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HOCH & EILIG


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Auto Bild sportscars - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 13.04.2022
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Zweimal 300 PS im Mini-Matscho: Der T-Roc R (links) tritt frisch geliftet an, der SQ2 wurde 2020 überarbeitet

GANZ FEST VERSPRO- CHEN: Für Langeweile bleibt in diesem Vergleich kein Platz – auch wenn wir nur von kleinen SUV auf dem kompakten VW-Konzernbaukasten sprechen. Um nicht wortbrüchig zu werden, haben wir also die jeweiligen Topmodelle an den Start gebeten. Konkret: Der gerade frisch überarbeitete VW T-Roc R trifft auf den Ingolstädter Technikbruder Audi SQ2. Beide kaum mehr als 4,20 Meter lang, aber immerhin 300 PS stark – jeder für sich, versteht sich. Und damit wahrhaft hoch & eilig.

Wie schon erwähnt, stehen die beiden Kraftzwerge auf dem modularen Querbaukasten MQB. Der 2016 gestartete Q2 nutzt dabei noch die erste Generation (ab 2012, Golf 7), der 2017 gelaunchte T-Roc die in die Größen A0, A1 und A2 gesplittete zweite Auflage (ab 2015, Tiguan 2 auf A2) in der Ausführung A1 (Seat Ateca 2016/Skoda Karoq 2017).

Genug der Theorie, schauen wir zunächst einmal auf das Facelift am T-Roc. Wie Sie ...

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... sehen, sehen Sie … nicht viel. Außen bleibt der kleine VW-SUV sich sehr treu. Im Kühlergrill gibt es jetzt einen durchgehenden LED-Streifen, darunter verstärkt eine schwarze Zierleiste den flotter und freundlicher wirkenden Gesichtsausdruck. Schwarz lackierte Blenden zieren auch das Heck, die Rücklichter erinnern stärker an den Golf.

! Die Frage ist hier nicht, ob 300 PS in den kleinen SUV Sinn ergeben. Die Frage ist, wie viel Spaß sie fürs Geld bieten

Der SQ2 zeigt sich seit dem Facelift im Oktober 2020 unverändert. Und das ist keinesfalls schlecht so. Großer Grill, schwarze Einsätze, dynamischer Blick – übersehen lässt sich der kleinste Audi-SUV im Rückspiegel nicht, aggressiv oder optisch nötigend kommt er aber auch im S-Kleid nicht daher. Ein stimmiges Design. Das der Q2 auch bis zum Lebensende auftragen wird – einen Nachfolger soll es nach offizieller Audi-Ansage nicht mehr geben.

Innen präsentiert der Audi dann zwar die bessere Materialqualität, wirkt aber weniger modern als der VW, der schon die dritte Generation des modularen Infotainmentbaukastens (MIB3) nutzt. Apple CarPlay und Android Auto ermöglicht er (anders als der SQ2) auch ohne Kabel. Die Navikarte lässt sich bei beiden im Vollformat in den digitalen Instrumenten einspielen, die Sprachbedienung des Audi versteht frei gesprochene Anweisungen aber schlechter als die im T-Roc, eine Sprachaktivierung fehlt dem SQ2 ganz. Und lässt sich (anders als aktuelles Kartenmaterial) auch nicht „over the air“ nachrüsten. Der T-Roc beherrscht diese modernen Spielarten, über „Hallo Volkswagen“ können Navi und Radio bedient werden, die Klimasteuerung muss allerdings über wenig funktionale Touchslider erfolgen. Die sind im VW auch für laut/leise zuständig, während der Audi nicht nur dort auf echte Knöpfe und Tasten setzt. Der eher kleine Monitor im SQ2 reagiert aufs Antouchen allenfalls mit fettigen Fingerprints, die Steuerung des Multimediasystems übernimmt ein Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole im Stile des iDrive von BMW. Wie bei den Münchnern dürften die Tage dieses Bedienkonzepts aber gezählt sein – obwohl es für eine ablenkungsarme Steuerung der zahlreichen Funktionen während der Fahrt nichts Besseres gibt. Mit dem Facelift breiten sich die ziemlich sensiblen Touchelemente im VW auch auf dem Lenkrad aus, ein blaues R kennzeichnet den Fahrmodus-Knopf.

„Bei aller Sportlichkeit kommen im T-Roc R auch Komfort und Alltagstalent nicht zu kurz.“

Gerald Czajka, Redakteur

„Ohne DCC federt der SQ2 etwas derber, dafür wirkt er angenehm ehrlich und verbindlich.“

Gerald Czajka, Redakteur

Wer ihn berührt, kann seinen T-Roc eher komfortabel oder lieber sportlich abstimmen. Dank adaptiver Dämpfer lässt sich so auch der Abrollkomfort absoften – gegenüber dem stets mit Sportfahrwerk und ohne Dämpferverstellung antretenden SQ2 ein klarer Vorteil. Nicht dass es eine Strafe wäre, im Audi zu reisen, auf richtig fiesen Schlaglochpisten federt er dann aber doch eine Spur grantiger an. Zudem bietet der T-Roc auf allen Plätzen sowie im Kofferraum mehr Platz, unterstützen seine Vordersitze uns besser, fühlen die Oberschenkel überall ein paar Zentimeter mehr Auflage – auf Lang-und Rundstrecke kauft der Wolfsburger seinem Ingolstädter Pendant ein wenig den Schneid ab.

Was die reinen Fahrleistungen angeht, gibt es ein klares Remis. Kein Wunder, bei beiden liefert der bekannte Zweiliter-TSI 300 PS über einen Doppelkuppler mit sieben Gängen an alle vier Räder. So liegt der T-Roc R bis 100 km/h ein Zehntel vorn, bis Tempo 200 schnappt der SQ2 sich 0,7 Sekunden Vorsprung, beiden gebieten die Hersteller erst bei 250 km/h Einhalt. Kein Unterschied auch beim Direktschaltgetriebe, das hüben wie drüben unauffällig und schnell arbeitet, nur im Schiebebetrieb manchmal ein wenig unsortiert wirkt und nicht sofort die passende Übersetzung findet.

Bei der in beiden Autos angenehm ausgewogenen Lenkung lassen sich Unterschiede nur durch direktes Umsteigen feststellen. Der SQ2 verlangt minimal weniger Kraftaufwand, der T-Roc R wirkt eine Nuance direkter – zu einem Punktunterschied reicht das allerdings nicht.

Ohne Fehl und Tadel dagegen das Fahrverhalten. Wer Kurven zu optimistisch angeht, schiebt in beiden Autos über alle viere nach außen. Stumpfes Untersteuern ist bei beiden erst eines der letzten Mittel, wenn es der Fahrer am Kurveneingang dann wirklich übertreibt und die kurzen Kraftpakete komplett „überfährt“. Selbst mit abgeschaltetem ESP passiert hier selten Unerwartetes, ernsthaft Gefährliches schon gar nicht. Spaß bringen die Kisten aber dennoch mehr als genug. Schon allein, weil diesen Zwergen kaum einer so viel Leistung zutraut.

Erst nach dem Überholtwerden und beim Blick auf vier echte Endrohre nicken Kenner wissend. Wobei die Titananlage von Akrapovic bei VW satte 3975 Euro verschlingt. Klingt zwar fetter als der dezente SQ2, furzt im Sportmodus aber auch schon mal halbstark und lässt es insgesamt etwas lauter angehen. Das wirkt recht künstlich und muss man schon mögen, weshalb wir dem VW beim Sound auch keinen Bonuspunkt verleihen. Wir empfehlen eher, das Geld für die Krawalltröten anderweitig anzulegen. In den langen Aufpreislisten findet sich bestimmt was.

Oder Sie sparen sich die Kohle einfach. Die Kraftzwerge kosten im Testtrimm (und noch ohne Akrapovič & Co) nämlich schon über 50 000 Euro, unsere Testwagen liegen „mit alles“ dann eher bei 60 000 Euro. Und so geizig wie sich der Konzern bei den lächerlichen zwei Jahren Garantie zeigt, so großzügig gehen beide mit dem Kraftstoff um. Ein Testverbrauch von fast zehn Litern ist angesichts von Spritpreisen am Rande des Zwei-Euro-Wahnsinns echt hart. Und wer sich zum Speeddating verleiten lässt, der muss auch mit dem Doppelten rechnen – wobei sowohl der Audi als auch der VW das teure Super plus bevorzugen. Der T-Roc R fährt zum Trost zwar etwas besser ausgestattet vor, hätte aber gern jährlich/alle 30 000 Kilometer frisches Öl – der Audi verspürt nur alle zwei Jahre (oder nach Anzeige) Sehnsucht nach einem Werkstattbesuch. Das passt. Langweilig wird uns in der Zwischenzeit ganz sicher nicht.

Fazit

Gerald Czajka, Berend Sanders

In der Kürze liegt die Würze – bei SQ2 und T-Roc R trifft das auf jeden Fall zu. Mit 300 PS an allen vier Rädern verleiten die SUV-Zwerge immer wieder zum Ausloten des Spaßpotenzials. Leider liegen beide auch beim Preis auf hohem Niveau.