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HINTERGRUND: 10 große eSport-Skandale


eSport - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 12.06.2018

Egal ob Radsport, Fußball oder Leichtathletik: Den Spitzensport erschüttern immer wieder heftige Skandale. Das ist im aufstrebenden eSport ganz genauso. Von Identitätsschwindel über Spielmanipulationen bis Doping – hier gibt’s die zehn größten Aufreger.


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FOTO: Getty Images

Die Enthüllung erschütterte 2010 die Sportwelt bis ins Mark: Der US-Amerikaner Lance Armstrong hat seine sieben Tour-de-France-Siege mit systematischem Doping erfahren. Nicht nur er selbst, sondern sein ganzes Team griff dabei auf ein Netzwerk von zwielichtigen Ärzten zurück. In Nacht-und-Nebel-Aktionen zwischen den Etappen beschafften ...

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... sich die Sportler leistungssteigernde Substanzen und tricksten Doping-Kontrollen aus. Noch heute leidet der Radsport unter einem Glaubwürdigkeitsproblem.

Und Fans des Hamburger SV läuft es noch heute eiskalt den Rücken runter, wenn sie den Namen Robert Hoyzer hören. Der ehemalige Fußball-Schiedsrichter sorgte 2004 im Pokalspiel gegen den Regionalligisten SC Paderborn mit zwei fragwürdigen Strafstößen und einer zweifelhaften Roten Karte dafür, dass der große HSV ausschied. Später fanden Ermittler heraus, dass Hoyzer nur ein kleines Rädchen für die Spielmanipulationen einer Wettmafia war, die bei den Brokern mit Außenseiter-Tipps richtig absahnte.

Aber nicht nur in der Welt des klassischen Sports gibt es handfeste Skandale. Auch der noch junge eSport hat eine Historie voller irrer Eklats. Systematisches Doping wie bei Lance Armstrong gab’s etwa auf „Counter-Strike – Global Offensive“-Turnieren, und die Wettmafia hatte bei „StarCraft 2“-Partien in Südkorea ihre schmierigen Finger im Spiel.

Sogar komplette eSport-Turniere sind schon aufgrund technischer Probleme im organisatorischen Chaos versunken. Und nach einer Partie gehört zwar ein anerkennendes „gg“ für „Good Game“ zur Etikette. Das heißt aber nicht, dass männliche eSportler auch im Umgang mit weiblichen Teilnehmern immer richtig liegen.

Klar: Wenn so viel Geld wie bei einigen eSport-Turnieren auf dem Spiel steht, ruft das natürlich auch Cheater auf den Plan. So ließ sich etwa ein „Overwatch“-Profi beim Zielen ein wenig von einer Software unter die Arme greifen. Das sind aber nur einige Beispiele von vielen für eSport-Eklats.

Mehr gefällig? Dann blättern Sie um auf die nächste Doppelseite. Dort hat die Redaktion für Sie besonders aufsehenerregende Skandale zusammengetragen.

1. Schlechte Tarnung

Kurz vor einem wichtigen Turnier erfuhr der Clan „FatGames“, dass ihr neuester, überaus talentierter „Call of Duty“-Spieler „D1ablo“ nicht teilnahmeberechtigt ist. Die vermeintliche Lösung für das Problem: „D1ablo“ erhielt die Login-Daten seines Kollegen „Stat“ und spielte einfach unter dessen Namen. Nach zahlreichen Hinweisen sowie einem IP-Check flog die Tarnung jedoch auf, und „D1ablo“ wurde für ein halbes Jahr gesperrt. Selbst schuld!

2. Versunken im Wett-Sumpf

Wenn eine oder mehrere Personen eine sportliche Partie bewusst so spielen, dass ein ganz bestimmtes Resultat herauskommt, nennt sich das Matchfixing. Und das war in koreanischen „StarCraft“-Ligen in der ersten Jahreshälfte 2015 ein riesiges Problem. Zwölf Personen waren in einen weitreichenden Betrugsfall verwickelt und hatten auf diesem Weg Beträge zwischen 4000 und 35000 US-Dollar ergaunert. Mehrere Beschuldigte, darunter Profispieler Choi „YoDa“ Byeong-Heon (Bild rechts) sowie dessen Trainer Park „Gerrard“ Wae-Sik, wanderten daraufhin ins Gefängnis. Konsequent: Der koreanische eSport-Verband verbannte beide lebenslang aus allen Gaming-Ligen.

3. Frauen nicht erwünscht

„Die Teilnahme ist nur männlichen, finnischen Spielern gestattet.“ Mit dieser Aussage zum Reglement eines „Hearthstone“-Qualifikationsturniers in Finnland entfachte die südkoreanische International eSports Federation im Jahr 2014 einen heftigen Shitstorm auf Reddit und anderen Social-Media-Kanälen des beliebten Sammelkartenspiels. Es dauerte nicht lange, bis „Hearthstone“-Entwickler Blizzard verlangte, dass das Geschlecht des Spielers kein Ausschlusskriterium für die Teilnahme an Turnieren sein darf. Die Veranstalter beugten sich der Forderung und erlauben seitdem auch weibliche Teilnehmer.

4. Das Bitcoin- Debakel

Eigentlich soll auf Spieler-PCs installierte Anti-Cheat-Software Schummlern das Handwerk legen. Das Programm für die Ligen derE -S portsE ntertainmentA ssociation (ESEA) jedoch zapfte die Power der Grafikkarten an, um nebenbei neue Einheiten der Krypto-Währung Bitcoin zu generieren. Nachdem das herauskam, fand die ESEA schnell den schuldigen Mitarbeiter, der im Alleingang gehandelt hatte – und betrieb Schadensbegrenzung. Die 3716 US-Dollar an generierten Bitcoins wanderten ins Preisgeld, und eine Spende in gleicher Höhe ging an die Krebshilfe. Trotzdem brummte eine US-Behörde der ESEA eine deftige Geldstrafe in Höhe von 325000 US-Dollar auf. Der Anti-Cheat-Client ist jetzt natürlich bereinigt.

5. Zu gut konzentriert

Doping ist nur im körperlich fordernden Spitzensport ein Problem? Von wegen! Nach einem wichtigen „Counter-Strike – Global Offensive“-Turnier auf der eSports World Convention 2015 im kanadischen Montreal gestand Kory „Semphis“ Friesen (Bild oben) vom Clan „Cloud9“, dass er und sein Team das Amphetamin Adderall konsumiert hatten. Adderall kommt oft bei der Behandlung von ADHS und Narkolepsie zum Einsatz. Aufgrund seiner stimulierenden und euphorisierenden Wirkung eignet es sich aber auch zum „Gehirndoping“. Immerhin: Nach dem Geständnis von Friesen erarbeitete dieE lectronicS portsL eague (ESL) zusammen mit derW orldA nti-D opingA gency (WADA) Richtlinien für eSport-Doping-Kontrollen.

6. Chaos-Turnier

Stellen Sie sich vor, es ist Fußball-WM und Lionel Messi muss erst einmal seinen Pass abgeben, weil die Fifa Hotelzimmer und Verpflegung nicht bezahlt hat. Das passierte eSportlern im September 2015 auf der „Gaming Paradise“ im slowenischen Portorož. Damit nicht genug Probleme: Die „ Dota 2“-Matches fanden erst gar nicht statt, bei den „Counter-Strike – Global Offensive“-Partien kam es zu elend langen Verzögerungen, einige Spieler schliefen auf Sofas. Zu allem Übel erlitten drei Teilnehmer Lebensmittelvergiftungen. Die Krönung: Bislang kam offenbar noch kein Preisgeld bei den Siegern des Turniers an.

7. Das Fifa-Fiasko

Der im Januar 2018 ausgetragene, mit 160000 Euro dotierte „FIFA FUT Champions Cup“ endete im Chaos. Niemand hatte bedacht, dass gleichzeitig Wartungsarbeiten im Play Station Network stattfinden. Schlimmer noch für einige Spieler: Da die Technikprobleme vor Ort anhielten, mussten PlayStationeSportler ab dem Halbfinale auf der Xbox One weiterspielen. Das Turnier gewann schließlich ein Xbox-Profi.

8. Gegen sein Team gewettet

Im Jahr 2014 wettete der heute 27-jährige Russe Alexei „Solo“ Berezin 322 US-Dollar auf eine Niederlage seines „Dota 2“-Teams. Im dann folgenden Duell gegen den Clan „zRage“ spielte er absichtlich schlecht, woraufhin der Gegner auch gewann. Da der Schwindel aufflog, verweigerte der Broker Berezin jedoch die Gutschrift der Wettprämie, und der Turnier-Veranstalter belegte ihn mit einer lebenslangen Sperre, die später dann aber auf ein Jahr verkürzt wurde. Den Platz in der Mannschaft musste er räumen. Immerhin ist Berezin jetzt im kollektiven eSport-Gedächtnis gespeichert: Zocker tippen heute „322“ in den Chat, wenn sie vorsätzlich schlechtes Spiel beim Gegner vermuten.

9. Auf frischer Tat ertappt

Viele Schummler fliegen nicht sofort auf. Ganz anders „KiD x“, ein koreanischer „Overwatch“-Profi: Der setzte eine Software ein, die ihn beim Zielen unterstützt – und das, während er sein Match ins Internet streamte. Keine gute Idee! Bereits nach drei Minuten erkannte das Spiel den Betrug. Jetzt ist der Account von „KiD x“ lebenslang gesperrt.

10. Mein Chef, der Kreditkartendieb

Am 28. Juni 2012 wurde Dmitry Smelyi (Bild oben), Besitzer des berühmten russischen „League of Legends“-Clans „Moscow 5“ aus heiterem Himmel verhaftet. Zunächst konnte sich niemand einen Reim darauf machen. Später fanden die Redakteure von Fontanka.ru aber brisante Details heraus: Smelyi wurde gleichzeitig mit 23 anderen Verdächtigen in einem spektakulären Fall von Cyberkriminalität festgenommen. Die Justiz warf ihnen den Diebstahl von 441000 Kreditkarten-Datensätzen vor, der einen Schaden von 205 Millionen US-Dollar verursachte. Nachdem Smelyi „Moscow 5“ verlassen musste, hatte der Clan mit massiven Geldproblemen zu kämpfen. Heute kämpft man eher gegen die Bedeutungslosigkeit.