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Historische Foto-Porträts


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DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 01.12.2021

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Historische Foto-Porträts und neue Funktionen | ArtBreeder

ARTBREEDER – BILDNISSE AKTUALISIEREN | NEUE FUNKTIONEN

Artikelbild für den Artikel "Historische Foto-Porträts" aus der Ausgabe 1/2022 von DOCMA. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DOCMA, Ausgabe 1/2022

Nicht jedes KI-rekonstruierte Porträt sieht der Person – wie man sie von alten Gemälden kennt – ähnlich. Bis diese zumindest möglichen Goethe-Varianten entstanden, waren auch hier zahlreiche Versuche mit den verschiedenen ArtBreeder-Einstellungen nötig.

Von vielen historischen Persönlichkeiten wissen wir dank ihrer Gemälde-Porträts, wie sie dereinst ausgesehen haben. Wegen der angewandten Maltechnik und des individuellen Stils der Künstler ist ein solches Bildnis dennoch weit von fotografischer Detailtreue entfernt. Das belegen nicht allein die Vergleiche unterschiedlicher Maler, sondern auch überlieferte Äußerungen der Dargestellten, die mitunter ein Ergebnis als nicht sonderlich ähnlich kritisierten – sei es zu recht, sei es aus Eitelkeit.

Bis zur Erfindung von Zeitreisen werden ...

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... wir auf Fotografien dieser Personen daher verzichten müssen. Auf Umwegen gelingen aber wenigstens Annäherungen. Ein KI-basiertes Werkzeug, das hier weiterhilft, ist der bereits in DOCMA 96 ab Seite 40 vorgestellte ArtBreeder.

Eigentlich eher dafür gedacht, mit aktuellen Porträts zu experimentieren, lässt sich ArtBreeder auch dafür einsetzen, alte Porträts wie Fotos erscheinen zu lassen.

Die Vorgehensweise demonstriere ich Ihnen auf den folgenden Seiten. Doch schon vorab diese Faustregel: Je mehr Gemäldeporträts einer Person es gibt, die analysiert und kombiniert werden können, um so größer ist die Erfolgswahrscheinlichkeit für ein ähnliches Bildnis.

A llerdings dürfen Sie nicht erwarten, jedes der errechneten Bilder gleiche den zugrundegelegten Gemälden.

Denn die weitaus meisten entsprechen dieser Erwartung nicht. Die vier unten abgebildeten – und einige weitere – sind das Ergebnis von Hunderten von Versuchen.

Hinzu kommen ergänzende Eingriffe in Photoshop. So habe ich etwa die Blickrichtung im Goethe-Porträt auf der Seite gegenüber manuell ebenso angepasst wie leichte Änderungen bei Nase, Mund, Kinn und Stirn mit Hilfe des »Verflüssigen«-Filters vorgenommen.

Kunstwerke und Gebäude mit KI generieren

A rtBreeder bietet zudem zwei interessante neue Bereiche: „Paintings“ und „Buildings“. Weil sich auch die Porträts in diversen Malstilen erzeugen lassen, habe ich „Paintings“ nicht mit „Gemälde“ übersetzt. Bei beiden lassen sich keine eigenen Ausgangsbilder hochladen, Sie arbeiten nur mit einer breiten Auswahl bestehender Bilder. Diese können Sie beliebig mischen und dank ihrer „Gene“ manipulieren. In Kleinansicht erwecken viele der „Kunstwerke“ den Eindruck, man habe sie schon mal irgendwann in einem Museum hängen sehen. Wohl auch deswegen, weil das beim Trainingsmaterial der KI tatsächlich der Fall gewesen sein dürfte.

„Gebäude“ reichen von schlichten Hütten bis zu Hochhäusern, Burgen und Phantasiekonstruktionen. Mehr zu „Paintings“ und „Buildings“ ab Seite 98 und 100.

Kunstwerke auf Kopfdruck in Echtzeit

„Paintings“ heißt eine neue Kategorie in ArtBreeder. Zu ihrer Erschaffung gibt es nur einen Weg: Die Kombination aus Mischung von Bildern, die auf der ArtBreeder-Seite bereits vorhanden sind, mit „Genen“ (entsprechend der mittleren Darstellung auf Seite 96). Sie können also keine eigenen Werke einbeziehen, und wie bei Porträts ist die Auswirkung der Gen-Variationen oft recht unerwartet. Manche Strukturen des KI-Trainings materials tauchen immer wieder auf. Die sieben ArtBreeder-Beispiele auf dieser Doppelseite zeigen zwar nur eher „realistische KI-Gemälde“ – aber es geht natürlich auch ganz abstrakt.

» Bei vielen dieser „Gemälde“ hat man ein Déjà-vu-Gefühl – das habe ich doch schon mal im Museum gesehen …«

Doch sind die in Echtzeit generierten Mischungen wirklicher Kunstwerke nun auch selbst „Kunst“? Jedenfalls entfällt die Frage, was der Künstler gemeint haben könnte. Und wahrscheinlich hätte man mit manuell nachgemalten Reproduktionen dieser KI-Werke sowohl bei der Aufnahme an einer Kunsthochschule wie am Kunstmarkt gute Chancen.

Architektur von antik bis aktuell

Mit der Kategorie „Buildings“ hat ArtBreeder einen weiteren Bereich erschlossen. Die Vorgehensweise ist dieselbe wie bei „Paintings“: Mischungen aus dem umfangreichen Fundus von Bildern, die auf der Website verfügbar sind, ergänzt um Variationen von „Genen“. Dabei können die Ergebnisse aussehen wie fotografiert, aber auch malerische oder grafische Resultate lassen sich so berechnen.

Wie bei anderen KI-Konstruktionen entstehen dabei immer mal wieder unsinnige Details, die Sie im Falle einer ernsthaften Weiterverwendung retuschieren sollten. ArtBreeder-Bilder, die Ihnen gut gefallen, können Sie mit einer Auflösung von 2 048 × 2 048 Pixeln rendern (und später bei Bedarf mit spezieller Software noch weiter vergrößern). Bis zu fünf Bildern im Monat ist das gratis, darüber hinaus wird es kostenpflichtig.