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HOCKENHEIM HAT TRADITION


segelfliegen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 30.04.2019

Die Geschichte der Segelflugwettbewerbe in Hockenheim begann bereits in den frühen 70er Jahren, als die Vereine Schwetzingen, Weinheim und Hockenheim die ersten Nordbadischen Meisterschaften noch im Wechsel ausrichteten. Im Jahr 1974 fand dann der erste offizielle Wettbewerb auf der Auchtweide in Hockenheim statt.


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Bildquelle: segelfliegen, Ausgabe 3/2019

Spektakulär: der Blick auf das Motodrom des Hockenheimrings


Die sportliche Leitung lag damals bei Werner Waldenberger aus Karlsruhe. Zweimal wurden die Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg in Hockenheim durchgeführt. Und in all den Jahren gab es tatsächlich auch zwei Ausfälle, einmal ...

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Die sportliche Leitung lag damals bei Werner Waldenberger aus Karlsruhe. Zweimal wurden die Landesmeisterschaften von Baden-Württemberg in Hockenheim durchgeführt. Und in all den Jahren gab es tatsächlich auch zwei Ausfälle, einmal aufgrund anhaltenden Hochwassers und einmal aufgrund von Organisationsproblemen im Verein.
Somit findet in diesem Jahr vom 08.06. bis 15.06. der 41. Wettbewerb auf dem Flugplatz in der Rennstadt Hockenheim statt.

Eine herausragende Rolle für den Wettbewerb in Hockenheim spielte der langjährige, leider verstorbene Wettbewerbsleiter Werner Horn. Mit der gesamten Familie stand er wie kein anderer für die Vorbereitung und Ausrichtung der Meisterschaften zur Verfügung. Seine Frau Miezi hatte die Küche im Griff und seine Kinder halfen, wo es nur ging.
Einen ordentlichen Anteil am Erfolg trägt auch Albert Kießling als Sportleiter und später noch als Meteorologe bei. Es war schlichtweg abenteuerlich, was Abi aus den damaligen Bildern des selbstgebauten Satellitenempfängers herausinterpretierte. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir am Platzrand standen, er bei bedecktem Himmel nach Westen blickte und einen blauen Streifen am Pfälzer Wald erkannt haben wollte. Drei Stunden später waren wir tatsächlich im Segelflugzeug unterwegs.
Seit den achtziger Jahren liegt die sportliche Leitung bei Fred Gai, vielen als Mitglied der ehemaligen Bundeskommision Segelflug bekannt und der Guru der Segelflugwettbewerbsordnung. Er war es auch, der immer wieder neue Regeln in Hockenheim probierte, bevor sie Einzug ins Regelwerk hielten. Auch verrückte Formen wie das „Cats Craddle“ wurden hier geprobt. Mir selbst wurde spätestens nach vielen Punkten, aber einer Aussenlandung in der Nähe der Wasserkuppe klar, dass diese Aufgabenform nicht ideal für Meisterschaften ist, war ich doch erst gegen Mitternacht wieder am Flugplatz. Ich war halt mit Rückenwind zum entferntesten Punkt geflogen.

In den 80er-Jahren wuchs der Wettbewerb am schnellsten. Für die Mitglieder der Landesmannschaft war es ein idealer Trainingswettbewerb. Viele erinnern sich noch an Piloten wie Norbert Thüring, Gerhard Keuerleber und Karl-Heinz Dietrich, die regelmäßig in Hockenheim mitflogen. Auch heutige Spitzenpiloten wie Matthias Sturm oder Michael Streit haben ihre ersten Erfahrungen in Nordbaden gesammelt.
Zunehmend kamen auch Gäste aus dem Ausland. Makoto Itchikawa aus Japan beispielsweise gewann 2004 einen Wettbewerb derart souverän, dass er zur Siegerehrung ein Ferrari- Modell geschenkt bekam. In diesem Jahr wollte Fred Gai die jemals größte Aufgabe bei einem deutschen Wettbewerb mit 780 km um Nürnberg und Stuttgart ausschreiben. Aufgrund von Abschirmungen im Osten Nürnbergs waren die meisten der Piloten gegen 18:00 Uhr UTC noch vor Hayingen auf der Schwäbischen Alb und hatten noch 250 km zu fliegen. Makoto schaffte es immerhin bis Karlsruhe. Die 15-m-Klasse flog ihre Aufgabe westlich an Nürnberg vorbei mit einem Schnitt von 130 km/h. Walter Herrman, Meteorologe aus Fritzlar, hatte morgens beim Briefing vor der Feuchtigkeit im Osten gewarnt. Nach Abi Kießling hatte er die Aufgabe des Meteorologen übernommen und sich zum Spezialisten für die Region im Südwestens Deutschlands entwickelt. Gerade bei schwierigen Tagen gelingt es ihm bis heute, eine kleine Aufgabe im Rheintal, auch Rheintalrallye genannt, hervorzuzaubern.

Auch aus dem Ausland sind immer wieder Nationalmannschaftsmitglieder in Hockenheim dabei. Hendrik Breidahl aus Dänemark oder Yves Jeanmotte aus Belgien schätzen die familiäre Atmosphäre dieses Wettbewerbs. Und das ist auch schon eines der Geheimnisse: Der Wettbewerb in Hockenheim ist sowohl für Spitzenpiloten wie auch Anfänger gleich gut geeignet. Traditionell stark besetzt ist die Clubklasse und genau hier haben die heutigen guten Piloten wie Michael Seischab oder Uwe Melzer ihre ersten Wettbewerbe geflogen.

Der Flugplatz Hockenheim ist flächenmäßig nicht so groß wie beispielsweise Lüsse, dadurch kommt man sich automatisch in der Start- aufstellung näher und es wird viel gefachsimpelt und gelacht.
In Hockenheim muss man aufgrund der vorhandenen Startstrecke auch schon mal alle Flugzeuge zurückschieben, auch verdichten genannt, da müssen dann halt alle ran. Es kam auch schon vor, dass Wasserballast verboten wurde, um sicher starten zu können. Dadurch, dass der Campingplatz direkt am Flugfeld ist, kann die Familie vom Wohnwagen aus das Geschehen beobachten. Und das Umland ist auch an schlechten Tagen sehr lebenswert. Die Technikmuseen in Speyer und Sinsheim sind immer einen Besuch wert, abgesehen von der Domstadt Speyer als solche. Heidelberg, Odenwald und der Pfälzer Wald mit zahlreichen Weingütern, alles gleich um die Ecke.

In diesem Jahr wird mal wieder etwas probiert, um die Attraktivität zu erhöhen: Da in der Saison 2019 keine Qualifikationsmeisterschaften stattfinden, wird voraussichtlich eine Klasse als Grand-Prix-Wettbewerb durchgeführt werden. Anmeldungen unterwww.sfchockenheim.de