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HÖR MAL WER DA SPRICHT


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IMTEST - Das Verbraucher Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 04.11.2022
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Bildquelle: IMTEST - Das Verbraucher Magazin, Ausgabe 11/2022

Kannst du mich verstehen?“ „Ich hab grad kein Internet“, „Ich war wohl gerade in einem Funkloch“ – auch rund 30 Jahre nach der Erfindung der mobilen Telefonie und des mobilen Internets sind solche Sätze noch immer oft zu hören. Selbst die schönsten Statistiken zur Netzabdeckung können nicht vertuschen, dass es auch im Jahr 2022 noch immer kein zuverlässiges flächendeckendes Funknetz in Deutschland gibt, denn immer wieder abreißende Telefonate oder stockende Internetverbindungen sprechen eine andere Sprache. Wie gut und stabil zum Beispiel mobile Sprachverbindungen sind, hängt dabei vor allem davon ab, wo man sich in Deutschland befindet und mit welchem Netzanbieter man wohin telefoniert.

Deutschlandweit und regional

Um ein genaueres Bild von der gesamtdeuts en Lage zu bekommen, hat IMTEST in Zusammenarbeit mit der zafaco GmbH in einem bislang einzigartigen Test die Resultate aus Tausenden Kilometern ...

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... Messfahrten dur Deuts land, Spra qualitätsmessungen zwis en den Netzen sowie nutzerbasierte Messungen zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst und zeigt so, wel er der drei Netzanbieter – Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) – in Deuts land im Mobilfunk die Nase vorn hat. Zusätzli dazu hat zafaco au die regionalen Daten im jeweiligen Verbreitungsgebiet von IMTEST ausgewertet, sodass auf Seite 22 au regionale Beurteilungen zu finden sind.

Fünf Test-Dimensionen

Der große IMTEST-Mobilfunktest beruht auf einer bislang so no ni t dur geführten Kombination mehrerer Erfassungsebenen: Messfahrten, Spra qualitätsmessungen zwis en den Netzen und nutzerbasierte Daten („Crowdsourcing“). Damit lässt si bestmögli sowohl die Leistungsfähigkeit der Netze als au das reale Nutzererlebnis abbilden. Die überprüften Aspekte lassen si in fünf Dimensionen aufteilen:

■ Deuts landweite Messfahrten:Fünf Wo en lang legten Testfahrer mehr als 8.000 Kilometer in 30 deuts en Städten, auf Autobahnen und Landstraßen zurü und de ten so das „mobilfunkte nis e Einzugsgebiet“ von etwa 15 Millionen Einwohnern ab. Mehr als 120.000 Testverbindungen wurden dann in den vier Kategorien Spra e, Daten, Surfen und Streaming mit insgesamt 27 Parametern bewertet. Für die regionale Auswertung (siehe Seite 22) wurden dafür ledigli die Messungen aus den jeweiligen Regionen herangezogen.

■ Spra qualität zwis en Mobilfunk und Festnetz:Die meisten Mobilfunktests berü si tigen nur Mobilverbindungen im glei en Funknetz. Ni t so bei IMTEST und zafaco: Rund 80.000 Testverbindungen zwis en deuts landweit verteilen Mobilfunk- und Festnetzans lüssen geben Aufs luss über die Spra qualität bei Anrufen zwis en Mobil- und Festnetz – und zwar in beide Ri tungen. Denn: Rund 23 Prozent aller Gesprä sminuten wurden 2021 bei abgehenden Verbindungen vom Mobil- ins Festnetz geleitet. In umgekehrter Ri tung waren es no 10 Prozent.

■ Spra qualität zwis en Mobilfunkbetreibern:Au für diesen Punkt gilt: Im Gegensatz zu vielen anderen Mobilfunktests haben die Experten von zafaco die Qualität von mobilen Telefonverbindungen sowohl zwis en vers iedenen Netzbetreibern als au innerhalb des eigenen Mobilfunknetzes bewertet. Rund 50.000 Testverbindungen wurden so in insgesamt 21 Parametern bewertet.

■ Übertragungsges windigkeit:Ebenfalls berü si tigt wurden in diesem Test die nutzerbasierten Auswertungen der Breitbandmessung im Auftrag der Bundesnetzagentur, die vor allem Aufs luss darüber geben, inwieweit die von den jeweiligen Netzbetreibern verspro enen Übertragungsges windigkeiten eingehalten werden.

■ Netzverfügbarkeit:Ebenfalls nutzerbasiert sind die Daten zu Netzverfügbarkeit. Eigens dafür gibt es unter die Funklo -App, mit si feststellen lässt, wie ho der Anteil an Funklö ern und die Verfügbarkeit des s nellen 4G- und 5G-Netzes ist. Seit dem Start der App im Oktober 2018 wurden bereits 450 Millionen Messpunkte ausgewertet. Für den vorliegenden Test wurden allerdings nur die Ergebnisse von Juli 2021 bis Juli 2022 mit über 100 Millionen Messpunkten herangezogen.

Mobil in Deutschland unterwegs

Auf den Testfahrten dur Deuts land wurden sowohl die Daten- als au die Spra dienste überprüft. Als Messgeräte für die Datendienste wurden Samsung-Smartphones mit der jeweils aktuellsten verfügbaren Firmware der Netzbetreiber eingesetzt, um den Einsatz von 5G zu ermögli en, sofern es regional verfügbar war. Für die Prüfung der Spra dienste innerhalb der Mobilfunknetze kamen au Samsung-Smartphones zum Einsatz, und die qualitative Bewertung erfolgte beidseitig auf Basis eines speziellen Algorithmus. (Mehr Infos zur Testdur führung finden Sie auf Seite 20.)

Die reine Betra tung der Zahlen sieht auf den ersten Bli gar ni t so s le t aus (siehe Tabelle Seite 21): Die Fehlerraten beim Aufbau von Spra verbindungen liegen im sehr akzeptablen Berei zwis en 0,36 (Telefónica) und 0,6 Prozent (Vodafone), die Spra qualität sowie die Verbindungsaufbauzeiten sind bei allen Kandidaten sehr gut beziehungsweise sehr kurz.

Etwas anders sieht das Bild bei der mobilen Datenübertragung aus: Zwar lag bei allen Kandidaten die Fehlerrate bei der Übertragung auf einem sehr niedrigen Niveau, aber bei Betra tung der reinen Ges windigkeit konnte nur die Telekom ri tig punkten. Erwartungsgemäß ähnli , wenn au ni t ganz so auffällig, sieht es aus, wenn man si die mobilen Verbindungen beim Surfen oder beim Video-Streaming ans aut: Die Fehlerraten sind insgesamt erfreuli niedrig, aber bei der Ges windigkeit hapert es bei einigen Kandidaten ein wenig. Zusammengefasst lässt si also festhalten: Mobile Spra verbindungen sind über die gesamte Messreihe in Deuts land s on sehr stabil und qualitativ gut. Kandidat Telefónica (O2) hat hier unterm Stri die besten Ergebnisse erzielt, sehr di t gefolgt von der Telekom und von Vodafone.

Was das mobile Internet angeht, lassen die Messfahrten ganz grob gespro en folgenden S luss zu: Fehler bei der Übertragung kommen kaum vor, dafür ist es oft langsamer als erwartet. Das de t si im Wesentli en mit den Alltagserfahrungen vieler Handynutzer und spiegelt si au in der Test-Unterkategorie „Mobiles Internet“ wider, die auf den Messungen von Nutzern beruht und mit immerhin no 10 Prozent in die Gesamtnote einfließt.

Sprachqualität: Erstmals auch zwischen den Netzen ermittelt

Der zweite große Testpunkt, dessen Ergebnis zu fast einem Viertel (24 Prozent) in die Testnote einfließt, besteht in einer sogenannten Ende-zu-Ende-Spra qualitätsmessung – in den Tabelle auf Seite 21 vereinfa t als „Telefonie“ bezei net. Die Messungen werden dauerhaft und rund um die Uhr zwis en den Standorten der von zafaco verteilten stationären Messeinheiten dur geführt. Die Standorte für die Mobilfunkmessung sind über sieben Städte in Deuts land regional verteilt, und für die Festnetzans lüsse wurden Anbieter mit fast 95 Prozent Kundenanteil über insgesamt 49 Städte in Deuts land genutzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Mobilfunknetztests wurden bei diesen sämtli e Kombinationen untersu t: von Mobil zu Festnetz und umgekehrt sowie von Mobil zu Mobil, und zwar sowohl anbieterübergreifend als au innerhalb eines Netzes.

Ein Bli auf die Tabelle verrät, dass die Lage insgesamt gesehen ganz gut ist: Vodafone und Telefónica errei en ein gutes Ergebnis, die Telekom s afft sogar ganz knapp ein „sehr gut“. Dabei ist die Gesamtnote eine Kombination aus insgesamt 35 Einzelkriterien, in denen neben der reinen Spra qualität au Faktoren wie die Verbindungsaufbauzeit und die Spra laufzeit (das ist die Verzögerung, mit der die Stimme beim Empfänger ankommt) eine Rolle spielen. Erwartungsgemäß sind die Noten für die Telefonie innerhalb des glei en mobilen Netzes bei allen Kandidaten am besten und bei Verbindung zwis en Mobil- und Festnetz am s wä sten. Diese sind no ausbaufähig. Die Telekom hat hier mit Abstand die besten Ergebnisse erzielt, gefolgt von Vodafone und knapp dahinter die Telefónica. Bei den Messungen zwis en vers iedenen mobilen Netzen schnitt Vodafone mit einem knappen „sehr gut“ am besten ab.

»ERSTMALS WIRD AUCH DIE QUALITÄT ZWISCHEN DEN NETZEN DER AN-BIETER ERFASST.«

Christoph Sudhues Geschäftsführer zafaco

Massenhaft Messungen: Mobiles Internet

Mitte des Jahres veröffentli te die Bundesnetzagentur die Ergebnisse der jährli en Breitbandmessung. IMTEST hat die Daten zusammen mit zafaco ausgewertet und im großen Test zum mobilen Internet zusammengefasst. Dabei ging es vor allem darum, inwieweit die von den Anbietern verspro enen Ges windigkeiten in den jeweiligen Tarifen au tatsä li errei t werden. Für die aktuelle Auswertung wurden dieses Mal die öffentli zugängli aggregierten Messergebnisse der Kartendarstellung der Bundesnetzagentur als Grundlage genommen. Der Fokus lag hierbei ni t nur auf Einhaltung des Tarifs, sondern au auf die absolut gemessenen Datenübertragungsraten. Diese wurden au erstmals über alle Stadtkreise, kreisfreien Städte, Landkreise und Kreise ermittelt. Die Ergebnisse fließen zusammen mit Bewertungen der tatsä li errei ten Ges windigkeiten mit immerhin no 10 Prozent ein.

Die S wierigkeiten beim Einhalten der Tarifverspre en spiegeln si natürli au in den Teilberei en dieser Kategorie wider. Das ist au der Grund, warum zusammen mit den gemessenen Maximalges windigkeiten hier die größten Unterschiede auftreten: Während die Telekom insgesamt auf ein „gut“ kommt, rei t es bei Vodafone hier nur für ein „ausrei- end“ (3,8).

Netzverfügbarkeit: theoretisch immer

Schließli bildet die Überprüfung der Netzverfügbarkeit bei den großen Providern den Abs luss des großen Mobilfunktests. Die Daten für die Auswertung wurden wie bei der Breitbandmessung von den Nutzern selbst erhoben. Dafür stellt zafaco im Auftrag der Bundesnetzagentur auf der Internetseite die „Funklo -App“ für Android- und Apple-Geräte zur Verfügung. Bei Nutzung der App kann festgestellt werden, ob si der Nutzer gerade in einem Funklo aufhält beziehungsweise in wel em Netz (2G, 4G, 5G) er si befindet. Für die Bewertung war dabei auss laggebend, wie ho der Anteil an Messungen war, die im s nellen 4G/5G-Netz stattfanden, oder ob diese kein Netz hatten.

Insgesamt betra tet ma en hier alle Anbieter eine re t gute Figur. Der Anteil an Messungen „ohne Empfang“ liegt bei allen Kandidaten bei erfreuli niedrigen 0,5 Prozent. Au der Zugang zum 4G/5G-Netz ist ni t s le t: Keiner der Kandidaten ruts t beim Anteil unter 90 Prozent, die Telekom liegt mit einem knappen 93-Prozent-Anteil vorne.