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Himmelsaugen des Frühlings


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Gartenpraxis - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 04.01.2023
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Bildquelle: Gartenpraxis, Ausgabe 1/2023

1 Magnolia ?Star Wars?

Yulania-Magnolien sind sommergrüne Bäume oder Großsträucher, deren Blüten endständig an Langund nur gelegentlich an Kurztrieben angelegt werden und sich vor der Laubentfaltung öffnen. Die Blüten sind weiß, rosarot oder purpurn.

Herkunft China

Die spektakulärste Art der Gruppe ist zweifellos die Himalaja-Magnolie (M. campbellii) mit ihren riesigen, bis zu 35 cm breiten Blüten. Leider ist M. campbellii in Mitteleuropa nur in sehr wintermilden Regionen einen Versuch wert. Sie hat ihre Großblütigkeit aber an M. × veitchii oder M. 'Star Wars' vererbt. Mit Ausnahme von Magnolia campbellii, M. kobus und M. salicifolia sind alle beschriebenen Arten in China endemisch. Sie sind dort uralte Kulturpflanzen. So wird zum Beispiel die Yulan-Magnolia (M. denudata), die Blume der Stadt Shanghai, in der Tang-Dynastie (618 – 908) in buddhistischen Tempelgärten kultiviert. Ihre strahlend weißen, ...

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... duftenden Blüten, die sich lange vor der Laubentfaltung öffnen, galten den Mönchen als Symbol der Reinheit. Weißblühende Magnolien sind in China auch Sinnbild weiblicher Schönheit und Süße. Im Volksmund sind sie die „Blüte des nächtlichen Zusammenseins”.

Die Gattung

Die rund 245 Magnolienarten werden gegenwärtig in drei Untergattungen gegliedert, in Magnolia, Yulania und Gynopodium, die Untergattungen wiederum in Sektionen. Zur Untergattung Yulania gehören die Arten der Sektion Yulania, die sommergrün sind und terminale Blütenknospen bilden und die Sektion Michelia mit immergrünen Arten, auch aus Seitenknospen blühend. Die Sektion Yulania wird in die beiden Untersektionen Yulania und Tulipastrum geteilt. Während die Untersektion Tulipastrum nur aus der Gurken-Magnolie (Magnolia acuminata) und der Hybride Magnolia × brooklynensis besteht, gehören zur Untersektion Yulania zahlreiche Arten und Hybriden.

Magnolien galten im alten China als besonders kostbar. Sie standen ursprünglich nur dem Kaiser zu und wurden deshalb auch in den kaiserlichen Gärten der damaligen Hauptstadt Chang'an, dem heutigen Xian in der Provinz Shaanxi, dem Ausgrabungsort der berühmten Terrakotta-Armee aus der Quing-Dynastie (221 – 207 v. Chr.) gepflegt und bewundert. Der Kaiser konnte Magnolien als besondere Auszeichnung verschenken.

In China gehören Extrakte aus Magnolien, insbesondere aus Rinde, Blütenknospen und Blättern von M. cylindrica, M. biondii und M. denudata, zu den traditionellen Heilmitteln. Marianne Beuchert (1924 – 2007) berichtet in ihrem Buch „Die Gärten Chinas”, dass es in China auch eine Magnolien-Delikatesse gibt: Die fleischigen Blütenblätter werden paniert und schmecken in Öl gebacken und krachig, süß und duftig.

Arten und Sorten

Magnolia amoena

(3) Die Tianmushan-Magnolie, auch Himmelsaugen-Magnolie, ist ein bis 12 m hoher Baum mit schlanken, kahlen, purpurbraunen Zweigen. Dünn und ledrig sind die elliptischen bis verkehrt-eiförmigen, 10 bis 15 cm langen, spitzen oder lang zugespitzten, an der Basis breit keilförmigen oder abgerundeten, ganzrandigen Blätter mit den zehn bis 13 Paar Seitennerven. Die Blätter sind oberseits kahl, unterseits ganzflächig mit krausen und entlang der Nervatur mit langen, weißen Haaren bedeckt. Im April/Mai, vor der Laubentfaltung, öffnen sich die etwa 6 cm breiten, leicht duftenden Blüten. Sie sind hell pinkfarben bis weiß, außen von der Basis an mit einem langen, schmalen purpurroten Streifen. Die neun 5 bis 6,5 cm langen Tepalen sind spatelförmig oder verkehrt-lanzettlich. Die Staubblätter sind purpurrot gefärbt. Die 4 bis 10 cm langen, oft in großer Zahl angesetzten Sammelfrüchte sind regelmäßig zylindrisch oder asymmetrisch, weil nicht alle Fruchtblätter ausgebildet werden. WHZ 6 b.

M. amoena ist heimisch in montanen Mischwäldern der südost-chinesischen Provinzen Anhui, Jiangsu, Jiangxi und Zhejiang. Sie kommt dort unter anderem im Tianmu-shan westlich der Stadt Hangzhou, in Höhen von 200 bis 1.000 m vor, einem Berggebiet mit endemischen Baumarten wie Cercidiphyllum magnificum, Liriodendron chinense, Pseudolarix kaempferi und der angeblich letzten wilden Population von Ginkgo biloba. Durch übermäßige Holznutzung und die Gewinnung der Blütenknospen für eine medizinische Verwendung gilt M. amoena nach der Roten Liste der IUCN 2017 in ihrem Bestand als gefährdet. Nach Erfahrungen in den USA ist M. amoena ausreichend frosthart und problemlos zu kultivieren.

Magnolia biondii

(2) Die „Den Frühling erwartende Magnolie“ wächst zu einem bis 12 m hohen, ein- oder mehrstämmigen Baum mit schlanken, kahlen, graugrünen Zweigen. Die 10 bis 22 cm langen, ganzrandigen Blätter sind eiförmig oder elliptisch, selten verkehrt-lanzettlich, spitz oder zugespitzt und an der Basis breit keilförmig oder stumpf. Sie sind oberseits mattgrün, unterseits hellgrün und entlang der Mittelrippe und den 10 bis 15 Paar Seitennerven behaart. Die kelchförmigen, weißen, an der Basis auffallend hellpurpurn gefleckten, duftenden Blüten öffnen im Februar/ März. Bei der var. purpurascens sind die Blüten purpurrot oder hellrot gefärbt. Von den neun, selten zwölf Tepalen sind die drei äußeren linealisch und 0,8 bis 1,1 cm lang, die inneren spatelförmig und 4 bis 5 cm lang. Die Staubblätter sind purpurn. Die 6 bis 14,5 cm langen, zylindrischen Sammelfrüchte sind purpurn rot gefärbt, sie reifen im September. WHZ 7a.

Die natürlichen Areale von M. biondii befinden sich in den nord- und südostchinesischen Provinzen Gansu, Henan, Hubei und Sichuan. Sie kommt dort in Höhen von 400 bis 2.000 m vor und gilt nach der Roten Liste der IUCN 2017 als wenig bedroht.

„Die den Frühling Erwartende Magnolie“ wurde 1910 von dem italienischen Botaniker Renato Pampanini nach Material beschrieben, das der italienische Missionar und Naturforscher P. C. Silvestri in Hubei gesammelt hatte. M. biondii wird im amtlichen Chinesischen Arzneibuch als Medizinalpflanze geführt. Das Holz wird als Konstruktions- und Furnierholz verarbeitet.

Erst nach einigen Standjahren blüht M. biondii. Ihre vergleichsweise kleinen Blüten sollen leichte Fröste ertragen. Im Arboretum Wespelaar, Belgien, blühen die Pflanzen im Februar/März, sie entwickeln sich dort zu starkwüchsigen, aufrechten Bäumen.

Magnolia campbellii

(4, 5) Die Himalaja-Magnolie (chinesisch dian zang yu lan) entwickelt sich zu einem stattlichen, 20 bis 30 m hohen, oft mehrstämmigen Baum mit einer graubraunen Rinde, gelblich grünen Trieben und rötlich braunen Zweigen. Die 10 bis 23 (– 33) cm langen Blätter mit den 12 bis 16 Paar Seitennerven sind elliptisch, länglich-eiförmig oder breit verkehrt-eiförmig, spitz oder kurz zugespitzt und an der Basis abgerundet bis breit keilförmig. Sie sind oberseits glänzend tiefgrün, unterseits graugrün und anliegend weiß, an den Seitennerven lang seidig behaart. Die leicht duftenden, schalenförmigen, dunkelroten oder pinkfarbenen, selten weißen Blüten öffnen sich im März/April vor der Laubentfaltung. Sie sind 15 bis 25 (– 35) cm breit und haben 12 bis 16 verkehrt-eiförmig-spatelförmige bis länglich-eiförmige, fleischige Tepalen. Bei den Blüten, deren Form im englischen als „cup and saucer” (Tasse-Untertasse) bezeichnet wird, stehen die drei äußeren Tepalen ab oder sind zurückgebogen, die inneren stehen aufrecht und bleiben breit tulpenförmig geschlossen. Die Tepalen sind breit eiförmig oder nahezu rund und 8 bis 10 cm lang. Die zahlreichen Staubblätter sind 1 bis 3 cm lang, die Staubfäden sind purpurrot, die Narben rot. Im Juni/Juli reifen die 11 bis 20 cm langen, anfangs purpurroten, zur Reife bräunlichen, anfangs aufrecht stehenden, später hängenden Sammelfrüchte. WHZ 8 a.

M. campbellii, ein Vertreter immergrüner Laubwälder, ist in der Himalaja-Region in Höhen von 2.500 bis 3.500 m weit verbreitet, von Bhutan, Nordost-Indien (Assam und Sikkim), Nord-Myanmar und Nepal bis in die west- und südzentral-chinesischen Provinzen Süd-Xizang und Nordwest-Yunnan. Sie gilt nach der Roten Liste der IUCN 2017 als wenig bedroht.

William Griffith, der von 1837 bis 1838 Bhutan bereist hat, entdeckte die Art und beschrieb sie 1848. Das Artepitheton wurde zu Ehren des britischen Admirals Lord Archibald Campbell (1769–1843) vergeben.

Nicht selten wird M. campbellii als die spektakulärste unter den sommergrünen Magnolien als „Königin der Magnolien” beschrieben. Aus Samen gezogene Pflanzen blühen oft erst in einem Alter von 20 bis 30 Jahren, veredelte Pflanzen und die Sorten der Art meist sehr viel früher.

Die als subsp. mollicomata beschriebene Sippe ist in M. campbellii einbezogen worden. Die Sippe gilt als frosthärter und beginnt schon in einem Alter von 10 bis 15 Jahren zu blühen.

Die Sorten 'Chaerhays Surprise' und 'Darjeeling' sind 2012, die Sorte 'Star Wars' 2002 in Großbritannien mit einem Award of Garden Merit ausgezeichnet worden.

Alba-Gruppe: Blüten weiß, an der Basis rosarot gestreift. An den natürlichen Standorten besonders häufig auftretend.

'Betty Jessel': Blüten tiefkarmesinrot, etwa 25 cm breit, spät aufblühend. Sämling von einer Pflanze im Botanischen Garten Darjeeling, Indien, Bundesstaat Westbengalen.

'Borde Hill': Blüten dunkelrosa, größer als beim Typ. (Einer der drei Bäume, die aus der Aufsammlung von George Forrest im Jahr 1924 im Gebiet der Shweli-Salween-Wasserscheide mit der Nummer F 25655 gekeimt sind).

'Chaerhays Surprise': (M. campbellii × M. liliiflora 'Nigra') Wuchs vergleichsweise schwach. Die Originalpflanze schon mit sieben Jahren blühend. Blüten bis 25 cm breit, die neun bis zwölf Tepalen lilarosa.

'Charles Raffill': Wuchs stark. Blüten in der Knospe tiefrosarot, geöffnet außen purpurrosa, innen weiß, mit einem purpurrosa Saum, 20 bis 25,4 cm breit, leicht duftend. Frosthärter als die Art.

'Darjeeling': (6) Wuchs baumförmig, bis 9 mhoch. Blüten dunkel wein- bis purpurrot, 18 bis 30 cm breit, als Tasse-Untertasse ausgebildet.

'Ethel Hillier': Wuchs stark. Blüten sehr groß, weiß, an der Basis hellrosa getönt. Selektion der Baumschule Hillier aus einer Wildherkunft und benannt nach der Mutter Sir Harold Hilliers.

'Kew's Surprise': Blüten außen lebhaft karmesinrot, innen weiß, 24 cm breit, leicht duftend, zwölf Tepalen. Sämling von 'Charles Raffill'. Frosthärter als die Art. Wurde 2001 in Großbritannien mit einem Award of Garden Merit ausgezeichnet.

'Lanarth': Wuchs kegelförmig. Blüten tiefmagentarot, im Verblühen tief purpurrot, etwa 23 cm breit, zwölf Tepalen, 11 cm lang, 6 cm breit (Selektion aus der Aufsammlung F 25655 von George Forrest aus dem Jahr 1924).

'Sidbury': Wuchs stark. Blüten lebhaft rosa, mittelgroß, schon als relativ junge Pflanze blühend.

'Star Wars': (M. campbellii × M. liliiflora; 1) Wuchs baumförmig, etwa 7 mhoch, die kegelförmige Krone etwa 6 mbreit, schon als junge Pflanze reich blühend. Blüten in der schlanken Knospe lebhaft rosa, aufgeblüht heller, innen weiß, keilförmig, bis 28 cm breit, zwölf Tepalen, von sehr stabiler Textur, deshalb lange haltbar und über einen langen Zeitraum blühend. Die für mitteleuropäische Klimaverhältnisse am besten geeignete M.-campbellii-Hybride. WHZ 7 a. 'Veitch

Clone': Blüten rosafarben.

'Wakehurst': Blüten dunkler als die von 'Charles Raffill' (am 12. Mai 1949 durch Queen Mary in Wakehurst Place, Großbritannien, gepflanzt).

'Werrington': Wuchs baumförmig, bis etwa 10 m hoch. Blüten in allen Schattierungen von karmin- bis purpurrot. Auslese aus Sämlingen der Georg-Forrest-Aufsammlung Nr. 25655.1970 benannt.

Magnolia cylindrica

(7) Die Huangshan-Magnolie ist ein bis 10 m hoher Baum. Die purpurbraunen Zweige riechen angekratzt unangenehm. Triebe, Blattstiele und Blattunterseiten sind anliegend hellgelb behaart. Elliptisch bis verkehrt-eiförmig sind die 8 bis 15 cm langen, spitzen oder kurz zugespitzten, an der Basis abgerundeten bis breit keilförmigen Blätter mit den acht bis elf Paar Seitennerven. Die Blätter sind oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits dicht und lang hellgelb seidig behaart. Die eiförmigen Blütenknospen sind lang graugelb oder silbergrau seidig behaart. Die duftenden, kelchförmigen Blüten sind weiß oder an der Basis purpurrosa, sie öffnen sich vor der Laubentfaltung im April/Mai. Bei der var. purpurascens sind die Tepalen außen purpurrot gefärbt. Von den neun Tepalen sind die drei äußeren kelchblattähnlich und 2 bis 2,5 cm lang, die inneren verkehrt-eiförmig oder spatelförmig und 6,5 bis 10 cm lang. Purpurn gefärbt sind die etwa 1 cm langen Staubblätter. 5 bis 7,5 cm lang sind die zylindrischen, anfangs roten, zur Reife im August/September dunkel purpur-schwarzen, hängenden Sammelfrüchte, die zur Reife zwischen den Fruchtblättern tief aufgespalten sind. Wurde 1993 in Großbritannien mit einem Award of Garden Merit ausgezeichnet.

Die natürlichen Vorkommen von M. cylindrica liegen in den nordost- und südost-chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Henan, Hubei, Jiangxi und Zhejiang. Die Art besiedelt montane Bergwälder und schattige Täler in 700 bis 1.600 m Höhe.

M. cylindricakommt auch in dem seit 1990 in der UNESCO-Welterbeliste geführten Huangshan-Nationalpark in Anhui vor, eine der attraktivsten Bergregionen Chinas mit 72 spektakulären, oft von Kiefern gekrönten Gipfeln auf einer Fläche von 154 km 2.

R. C. Ching, ein Pflanzensammler für Ernest Henry Wilson, entdeckte die Art 1925. In ihren natürlichen Arealen wird M. cylindrica als Feuerholz genutzt, die Blüten für eine medizinische Verwendung geerntet. Die Art gilt nach der Roten Liste der IUCN 2017 als gefährdet.

Magnolia dawsoniana

Die Dawson's Magnolie ist ein 9 bis 20 m hoher Baum mit gelbbraunen, kahlen oder fein behaarten, schütter mit Lentizellen bedeckten Trieben. Verkehrt-eiförmig bis elliptisch verkehrt-eiförmig sind die 7,5 bis 14 (– 18) cm langen, stumpfen oder kurz zugespitzten, an der Basis sich verjüngenden Blätter mit den acht bis zehn Paar meist rötlichen Seitennerven. Die Blätter sind oberseits glänzend grün, unterseits hellgrün und in den Nervenwinkeln und der Mittelrippe beiderseits weiß wollig behaart. Die aufrecht stehenden oder nickenden, duftenden Blüten sind 16 bis 25 cm breit. Sie öffnen sich im März/April, später als viele frühblühende Magnolien. Die neun bis zwölf schmal länglich-löffelförmigen Tepalen sind außen rosarot, zur Spitze hin weiß, innen weiß und leicht rosa überhaucht. 1,2 bis 2 cm lang sind die purpurroten Staubblätter. Die dunkelroten, zylindrischen Sammelfrüchte sind 7 bis 14 cm lang. WHZ 8 a.

Die natürliche Verbreitung von M. dawsoniana beschränkt sich auf die nord- und südzentral-chinesischen Provinzen Hunan und Sichuan. Sie kommt dort in montanen Wäldern in Höhen von 1.400 bis 2.500 m vor. In China gehört die Art zu den forstlich wichtigen Baumarten. Die Stammrinde wird medizinisch genutzt. M. dawsoniana ist nach der Roten Liste der IUCN-Liste 2017 in ihrem Bestand gefährdet.

M. dawsoniana wurde 1869 von dem französischen Naturforscher Pierre David (1826 – 1900) im Baoxing-Gebiet der chinesischen Provinz Sichuan entdeckt, einem Hotspot der Biodiversität und seit 2006 Teil des UNESCO Weltkulturerbes „Sichuan Panda Heiligtümer – Wolong, Mt. Siguniang und Jiajing Berge”. Das Artepitheton dawsoniana erinnert an Jackson T. Dawson, den ersten Superintendanten des Arnold Arboretums in Jamaica Plain, USA.

'Chyverton Red': Wuchs kompakt, aufrecht bis domförmig. Blüten bei warmer Witterung hell karmesinrot, bei kühler Witterung dunkler. Originalpflanze in Chyverton, Cornwall.

'Clarke': (8) Wuchs baumförmig, schon als junge Pflanzen reich blühend. Blüten tiefrosa, 20 cm breit, Tepalen 10 cm lang. 'Ruby Rose': Blüten purpurrot, bis 30 cm breit. Zwölf Tepalen. Möglicherweise eine Hybride.

'Strybing': Blüten rosarot, größer als die der Art.

'Washington Park Clone': Blüten tiefrot, Tepalen breit.

Magnolia decidua

Die Sommergrüne Magnolie ist ein bis 15 m hoher Baum mit kahlen, purpurnen, schütter mit weißen, nahezu kugeligen Lentizellen bedeckten Trieben. Die 14 bis 20 cm langen, dünn ledrigen, schmal verkehrteiförmigen bis elliptischen, stumpfen oder kurz zugespitzten, an der Basis keilförmigen Blätter mit den neun bis zwölf Paar Seitennerven stehen oft an den Zweigenden gehäuft. Die Blätter sind oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits nur anfangs grauweiß behaart. Gelblich weiß gefärbt sind die duftenden, endständig platzierten Blüten. Die 15 oder 16 Tepalen sind in fünf oder sechs Kreisen angeordnet. Die drei äußeren, etwa 7 cm langen Tepalen sind lanzettlich bis schmal verkehrt-eiförmig und kürzer als die inneren. Die 54 bis 60 Staubblätter sind 6 bis 7 mm lang. Die Blüten öffnen sich im Mai vor der Laubentfaltung. 4,7 bis 7 cm lang sind die nahezu kugeligen bis eiförmigen, im September/Oktober reifenden Sammelfrüchte. WHZ 8 a.

M. decidua hat ein einziges Areal mit weniger als 500 Individuen in der südostchinesischen Provinz Jiangxi. Sie wächst dort in Höhen zwischen 400 und 700 m in Bambuswäldern und wird in der Roten Liste der IUCN 2017 als gefährdete Art geführt.

Nach Europa kam die Sommergrüne Magnolie 1999 durch Philippe de Spoelberch. Sie gedeiht in seinem Arboretum in Wespelaar, Belgien, im Schutz von Kiefern gut. Das Artepitheton decidua (lateinisch deciduus) bedeutet abfallend und bezieht sich auf die sommergrünen Blätter der Art.

Magnolia denudata

(9–11) Die Yulan-Magnolie, auch Lilien-Magnolie, ist ein bis 9 bis 12 ( – 25) m hoher Baum mit einer breit kegelförmigen, abgerundeten Krone und einer tiefgrauen, im Alter rauen, gefurchten Borke. Die recht dicken, anfangs seidig behaarten, bald kahlen Triebe sind rötlich oder purpurbraun, gelegentlich auch silbergrau. 10 bis 15 (– 18) cm lang sind die verkehrteiförmigen bis verkehrt-eiförmig elliptischen, von der Mitte zur Spitze hin sich verjüngenden, an der Basis breit abgerundeten oder keilförmigen bis leicht herzförmigen Blätter mit den acht bis zehn Paar Seitennerven. Die Blätter sind oberseits tiefgrün, unterseits heller und entlang der Mittelrippe wollig behaart. Aus eiförmigen Blütenknospen entfalten sich die duftenden,10 bis 16 cm breiten, schalenförmigen, creme- bis elfenbeinweißen, an der Basis oft rosa überhauchten, aufrecht stehenden Blüten, die sich im Februar/März öffnen. Die neun, selten zwölf länglich verkehrt-eiförmigen Tepalen sind 6 bis 8 (– 10) cm lang. Die zahlreichen purpurnen Staubblätter sind 7 bis 12 mm lang. Die zylindrischen, in Kultur oft unregelmäßig ausgebildeten, anfangs grünlich roten Sammelfrüchte sind 12 bis 15 cm lang. Wurde 1993 in Großbritannien mit einem Award of Garden Merit ausgezeichnet.

M. denudata kommt in den südostund südzentral-chinesischen Provinzen Anhui, Chongqing, Guangdong, Guizhou, Hubei, Hunan, Jiangxi, Shaanxi, Yunnan und Zhejian in montanen Wäldern in Höhen von 500 bis 1.000 m natürlich vor. M. denudata gilt nach der Roten Liste der IUCN 2017 als wenig bedroht.

Die Yulan-Magnolie gehört in China zu den uralten Kulturpflanzen, die seit mehr als 1.000 Jahren an Tempeln und in kaiserlichen Gärten gepflanzt und häufig gemalt worden ist. Das fein texturierte Holz wird zu Furnieren und Brettern verarbeitet. Die Blütenknospen werden medizinisch genutzt, außerdem lässt sich aus ihnen ein flüchtiges Öl gewinnen.

M. denudata wurde vermutlich schon zur Zeit der chinesischen Tang-Dynastie (618 bis 907) nach Japan eingeführt, wurde auch dort bald populär und gelangte 1789 durch Sir Joseph Banks als erste ostasiatische Magnolie nach Großbritannien Die überaus reich blühende Yulan-Magnolie gehört zu den attraktivsten sommergrünen Magnolien. In Kultur wird die Art kaum mehr als 9 mhoch und entwickelt sich zu einem Kleinbaum mit ausgebreiteten Ästen.

'Chaerhays Clone': Blüten reinweiß.

'Double Diamond': Wuchs baum- oder strauchförmig, 5 bis 8 mhoch. Blüten reinweiß, halb gefüllt, 10 bis 20 cm breit.

'Forrest's Pink': (12) Wuchs baumförmig, Blüten außen an der Basis reinrosa mit dunklem Mittelstreifen. Sämlinge einer Originalpflanze von M. denudata in Caerhays Castle/GB, die aus einer Aufsammlung von Georg Forrest stammt.

Fragrant Cloud ('Dan Xin'): Wuchs baum- oder strauchförmig, 4 bis 6 mhoch. Blüten violettrosa mit Weiß (aus China eingeführt).

'Gere': (14) Blüten elfenbeinfarben, vasenförmig, duftend, zwei bis drei Wochen später blühend als die Art, deshalb weniger spätfrostgefährdet.

'Jade Lamp': Wuchs strauchförmig, schon als junge Pflanze reich blühend.

Blüten reinweiß, pokalförmig, sehr groß, Tepalen zahlreicher als bei der Art.

'Purple Eye': (13) Wuchs breitbuschig, stärker und großblättriger als die Art. Blüten reinweiß, kelchförmig, groß, von den neun Tepalen sind die drei inneren an der Basis beiderseits dunkelpurpurn gefleckt, die inneren Tepalen heller gefleckt. Möglicherweise eine Hybride.

'Swarthmore Sentinel': Wuchs aufrecht, schmal kegelförmig, in 20 Jahren etwa 12 m hoch, die Krone 5 mbreit. Blüten creme- bis elfenbeinweiß, an der Basis rosarot oder purpurn getönt, kelchförmig, duftend, neun bis zwölf Tepalen.

Magnolia × veitchii (M. campbellii × M. denudata)

Die Veitchs Magnolie ist ein 10 bis 20 (– 30) m hoher Baum mit einer locker aufgebauten Krone, einer silbrig rehbraunen Rinde und kahlen, dunkelpurpurbraunen Trieben. Verkehrt-eiförmig oder länglich sind die 14,5 bis 22 cm langen, kurz zugespitzten oder spitzen, an der Basis keilförmigen oder nahezu abgerundeten Blätter. Die Blätter sind oberseits dunkelgrün und entlang der Nervatur kurz behaart oder kahl, unterseits entlang der Haupt- und Seitennerven fein seidig behaart. Die vasenförmigen Blüten stehen aufrecht, ihre sieben bis zehn ungleich langen, weißen Tepalen sind außen rosa oder purpurn getönt, innen sehr hellrosa oder weiß oder an beiden Seiten weiß gefärbt. Die verkehrt-eiförmigen oder breit spatelförmigen Tepalen sind 9 bis 12 cm lang. Die 1,5 bis 2,1 cm langen Staubblätter haben purpurne Staubfäden. Die Blüten entfalten sich im März/April. Grünlich rosa sind die 7 bis 10 cm langen, zylindrischen, oft aber asymmetrischen Sammelfrüchte. WHZ 7 a.

In der Baumschule P. C. Veitch, Exeter, Großbritannien, sind 1907 Blüten von M. campbellii mit Blütenstaub von M. denudata bestäubt worden. Von den fünf aus dieser Kreuzung entstandenen Pflanzen hatten vier Pflanzen weiße Blüten, eine Pflanze rosa getönte Tepalen. Diese später häufig kultivierte Sorte wurde 'Peter Veitch' genannt. Die Hybriden vereinen den baumförmigen Wuchs und die attraktiven Blüten von M. campbellii mit der Winterhärte und der frühen Blühfähigkeit von M. denudata. Die Pflanzen beginnen etwa mit einem Alter von 15 Jahren zu blühen.

'Isca': Wuchs schwächer als der Typ. Blüten in der Knospe rosa, aufgeblüht reinweiß, eine Woche vor 'Peter Veitch' aufblühend.

'Peter Veitch': Wuchs stark, breit aufrecht, reich blühend. Blätter verkehrteiförmig, bis 30 cm lang. Blüten lachsrosa, kelchförmig, neun Tepalen, bis 12,5 cm lang. Einer der Originalsämlinge der Baumschule Veitch, Großbritannien.

Frei Schnauze von Christopher Buhr

Prost Neuhaar

Zurzeit bauen wir. Ausnahmsweise mal keinen Folientunnel oder Gewächshaus. Einen Anbau, Wohnfläche, auch das kommt bei mir vor. Die Zahl der Zwerge zwingt uns dazu. Nun ist es meinem Haupterwerb geschuldet, dass ich vom Fach bin und die Umsetzung des Baus selbst steuere. Das heißt dann auch, jede Menge Gesabbel mit den Handwerkern. Zurzeit sind es die Zimmerer, vier schrankähnliche Typen mit Bratpfannenhänden und Zunftkleidung. Neben dem täglichen Kuchenbuffet, dem regelmäßigen Bekochen der Mannschaft und gelegentlichen Steak-und-Wurst-Aktionen dachte ich mir, ich könnte ihren Frauen vielleicht meine noch übrigen, einige Hundert Blumenzwiebeln schenken, denn mir wird mittlerweile merkwürdig übel, wenn ich an das Pflanzen noch weiterer Zwiebeln denke. Ich mich also, mit vier Bechern Kaffee getarnt, in die Baustelle geschlichen, und dann kam sie, die Frage: „Habt ihr eigentlich alle einen Garten?“ Der Blick in ihre Gesichter verriet mir, dass ich nun mit einer äußerst klugen Wortwahl fortfahren müsse. „Jo“, „Jupp“, „Logo“ und „Hmm“ waren ihre Antworten. „Und mögen eure Frauen Blumen?“ „Nö!“, „Was’n das für ‘ne Frage?!“, „Wieso?“ und „Hmm“ waren die Antworten. Noch ein falsches Wort und sie hätten mich gekreuzigt, mit dem Zollstock verprügelt oder mir ihre Bratpfannenhände durch mein zartes Gesicht gezogen. Vielleicht auch alles gleichzeitig oder aufeinander aufbauend. Ich fuhr mir mit der Hand durch das Haar, versuchte meine Unsicherheit zu überspielen und merkte sofort, dass mir aufgrund von größtmöglich vorstellbarem Stress ganze Haarbüschel ausfielen.

„Was willste denn von meiner Frau?“, fragte der Riese unter ihnen und kam ein wenig auf mich zu. „Ich habe noch ein paar Blumenzwiebeln über und wollte sie ihnen schenken.“ In Comics würden nun Fragezeichen in gezackten Blasen über ihren Köpfen schweben. Sie guckten sich gegenseitig an. Die Stille war tödlich. Mit einem Achselzucken war die ganze Sache dann wortlos beendet, sie gingen ihrer Arbeit nach. Und ich brauche wohl jetzt neues Haar, um ein Haar hätten sie mich gezwiebelt.