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Hoffnung für Betriebsrentner


SUPERillu - epaper ⋅ Ausgabe 52/2018 vom 19.12.2018

Diehohen Krankenkassenbeiträge sorgen bei vielen Betroffenen für Empörung. Es gibt aber Ausnahmen für kleine Renten – und die Regierungsparteien wollen die umstrittene Regelung reformieren


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Bildquelle: SUPERillu, Ausgabe 52/2018

Klaus Stiefermann, Chef der AG für betriebliche Altersversorgung


Der Bescheid ihrer Krankenkasse ist für viele neue Betriebsrentner ein Schock. Gut 18 Prozent gehen bei gesetzlich Versicherten für die Kranken- und Pflegeversicherung drauf. Von 100 Euro Rente bleiben dann nur 82 Euro übrig und Steuern sind ja auch noch fällig. „Das ist doch staatliche Abzocke“, schrieb uns kürzlich eine Leserin. Sie steht mit ihrem ...

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... Ärger nicht alleine. Daher: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Sind hohe Kassenbeiträge ungerecht?
Ja. Vor allem für Sparer, die vor 2004 eine Police abgeschlossen hatten. Damals war auf viele Betriebsrenten nur der halbe Satz für die Kranken- und Pflegeversicherung (rund 9 statt 18 Prozent) fällig, viele Verträge waren bei Auszahlung noch steuerfrei. Die rot-grüne Bun-desregierung änderte dann ab 2004 die Spielregeln und führte unter anderem den bis heute geltenden, vollen Kassenbeitrag auf Betriebsrenten ein. „Das ist für Betroffene ungerecht, und die nachträgliche Regeländerung hat bis heute zu einem massiven Vertrauensverlust in die Betriebsrente geführt“, sagt Klaus Stiefermann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung.

Muss jeder die Kassenbeiträge zahlen?
Privatversicherte zahlen keine Beiträge auf ihre Betriebsrente. Versicherte in der Krankenversicherung der Rentner müssen 2018 auf Betriebsrenten bis monatlich 152,25 Euro keine Kassenbeiträge bezahlen, wenn sie zusammen mit anderen Versorgungsbezügen unter der Freigrenze liegen.

Welche Vorteile haben Betriebsrenten überhaupt?
Bei der häufigen Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung schießt der Chef oft noch was dazu und der Staat gewährt Steuervorteile. Der Arbeitnehmer muss auf den Sparbeitrag – er geht direkt vom Bruttogehalt ab – keine Steuern und Sozialabgaben entrichten. Die spätere Betriebsrente wird dann zwar wieder besteuert. Rentner haben in der Regel aber einen geringeren Steuersatz als im Erwerbsleben. Unterm Strich bleibt so ein Steuervorteil.

Die Vorteile kassiert der Staat doch später wieder ein?
Das stimmt zum Teil. Die Entgeltumwandlung hat zwei Nachteile: Anfangs spart man sich die halben Kassenbeiträge, später muss man aber volle Beiträge zahlen. Außerdem ist die gesetzliche Rente niedriger, weil durch die Entgeltumwandlung weniger Beiträge entrichtet wurden. Klaus Stiefermann, Chef der AG für betriebliche Altersversorgung

Dann sind Betriebsrenten ein schlechtes Geschäft?
„Nein, Betriebsrenten rechnen sich bei einem guten Vertrag durch den Steuervorteil und die Zuschüsse vom Chef“, sagt Klaus Stiefermann. Und: Bei neu abgeschlossenen Verträgen ab 2019 muss der Arbeitgeber 15 Prozent dazugeben. Ab 2022 gilt das auch für alle alten Verträge. Erste Wahl bei der privaten Altersvorsorge sind Betriebsrenten (Entgeltumwandlung) für Familien und Geringverdiener aber nicht. Geförderte Riesterverträge sind durch die Zulagen oft lohnender.

Wann werden die hohen Kassenbeiträge abgeschafft?
„CDU und SPD wollen das Problem nach massivem Ärger unter ihren Wählern jetzt endlich angehen“, sagt Klaus Stiefermann. „Ich denke, dass es bis Ende 2019 eine Neuregelung zugunsten der Betriebsrentner geben könnte.“

Betriebliche Altersvorsorge: Hohe Kassenbeiträge schmälern die Betriebsrente deutlich


Beispiele

Werner Maier hat 20 Jahre in eine Betriebsrente (Entgeltumwandlung) eingezahlt und bekommt sie jetzt ausbezahlt.

ABGABEN AN DIE KASSE

Krankenversicherung der Rentner (KVdR) Werner Maier war in der zweiten Hälfte seines Arbeitslebens zu mindestens 90 % in einer gesetzlichen Kasse, kommt deshalb in die KVdR. Er zahlt auf eine monatliche Betriebsrente bis 152,25 Euro (2018) keine Beiträge für Krankenund Pflegeversicherung. Auf eine höhere Betriebsrente ist der volle Beitrag (ca. 18 %) fällig.

Freiwillig gesetzlich versichert
Werner Maier erfüllt die Vorgaben der KVdR nicht und ist als Rentner freiwillig gesetzlich versichert. Er zahlt auf seine Betriebsrente jetzt ca. 18 % Kranken- und Pflegeversicherung.

Privat versichert
Werner Maier muss keine Kassenbeiträge auf seine Betriebsrente entrichten.

Quelle: ,aba-online.de


FOTOS: fotolia, Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V