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hoch drei Schleppen


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 50/2019 vom 09.08.2019

Unser Autor Thorsten Ritter ist Fachmann fürs Schleppen am Forellensee. Und er weiß: Mit einer Montage kommt man nicht aus – aber vielleicht mit dreien. DieSchlepp-Montage , sie lebe hoch, dreimal hoch!


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Eine Schleppmontage hat die Lachsforelle an den Haken gebracht, der Autor hat offensichtlich die richtige Wahl getroffen.


Fotos: Verfasser

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Das Schleppen ist eine besonders effektive Technik, aber der Angler muss konzentriert bei der Sache sein, um die Bisse nicht zu verpassen.


S chleppen ist schleppen, könnte man denken. Und dafür müsste man doch mit einer einzigen Montage auskommen. Diese Schlussfolgerung liegt nahe, ist aber völlig falsch. Zu verschieden sind die Situationen, mit denen der Forellenangler konfrontiert wird. Es gibt große und kleine Forellenseen. An einem Tag fressen die Forellen ufernah, am anderen Tag halten sie sich in der Seemitte auf. Und dann kann man noch unterschiedliches Beißverhalten beobachten: Mal schnappen die Forellen gierig zu, mal sind sie zu vorsichtig und stupsen den Köder nur an oder saugen ihn kurz ein, um ihn dann sofort wieder auszuspucken. Sie merken schon, mit einer Montage wird man kaum auskommen. Diese Erkenntnis hat sich auch bei mir durchgesetzt.

Man braucht allerdings auch nicht eine unüberschaubare Vielzahl an verschiedenen Montagen im Repertoire haben. Bei mir haben sich in den letzten Jahren drei Montagen herauskristallisiert, mit denen ich in den meisten Situationen bestens zurechtkomme.

Erfolgreich schleppen kann man mit vielen unterschiedlichen Ködern. Thorsten angelt gerne mit Naturködern wie Bienenmaden oder Tauwurmstücken. Man fängt aber auch mit Paste oder Kunstköder wie dem T-Bait (ganz rechts).

1 DIE ALLROUND-MONTAGE

Mit einer ziemlich schlanken Feststellpose wird in den meisten Fällen auf Forelle geschleppt. Diese Montage lässt sich mit Fug und Recht als „Mädchen für alles“ bezeichnen. Die Pose ermöglicht eine sensible Bissanzeige, sie lässt sich dank der Schnur- Innenführung und der Posenringe sehr gut auf der Hauptschnur verschieben und verrutscht trotzdem nicht ungewollt. Mit diesem Posentyp gibt es relativ wenige Verhedderungen beim Auswerfen, wenn man die Montage kurz vor dem Auftreffen auf der Wasseroberfläche gefühlvoll abstoppt. Beim Biss spürt der Fisch nur wenig Widerstand.

Mit dieser Montage angelt es sich sehr gut auf kurze und mittlere Distanz (bis etwa 20 Meter). Ich verwende meist Modelle mit einer Tragkraft von 3 bis 5 Gramm. Zur Beschwerung kann man Blei oder Glas einsetzen. Halten sich die Fische eher in den oberen Wasserschichten auf, verwende ich Glaskörper. Dann sinkt der Köder nicht so schnell ab und befindet sich lange im Sichtfeld der Forelle.

Unterhalb der Beschwerung befindet sich eine Perle, die den Knoten am Mehrfach-Wirbel vor Beschädigungen schützt. Man sollte auf jeden Fall Wirbel mit mehreren Tönnchen einsetzen. Denn es wird mit stark rotierenden Ködern geschleppt. Wer auf solche Wirbel verzichtet, wird schon nach kurzer Zeit mit nervigem Schnurdrall zu kämpfen haben.

Der Durchmesser der Hauptschnur beträgt je nach Größe der zu erwartenden Fische zwischen 0,16 und 0,20 Millimeter. Das 80 bis 120 Zentimeter lange Vorfach fällt eine Nummer dünner aus. Die Hakengröße richtet sich nach dem Format des Köders. Sie liegt zwischen 4 und 8. Da ich gerne mit zwei Bienenmaden oder einem Tauwurmkopf angle, kommen bei mir häufig größere Greifer zum Einsatz.

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Passt (fast) immer: Zur Allround-Montage gehört eine Pose mit Schnur-Innenführung.


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2 FÜR WEITE WÜRFE

Je nach Region hat man es mit teilweise doch recht großen Forellenseen zu tun. Wenn sich hier die Forellen nicht gerade in der Uferzone aufhalten, hat man mit der Allround-Montage schlechte Karten. Denn sie lässt sich nicht so weit auswerfen, dass man die Fische erreichen könnte. Muss ich wirklich weit hinaus, verwende ich eine kompakte, einer Bombarde ähnelnde Pose. Sie läuft frei auf der Hauptschnur und ist mit einem kurzen, roten Schnurlaufröhrchen ausgerüstet. Am Fuß der Pose befindet sich ein Messinggewicht. Dadurch ist die Pose vorbebleit, es ist also kein zusätzliches Gewicht erforderlich.

Der kompakte Körper sorgt dafür, dass man die Pose weit werfen kann. Ich verwende meist Modelle in 6 bis 15 Gramm. Es gibt diese Pose aber auch als 25-Gramm-Modell. Mit der richtigen Rute, die sich bei der Auswerfbewegung gut auflädt, kann man die Montage bis etwa 60 Meter weit hinaus katapultieren. So kommt man auch an Forellen heran, die sich sehr weit draußen aufhalten. Beim Schleppen läuft die Pose relativ flach auf der Wasseroberfläche, bei einem Spinnstopp stellt sich das rote Schnurlaufröhrchen auf. Das ist auch auf große Entfernung gut zu erkennen.

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Schon beschwert: Mit einer vorbebleiten, kompakten Pose geht es weit hinaus.


Wie bei der Allround-Montage dient eine Perle oder ein Stopper als Knotenschutz am Wirbel. Weil man beim Auswerfen richtig durchzieht, sollte man die Hauptschnur etwas stärker wählen: 0,20 bis 0,25 Millimeter sind hier angesagt. Das Vorfach ist 100 bis 150 Zentimeter lang, der Durchmesser liegt bei 0,18 Millimeter. Die Hakengröße richtet sich nach dem Köder.

Da diese Pose frei auf der Schnur läuft, kann es passieren, dass sie bei einem Biss nicht abtaucht, sondern seitlich wegzieht. Mir ist es auch schon passiert, dass nach dem (nicht sofort erkennbaren) Biss die Schnur erschlaffte und sich die Pose ungewöhnlich schnell auf mich zu bewegte. Dann hatte eine Forelle den Köder genommen und schwamm in meine Richtung. Man sollte bei dieser Montage also immer die Pose im Blick haben und bei einer ungewöhnlichen Bewegung mit einem Anhieb reagieren.

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Über diese abgeschleppte Forelle freut sich Thorsten Ritter völlig zu Recht.


3 FÜR SCHWIE RIGE TAGE

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Schlank und sensibel: Die Federkiel- Pose zeigt beim Schleppen auc h den feinst en Biss an.


Die klassische Federkiel-Montage bietet einen gewaltigen Vorteil: Sie ist supersensibel. Aufgrund der schlanken Form der Pose wird jeder noch so vorsichtige Biss angezeigt. Auch wenn nur ein kleiner Weißfisch den Köder anstupst – der Federkiel zeigt es zuverlässig an. Deshalb ist die Schleppmontage mit Federkiel mein Favorit an Tagen, an denen die Forellen besonders vorsichtig sind. Der Posenkiel wird mit Hilfe von zwei Ringen an der Hauptschnur fixiert, lässt sich aber auch gut verschieben, wenn man die Angeltiefe variieren möchte. Wirft man etwas kraftvoller aus, macht es Sinn, anstelle von zweien besser vier Posenringe zu verwenden. Sonst kann es passieren, dass die Pose ungewollt nach oben oder unten rutscht und sich die Tiefeneinstellung unbemerkt verändert.

Leider hat die Federkiel-Montage einen gewaltigen Nachteil: Sie lässt sich nicht besonders weit werfen. Mehr als 10 bis 15 Meter sind nicht drin. Der Federkiel ist also vorrangig fürs Beangeln von kleinen Gewässern oder der Uferzone geeignet. Und weil das Ganze so fein und sensibel ist, kommt hier ein 0,14er Hauptschnur zum Einsatz; die Vorfachlänge liegt bei 60 Zentimeter aufwärts. Und wie bei allen anderen vorgestellten Montagen gilt für die Hakengröße: Richten Sie sich nach dem Format des Köders.

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