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HINTERGRUND: DIE NBA IST ZURÜCK! WILLK MMEN IN DISNEYWO RLD


Basket - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 08.07.2020

Endlich geht es wieder los! Ab dem 31. Juli darf in der NBA endlich wieder gespielt werden – und das, abgeschottet von Fans und der Außenwelt, in Disneyworld! So bekommt eine turbulente Saison doch noch ihren würdigen Abschluss.


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Bildquelle: Basket, Ausgabe 8/2020

Sowohl die Portland Trail Blauers, als auch die New Orleans Pelicans kämpfen noch um die Playoffs.


NBA-Boss Adam Silver entschied sich früh für Disneyworld als Ausrichter der diesjährigen Postseason.


Der Super Bowl der nordamerikanischen Football- Liga NFL ist weltweit eines der größten Sporthighlights des Jahres – und auf den Gewinner, so will es die Tradition, wartet neben der ...

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... „Lombardy- Trophy“ seit jeher noch ein anderer Preis. Denn seit 1987 wird der MVP dieses Spiels in jedem Jahr gefragt, was er nach dem größten Triumph seiner Karriere denn nun als nächstes vorhabe. Und die Antwort, die auch Chiefs-Quarterback Patrick Mahomes in diesem Jahr gab, ist stets identisch: „I‘m going to Disneyworld!“

Die Reise ins Land von Mickey Mouse und Co. dient somit als ultimative Belohnung für sportliche Höchstleistungen – in diesem Jahr ist der Freizeitpark in Orlando, Florida jedoch zudem Schauplatz solcher. Über 1500 Menschen aus dem NBAKosmos, darunter natürlich die Profis, aber auch Coaches, Betreuer, Offizielle und Journalisten packen aktuell ihre Koffer, um beim Finalturnier der besten Basketballliga der Welt dabei zu sein. Natürlich unter Vorzeichen, wie es sie in der Geschichte des Sports auf diesem Niveau bislang noch nicht gegeben hat.

„Während uns die COVID- 19-Pandemie weiter vor große Herausforderungen stellt, hoffen wir darauf, die Saison in Absprache mit führenden Sicherheits- und Gesundheitsexperten in einer verantwortungsvollen Weise beenden zu können,“ sagt NBA-Commissioner Adam Silver. Der Boss hatte bereits kurz nach Ausbruch der Pandemie offensiv erklärt, die Spielzeit auf jeden Fall abschließen zu wollen, während andere Sportarten ihre Wettbewerbe bereits abbrachen. Nun wird die Association die erste Profisportart in Nordamerika sein, die ihren Spielbetrieb wieder aufnimmt.

Wie Urlaub im Luxus

Möglich ist dies vor allem aufgrund eines sehr strengen Sicherheits- und Überwachungssystems. Profis und Team-Personal werden regelmäßig auf das Virus getestet, in speziellen Fällen sogar täglich. Bereits nach Ankunft in Orlando muss sich jeder Anreisende 48 Stunden lang in Quarantäne begeben, wird in diesem Zeitraum getestet. Sind beide Tests ne- gativ, darf er an Teamaktivitäten teilnehmen. Doch auch dann hält die NBA ihre Protagonisten stes im Auge: Videotechnologie wird eingesetzt, um die Kontakte der Spieler miteinander nachverfolgen zu können, dazu sollen die Profis sogenannte „Smart Rings“ tragen, die Temperatur sowie Herzfrequenz messen können und eine eventuelle Erkrankung bereits Tage im Voraus prognostizieren sollen. Zudem wird eine anonyme Hotline eingerichtet, bei der Verstöße gegen das Sicherheitsprotokoll gemeldet werden können. Lakers-Forward Kyle Kuzma und etliche andere NBA-Profis bezeichneten diesen Telefondienst auf Twitter gleich als „Snitch-Hotline“ („Snitch“ engl. für Verräter).

Im Endeffekt profitieren die Profis jedoch auch von diesen Vorkehrungen, dürfen sie doch deshalb ihren Sport wieder ausüben. Und einmal die zweitägige Isolation überstanden, erwartet die Profis ein Aufenthalt, der sich abgesehen von den Spieltagen tatsächlich wie ein Luxusurlaub anfühlen dürfte.

So genießen die Stars eine 24-stündige VIP-Betreuung. Es gibt eine „Players-only“-Lounge mit Fernsehern, Videogames, Kartenspielen und einer Ping- Pong-Platte, an der allerdings keine Doppel gespielt werden dürfen – Abstand halten ist auch in Disneyworld oberstes Gebot. Dazu, versteht sich fast von selbst, gibt es sämtliche Filme, Serien und Produktionen aus dem Disney- Universum für lau. Auch Restaurants, Golfplätze und Spa-Bereiche stehen zur Verfügung, nach der ersten Playoffrunde dürfen diese auch Spieler von gegnerischen Teams gemeinsam nutzen.

Gehaust wird in drei Luxus- Hotels auf dem Disneyworld- Campus – im „Gran Destino“ kommen die Top-vier-Teams jeder Conference unter, die Franchises auf den Playoffrängen fünf bis acht wohnen im „Grand Floridian Resport & Spa“. Die Blazers, Kings, Pelicans, Spurs, Suns und Wizards müssen als Verfolgerteams mit dem schon bescheiden klingenden „Yacht Club Resort“ Vorlieb nehmen.

Spieler tragen Kosten

So luxuriös das Leben in Disneyworld auch scheint, fehlt den Profis natürlich die Anwesenheit und Unterstützung der Familie. Teams dürfen, wenn sie die erste Playoffrunde übestanden haben, bis zu 17 Zimmer für ihre Angehörigen mieten, die dann nachreisen können – die Kosten tragen die Spieler, das sollte jedoch leicht zu verschmerzen sein.

Was den sportlichen Teil des Aufenthalts angeht, stehen mit „The Arena“, dem „HP Field House“ und dem „Visa Athletic Center“ auf dem „ESPN Wide World of Sports Comlex“ gleich drei topmoderne Hallen zur Verfügung, die, wenn erlaubt, teils bis zu 15.000 Zuschauer fassen könnten – was jedoch in diesem Jahr bekanntermaßen nicht nötig ist. Eine limiterte Anzahl an Spielern kann Partien besuchen, an denen sie nicht selbst teilnehmen, es wird eingschränkten Zugang für Presse und Sponsoren geben. Zudem hält der Park sieben weitere Trainingslocations bereit, wo auch das Shootaround vor der Partie stattfindet.

Nicht nur Vorfreude

Neben der Tatsache, dass die NBA in Kooperation mit Disneyworld beinahe perfekte Bedingungen für ihre Athleten schafft, gehört zu den diesjährigen Playoffs allerdings auch die Tatsache, dass es eine nicht geringe Anzahl Athleten und Beteiligter gibt, die dem Re-Start in der „Bubble“ kritisch entgegenblicken und ernsthafte Zweifel an einer Fortsetzung äußern.

Im „Coronado Springs“ hausen die Top-vier-Teams jeder Conference.


Ja Morant (Memphis) und Markelle Fultz (Orlando) liegen aktuell auf dem achten Platz ihrer Conference.


Zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe verzeichnete der US-Bundesstaat Florida einen erneuten Anstieg der Corona- Zahlen, was auch Commissioner Adam Silver in den nächsten Wochen nicht unbedint ruhig schlafen lassen dürfte. Dennoch hält der „Commish“ weiterhin an seiner Strategie fest und ist überzeugt, dass das Konzept halten wird.

Wenn die Spieler denn vollständig anreisen. Denn gerade die vielen Proteste nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai dieses Jahres bewegten eine ganze Reihe von Athleten dazu, über ein Fernbleiben in Orlando nachzudenken. In einem Conference-Call mit über 100 Spielern sollen einige Athleten Partei dafür ergriffen haben, die restliche Saison auszusetzen, um ein Statement für die Wichtigkeit afroamerikanischer Athleten für die Association zu setzen. Besonders Kyrie Irving äußerte sich dem Vernehmen nach leidenschaftlich dafür, nicht an der „Bubble“ teilzunehmen – eine ganze Reihe Profis sieht dies jedoch auch anders. LeBron James beispielsweise gehörte schon früh zu denjenigen, die eine Teilnahme in Orlando versicherten – trotz Zustimmung der Proteste kann es sich der 35-jährige „King“ schlicht nicht leisten, eine Postseason auszusetzen.

„CBA“ in Gefahr

Und auch wenn James diese nicht haben dürfte, sind die finanziellen Aspekte dann für viele Athleten doch unausweichlich für eine Teilnahme. „Jeder Spieler hat das Recht, frei zu entscheiden, ob er spielen möchte oder nicht“, twitterte etwa Ex-Nets-GM Sean Marks. „Die ökonomischen Schäden wären jeden verheerend.“ Insgesamt, so rechnet er vor, würden die Spieler 1,2 Milliarden Dollar an Gehalt verlieren, was der NBA dazu dienen könnte, das „Collective Bargaining Agreement“, welches die Gehaltsverteilung der Liga-Einnahmen regelt, neu zu verhandeln – dann sehr zu Ungunsten der Akteure. „Eine Rückkehr würde uns allen Geld einbringen, mit dem wir einen echten Unterschied machen und das „Black Lives Matter“-Movement noch stärker unterstützen könnten“, sagt etwa Rockets- Guard Austin Rivers, und steht mit dieser Meinung im NBAKosmos sicher nicht alleine da. Während Profis wie Kyrie Irving oder LeBron James auf das bei einem Fernbleiben verlorene Geld angewiesen sind, sieht das bei vielen Profis anders aus.

So steht die Liga kurz vor ihrer Rückkehr, obwohl sie viele Antworten geschaffen hat, auch noch vor wesentlichen Fragen. Die Association gibt sich jedoch entspannt, diese bis zur tatsächlichen Wiederaufnahme des Spielbetriebs ausräumen zu können.

Und so kommt diese so verrückte Saison 2019/20 dann auch noch zu einem Abschluss, wie es ihn in der Geschichte der Liga wohl nie wieder geben wird. Mit einem möglichen Play-In- Turnier (checkt hierzu „On Point“ mit Kobe Bjoern auf S. 70), spannenden Playoff-Matchups und einem offenen Titelrennen. Und das vor einer Kulisse, wie sie – wenn auch leider ohne Fans – einzigartiger nicht sein könnte. Die gesamte Sportwelt wird Ende Juli an diesen „magischen“ Ort blicken, wo normalerweise Familien Urlaub machen – oder Super Bowl-Siegern eine Parade gewidmet wird.

NBA-Logo s im Disney-Style

Auf ihrer Instagram-Seite „PKAirdesigns“ hat eine Künstlerin aus Melbourne die bekannten Logos der NBA-Teams nochmal in ein ganz neues Licht gestellt. Ob Mickey Mouse, Bambi oder Fluch der Karibik – diese Logos können sich echt sehen lassen!

Devin Booker und die Suns besitzen Außernseiterchancen auf eine Playoff- Teilnahme.



Fotocredit: instagram/ pkairdesigns (16), Getty Images (5)