titelverteidiger: Brooks Koepka (USA) Deutscher Sieger: Martin Kaymer (Mettmann) im Jahr 2014 Gesamt-Preisgeld: $ 12.000.000

Brooks Koepka holte sich 2018 in Shinnecock Hills erst die US Open, im August mit der PGA Championship dann gleich noch seinen dritten Majorsieg.


Das „Saudi International“, so der Name der dortigen Veranstaltung, ist natürlich längst zu einem Politikum geworden. Spieler, Funktionäre und Sponsoren wissen, dass dieses Land nicht erst durch die Ermordung eines Journalisten in der Botschaft der Saudis in Istanbul keine Wohlfühloase ist.

Tiger Woods, der in der Golfregion gegen ein siebenstelliges Antrittsgeld sonst gern ’mal zu Gast ist, hat bereits abgesagt. Doch die Wahl dieses Austragungsortes verdeutlicht vor allem eines: Keith Pelley steht unter enormen Druck. Kein Winkel der Welt ist ihm zu weit entfernt, um dort ein Turnier der „europäischen“ Tour auszutragen. Und Gründe, lieber einmal auf eine Veranstaltung zu verzichten, gibt es offenbar für ihn so gut wie keine.

Positiv immerhin sind erste Reaktionen der Spieler auf das geänderte Punkteverteilungssystem im Race to Dubai (der Jahreswertung der Euro-Tour). Wer zu den Spielern gehörte, die durch ihren Status nicht bei den wirklich großen und exquisit dotierten Turnieren antreten durThen, für den ist es jetzt leichter geworden, sich fürs Saisonfinale zu qualifizieren.

Auch der Erhalt der Spielberechtigung auf der Tour war unter diesen Bedingungen natürlich schwerer gegenüber Spielern, die zum Beispiel für die hochdotierten WGC-Veranstaltungen (World Golf Championship) startberechtigt waren. Von einer Chancengleichheit konnte da schon lange nicht mehr die Rede sein.

Martin Kaymer hatte im Juni 2018 noch Craig Connelly an der Tasche, als er mit einem schlechten Pitch den Sieg bei der BMW International Open verschenkte. Der 32-jährige Deutsche hat seit der US Open 2014 kein Turnier mehr gewonnen.


BMW INTERNATIONAL OPEN

Termin: 20. bis 23. Juni Ort: Golfclub München Eichenried Titelverteidiger: Matt Wallace, England Deutscher Sieger: Martin Kaymer (2008) Gesamt-Preisgeld: 2.000.000 €

War es bisher so, dass Punkte nach dem gewonnenen Preisgeld vergeben wurden, gibt es nun einen Verteilungsschlüssel für die zu vergebenden Zähler. „Vor allem seit der Einführung der Rolex Series ist die Diskrepanz der Preisgelder auf der Tour immens, sodass das System, ein Euro oder Dollar Preisgeld = ein Race-to-Dubai-Punkt‘ einfach unfair geworden ist“, erläutert Bernd Ritthammer, der sich mit einer starken Leistung in der Qualifying School die Spielgenehmigung für 2019 gesichert hat.

„Jetzt“, glaubt Ritthammer „geht es deutlich fairer“ zu, „vor allem für Leute meiner Kategorie“. Der Wertunterschied, erklärt der Münchner, zwischen dem kleinsten Turnier und dem bedeutendsten, also einem der vier Majors, liegt jetzt bei einem Faktor von 1:5. Früher lag die Spanne zwischen 1 und 12.

Zumindest aus deutscher Sicht hat die Terminverschiebung bei den Majors kaum eine Bedeutung. Außer Bernhard Langer beim US Masters (der Anhausener hat ein „lebenslanges“ Startrecht nach seinen zwei Siegen in Augusta) und Martin Kaymer, der in diesem Jahr noch von seinem US Open-Sieg im Jahr 2014 profitiert und bei allen vier Majors starten darf, hat zurzeit kein Deutscher eine Startberechtigung für eines der Topturniere.


Ein Tourboss im Kampfmodus


Wie in jedem Jahr steht das US Masters vom 11. bis 14. April am Anfang der Majorfolge, doch die PGA Championship, die sonst immer im August stattfand, wird nun bereits vom 16. bis 19. Mai auf dem so verflixt schweren Platz in Bethpage Black bei New York ausgetragen. Es folgt die US Open vom 13. bis 16. Juni auf dem legendären Links-Kurs von Pebble Beach und – als letztes der großen Vier – die Open vom 18. bis 21. Juli im nordirischen Portrush. Auf diese Weise werden die Saisonhöhepunkte komprimiert und liegen zum Teil in der Zeit des Jahres, in der sich bei anderen Sportarten nicht so viel tut. Dieser Umstand soll für bessere Zuschauerzahlen vor Ort und besonders im TV sorgen … und damit für deutlich höhere Lizenzgebühren von den Fernsehanstalten.

Zurück zur Tour der Europäer: Pelley ist, wie gesagt, im Kampfmodus angekommen. Es geht um die Attraktivität der Tour, die in der Vergangenheit auch immer wieder US-Golfer anlockte. Europa gilt bei manchen Pros als ideale Bühne, um Erfahrungen zu sammeln und später auf der US Tour bestehen zu können.

Wasser, Sand, Dünen und endlose Buckel – so sieht ein klassischer und herausragender Links-Kurs aus. Royal Portrush hatte seine bisher letzte Open im Jahr 1951 gesehen, als der Englände Max Faulkner gewann.


Erst Francesco Molinari, dann Tiger Woods – das prägende Bild der letzten Runde der Open 2018. Der Amerikaner war als Führender in den Sonntag gegangen, dann aber vom bärenund nervenstarken Italiener konsequent ausgespielt worden.


THE OPEN

Termin: 18. bis 21. Juli Ort: Royal Portrush Golf Club, Portrush, Nordirland

Titelverteidiger: Francesco Molinari (Italien) Deutsche Sieger: keine Gesamt-Preisgeld: $ 10.250.000

Diesen Weg ist Kevin Stadler gegangen, der Sohn des früheren Masters-Siegers Craig „The Walrus“ Stadler. Ein noch viel besseres Beispiel ist Brooks Koepka, der nach der Titelverteidigung bei der US Open 2018, dem folgenden Sieg bei der PGA Championship und mit inzwischen drei Major-Siegen zu den absoluten Stars der Szene gehört. Aber nicht immer klappt dieses Vorhaben, wie ausgerechnet Koepkas Bruder Chase in der vergangenen Saison erfahren musste, der seine Spielberechtigung für die Euro-Tour verlor.

Es geht um die weltweite Beachtung der europäischen Bühne, die untrennbar mit bekannten Namen verknüpft ist. So reiste Pelley nach Nordirland, als ruchbar wurde, dass Rory McIlroy der European Tour den Rücken kehrt. Das hat der Nordire gerade erst beim Sentry-Turnier auf Hawaii bestätigt: „Mein Leben findet in den USA statt. Ich habe eine amerikanische Frau, das Wetter ist hier besser und alles nicht so aufwendig, besonders die Reisen. Nach elf Jahren, in denen ich auf der Euro-Tour in die Saison gestartet bin, war es Zeit für einen Wechsel.“ Für Aufsehen sollen aber auch Turniere sorgen, bei denen Männer und Frauen gemeinsam an den Start gehen. Nach dem erfolgreichen Start von GolfSixes im vergangenen Jahr (jetzt mit der Fortsetzung im Juni in Portugal) werden nun auch die Vic Open in Australien (Februar) sowie die Trophée Hassan II in Marokko (April) nach einem neuen Format gespielt. Einen wegweisenden Charakter könnte die Shot Clock Challenge haben, bei der gegen die Stoppuhr gespielt wird. Langsames Spielen zählt zu den größten Problemen im Golf. Entscheidend aber bleibt die Qualität des Spielerfeldes, und die versucht Pelley vor allem bei den Turnieren der Rolex-Serie durchzusetzen. Das Mindestpreisgeld liegt bei jeweils sieben Millionen Dollar.

Patrick Reed war als amtierender Masters-Champion einer der Stars bei der Porsche European Open. Am Ende aber sprachen fast alle nur vom gehörlosen Amateur Allen John, der hinter Richard McEvoy Zweiter wurde. In diesem Jahr versucht es John, der schon einmal Profi war, wieder als Berufsspieler.


PORSCHE EUROPEAN OPEN

Termin: 5. bis 8. September Ort: Green Eagle Golf Courses, Winsen (Luhe) bei Hamburg Titelverteidiger: Richard McEvoy (England) Deutscher Sieger: Bernhard Langer (1985) Gesamt-Preisgeld: 2.000.000 €

Der Dollar wurde dabei nicht zufällig gewählt, weil er die entscheidende Währung im Profi-Golf ist. Acht Turniere gehören 2019 zu dieser herausgehobenen Serie, wobei die Open de France, das nach der British Open älteste Turnier Europas, diesen Status nach der Austragung des Ryder Cup an gleicher Stelle (Le National bei Paris) verliert. Statt in Frankreich gehört nun die Veranstaltung in Abu Dhabi zum Elitekreis. Das Upgrade dieses Turniers ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Tour dorthin zieht, wo das Geld lockt. Traditionen spielen keine Rolle.Auch Turnierbezeichnungen verlieren an Wert.

So ist Porsche Titelsponsor der European Open. Ein Turnier mit großer Vergangenheit, das zum Beispiel Bernhard Langer 1985 gewonnen hat. Aber was zählt das noch? Das Gesamtpreisgeld liegt heute bei zwei Millionen Euro; dafür allein bekommt man keine Weltstars mehr. Was der Porsche European Open helfen könnte, ist der in den September verschobene Termin. Dann ist die US-Tour mit ihrem FedExCup durch und die Jungs haben mehr Luft und Lust auf Turniere, bei denen es noch weitere Vergnügungen neben dem normalen Golf gibt. Kein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen zum Beispiel. Das gehört für Amerikaner in die Rubrik „Erlebnisse, die man mit Geld nicht kaufen kann“. Mal sehen, ob es hilft!

Caroline Masson ist seit Jahren die beständigste deutsche Proette. Sie hat schon bei drei Solheim Cups gespielt und auch in diesem Jahr gute Chancen, sich fürs Euro-Team zu qualifizieren.


SOLHEIM CUP

Europa – USA (je 12 Spielerinnen pro Team) Ort: Gleneagles Golf Club in Auchterarder, Perthshire, Schottland Termin: 13. bis 15. September Titelverteidiger: USA Gesamt-Preisgeld: Keins. Es geht um die Ehre!

VON ISABEL VON WILCKE

Applaus für den eigenen Erfolg: Das Team der USA fährt im August als Titelverteidiger zum Solheim Cup ins schottische Gleneagles.


Bei den Damen verspricht 2019 ein spannendes Jahr zu werden – nicht nur wegen des im September statt-findenden Solheim Cup, dem Äquivalent zum Ryder Cup für die Ladies. In den vergangenen Solheim-Cup-Ausgaben – 2017 im Des Moines GC in Iowa und 2015 im GC St. Leon-Rot – hatten die Eurofighterinnen zwar das Nachsehen. Aber die 16.

Auftage des Solheim Cups wird in Gleneagles ausgetragen, und auf schottischem Boden war das europäische Team bisher immer siegreich (1992 im Dalmahoy Country Club und 2000 in Loch Lomond). Die Tickets in einigen Preiskategorien für Gleneagles sind bereits ausverkauft. Also schnell Karten besorgen und unseren Ladies beim Siegen zusehen – schließlich sind aller guten Dinge drei.

Die Aufsteigerin: 2018 erspielte sich Esther Henseleit ein Handicap von +7,1. Inzwischen hat sich die 20-jährige Hamburgerin für die Damen-Tour qualifiziert.


Open-Sieger unter sich: Georgia Hall und Francesco Molinari trafen sich im Dezember mit ihren Trophäen zum Foto-Shooting in London.


Tolle Kulisse, starkes Feld: Das Evian Masters auf der französischen Seite des Genfer Sees ist neben der Open das zweite Damen-Majorturnier in Europa.


Wie die Herren, so spielen auch die Damen der European Tour ihr Turnier in Dubai. Die Unterschiede liegen im Preisgeld: Bei den Männern geht es um 4.000.000 Euro, bei den Damen sind es gerade mal 300.000 Euro.


Die Chancen, ein oder zwei deutsche Spielerinnen im schottischen Luxusresort abschlagen zu sehen, sind hoch. Caroline Masson und Sandra Gal, die seit Jahren auf der amerikanischen Tour spielen, sind bereits erfahren im Kampf der Kontinente. Ebenfalls die Tourkarte für die gut dotierte Damenserie in den USA haben nun auch Isi Gabsa und Sophia Popov.

Esther Henseleit vom Hamburger Golf Club Falkenstein brach 2018 nicht nur den Rekord des besten je in Deutschland registrierten Handicaps (+7,1), sondern hat sich über die Qualifikations-Turniere die volle Spielberechtigung für die europäische Damentour (LET) erspielt. Langfristig gehört der Solheim Cup natürlich auch zu ihren Zielen.

Die fünf Major-Events wurden 2018 von Spielerinnen aus fünf Nationen gewonnen. Zwei davon aus Europa: Pernilla Lindberg (Schweden) will im April ihren Titel bei der ANA Inspiration verteidigen; Georgia Hall wird Anfang August im englischen Woburn Golf Club zur Titelverteidigung bei der Women’s British Open antreten. Mit einem bunten Turnierplan startete die LET im Januar in Abu Dhabi. Im Februar geht es in Australien mit der erstmalig ausgetragenen ISPS Handa Vic Open weiter. Und auch die LPGA Tour beginnt 2019 mit zwei brandneuen Events – dem Diamonds Resorts Tournament und der ISPS Handa Vic Open – und zwei Wochen früher als bisher.

Wie hatte doch Sandra Gal vor kurzem im exklusiven GOLF MAGAZIN-Interview verraten: „Auf der Tour machen wir einfach nur eine gute Show.“ Großes Golf spielen die Damen natürlich auch. Wir sind gespannt und drücken die Damen.

STATISTIK


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