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Hochtouren in Italien


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Bergsteiger - Das Tourenmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 10.06.2022

3000er & 4000er

1/ Schwarzenstein(3369 m)

Artikelbild für den Artikel "Hochtouren in Italien" aus der Ausgabe 7/2022 von Bergsteiger - Das Tourenmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bergsteiger - Das Tourenmagazin, Ausgabe 7/2022

Charakter: Diese Tour mit großartigen Ausblicken ist technisch einfach. Mit dem langen Zustieg zur Schwarzensteinhütte (1900 Hm Auf- und Abstieg, 18 km) erfordert sie aber eine sehr gute Kondition.Kurze Gletscherquerung auf dem Schwarzensteinkees, zum Schluss etwas Kraxelei zum Gipfel

Start/Ende: Schwarzensteinhütte (3026 m)

Route: Von der Schwarzensteinhütte geht es nach Nordwesten über einen Schneehang (kein Gletscher) hinauf zum Felsköpfl (3235 m).

Hier überquert man die Grenze von Italien nach Österreich und steigt in der Seilschaft relativ flach über das Schwarzensteinkees in Richtung Südwesten. Zum Schluss geht es auf einem felsigen Grat in leichter Blockkletterei zum Gipfel.

DIE VORBEREITUNG

Umgang mit Steigeisen und Pickel: Bei einem Hochtourenkurs (z.B. über den Alpenverein) lernt man die richtige Gehtechnik mit Steigeisen, den Einsatz des ...

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... Eispickels, Spaltenbergungsmethoden und Taktiken für Touren in der Seilschaft auf dem Gletscher. So bleibt man nicht am ersten steilen Hang mit den Steigeisen im Hosenbein hängen und vermeidet Unfälle.

Kondition aufbauen: Körperliche Fitness ist für Hochtouren, bei denen man oft zehn Stunden und länger unterwegs ist, besonders wichtig. Die Kraft sollte nicht nur bis zum Gipfel reichen, auch für den sicheren Abstieg braucht es noch Reserven. 1000 Höhenmeter im Aufstieg sollte man in Normalhöhe locker bewältigen können.

Akklimatisieren: Manche Menschen werden schon ab 2500Metern kurzatmiger und spüren einen leichten Kopfdruck. Ab 3000Metern sollte man den Körper an den niedrigeren Sauerstoffpartialdruck gewöhnen und die Schlafhöhe nicht zu schnell steigern – sonst drohen Kopfschmerzen und Übelkeit. Außerdem wichtig: langsam aufsteigen und viel trinken!

2 Westliche Floitenspitze (3195 m)

Charakter: Auch diese abwechslungsreiche Hochtour mit Gletscherüberquerung und leichter Gratkletterei ist technisch einfach. Wenn man am gleichen Tag zur Schwarzensteinhütte auf- oder von dort wieder ins Tal absteigt, wird die Tour sehr lang und konditionell fordernd (1750 Hm Auf- und Abstieg, 17 km).

Start/Ende: Schwarzensteinhütte (3026 m)

Route: Direkt hinter der Hütte einige Meter abwärts auf das spaltenfreie Tribbachkees. Auf diesem flach nach Norden zu den felsigen Westhängen zwischen Tribbachkopf und Floitenspitze. Durch Blockgelände meist weglos nach Nordosten, zum Schluss in leichter Kletterei auf dem Südgrat oder über die steilere Schneeflanke (häufig eisig, Steigeisen nötig!) zum Gipfel

3/Corno Nero (4215 m)

Charakter: Diese Tour mit grandiosem Panorama auf das gewaltige Monte-Rosa-Massiv erfordert eine sichere Steigeisentechnik im steilen Gelände, Gehen in der Seilschaft und evtl. Sicherung bei leichter Kletterei.

Das Corno Nero und seine benachbarten Gipfel Balmenhorn (4167 m) und Vincent-Pyramide (4215 m) können an einem langen Tag bestiegen werden.

Start/Ende: Mantova-Hütte (3498 m) oder Gnifetti-Hütte (3647 m)

Route: In der Seilschaft vorbei an der Gnifetti-Hütte über den Lisgletscher nach Norden in Richtung

Lisjoch. Vom Zurbriggenjoch über eine steile (bis zu 50 Grad) Firnflanke zum felsigen Gipfel des Corno Nero. Auf dem Hin- oder Rückweg können das Balmenhorn (4167 m) und die Vincent-Pyramide (4215 m) »mitgenommen« werden.

4/Piz Boè (3152 m)

Charakter: Landschaftlich grandiose, daher viel frequentierte, gletscherfreie Tour über wenige Felspassagen, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern

Start/Ende: Pordoijoch (2239 m)

Route: Vom Pordoijoch hinauf zur Pordoischarte/Rifugio Forcella Pordoi (2848 m), weiter über das steinige Plateau nach Osten, dann nach Nordosten mit einigen drahtseilversicherten, felsigen Passagen zum Gipfel (Capanna Fassa). Mit der Pordoiseilbahn lässt sich der Aufstieg um etwa 660 Höhenmeter verkürzen. Alternativ kann man vom Grödner Joch aufsteigen oder vom Piz Boè dorthin nach Norden absteigen und so den Sellastock überschreiten.

5/Aiguilles Marbrées (3535 m)

Charakter: Diese kurze, spannende Hochtour bietet grandiose Ausblicke auf das Mont-Blanc-Massiv. Sie erfordert volle Gletscherausrüstung inklusive Helm, Hochtourenerfahrung und Kletterkönnen bis zum III. Grad im kombinierten Gelände.

Start/Ende: Punta Helbronner (3466 m)

Route: Von der SkyWay-Bergstation geht es in der Seilschaft über

den Glacier du Géant zum Col de Rochefort (3389 m) und dann in ausgesetzter Kletterei über den felsigen Nordost-Grat zum Gipfel der Aiguilles Marbrées (3535 m). Beim Abstieg (Traverse) Richtung Süden zum Rifugio Torino muss eine 25-Meter-Abseilstelle bewältigt werden.

6/Gran Paradiso (4061 m)

Charakter: Technisch einfacher Viertausender, der eine gute Kondition erfordert. Spaltensturzgefahr auf dem Gletscher (in der Seilschaft gehen!). Die Kletterpassagen (UIAA II+) am felsigen Gipfelgrat erfordern absolute Schwindelfreiheit (Seilsicherung sinnvoll).

Start/Ende: Rifugio Chabod (2750 m)

Route: Hinter der Hütte auf einem Rücken bis zum felsigen Übergang auf den Laveciau-Gletscher (Spaltensturzgefahr, Aufstieg in der Seilschaft). Unterhalb der Becca di Moncorvé, am sogenannten Eselsrücken (3650 m), mündet die Spur vom Rifugio Emanuele II von Westen ein.

Etwas steiler weiter bis zur Randkluft unterhalb des felsigen Gipfelaufbaus.Auf den letzten 100 Metern sehr ausgesetzt über einen Felsgrat (UIAA II+) bis zur Marienstatue

DIE AUSRÜSTUNG

Standard auf Hochtouren: Zur Standard-Hochtourenausrüstung gehören steigeisenfeste Bergschuhe mit passenden Steigeisen, ein Hüftgurt mit Safebiner zum Einbinden, ein Seil, ein Eispickel und je nach Tour ein Alpinhelm. Für die langen Auf- und Abstiege bei den meisten Hochtouren empfiehlt es sich, Stöcke mitzunehmen.

Sicherheit und Orientierung: Für die Spaltenbergung im Notfall müssen zwei HMS-Karabiner, drei Normalkarabiner, zwei Bandschlingen, drei Prusikschlingen (1, 2 und 4 Meter) sowie eine Eisschraube ins Gletscherset. Natürlich darf auch die Sicherheitsausrüstung mit Biwaksack, Erste-Hilfe-Set, Stirnlampe und Mobiltelefon nicht fehlen.Zur Orientierung dienen ein Höhenmesser und Kompass (z.B. in einer Sportuhr), eine Karte und offline verfügbare Detailkarten auf dem Mobiltelefon.

Kleidung und Rucksack: Die Kälte in Höhen über 3000 Metern darf man – besonders bei Wind oder widrigen Wetterbedingungen – keinesfalls unterschätzen. Daher sollten neben einer wind- und wasserdichten Jacke auch Handschuhe, Mütze und eine warme Daunen- oder Primaloft-Jacke ins Gepäck. Für das Gehen im Schnee sind Gamaschen empfehlenswert, die in guten Hochtourenhosen integriert sind.

Damit auch noch die Thermoskanne und eine Brotzeit Platz finden, empfiehlt sich eine Rucksack-Größe von 35 bis maximal 45 Litern. Pickelschlaufen und weitere Schlaufen zur Befestigung von Helm, Seil und Stöcken sind von Vorteil.

Tipp: Viele Alpenvereinssektionen verleihen Hochtourenausrüstung an ihre Mitglieder.

TIPPS & ADRESSEN / Drei grandiose Hochtouren-Regionen

AHRNTAL Lage & Anreise: Mit dem Zug nach Bruneck, weiter mit dem Bus (www.serbus.it) ins Ahrntal oder mit dem Anschluss-Shuttle (www.suedtiroltransfer.com) direkt zur Unterkunft

Übernachten: Schwarzensteinhütte (3026 m), Mitte März bis Mitte April und Mitte Juni bis Mitte September, Tel. 00 39/3 42/8 03 85 86, www.schwarzensteinhuette.com

Mehr erfahren: ❶ Tourismusbüro Ahrntal, Ahrner Straße 22, I-39030 Luttach/Ahrntal, Tel. 00 39/4 74/67 11 36, www.ahrntal.com Bergführer: Martin Stolzlechner, Tel. 00 39/ 3 48/90 55 081, www.bergfuehrer-martin.com

AOSTATAL Lage & Anreise: Mit dem Zug nach Turin und weiter mit Bus oder Zug bis nach Aosta. Der Trek-Bus (Tel. 00 39/3 80/9 01 01 62) bringt zwischen Juli und September Wanderer vom zentralen Aostatal zu den Ausgangspunkten in den Seitentälern (z.B. Valsavarenche, Gressoney).

Übernachten: ❶ Rifugio Vittorio Emanuele II (2735 m), Mitte Juni bis Mitte September, Tel. 00 39/1 65/9 59 20, www.rifugiovittorioemanuele.com Rifugio Chabod (2750 m), April bis Mitte September, Tel. 00 39/1 65/9 55 74, www.rifugiochabod.com Rifugio Mantova (3455 m), Mitte Juni bis Mitte September, Tel. 00 39/1 63/7 81 50, www.rifugiomantova.itMehr erfahren: ❶ Touristinfo Valle d´Aosta, Piazza Porta Praetoria 3, I-11100 Aosta, Tel. 00 39/1 65/23 66 27, www.lovevda.itSkyWay Monte Bianco zur Punta Helbronner, www.montebianco.com

DOLOMITEN Lage & Anreise: Mit dem Zug nach Trient, weiter mit dem Bus Trentino Trasporti (www.trentinotrasporti.it) nach Canazei im Val di Fassa

Übernachten: ❶ Rifugio Boè (2873 m), Mitte Juni bis Mitte September, Tel. 00 39/4 71/84 73 03, Rifugio Capanna Piz Fassa (3125 m), Mitte Juni bis Ende September, Tel. 00 39/4 62/60 17 23, www.rifugiocapannapizfassa.com

Mehr erfahren: ❶ Tourismusbüro Val di Fassa, Piaz G. Marconi 5, I-38032 Canazei, Tel. 00 39/4 62/60 96 00, www.fassa.com Andrea und Andreas Strauß »Ostalpen. 3000 Drüber und Drunter«, Rother, 2014