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Hochspannung bei Wind und Wellen


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ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 60/2022 vom 07.10.2022

Wind am Forellensee ist meistens lästig, vor allem wenn mit schwimmenden Montagen geangelt wird. Aber Wind kann auch Vorteile mit sich bringen! Die hat Lasse Ahrens an den Storkesøen in Dänemark für sich genutzt. Und Goldfische halfen ihm dabei.

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An großen Seen ?auf dem platten Land? wie hier an den dänischen Storkesøen können Wind und Wellen schon mal zum Problem werden.

Es ist zum Verzweifeln, wenn durch Seitenwind immer riesige Schnurbögen entstehen und schwimmende Montagen mit Posen oder Sbirolinos, die eigentlich ruhig liegen bleiben sollen, dadurch immer sofort zur Seite abgetrieben werden. Besonders dann, wenn der Nachbar nur wenige Meter entfernt steht und es gefühlt höchstens ein paar Sekunden dauert, bis die eigene Montage zu ihm herüber getrieben ist. Abgesehen davon, dass das nervig ist und keinen Spaß macht, kann so auch nicht wirklich effektiv geangelt werden. Denn bei solchen Bedingungen ist es fast unmöglich, 2 schwimmende Montagen, die nebeneinander ausgelegt werden, gleichzeitig zu bedienen. Das ginge ...

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... höchstens mit einer Rute. Aber der ständige Kampf mit dem Schnurbogen macht auf

Dauer auch nicht wirklich Spaß. Die klassische Lösung in einem solchen Fall sind Grundblei-Montagen mit Bodentastern oder ähnlichen „Stehaufmännchen“. Die bleiben nämlich auch bei einer stärkeren Brise dort liegen, wo man sie abgelegt hat. Und wenn die Rutenspitzen so ausgerichtet werden, dass sie dicht über der Wasseroberfläche stehen oder sogar ins Wasser hineinragen, bieten die Schnüre keine Angriffsflächen, die vom Wind erfasst werden könnten. Dadurch wird verhindert, dass man von nervigen „Schnur-Schein-Bissen“ getäuscht wird. Wenn die Fische tief stehen, ist das nicht nur die beste, sondern zugleich auch effektivste Methode, um bei starkem Wind auch mit 2 Ruten vernünftig angeln zu können.

DICHT AM UFER

An diesem Tag Angeltag an den Storkesøen waren die Forellen aber augenscheinlich nicht in der Tiefe unterwegs. Denn bei allen Nachbarn, die mit abgelegten Montagen am Grund angelten, tat sich so gut wie gar nichts. Da der See mit vielen Goldforellen besetzt war, konnte Lasse zumindest diese wunderbar an der Oberfläche erkennen. Bei dem Wind und dem bewegten Wasser schienen die Fische sogar besonders aktiv zu sein. Fast im Minutentakt zogen sie an Lasses Platz vorbei. Und zwar nicht langsam und träge nur geradeaus, sondern teilweise auch schneller und sogar im Zickzack. Ihm ist dabei auch sofort aufgefallen, dass die Fische ganz dicht am Ufer entlang schwammen, stellenweise direkt unter den übers Wasser hängenden Zweigen des Uferbewuchses. Das war für Lasse ein deutliches Zeichen, dass die Forellen ganz aktiv nach Nahrung suchten!

Und dann hat Lasse eine sehr entscheidende Beobachtung gemacht: Da der Wind voll auf sein Ufer stand, wurde dort ein Stück Forellenteig angetrieben, das einem Angler auf der anderen Seite des Sees vom Haken geflogen war. Als Lasse sah, wie sich eine Forelle den dunklen Forellenteig von der Oberfläche schnappte, wusste er endgültig, was zu tun war: aktives Oberflächen-Schleppen mit einem schwimmenden Sbirolino und einem dunklen Forellenteig-Propeller!

KUNSTWÜRFE

Aber das war gar nicht so einfach. Damit Lasse den Sbiro möglichst dicht vor oder sogar unter die Zweige werfen konnte, hat er ein vergleichsweise kurzes Vorfach von knapp 100 cm montiert. Damit wollte er das Risiko minimieren, dass sich das Vorfach bei zu knappen Würfen in den Zweigen verfängt. Das ist ihm auch fast immer gelungen. Fast alle seiner Würfe waren echte Kunstwürfe, die immer perfekt landeten. Aber eben nur fast. Wer so dicht an Zweige heranwirft, hat auch mal Pech, bleibt hängen und reißt alles ab. Lasse musste an diesem Tag deshalb auch ein paar Mal neu montieren. Aber bei den vielen guten Würfen hat er die Fische teilweise perfekt überworfen und ihnen die Paste dann auf Sicht direkt vors Maul geführt. Sobald der Köder ins Blickfeld der Fische kam, reagierten sie auch fast immer sofort und folgten dem Köder. Das auf kurze Distanz genau beobachten zu können, war natürlich super spannend und hat richtig viel Spaß gemacht.

Storkesøen Ribe

Adresse und Kontakt: Storkesøen Ribe Haulundvej 164 6760 Ribe / Dänemark Tel.: 0045 7541 0411

E-Mail: info@storkesoen.dk

Obwohl Lasse mit einem dunklen Teig-Propeller angelte, konnte er den nur etwa 5 cm unter der Wasseroberfläche rotierenden Köder fast immer gut erkennen. Immer, wenn sich eine Goldforelle seinem Köder näherte, war die spannende Frage, ob der Köder gleich in ihrem Maul verschwinden würde oder nicht. Aber die meisten Goldforellen schienen sich für den Köder zwar zu interessieren, zugefasst haben sie jedoch nicht. Viele drehten wieder ab.

UNSICHTBARE BISSE

Den ersten richtigen Biss hat Lasse dann auch gar nicht kommen sehen. Es war einfach so, dass der im Schneckentempo rotierende Teig-Propeller plötzlich nicht mehr zu sehen war. Und zwar deshalb, weil ihn eine normal gefärbte (und kaum zu erkennende) Forelle geschnappt hatte. Zu seinem Glück hat Lasse aber kurz gestoppt, eine Sekunde gewartet und dann angeschlagen. Rute krumm!

Und so lief es auch bei den nächsten Bissen. Die Goldforellen haben dauernd für Spannung und Adrenalin gesorgt, aber gebissen haben die normal gefärbten Forellen, die selbst mit einer Polbrille kaum zu erkennen waren. Das Ganze hat eine wichtige Erkenntnis bestätigt, nämlich dass Goldforellen fast immer zusammen mit normalen Forellen umherziehen. Die goldenen Zuchtformen sind also nicht nur perfekte „Motivations-Fische“, die man gezielt anwerfen kann. Sie sind auch ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass in unmittelbarer Nähe weniger auffällige Regenbogner unterwegs sind.