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HOLISTIC PULSING FÜR PFERDE


Natural Horse - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 07.11.2019

Wohlbefinden durch Berührung und Bewegung


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Bildquelle: Natural Horse, Ausgabe 4/2019

Das Holistic Pulsing ist eine relativ unbekannte, aber sehr alte Heilmethode. Durch sanftes Wiegen, Schütteln und Schaukeln in Kontakt mit dem Urrhythmus von MutterErde zu kommen ist eine Technik, die schon von den Aborigines in Australien angewandt wurde. Doch auch wir haben „es“ in uns – das Wissen, dass Berührung und Bewegung guttun, heilsam wirken und ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln.

es heute kennen, wurde von der Osteopathin Tovi Browning entwickelt und von Jan Vonk in Deutschland und Österreich bekannt gemacht. Beim HP wird davon ausgegangen, dass ...

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... jedes Wesen in seinem Inneren all die Fähigkeiten besitzt, die es braucht, um seine Potenziale zu leben und seine (Lebens-)Aufgaben zu meistern. Dieses Wissen gerät aber meist im Lauf des Lebens durch äußere Einflüsse in Vergessenheit, sodass man sich selbst und seinem Wesenskern fremd wird. Wenn diese Zell-Erinnerung durch die Berührung und Bewegung des HP wiedererweckt wird, können nach und nach die energetische Balance und das Selbstbewusstsein des Menschen oder Tiers zurückkehren. Die Selbstheilungskräfte können angeregt, physische Blockaden und emotionale Altlasten (sofern eine innere Bereitschaft dazu besteht, denn ein Grundprinzip des HP ist die liebevolle Absichtslosigkeit des Anwenders) losgelassen werden. Unverarbeitete Emotionen können sich im Körper festsetzen und langfristig zu Blockaden und Erkrankungen führen. Ziel der Anwendung von Holistic Pulsing ist, diese nach und nach an die Oberfläche und in Lösung zu bringen. Beim Pferd werden in der Praxis die tief entspannende Wirkung und bei regelmäßiger Anwendung die positiven Effekte auf Stoffwechsel und Psyche deutlich.


Holistic Pulsing ist frei von „Wollen“ oder „Müssen“


WANN IST HOLISTIC PULSING SINNVOLL?

HP eignet sich nicht nur für die Gesunderhaltung und um das Wohlbefinden des Pferdes zu steigern, sondern auch als begleitende Therapie bei physischen, seelischen und energetischen Blockaden, nach Unfällen, bei Trauer/ Schock, zur Lockerung der Muskulatur oder zur Entspannung und Beruhigung des Nervensystems. Es kann eine Basis schaffen für Vertrauen und Nähe und hilft deshalb auch besonders, die Beziehung zwischen Pferd und Mensch zu vertiefen. Therapeuten oder Trainern kann es bei misstrauischen Tieren helfen, dass eine harmonische Zusammenarbeit möglich wird.

HP für Pferde kann einen sinnvollen Ausgleich zum normalen Trainingsalltag bieten, bei dem der Mensch präsent und achtsam Zeit mit seinem Pferd verbringen und etwas Gutes für seinen Freizeitpartner tun kann.

Es kann mit anderen absichtslosen, intuitivenBehandlungsformen gemischt werden oder begleitend bei anderen Therapien zum Einsatz kommen. Für Therapeuten kann es ebenso als Diagnoseinstrument dienen, da der Körper die „erstarrten“ Bereiche zeigt. Da auch im Energiefeld des Pferdes gearbeitet wird, können innere Bilder vom Pferd empfangen werden. Es sollte aber weder eine Diagnose noch ein inneres Bild erzwungen werden, denn Holistic Pulsing ist frei von „Wollen“ oder „Müssen“.

VERANTWORTUNG UND VORAUSSETZUNG

Das Pulsen sedierter Pferde oder unmittelbar nach einer Operation ist grundsätzlich abzulehnen. Bei Pferden, die unter dem Einfluss von Medikamenten stehen, ist zu beachten, dass deren Wirkung durch HP verstärkt werden kann; dies sollte im Zweifelsfall mit dem behandelnden Tierarzt abgeklärt werden. Gerade beim Pulsen älterer Pferde, die in einer Herde stehen, wo sie nicht zur Ruhe kommen, oder von Pferden mit Narkolepsie beziehungsweise Narkolepsieähnlichen Symptomen muss abgewägt werden, ob die Möglichkeit besteht, dass diese Pferde sich so tief entspannen, dass sie während des Pulsens einknicken; gegebenenfalls müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Besonders gut angezeigt ist der Einsatz von Holistic Pulsing:

• als zusätzliche Unterstützung bei der Therapie von Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise EMS, KPU, COB, Pseudo-Cushing,
• zur körperlichen Entspannung und Lösung nach dem Training,
• bei psychischer Grundanspannung, fehlendem Vertrauen,
• als Begleitung in Zeiten von Veränderungen (Stallwechsel, Beritt, Besitzerwechsel, Verlust von Kameraden und so weiter),
• zur Rekonvaleszenz nach Erkrankungen und Verletzungen.

Man sollte bei der Technik stets aufmerksam und wachsam bleiben, nicht nur aufgrund des eigenen Sicherheitsaspekts, sondern auch, um immer die Reaktionen des Pferdes im Auge behalten und lesen zu können.


Foto: Julia Tenschert

Der Fokus bei HP sollte darauf liegen, Entspannung, Geborgenheit, Sicherheit und Wohlbefinden zu schenken.

WIE FUNKTIONIERT HOLISTIC PULSING?

Durch rhythmisches Wiegen und Pulsieren über die Hände wird beim HP der Körper an bestimmten Stellen sanft in Schwingung versetzt. Sanfte schaukelnde Bewegungen breiten sich wellenartig über Muskeln, Sehnen und Gelenke im ganzen Körper aus. Der Schwingungseffekt wird begünstigt durch das Körperwasser, das circa zwei Drittel des Pferdekörpers ausmacht und für alle möglichen Körper-und Organfunktionen, das lymphatische System, zur Verdauung und so weiter benötigt wird. Diese unsichtbare Kraft des Wassers machen wir uns beim Holistic Pulsing zunutze, um Blockaden zu lösen. In einem gesunden Organismus arbeiten alle Körperteile, Organe und auch Zellen harmonisch zusammen. Auf körperlicher Ebene schaffen zum Beispiel die Faszien diese Verbindungen, aber auch auf energetischer Ebene besteht dieser interne Kontakt, wie beispielsweise durch das Meridiansystem. Wird nun dieses feine, netzartige Systemdurch das Pulsen an einer Stelle in Bewegung versetzt, so wirkt es sich letzten Endes auch auf den restlichen Organismus aus.

DIE TECHNIK

Beim Holistic Pulsing wird mit den Händen gearbeitet, die mit deutlichem Körperkontakt komplett auf dem Pferdekörper aufliegen sollten. Wichtig ist dabei, keine „Höhlen“ mit den Handflächen zu bilden oder die Finger abzuspreizen. Die Schultern sollten wie die Hände entspannt sein und der Pulser selbst in allen Positionen bequem stehen können. Die vibrierende Bewegung der Hände (zweimal pro Sekunde) sollte gleichmäßig fließen, ohne zu schieben oder zu ziehen. Der stete Kontakt mit einer Hand sollte auch während des Positionswechsels immer gewährleistet sein, um im Fluss der Bewegung zu bleiben (es bedarf in der Regel circa acht Minuten kontinuierlichen Pulsens, bis schließlich das gesamte System „schwingt“) und um dem Pferd ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Das Pulsieren kann an manchen Körperstellen auch mit einem leichten Wiegen variiert werden, wobei Letzteres weniger tief geht und sich eher für den Einstieg und den Abschluss der Behandlung eignet.

Ziel ist es, dass sich sowohl Pulser als auch Pferd am Ende der Behandlung körperlich und emotional ausgeglichen und friedlich fühlen.


Foto: Julia Tenschert

Jedes Pferd und jede Behandlung sind individuell zu betrachten, weshalb die Reihenfolge der Griffe nicht zwingend festgelegt ist. Wichtig ist, dass zwischen den Griffen die Berührung/das Pulsen aufrechterhalten wird und dass ein fließender Übergang stattfindet. Man darf als Pulser bei dem Rundgang durch den Körper auf seine Intuition vertrauen, denn wie viel Aufmerksamkeit welche Areale des Körpers benötigen und wie es das Pferd annehmen möchte, kann von Tag zu Tag ganz unterschiedlich sein. Eine Pulsing-Session beim Pferd dauert normalerweise 10–40 Minuten. Holistic Pulsingberuht auf dem Prinzip der Gewaltlosigkeit. Ein Zu-viel-Tun kann auch Gewalt sein, also muss man das richtige Maß finden und anfangs kürzere Einheiten abhalten.

FOKUS AUF ENTSPANNUNG UND WOHLBEFINDEN

Gerade bei Pferden, die viel „festhalten“, die körperlich und emotional eher zum Einlagern neigen, können sich manche Partien am Anfang wie „erfroren“ anfühlen. Hier sollte einfach locker und wertfrei weitergemacht werden, so wie es das Pferd zulässt. Die Schwingung breitet sich im ganzen Körper aus, und zwar genau in dem Maße, wie es für das jeweilige System möglich und gesundheitsfördernd ist. Behandelt man Pferde regelmäßig mit HP, so stellt man fest, dass der Körper von Mal zu Mal schneller und leichter in Schwingung versetzt werden kann. Dabei sind selbst kurze Einheiten von 15 Minuten nicht zu unterschätzen, da der Körper noch bis zu drei Tage „nachschwingt“.

Durch das intuitive Vorgehen beim HP findet der Anwender, der sogenannte Pulser, genau zu den Stellen, wo sanft etwas in Bewegung gebracht werden möchte. Es können sich Emotionen und Anspannungen des Körpers lösen, die durch Mimik oder Bewegungen ganz plötzlich ihren Ausdruck finden und in Entspannung und Lösung (zum Beispiel Lecken und Kauen) münden. Der Fokus bei HP sollte darauf liegen, Entspannung, Geborgenheit, Sicherheit und Wohlbefinden zu schenken. Immer wieder gilt es, in den eigenen Körper zu fühlen und vor allem Schultern und Arme zu entspannen, damit ausgleichend und intuitiv gehandelt werden kann.

Da für die begrenzte Zeit einer HP-Einheit dem Pferd die volle Aufmerksamkeit und Achtsamkeit entgegengebracht werden sollte, am besten alle möglichen Störfaktoren vorher abschalten und sich Zeit und Freiraum schaffen. Das Pferd sollte aus der Gruppe an einen angenehmen Ort gestellt werden, sodass ein Ein-und Loslassen möglich werden. HP ist eine „Ich gehe mit dir“-Technik und nicht eine „Ich tue das für dich“-Technik, also Erwartungen an das Pferd (und auch an sich selbst) bitte weglassen.

ZIEL – REGULATION DER SELBSTHEILUNGSKRÄFTE

Sanftheit und liebevolle Absichtslosigkeit bestimmen diese Technik. Sollte das Pferd eine Berührung ablehnen, liegt es in der Eigenverantwortung zu entscheiden, ob weiter am Pferd gearbeitet werden kann (je nach Reaktion kann ein Weitermachen an einer anderen, zuvor tolerierten Stelle sinnvoll und sogar sehr förderlich sein, um in die Lösung zu kommen) oder ob es sinnvoller ist, die Behandlung abzubrechen und an einem anderen Tag noch mal neu zu starten. Es kann kurzzeitig während einer Pulsing-Sitzung zu Energieschüben, Unruhe (ohne Abwehr), Stampfen, Apathie oder Ohrenanlegen kommen, was auch Teil des Prozesses sein kann.

Nicht nur der Bewegungsapparat und die Organe können mit „Körperpulsing“ und „Organpulsing“ unterstützt werden, sondern auch die energetische Ebene des Körpers mit den Chakren (= Energiezentren, über die jedes Lebewesen mit seiner Umwelt in Austausch steht) und die Aura (= Energiefeld, das den Körper umgibt) können in die Behandlung mit einbezogen werden.

Holistic Pulsing kann das Pferd wieder in Kontakt mit sich selbst bringen, es „aufwecken“, seine Lebenskraft zurückbringen und uns, wenn wir offen sind, neue Wahrheiten vermitteln.

BASIS – KÖRPERPULSING AM PFERD

Gehe als Erstes in Verbindung mit deinem Pferd und hole dir seine Zustimmung, es berühren zu dürfen, indem du auf Höhe der Vorderhand stehst, eine Hand auf das Schulterblatt legst und ruhig zwei-bis dreimal ein-und ausatmest. Dabei kannst du mental die Frage stellen, ob beim Pferd eine Bereitschaft besteht, gepulst zu werden. Reagiert das Pferd mit Entspannungszeichen, wird weicher im Gesicht oder wird eine Entspannung bei dir selbst innerlich fühlbar, kann begonnen werden.

1. DER EINSTIEG: WIDERRIST-KRUPPEN-PULS

Beide Hände liegenlocker, aber flach auf – eine am Widerrist, die andere auf der Kruppe. Beginne zuerst wiegend und gehe dann in einen subtilen Puls (2 x pro Sekunde) über. Der Widerrist kann auch separat gepulst werden, mit beiden Händen.


2. SCHULTERPULS

Achte auf einen fließenden Übergang vom Widerrist auf die Schulter. Leicht vibrierender Puls, kreisförmig den gesamten Schulterbereich pulsen, erspüreVerspannungen und lade sie ein, mitzuschwingen.

3. VORDERBEIN-GELENKE-PULS

Von der Schulter aus kannst du direkt auf das Vorderbein übergehen, pulse Richtung Oberarm, verweile dort etwas und von da abwärts über Ellenbogen, Unterarm, Vorderfußwurzelgelenk, bis zur Fessel. Umschließe dabei den pulsenden Bereich locker mit beiden Händen und schenke vor allem den Gelenken deine volle Aufmerksamkeit. Hier sitzen oft neben körperlichen auch energetische Blockaden, die sich jetzt sanft lösen dürfen.

4. DIREKTER WIRBELSÄULENPULS

Man kann von der Schulter aus anstatt zum Vorderbein direkt auf die Wirbelsäule übergehen. Die Handflächen liegen dicht neben, aber nicht auf den Wirbeln, die Finger liegen locker auf. Wandere leicht pulsierend die ganze Wirbelsäule bis zur Kruppe entlang und wieder zurück, wiederhole dies mehrmals. Mit dieser Pulsbewegung darf sich die Wirbelsäule entspannen, und blockierte Wirbel können dazu eingeladen werden, wieder in ihre Ursprungslage zurückzufinden. Nimm dir für diesen Bereich Zeit, damit sich der Pferdekörper gut auf die Entspannung einlassen kann. Hier zeigen sich oft kleinere und größere Blockaden; erspüre, ob sie gleich mitschwingen wollen oder erst beim zweiten oder dritten Durchgang. Der direkte Wirbelsäulenpuls lässt sich auch sehr schön nach dem Seitenwechsel wiederholen.

Bedingungslos bewegen, ohne Erfolgszwang, ohne Erwartungen, bedingungsloses Berühren und Halten erlauben dem Körper, friedlich zu werden.

Jan Vonk „Holistic Pulsing – Die heilsame Kraft der Berührung“

5. RÜCKEN-/SATTELLAGEPULS

Beide Hände liegen flach nebeneinander auf, hier darf der Druck etwas erhöht werden, dabei aber immer sanft bleiben. Bei kleineren Pferden/Ponys ist es sehr schön, eine Hand rechts und eine links neben der Wirbelsäule zu haben, mit Blickrichtung zum Pferdekopf. Verweile sanft pulsend und bewege deine Hände nach ausgiebigem Puls des Rückens weiter Richtung Bauch.

6. BAUCHPULS

Diese Pulsposition gibt es so beim Menschen nicht, da wir unsere Hände nebeneinander unter dem Bauch haben und leicht wiegend nach oben pulsen.

7. FLANKENPULS

Gehe langsam auf die Flanke über und pulse erst wieder sehr subtil, erfühle, wie es hier gebraucht wird. Pulsrichtung über den Hüfthöcker zum Oberschenkel hin, aber oberhalb des Knies bleiben.

8. DOPPELTER MÄHNENKAMMPULS

Beide Hände liegen locker den Mähnenkamm umschließend beieinander. Pulse leicht vibrierend und schwingend Richtung Genick. Wichtig! Auf die Reaktionen des Pferdes eingehen, denn je weiter du dich dem Genick näherst, kann das Pferd noch ablehnend reagieren. Pulse dann den gesamten Mähnenkamm wieder zurück und gleite weiter auf den Hals.

9. DOPPELTER ODER BEIDSEITIGER HALSPULS

Der Hals wird entweder mit beiden Händen nebeneinander gepulst oder mit einer Hand auf der gegenüberliegenden Halsseite. Hier darf schwingend und vibrierend gepulst werden.

10. GANASCHENPULS

Die Ganasche wird auf der linken Seite mit der linken Hand gepulst (auf der rechten Seite mit rechts), und die andere Hand pulst derweilen daneben auf dem Hals. Hier gibt es wieder die Möglichkeit, beidseitig zu pulsen. Besonders bei Blockaden im Bereich des Kiefers wird das Pulsen hier sehr gern angenommen.

Holistic Pulsing kann das Pferd wieder in Kontakt mit sich selbst bringen, es „aufwecken“, seine Lebenskraft zurückbringen und uns, wenn wir offen sind, neue Wahrheiten vermitteln.

Zum Abschluss immer wie zu Beginn kurz zu Widerrist und Kruppe zurückkehren und sanft wiegen, um das Pferd wieder zu zentrieren. Falls du es intuitiv für angebracht hältst, ist es für das Pferd oft noch sehr angenehm, wenn du es vom Kopf Richtung Schweif ausstreichst. Anschließend bedanke und verabschiede dich aus deinem Herzen vom Pferd; ob du das leise oder laut machst, liegt an dir. Spüre, ob es das Bedürfnis hat, sich zu wälzen, zu trinken oder zu fressen, sich auf der Weide auszutoben oder ob es noch ein paar Minuten nachruhen möchte, bis es zurück in die Herde kommt.

Sanftheit und liebevolle Absichtslosigkeit bestimmen diese Technik.

Julia Tenschert hat die Ausbildungen zur Pferdekinesiologin und Futterexpertin bei Dr. ChristinaFritz absolviert und ist als mobile Tierheilpraktikerin für Pferde in Niederbayern unterwegs. Sie hat die positiven Effekte des Holistic Pulsing vor vielen Jahren am eigenen Körper erfahren und die Ausbildung für die Anwendung am Menschen in Deutschland absolviert. Gute Erfahrungen beim Einsatz von HP in ihrer Tätigkeit als Tierheilpraktikerin haben sie dazu inspiriert, die Anwendung auf das Pferd zu übertragen. Sie bietet Workshops zum Thema „Holistic Pulsing am Pferd“ für Pferdebesitzer, Trainer und Therapeuten an.www.kerngesundes-tier.de