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Highlights am Herbsthimmel


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Sterne und Weltraum - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 08.10.2021

MONATSTHEMA

Das Band der herbstlichen Milchstraße leuchtet zwar matt, aber es steht hoch am Himmel und lässt abseits davon auch Blicke in extragalaktische Weiten zu. Daher bieten die Nächte jetzt im Herbst eine tolle Auswahl der schönsten Objekte aller Art. Mit kleinen Schwenks gelangt man vom reichen offenen Sternhaufen zu einem Kugelsternhaufen und weiter zu einer Galaxie. Selbst die Nebelhülle eines sterbenden Sterns ist dabei. Wie immer lohnt es sich, mit dem Fernglas oder Teleskop einen dunklen Standort aufzusuchen, um die hier präsentierten Highlights optimal zu sehen. Einige der im Folgenden vorgestellten Sternhaufen beeindrucken jedoch schon bei der Beobachtung vom heimischen Stadtbalkon.

Nehmen wir auf unsere kosmische Reise drei gute Okulare mit: Eines mit niedriger Vergrößerung und größtmöglichem Bildfeld eignet sich gut zum Aufsuchen sowie zum visuellen Erfassen besonders ausgedehnter ...

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Bildquelle: Sterne und Weltraum, Ausgabe 11/2021

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... Himmelsobjekte. Für die eingehendere Betrachtung eignet sich ein Okular, das eine Vergrößerung erzeugt, die etwa der halben Millimeterzahl der Teleskopöffnung entspricht. Und mit einem hoch vergrößernden Okular lassen sich hellere, feine Details sowie einzelne Sterne innerhalb von Kugelsternhaufen wahrnehmen. Die Vergrößerung sollte hierbei annähernd der vollen in Millimetern angegebenen Teleskopöffnung entsprechen, beispielsweise für ein Teleskop mit 15 Zentimeter Öffnung etwa 150-fach. Wer über weitere Okulare und etwas Zeit verfügt, sollte sie gerne auch an den verschiedenen Objekten ausprobieren. Das kann sehr spannend sein, denn oft zeigen sich hierbei Einzelheiten, die durch andere Okulare nicht zu sehen waren.

Juwelen des Herbsthimmels

Die folgende Tabelle enthält eine Auswahl von Objekten, die mit einem Fernglas oder einem Teleskop leicht zugänglich sind: Kugelsternhaufen (KS), offene Sternhaufen (OS), Planetarische Nebel (PN) sowie helle Galaxien (G). Die angegebenen Winkelausdehnungen der Objekte in Bogenminuten () beziehen sich auf ihren Anblick unter idealen Bedingungen: klare Luft und ein dunkler, von künstlicher Beleuchtung unbeeinträchtigter Himmel. Selbstverständlich hängt der Anblick auch vom Objektiv- oder Spiegeldurchmesser der jeweils genutzten Optik ab.

Unter weniger günstigen Umständen, etwa unter Stadtlicht, bleiben die Randpartien von galaktischen Nebeln und Galaxien oft unsichtbar, so dass diese unter einem kleineren Winkeldurchmesser erscheinen. Beipielsweise ist dann in der Andromedagalaxie Messier 31 (M 31) nur die helle Zentralregion sichtbar. Dennoch sind einige der ausgewählten Objekte, etwa der offene Sternhaufen wie h +c Per und der Kugelsternhaufen Messier 15 (M 15), auch vom Stadtbalkon aus lohnende Ziele.

Beim Blick durch ein Fernrohr und bei hoher Vergrößerung stellt sich heraus, dass dieser blass leuchtende Ball mit feinen Sternen gespickt ist: In Wahrheit ist er ein gewaltiger Kugelsternhaufen mit mindestens einer Million Sterne. In Ihrem Teleskop sehen Sie von diesem Sternenmeer immerhin die leuchtkräftigsten Riesen; sie scheinen vor dem nebligen Gesamtlicht der unzähligen anderen, nicht mehr einzeln erkennbaren Haufenmitglieder zu stehen. Die Sternansammlung steht in der beachtlichen Entfernung von rund 34 000 Lichtjahren Lichtjahren und gehört dennoch zu unserem Milchstraßensystem.

Reigen offener Sternhaufen und ein Planetarischer Nebel

Hoch über unseren Köpfen, unweit des Zenits, steht nach Einbruch der Dunkelheit das Sternbild Schwan. In seiner nordöstlichen Region befindet sich der beeindruckende offene Sternhaufen Messier 39. Zu seiner stattlichen Gesamthelligkeit von 4,6 mag tragen nur etwa 20 Sterne innerhalb eines Felds von rund einem halben Grad Durchmesser bei, die zudem vor dem sternreichen Hintergrund der Milchstraße stehen (siehe »So groß wie der Vollmond«). Daher verrät sich der Haufencharakter am besten in einem Großfeldokular mit einer eher geringen Vergrößerung, die nicht über 40- bis 60- fach hinausgehen sollte.

Sternentanz auf der Pferdenase

Ein Teleskop lässt im Kugelsternhaufen Messier 15 viele feine Sternpünktchen erkennen, deren Licht rund 34 000 Jahre zu uns unterwegs war. Das Objekt befindet sich im westlichen Teil des Herbststernbilds Pegasus, unmittelbar nordwestlich des hellen Sterns Enif, welcher die Nase des Himmelspferds markiert. Reinhard Fukerieder fotografierte den Sternhaufen durch ein Newton-Teleskop mit 20 Zentimeter Öffnung.

So groß wie der Vollmond

Innerhalb eines Gebiets von rund 30 Bogenminuten Durchmesser lassen sich in Messier 39 zahlreiche Einzelsterne erkennen. Mit einem 10 3 50-Fernglas ist dieser Haufen selbst unter einem Stadthimmel lohnend. Die Aufnahme rechts gelang Mario Weigand mit einem Refraktor vom Typ TEC Apo 160/1280 ED.

Mit seiner Entfernung von rund 1000 Lichtjahren ist uns Messier 39 vergleichsweise nah und eignet sich auch als schönes Objekt für die Balkonsternwarte unter einem aufgehellten Stadthimmel. Nur halb so groß wie Messier 39 erscheint uns der offene Sternhaufen Messier 52 am westlichen Rand der Kassiopeia (siehe »Sternengewimmel auf engem Raum«). Er ist ungefähr 4500 Lichtjahre von uns entfernt; die Beobachtung seiner zahlreichen, aber schwächeren Sterne erfordert eine eher höhere Vergrößerung.

Sternengewimmel auf engem Raum

Der reiche offene Sternhaufen Messier 52 in der Kassiopeia ist recht kompakt. »Er bringt es mit mehr als 600 Sternen auf rund 1000 Sonnenmassen«, bemerkt Franz Klauser zu diesem Bild, das er mit einem Zwölf-Zoll-Astrografen von ASA aufgenommen hat. Die zahlreichen schwächeren Sterne sieht man am besten durch ein Teleskop, bei einer höheren Vergrößerung.

Ein ungewöhnlich schwierig sichtbarer Sternhaufen, der jedoch in einem mittelgroßen Teleskop unter dunklem Himmel mit feinsten Lichtpunkten brilliert, ist NGC 752 am Südrand des Sternbilds Andromeda. Mehr als hundert Mitglieder mit Helligkeiten von 9 bis 11 mag innerhalb eines Gebiets von mehr als 75 Bogenminuten Durchmesser tragen zur Gesamthelligkeit des Haufens von 6,5 mag bei. Eine Optik mit großem Gesichtsfeld liefert offenbart die gesamte Pracht dieses stellaren Durcheinanders (siehe »Übersehene Schönheit«). Die Entdeckerin des Haufens ist die deutsche Astronomin Caroline Herschel (1750 – 1848): Ihr Bruder, der deutsch- britische Astronom William Herschel, hatte ihr ein leicht zu bedienendes Newton-Teleskop mit großem Gesichtsfeld gebaut. Er selbst bemerkte das Objekt in dem kleineren Himmelsausschnitt, den sein großes Spiegelteleskop abbildete, nicht.

Übersehene Schönheit

Versuchen Sie, den nicht sehr hellen, aber ästhetischen offenen Sternhaufen NGC 752 am Himmel zu finden. In einem ruhig gehaltenen, lichtstarken Fernglas ist sein Anblick ein Genuss. Für diese Aufnahme nutzte Peter Wienerroither ein Teleskop vom Typ Takahashi Epsilon mit 16 Zentimeter Objektivdurchmesser.

Sternentod in Farbe

Der Planetarische Nebel Messier 76 im Sternbild Perseus wird von der langsam entweichenden Gashülle eines Sterns gebildet, der vor etwa tausend Jahren das Ende seiner Entwicklung erreichte.

Abwechslung bietet nun der Planetarische Nebel Messier 76, der im Sternbild Perseus, unweit des noch mit bloßem Auge sichtbaren Sterns Phi Persei (f Per) steht (siehe »Sternentod in Farbe«). Er ist auch als Kleiner Hantelnebel bekannt, weil er der Form nach seinem größeren Kollegen, dem Hantelnebel Messier 27 im Sternbild Füchschen ähnelt. In einigen Objektkatalogen und Sternatlanten ist er auch unter dem Namen »Schmetterlingsnebel« zu finden. Messier 76 zeigt im Teleskop eine eigentümlich geformte Gashülle, die ein roter Riesenstern hinterließ, der vor wenigen tausend Jahren das Ende seiner Entwicklung erreichte. Anders als sehr massereiche Sterne schied dieser einst sonnenähnliche Stern nicht mit einer Supernova-Explosion aus seinem Dasein. Stattdessen trug ein kühler, langanhaltender Sternenwind die gesamten Außenschichten allmählich ab – bis nur noch der heute sichtbare, heiße, winzige Kern übrig blieb.

Da dieser Nebel recht kompakt ist, lässt er sich trotz seiner scheinbaren Helligkeit von nur 10 mag unter einem nicht allzu aufgehellten Himmel gut erkennen. Vergrößerungen von der halben bis zur vollen Millimeterzahl der Teleskopöffnung zeigen ihn am besten. Hierzu ein praktischer Tipp: Seitlich einfallendes, störendes Licht von Straßenlampen oder Nachbarhäusern vermeiden Sie mit einem schwarzen Tuch über dem Kopf – ganz wie die Fotografen des 19. Jahrhunderts.

Blick in weite Fernen: Beeindruckende Galaxien

Nun aber wird es Zeit für einen weiten Sprung hinaus aus unserer Galaxis, zu ihrer großen Nachbarin, der Andromedagalaxie Messier 31 (siehe SuW 12/2019, S. 72). Hinsichtlich ihrer Größe und Form ist diese Welteninsel dem Milchstraßensystem recht ähnlich: Sie hat die Gestalt einer durch Spiralarme strukturierten Scheibe mit einer zentralen Verdickung, die wir als helle Zentralregion wahrnehmen. Gemeinsam teilen sich die beiden großen Spiralgalaxien die gravitative Herrschaft über unsere lokale Galaxiengruppe, der auch Messier 33 im Sternbild Dreieck, die Magellanschen Wolken am südlichen Himmel und viele weitere Zwerggalaxien angehören (siehe »Respekt gebietende Nachbarn«). Zwei solcher unscheinbaren Objekte sind nahe dem Andromedanebel bei niedriger Vergrößerung als Nebelflecken zu erkennen: die kleinen elliptischen Galaxien Messier 32 und Messier 110 sind enge Begleiter der großen Spiralgalaxie.

Respekt gebietende Nachbarn

Die Andromedagalaxie Messier 31 mit ihren kleinen Begleitern, den elliptischen Galaxien Messier 32 und Messier 110, erscheint unter einem dunklen Himmel im Fernglas wahrhaft riesig. Schon mit bloßem Auge ist diese mehr als zwei Millionen Lichtjahre entfernte Welteninsel als länglicher Lichtfleck sichtbar. Hingegen erfordert die Beobachtung der großen Dreiecksgalaxie Messier 33 einen sehr dunklen Himmel, ein Teleskop sowie etwas Geduld, um zu begeistern. In einem Fernglas erscheint sie dem Auge als kleine lichtschwache Wolke.

Kosmische Spindel

Die von der Kante her gesehene Spiralgalaxie NGC 891 im Sternbild Andromeda steht am Himmel rund 3,5 Grad östlich des 2,3 mag hellen Sterns Gamma Andromedae (g And). Sie ist 30 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und beeindruckt mit ihrer schlanken Figur. Patrick Hochleitner nahm sie durch ein Teleskop vom Typ Skywatcher Black Diamond mit zwölf Zentimeter Objektivdurchmesser auf.

Trotz der eindrucksvollen Gesamthelligkeit von 3,4 mag könnte der erste Blick auf die Andromedagalaxie enttäuschen: Vor allem unter einem Stadthimmel sieht man nur ihre kleine, helle Zentralregion. Im ausgedehnten Rest der Galaxie verteilt sich das Licht so weiträumig, dass man ihre gewaltige Längsausdehnung von sechs scheinbaren Vollmonddurchmessern nur unter sehr dunklem Himmel sieht – am besten in einem Fernglas mit siebenfacher Vergrößerung und 50 Millimeter Objektivdurchmesser, kurz: einem 7 50-Fernglas.

Im Teleskop mit einem Weitfeldokular bei niedrigster Vergrößerung lassen sich dann auch die dunklen Staubbänder erkennen, welche die schräg von der Seite gesehenen Spiralarme nachzeichnen. Bei mittlerer Vergrößerung werden zudem feine Nebelknoten sichtbar: Sternentstehungsregionen, ähnlich dem großen Orion nebel.

Noch anfälliger gegen die Himmelsaufhellung durch Stadtlicht ist der Anblick von Messier 33 im weiter südöstlich gelegenen Sternbild Dreieck (siehe SuW 3/2019, S. 10). Nur ein dunkler Hochgebirgshimmel zeigt die wahrlich prachtvolle Spiralform dieser Galaxie. Hierfür eignet sich meistens ein Okular mit einer mittleren Vergrößerung, etwa von der halben Millimeterzahl der Teleskopöffnung, am besten. Eine größere Öffnung zeigt auch hier feine Nebelknoten innerhalb der Spiralarme.

Nur ein kleiner Schwenk nach Osten, in den südlichsten Zipfel der Andromeda, bringt uns nun zur scheinbar kleinen, aber feinen Spiralgalaxie NGC 891 (siehe »Kosmische Spindel«). Sie ist trotz ihrer mit 10 mag nur geringen Helligkeit bemerkenswert wegen ihrer Gestalt am Himmel: Auf Grund der Kantenstellung verteilt sich ihr Licht über die kleine Fläche eines nebligen, zwölf Bogenminuten langen, schmalen Streifens, der sich unter dunklem Himmel bereits in Optiken von 10 bis 15 Zentimeter Öffnung gut erkennen lässt. Um auch den in die Galaxienscheibe eingelagerten dunklen Mittel streifen aus kaltem Gas und Staub zu erkennen, bedarf es jedoch schon eines ziemlich großen Teleskops. NGC 891 steht mit 30 Millionen Lichtjahren Entfernungbereits weit außerhalb unserer Lokalen Gruppe. Sie gehört ihr daher nicht mehr an, sondern ist Mitglied der NGC- 1023-Gruppe.

Krönendes Finale

Damit wird es nun Zeit für den Sprung zurück in unser heimatliches Milchstraßensystem. Knapp sieben Grad südlich von NGC 891, bereits am Nordrand des Sternbilds Perseus, steht der beeindruckende Sternhaufen Messier 34. Er ist 5,2 mag hell, etwa 35 Bogenminuten groß und ziemlich reich an Sternen (siehe »Sternenpracht im Perseus«). Um den Haufencharakter vor dem Sternhintergrund gut zu erkennen, ist wieder eine geringe Vergrößerung mit weitem Feld zu empfehlen. Es lohnt sich aber auch, mit einer höheren Vergrößerung durch diesen Sternhaufen zu streifen, denn dann bemerkt man, dass es hier eine ganze Reihe von hübschen visuellen Doppelsternen gibt.

Sternenpracht im Perseus

Selbst unter einem aufgehellten Himmel ist Messier 34 noch ein lohnendes Ziel. Dieter Beer fotografierte den rund 1400 Lichtjahre entfernten offenen Sternhaufen kurz vor Vollmond durch einen Refraktor vom Typ Skywatcher Black Diamond ED 120.

Den Abschluss unserer launigen Herbstnacht sollen zwei der größten und prächtigsten Sternhaufen des Nordhimmels bilden (siehe »Vielfache Sternenpracht«). Der Doppelhaufen h+Chi Persei (h +c Per) steht in der Grenzregion zwischen den Sternfiguren der Kassiopeia und des Perseus vor der Milchstraße und ist in seiner Natur einzigartig. Schon ein kleines Teleskop löst hier eine große Zahl von helleren Sternen auf und offenbart ihre unterschiedlichen Farben.

Und zuletzt darf ein Blick auf die Plejaden natürlich nicht fehlen. Sie finden diesen berühmten offenen Sternhaufen, ebenso wie h +c Per, leicht mit Hilfe der Karte des Abendhimmels auf S. 50. Den im Volksmund bekannten Namen »Siebengestirn« sollten Sie beim Betrachten der Plejaden mit bloßem Auge nicht allzu wörtlich nehmen: Manche Menschen sehen hier nur fünf Sterne, andere sechs, acht oder mehr (siehe SuW 3/2018, S. 71). Wie viele können Sie erkennen?

Gemeinsam beobachten

Über dem Osthorizont steigt nun der Himmelsjäger Orion empor und kündigt die astronomischen Attraktionen der kommenden Monate an, beispielsweise den großen Orionnebel Messier 42. Aber die Kälte der nun fortgeschrittenen Nacht erinnert auch den nahenden Winter.

Wer unsere herbstliche Himmelstour bis hierhin durchgehalten hat, wird den Anblick dieser schönen Objekte so schnell nicht vergessen. Am besten teilen Sie ihre Eindrücke mit anderen Sternenbegeisterten. Der deutschlandweite Astronomietag, den die Vereinigung der Sternfreunde e. V. am 16. Oktober 2021 durchführt, bietet hierfür eine gute Gelegenheit. Informationen zu den geplanten Aktivitäten erhalten Sie unter www.astronomietag.de.

Vielfache Sternenpracht

Wer den Nachthimmel gerne bestaunt, kommt an diesen Objekten nicht vorbei. Für die Aufnahme der Plejaden (oben) im Sternbild Stier nutzten Olaf Filzinger und Jürgen Stein ein Objektiv mit 300 Millimeter Brennweite bei Blende 5,6. Das Bild des doppelten Sternhaufens h und Chi Persei (unten) im Sternbild Perseus nahm Rudolf Riedl mit einem Teleskop vom Typ Sharpstar 2032 PNT und einer Nikon D750a auf. Der Sternreichtum dieser Objekte lässt sich bereits in einem 7 50-Fernglas erahnen und offenbart sich erst recht in kleinen Teleskopen.

KLAUS-PETER SCHRÖDER ist Professor für Astrophysik an der Universität Guanajuato in Zentralmexiko. Als Student beobachtete er über viele Jahre hinweg regel mäßig mit dem eigenen Teleskop; heute sind die stellare und solare Aktivität seine Forschungsschwerpunkte.