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Hilfe bei Winterdepression


Deine Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 20.11.2020

Die Winterdepression beginnt im Herbst, wenn die Tage kürzer, kühler und dunkler werden und endet im Frühling, wenn das Leben wieder neu erwacht. Sie ist ein medizinisch anerkanntes Phänomen.


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Bildquelle: Deine Gesundheit, Ausgabe 6/2020

© NynaMalyna/Adobe Stock

Im medizinischen Sprachgebrauch wird von einer „saisonalen affektiven Störung“ (engl.: seasonal affective disorder/ SAD) gesprochen, wenn es um die Winterdepression geht. Das ist eine spezielle Form der Depression, die von den Jahreszeiten abhängt. Sie beginnt im Herbst, bleibt über den Winter und klingt im Frühjahr wieder ab. Somit leiden Betroffene etwa 40 Prozent des Jahres an ...

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... Niedergeschlagenheit, was ihr Leben deutlich beeinträchtigt. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Die Symptome können individuell variieren. Folgende Veränderungen werden meistens beobachtet:
• Appetit auf Süßigkeiten und stärkehaltige Nahrungsmittel
• Gewichtszunahme
• Müdigkeit
• Konzentrationsschwierigkeiten
• Ängste und Reizbarkeit
• erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Kritik und Konflikten, dadurch sozialer Rückzug
• verminderte Aktivität
• Gefühle der Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle
• Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen und andere körperliche Probleme
Die Symptome kommen und gehen Jahr für Jahr etwa um die gleiche Zeit. Doch warum ist das so?

Schulmedizinischer Ansatz

Fragt man einen Mediziner, würde er vielleicht antworten, dass die Ursachen noch nicht eindeutig geklärt sind, aber der Lichtverlust im Herbst vermutlich eine Rolle spielt. Das reduzierte Sonnenlicht erfordert Veränderungen im Körper wie zum Beispiel eine Anpassung des zirkadianen Rhythmus, also der inneren, biologischen Uhr. Verminderte Serotoninspiegel im Gehirn können ebenfalls die Folge von weniger Sonnenlicht sein und zu depressiven Verstimmungen führen, da Serotonin normalerweise für unser Wohlgefühl sorgt.

Im Gegensatz dazu wird durch die Dunkelheit mehr Melatonin im Gehirn gebildet, was für einen gesunden Schlaf sorgt, im Übermaß aber zu Müdigkeit und Mattigkeit führen kann.
Und in den letzten Jahren wurde auch die Bedeutung von Vitamin D eingehend untersucht, dessen körpereigene Bildung bei geringer Sonnenexposition sinkt. Damit gibt es auf der biochemischen Ebene einige therapeutische Ansatzpunkte wie Lichttherapie, Vitamin DSupplementation und in schwerwiegenden Fällen eventuell die Einnahme von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern.

Naturheilkundlicher Ansatz

Doch was sagt der ganzheitlich denkende Naturheilkundler dazu? Er sieht in den Symptomen womöglich eine Störung der Anpassungs- und Transformationsfähigkeit von Lichtkräften. Wenn Menschen am liebsten alles beim Alten belassen und sich gegen Veränderungen sträuben, wird ihnen vermutlich auch der Jahreszeitenwechsel zu schaffen machen. Diese Haltung auf der geistig-seelischen Ebene spiegelt sich in den genannten körperlichen Symptomen wider. Mit Hilfe bestimmter Heilpflanzen und der Homöopathie können dann Impulse zum Umdenken, also zur Veränderung der inneren Haltung gesetzt werden. Dabei wählt man Heilpflanzen, die von ihrem Wesen her passen, wie zum Beispiel Löwenzahn (lat.: Taraxacum officinale), der selbst sehr anpassungsfähig ist und uns in unserer Wandlungsfähigkeit zu stärken vermag oder Johanniskraut (lat.: Hypericum perforatum), das ein Meister in der effektiven Nutzung von Lichtkräften ist (siehe auch S. 56 in dieser Ausgabe). Die Pflanzenarzneien können als Tinktur oder Tee eingenommen werden. Der Naturheilkundler ergänzt womöglich: je feinstofflicher die Arznei, desto höhere Ebenen werden erreicht. Gleichzeitig kann eine Gesprächstherapie negative Gedankenmuster aufdecken und Prozesse des Umdenkens anstoßen, sodass sich die innere Haltung Schritt für Schritt ändert.

© HuHu Lin/Adobe Stock

Schamanischer Ansatz

Nun wäre es noch interessant, einmal einen Schamanen nach seiner Meinung zu befragen.
Womöglich verweist er auf den Verlust unserer Verbindung zur Natur und die Notwendigkeit durch Naturrituale, natürliche, regionale und jahreszeitenangepasste Kost und eine natürliche Lebensweise die Verbindung wiederherzustellen. Viele Menschen leben in künstlichem Licht, in klimatisierten Räumen und entziehen sich dadurch den natürlichen Einflüssen von Wind und Wetter. Ihre Umgebung ist technisiert und mechanisiert und manchmal verlangen sie von ihrem Körper, das er ebenfalls wie eine Maschine funktioniert. Aber das steht unserem ureigenen Wesen entgegen und schneidet uns von der Kraftquelle ab. Als Naturwesen sind wir normalerweise in die Natur eingebunden. Wenn wir in den Wald gehen und uns den Naturkräften öffnen, durchströmen und beleben sie uns. Schneiden wir uns jedoch von ihnen ab, leidet die Seele. Und so wird der Schamane wohl auch versuchen, über eine Krafttier- oder Seelenreise unsere Naturverbindung zu stärken.
Der Psychologe und Schamanismusexperte Dr. Carlo Zumstein hat in seinem Buch „Reise hinter die Finsternis: Mit Schamanenkraft aus der Depression“ einen interessanten Fall beschrieben, bei dem eine Frau immer wieder von Winterdepressionen geplagt wurde. Er sah darin einen hängenden Prozess, also eine Seelenheilung, die nicht abgeschlossen wurde und durch die wiederkehrenden depressiven Phasen auf sich aufmerksam machte. Immer wenn die Dunkelheit im Herbst zurückkehrte, versank die Frau in Melancholie. Seine Aufgabe bestand nun darin, die Blockade aufzuspüren und aufzulösen, damit der Prozess zu Ende geführt werden konnte. Manchmal zieht sich die Seele zur Regeneration in die Dunkelheit zurück, um neue Lebenskräfte zu sammeln. Ein verletztes Tier kriecht auch in seine dunkle Höhle, um zu genesen. Somit ist der Wunsch nach Rückzug und Dunkelheit per se nichts Schlechtes, sondern ein Hinweis, dass etwas geheilt werden möchte. Vielleicht ist die Depression ein Ruf der Seele, zu ihr in die Dunkelheit zu kommen, um dann gemeinsam einen Weg ins Licht zu finden. Gut ausgebildete Schamanen können dabei helfen.

Resümee

Heutzutage stehen uns eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verfügung, Winterdepressionen zu behandeln. Jede Betrachtungsweise hat ihre Berechtigung und ihren Nutzen. Wer sich den Möglichkeiten öffnet, wird für sich den richtigen Weg finden. Und auf der anderen Seite sollten wir uns erlauben, auch mal melancholisch und zurückgezogen zu sein. Nicht selten haben wir ein schlechtes Gewissen, wenn wir miesepetrig sind. In einer Happiness-Spaßgesellschaft sind glückliche Menschen gefragt. Doch die Traurigkeit hat einen Sinn und ebendiesen zu entdecken, kann der erste Schritt zu lichtvoller Heiterkeit sein.

Lichttherapie

© karepa/Adobe Stock

Die Lichttherapie wurde in den 1980er Jahren entwickelt. Sie wird zur Behandlung von psychischen Störungen, Hauterkrankungen und Schmerzen eingesetzt. Bei Depressionen kommt vor allem helles, fluoreszierendes Licht zum Einsatz, das dem Sonnenlicht ähnlich ist. Dadurch soll die innere Uhr beeinflusst werden, sodass die Bildung von Serotonin ansteigt und von Melatonin gedrosselt wird. Während der Lichtdusche sitzt der Patient für eine gewisse Zeit vor einer speziellen Lampe. Wer sich eine sogenannte Tageslichtlampe anschafft, kann die Lichttherapie zu Hause durchführen. Auch Rotlichtlampen können durch ihre Wärmewirkung angenehm sein. Natürlich sollte jeder Sonnentag – die gibt es im Herbst und Winter ja auch – für Bewegung im Freien genutzt werden, denn keine Lampe kann das Wohlgefühl ersetzen, das ein blauer Himmel über dem Kopf, ein weicher Waldboden unter den Füßen und Sonnenstrahlen auf der Haut in unser Gemüt zaubern.

Stimmungsaufhellender Kräutertee

Klassische Gemütskräuter sind Baldrian, Johanniskraut, Melisse, Lavendel, Passionsblume und Rosmarin. In Kombination mit Zitrusaromen aus Zitronen-, Orangen-, Limetten- oder Mandarinenschalen lassen sich stimmungsaufhellende Teemischungen herstellen.

© MarcoMayer/Adobe Stock

Hier ein bewährtes Rezept:

Zutaten:
für 100 Gramm
30 Gramm Melisse
30 Gramm Johanniskraut
30 Gramm Passionsblume
10 Gramm getrocknete Mandarinenschalen

Zubereitung:
Zwei Teelöffel dieser Mischung mit 200 Milliliter kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen.
Dann abgießen und warm in kleinen Schlucken trinken.

Thema Verwurzelung

Wer starke Wurzeln hat, steht sicherer im Leben, kann sich wie ein Baum unbeschwert dem Licht entgegenstrecken und den Stürmen des Lebens widerstehen. Wurzeln sind die Verbindung zu Muttererde. Sie geben uns Halt. Deshalb macht es Sinn, sich einmal zu fragen:
• Wie fühlen sich meine Wurzeln an? Bin ich ein Flach- oder Tiefwurzler? Habe ich weitverzweigte feine Wurzeläste oder eine dicke Pfahlwurzel?
• Gibt es etwas oder jemand, der an meinen Wurzeln knabbert? Was kann ich dagegen tun?
• Wer kann mich unterstützen, kräftigere Wurzeln zu entwickeln?