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Hoch hinaus mit: Rankgehölzen


Lust auf Natur - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 20.09.2019

Zäune, Spaliere, Mauern, Fassaden … geeignete Plätze für Klettergehölze bietet selbst der kleinste Garten!


Gärtnern in der Vertikalen

Artikelbild für den Artikel "Hoch hinaus mit: Rankgehölzen" aus der Ausgabe 10/2019 von Lust auf Natur. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lust auf Natur, Ausgabe 10/2019

Kletterrosen verhelfen alten Bäumen zu einer zweiten Blüte. Für ein gutes Miteinander sollte die Rose 80 cm vom Stamm entfernt gepflanzt werden


Blauregen macht aus jedem Haus ein Schmuckstück. Jedoch benötigt die wuchsstarke Pflanze unbedingt stabile Kletterhilfen


Was tun, wenn der Garten bereits aus allen Nähten platzt und man doch hin und wieder etwas Neues ausprobieren will? Die Antwort ist ganz einfach: Gärtnern in der Vertikalen! Im Nutzgarten bieten sich Stangen, ...

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... Spaliere oder auch Zäune an, an denen rankende Gemüsearten wie Gurken, Bohnen, Kürbisse oder Kletterzucchini dem Himmel entgegenwachsen können. Wer statt auf Essbares mehr Wert auf sommerliche Blütenfülle legt, kommt mit Prunkwinden, Wicken, Schwarzäugiger Susanne und anderen einjährigen Kletterzierden voll auf seine Kosten.

Die „Königsdisziplin“ des vertikalen Gärtnerns ist die Pflanzung und Pflege ausdauernder Klimmer – Gehölze, die über viele Jahre hinweg Mauern, Pergolen, Spaliere oder sogar Wände verschönern.

Bitte festhalten!

Mal aussäen und schauen, was kommt – bei kurzlebigen Sommerblühern gar kein Problem. Soll die Pflanzung jedoch von Dauer sein, sind vorab einige Überlegungen nötig. Am wichtigsten ist eine geeignete Kletterhilfe. Denn finden Rankgehölze keinen Halt, wachsen sie entweder ungeniert in die Breite und überwuchern benachbarte Pflanzen oder entwickeln sich „rückwärts“ und gehen im schlimmsten Falle ein. Für glatte Mauern oder Wände wählt man am besten Selbstklimmer. Diese bilden spezielle Haftscheiben oder Haftwurzeln aus und können sich damit problemlos an jeder planen Fläche halten. Zu den Selbstklimmern zählen unter anderem Efeu, Trompetenbl umen, Kriechspindeln, Kletterhortensien sowie alle Arten des Wilden Weins. Auf Querstreben angewiesen sind Spreizklimmer wie beispielsweise Kletteroder Ramblerrosen. Sie verhaken sich mit Verzweigungen und Stacheln im Gerüst. Je enger die Abstände zwischen den Streben, umso stabiler ist der Halt. An l uftigeren Gerüsten muss man Spreizklimmern ab und an mit Bindedraht beim Hochhangeln helfen. Mit sich windenden Sprossen, Blattstielen oder Triebspitzen erobern Ranker und Schlinger die Vertikale. Das bekannteste und zugleich wüchsigste Mitglied dieser Gruppe ist der Blauregen. Aber auch die zarteren Waldreben (Clematis), Geißblätter (Lonicera), Pfeifenwinden, Weinreben, Hopfen und Kiwigewächse gehören zu den Rankern und Schlingern. Zum Klettern brauchen diese Arten vornehmlich senkrechte Stäbe oder Drähte. Einige zusätzliche Querstreben oder Gitterstrukturen verhindern das Abrutschen der Triebe.

Eine Pergola aus massiven Holzbalken ist zwar aufwendig zu bauen, leistet dafür aber viele Jahre gute Dienste als Rankgerüst


Immer schön am Zaun entlang … wo Aufstiegsmöglichkeiten fehlen, wachsen Clematis und andere Klimmer auch gerne in die Waagrechte


Pflanzen & Pflegen

• Klettergehölze werden meist im Topf oder Container angeboten. Man kann sie daher zu jeder Jahreszeit pflanzen. Jetzt im Herbst wachsen die Setzlinge besonders gut an, da der Boden noch angenehm warm und zugleich deutlich feuchter als in den Sommermonaten ist.
• Heben Sie ein Pflanzloch von mindestens 50 Zentimeter Tiefe und Breite aus. Oft ist der Boden in der Nähe von Wänden oder Mauern sehr steinig oder stark verdichtet. Zur Verbesserung gibt man daher reichlich gute Gartenerde pl us Kompost oder Hornspäne als Startdüngung ins Loch.
• Drücken Sie die Pflanze so tief in die lockere Erdmischung, wie sie zuvor im Container stand. Der Abstand zur Wand oder Kletterhilfe sollte zirka 25 Zentimeter betragen. Nun noch kräftig angießen und zum Schutz vor Austrocknung ringsum eine etwa fünf Zentimeter dicke Mulchschicht aus Rinde, Holzhäcksel, Rasenschnitt oder Ähnlichem streuen.
• Mit dünnen, schräg an die Kletterhilfe angelehnten Stäben kann man der Pflanze anfangs den Weg weisen. Triebe, die bereits bis ans Gerüst reichen, sollten Sie locker anbinden. An glatten Wänden lassen sich die Jungtriebe gut mit Heftpflaster befestigen.
• Die in der Pflanzerde-Mischung enthaltenen Nährstoffe reichen etwa 18 Monate. Danach sollte man vor allem „hungrigere“ Arten wie Kletter- und Ramblerrosen jeweils im Frühling mit Kompost oder einem anderen organischen Volldünger versorgen.
• Der Erziehungsschnitt erfolgt im Frühjahr nach der Pflanzung. Kürzen Sie alle Triebe, die sich verzweigen sollen, nun etwa um ein Viertel ein. Später schneidet man jeweils im Winter störende, zu lange oder überalterte Äste heraus. Bei Blühgehölzen wird durch einen regelmäßigen, artgerechten Schnitt zudem die Knospenbildung gefördert.

Hopfen kann man im Herbst einfach bodennah abschneiden. Im nächsten Jahr treibt die Pflanze wieder aus und erklimmt erneut Höhen bis zu 6 m


Schlichte Pyramiden aus Bohnenstangen und etwas Gitterdraht sind ideale Rankhilfen für Schlinggehölze wie das Geißblatt


Die schönsten Arten für einen Blütenhimmel

Clematis

Kein vertikaler Garten ohne Waldreben oder Clematis! Einige Dutzend Arten und unzählige Sorten stehen zur Auswahl – da ist für jeden was dabei. Wer besonderen Wert auf Robustheit legt, sollte zur Italienischen Waldrebe (Clematis viticella) greifen. Ihr kann die Clematis-Welke, eine gefürchtete Pilzkrankheit, kaum etwas anhaben. Ebenfalls wenig anfällig sind die Frühjahrsblüher Clematis alpina, C. montana und C. macropetala. Die großbl umigen Hybrid-Züchtungen leiden hingegen häufiger unter der Welke – vor allem, wenn ihnen der Standort nicht behagt. Waldreben recken ihre Blätter gerne der warmen Sonne entgegen, wollen aber einen kühlen Wurzelraum. Daher sollte der Boden ringsum möglichst beschattet sein, etwa durch das Laub niedriger Stauden, vorgestellte Bretter oder Ziegelsteine.

Clematis richtig schneiden

Schnittgruppe 1:

Hierzu gehören alle Arten, die bereits im April und Mai blühen, beispielweise Clematis alpina, C. montana und C. macropetala sowie einige großbl umige Hybriden wie ‘Nelly Moser’ oder ‘The President’. Ihre Knospen bilden sich an den im letzten Jahr gewachsenen Trieben. Um den Neuaustrieb zu fördern, kann man die abgeblühten Ranken im Juni um etwa ein Drittel einkürzen.

Schnittgruppe 2:

Hierunter fallen die meisten der großbl umigen Hybrid-Züchtungen. Die Pflanzen blühen zunächst im Mai/Juni an den Trieben des Vorjahres, im August/September dann noch einmal an den neu hinzugekommenen, diesjährigen Trieben. Ein Winterschnitt, bei dem alle Ranken etwa um die Hälfte eingekürzt werden, sorgt für eine gute Balance zwischen beiden Knospentypen.

Schnittgruppe 3:

Hierin sind alle sommer- und herbstblühenden Arten zusammengefasst, beispielsweise C. viticella, C. Jackmanii, C. tangutica oder C. texensis. Da sich ihre Blütenknospen ausschließlich an den jungen, diesjährigen Ranken bilden, schneidet man im zeitigen Frühjahr jeweils die komplette Pflanze auf 10 bis 30 cm über dem Boden zurück und fördert so einen kräftigen Neuaustrieb.

Clematis viticella ‘Polish Spirit’


Clematis montana ’Rubens’


Clematis macropetala


Clematis montana ‘Van Gogh’


Mit duftenden Klettergehölzen wie dem Blauregen wird die Pergola zu einem Paradies für Schnuppernasen


Blauregen

Ein wenig Geduld ist beim Blauregen gefragt. Erst ab dem fünften Standjahr kommt die Pflanze reich und regelmäßig jeden Mai zur Blüte. Wisteria sinensis, der Chinesische Blauregen, ist der wüchsigere. Seine armdicken Haupttriebe werden bis zu 12 Meter lang. Dagegen nimmt sich der Japanische Blauregen (W. floribunda) mit etwa 8 Metern Länge relativ „bescheiden“ aus. Da die Pflanzen ihre mächtigen Triebe gerne sehr fest um jede Haltemöglichkeit wickeln, sollte diese besonders stabil sein. Regenrohre und Dachrinnen sind dem Klammergriff des Blauregens meist nicht gewachsen.

Chinesischer Blauregen ‘Alba’


Trompetenbl ume ‘Mme Galen’


Trompetenbl umen

Gelb, Orange, Rot – Trompetenbl umen bringen Feuer in den Garten. Von Juli bis September stehen die Pflanzen in voller Blüte. Jeden Tag öffnen sich neue Knospen und locken allerlei Insekten von Hummeln bis hin zu Schmetterlingen an. Die bis zu 12 Meter hoch wachsende Wildart Campsis radicans stammt aus Nordamerika. Aus ihr entstanden durch Auslese und Züchtung so herrlich leuchtende Sorten wie ‘Flava’, ‘Stromboli’ oder ‘Indian Summer’. Die am häufigsten gepflanzte Sorte ‘Mme Galen’ ist eine Kreuzung der amerikanischen mit der asiatischen Trompetenbl ume. Sie wächst weniger ungestüm „nur“ etwa sechs Meter in die Höhe.

Trompetenbl ume ‘Stromboli’


Kletter- und Ramblerrosen

Zehn Meter und mehr sind für ‘Paul’s Himalayan Musk’ ein Klacks. Nicht umsonst zählt diese Sorte zu den wüchsigsten aller Ramblerrosen. An großen, starken Bäumen schlängeln sich die biegsamen Triebe behände in die höchste Krone. „Schlingrosen“ nennt man die Rambler deshalb auch, da sie den Weg nach oben vollkommen selbstständig finden. Anders die Kletterrosen: Sie brauchen Hilfestell ung beim Emporklimmen, sind darauf angewiesen, dass man ihre deutlich starreren Ranken regelmäßig am Gerüst mit Schüren oder Drähten festzurrt.

Himmlische Rosen für jede Höhe

5 bis 10 Meter:
Rambler: Alberic Barbier, Bobbie James, Félicité et Perpétue, Kiftsgate, Paul’s Himalayan Musk, Rambling Rector Kletterer: Climbing Mrs Herbert Stevens
3 bis 5 Meter:
Rambler: Chevy Chase, Goldfinch, Lykkefund, Malvern Hills, Veilchenblau, American Pillar Kletterer: Flammentanz, Kir Royal, New Dawn, Sympathie
bis 3 Meter:
Rambler: Christine Hélène, Ghislaine de Féligonde, Momo, Super Dorothy, Super Excelsa Kletterer: Amadeus, Golden Gate, Rosengarten Zweibrücken, Sir Paul Smith

Duft-Geißblatt


Geißblatt-Beeren


Ramblerrose ‘Sir Paul Smith’


Japanisches Geißblatt


Geißblätter

Wer ein Herz für Nachtfalter hat, lässt Geißblätter (Lonicera) im Garten ranken. Die duftigsten, randvoll mit Nektar gefüllten Blüten bietet das Echte Geißblatt, auch als „Jelängerjelieber“ bekannt. Am Abend und in der Nacht verströmt es ein besonders intensives Parfüm – leider nur von Mai bis Juli. Dann endet die Blütezeit und die Fruchtbildung beginnt. Sind die roten Beeren im Spätsommer reif, freuen sich die Vögel über eine schmackhafte Mahlzeit.
Auch das Duft-Geißblatt macht seinem Namen alle Ehre. Ab Juni bis weit in den September hinein blüht es ohne Unterlass und duftet einfach himmlisch! Mehr fürs Auge bieten Japanisches und Trompeten-Geißblatt. Ersteres duftet dezent, Letzteres gar nicht. Dafür blühen beide Arten vom frühen bis in den späten Sommer.

Wie groß wird mein Geißblatt?
Duft-Geißblatt (Lonicera heckrottii) 3 bis 4 Meter
Echtes Geißblatt (L. caprifolium) 4 bis 6 Meter
Immergrünes Geißblatt (L. henryi) 6 bis 7 Meter
Japanisches Geißblatt (L. japonica) 4 bis 6 Meter
Trompeten-Geißblatt (L. brownii) 2 bis 3 Meter
Wald-Geißblatt (L. periclymenum) 4 bis 6 Meter