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Holzspielzeug aus Schweden


Sammler Journal - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 25.10.2019

Nicht nur etwas für Kinder – Sammler begeistert das schicke Design


Dank riesiger Wälder gab es in Schweden eigentlich immer schon Rohstoff in Hülle und Fülle. Trotzdem dauerte es in dem skandinavischen Land etwas länger als in Mitteleuropa, bis sich eine florierende Spielzeugindustrie etablieren konnte. Sie überzeugte schließlich Eltern und Kinder in aller Welt mit ihrem hohen Anspruch an pädagogische und ästhetische

Artikelbild für den Artikel "Holzspielzeug aus Schweden" aus der Ausgabe 11/2019 von Sammler Journal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Dennis Ingemansson, Kinderwagen, 2006. Foto: Playsam Die Steckfigur „Clown“, ca. 1954-58, genießt Kultstatus.


Michel aus Lönneberga hat jede Menge Fans. Der Blondschopf mit der Zahnlücke ...

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... taucht mit schöner Regelmäßigkeit im deutschen Fern sehen auf. Er ist ein Geschöpf der Kinder - buchautorin Astrid Lindgren (1907- 2002). Sie schildert mit Mi chel das Leben im ländlichen Schweden vor rund 100 Jahren. Der Junge hat es faustdick hinter den Ohren. Er bringt seine Eltern zur Verzweiflung, wenn er Hausschwein und Hahn be trunken macht, den geplagten Vater barfüßig in eine Schüssel mit lebenden Flusskrebsen treten lässt oder seinen Kopf so tief in einer Suppenschüssel versenkt, dass ein teurer Arztbesuch fällig wird. Jeder Streich en det damit, dass Mi chel in einen Schuppen ge - sperrt wird, in dem er nichts anderes tun kann, als kleine Fi guren zu schnitzen. Seine Sammlung umfasst bald 100 Exemplare. Das mitteleuropäische Fernsehpublikum hat sich be - stimmt schon oft den Kopf darüber zerbrochen, was es mit dieser seltsamen Erziehungsmethode auf sich hat. Hierzulande wurden kleinen Flegeln die Ohren lang gezogen, fortschrittlichere Eltern versuchten es auch mit Stubenarrest. Aber ausgerechnet Figurenschnitzen als Strafe? Astrid Lindgren hat sich das nicht willkürlich ausgedacht. Das südliche Schweden, wo sie Michels elterlichen Hof Katthult an gesiedelt hat, war schon immer eine Hochburg der Holzverarbeitung. Es ist eine Re gion mit endlosen Wäldern, und ge gen die Langeweile ebenso end loser dunkler Wintertage half am besten eine sinnvolle Be schäftigung. So saßen Mi - chels Zeitgenossen des Abends in der Stube und fertigten Schüsseln und Schemel für den Haushalt, dekorative Figuren und Kinderspielzeug an. Aus der traditionellen Heimarbeit hat sich mit der Zeit ein Industriezweig entwickelt, deren Spur sich bis heute verfolgen lässt. Firmen wie Brio, Mi cki oder das mit 35 Jahren noch jun ge Un ternehmen Playsam sind aus dieser Tradition hervorgegangen. Ih re Na men stehen für perfekte handwerkliche Verarbeitung und hervorragendes skandinavisches Design. Ob wohl die Voraussetzungen für ei - ne florierende Spielzeugproduktion dank dem großen Holzreichtum des Landes eigentlich ideal waren, er - oberten die Manufakturen im hohen Norden den Weltmarkt aber erst re - lativ spät. Während in Deutschland und Frankreich bereits im 18. Jahrhundert ein schwung voller Handel mit allem blühte, was ein Kinderherz be gehrte, trat die Konkurrenz aus Schweden erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf den Plan. Dann aber besetzte sie schnell eine führende Stellung auf den Exportmärkten. Vor allem auf dem Gebiet des pä - dagogischen Spielzeugs waren die Schweden im frühen 20. Jahrhundert ausländischen Herstellern ein paar Na senlängen voraus. Denn mit den ge sellschaftlichen Umbrüchen, die schließlich in die Etablierung des ersten Wohlfahrtsstaates in Europa mündeten, ging auch ein verändertes Familienbild einher. Die Reformpädagogin Ellen Key (1849-1926) rief im Jahr 1900 das „Jahrhundert des Kindes“ aus. Man widmete den Jüngsten mehr Aufmerksamkeit, ging stärker auf ihre Bedürfnisse ein und versuchte, ihre Begabungen früher zu erkennen und besser zu fördern. Das rich - tige Spielzeug spielte bei diesem neuen pädagogischen Ansatz eine Haupt rolle.

Puppenhaus, H 95 cm, erste Hälfte 19. Jahrhundert


Holzpferd mit Reiter, um 1900 (Zuschlag: 1.000 Kronen/93 Euro)


Puppenmöbel von Berit Bergström, Nolbyn Värm - ländskt hantverk, zweite Hälfte 20. Jahrhundert, verkauft im November 2016 für 729 Euro


„LEKSAKER“

Doch bis es so weit war, hatte das schwedische Holzspielzeug schon ei nen langen Weg hinter sich. In schriftlichen Zeugnissen taucht der Be griff „Leksaker“ (schwed. Spiel - sachen) erstmals zu Beginn des 18. Jahrhunderts in einer Abhandlung des berühmten Astronomen, Physikers und Mathematikers Anders Celsius (1701-1744) auf. Darüber, wie sich Kinder die Zeit vertrieben, machte man sich damals wohl kaum viele Gedanken. Und sehr viel Raum für eine unterhaltsame Be - schäftigung blieb den meisten Kindern auch nicht, zumal in den ärmeren Familien. Sie wurden schon früh zum Arbeiten angehalten, mussten ne ben der Schule – die Schulpflicht wurde in Schweden 1842 eingeführt – große und kleine Aufgaben er füllen. Selbstgebastelte Steinschleudern für die Jungen, primitive Puppen für Mädchen, simple Wa - gen, Schlitten, Yoyos, Reifen und Tierfiguren mussten für den Zeitvertreib herhalten. Besser hatte es in je der Hinsicht der Nachwuchs der Oberschicht. Wohlhabende Eltern konnten ihre Söhne und Töchter mit Im portware aus Deutschland beglü - cken, die schon in den 1730er-Jahren auf den Weihnachtsmärkten der grö ßeren Städte angeboten wurden. 1672 ließ sich Tischlermeister und Vergolder Burchard Precht aus Bremen in Stockholm nieder. Er konnte schnell eine vornehme Kundschaft ge winnen und versorgte sogar die kö niglichen Residenzen mit feinen Mö beln und Innenausstattungen. Kö nigin Ulrika Eleonora von Dänemark, Ehefrau von König Karl XI., bestellte 1686 bei ihm Spielzeug für ihren Sohn, den späteren König Karl XII. und für dessen Schwester Hedvig So phia. Ihr Puppenhaus, das sogar ein Feuer im königlichen Palast überlebte, befindet sich heute in einer Privatsammlung. Es ist ein typisches Beispiel für die schwedischen Puppenhäuser der Barockzeit: Ein reich verzierter Kabinettschrank mit gläsernen Türen ist aufgeteilt in verschiedene Stockwerke und liebevoll mö blierte Wohnräume. Das Stock holmer Nor - diska Museet bewahrt weitere Beispiele solcher Miniaturwelten auf, die aus wohlhabenden Fa milien stammen und es mit der Pracht - entfaltung ihrer großen Vorbilder durch aus aufnehmen können. Kleinste Details wie Zierspiegel, winzige Ölgemälde und Delfter Teller gibt es zu bestaunen, Bankettsäle laden eine imaginäre Gesellschaft zum Tanz ein, während im Untergeschoss Köchin und Gesinde in einer perfekt ausgestatteten Küche für das leibliche Wohl sorgen.

KLEINE WELTEN

Die eleganten Wohnszenarien wa - ren vor allem zum Anschauen da, sie vermittelten Kindern ein Gefühl für ei nen repräsentativen Lebensstil. Zum Spielen waren sie weniger ge - eignet. Frühe Puppenhäuser waren in der Regel das Werk von Profis. Tischlermeister fertigten sie wahrscheinlich nebenher an, wobei sich vor allem ihr Nachwuchs in der Fertigung von Möbeln im Kleinstformat üben konnte. Dabei wurden oft Ab - fallmaterialien verwendet, die bei der Herstellung von Möbeln für Er - wachsene anfielen. Doch auch Amateure erlagen schließlich der Faszination dieser kleinen Welten. Nicht zu letzt sie sorgten auch dafür, dass das Puppenhaus nicht den Kindern reicher Bürger vorbehalten war. Dieser Demokratisierungsprozess vollzog sich ge gen Ende des 19. Jahrhunderts. Forciert wurde er durch einen Boom des Märchensammelns. Ge - stalten wie Däumelinchen von Hans Christian Andersen weckten neue Phantasien und Wünsche. Die inzwischen etablierten Hersteller wie Brio und Gemla fluteten den Markt mit preiswerten Kleinst häusern. Wäh - renddessen schufen Amateure mit Begeisterung individuelle Häuschen für ihre Kinder, Enkel, Nichten und Neffen. Alte Zu cker- oder Zigarrenkisten dienten als Rohmaterial. Familienzeitschriften wie das Magazin „Allérs“ veröffentlichten Anleitungen. Bei Sammlern sind heute die Puppenhäuser und -mö bel von Berit Bergström sehr gefragt. In Kunstauktionen – etwa beim führenden Un - ternehmen Bu kowskis – erzielen die Mi niaturen der 1974 verstorbenen Amateurin Spitzenpreise. Berit Bergströms Karriere gleicht einem bezaubernden Märchen. 1896 als Tochter ei nes Politikers geboren, wuchs sie mit vielen Ge schwistern auf. Die Fa - milie bewohnte in den Ferien den an ei nem See gelegenen Landsitz Bosjön in Värmland. Er wurde zu einem Sehnsuchtsort für Berit und ihre Geschwister. 1916 musste der Vater das Haus verkaufen – aber in den Herzen seiner Kinder hatte es wei - terhin einen festen Platz. Für ihre Nichten und Neffen schuf Berit Bergström Jahre später ein genaues Abbild von Bosjön. Nach und nach wurde es um Nebengebäude er - weitert, schließlich nahm auch das angrenzende Dorf Formen an. Die Kinder in ihrer Umgebung machten be geistert mit. Ge meinsam wurde die Szenerie um Geschichten und Anekdoten belebt. Berit schuf Puppen, die den Dorf-Originalen ihrer Ju - gendzeit nachempfunden waren. Das Miniaturdorf bekam schließlich den Namen „Nolbyn“ – zu Deutsch et wa „Norddorf“. Auch die Erwachsenen waren von dieser phantastischen Welt fasziniert und rieten der jungen Frau, die Konstruktion von Puppenhäusern zur Profession zu ma chen. Berit Bergström, die 1903 in den Wiener Werkstätten Textil - design studiert hatte, tat sich mit einem Tischlermeister zusammen, übernahm alle Detailarbeiten aber selbst. Sie polsterte die winzigen Stühle und Sofas, nähte Vorhänge und Gardinen, schuf Puppen zu - nächst aus Holz, später auch aus Plastik. Die anrührenden Domizile und ih re Ausstattung wurden unter dem Na men „Nolbyn Värmländskt hantverk“ mit großem Erfolg vermarktet. Die Geschichte der schwedischen Spielzeugindustrie ist geprägt von er findungsreichen und wagemutigen Persönlichkeiten, die keine Ar - beit scheuten und sich von Rück - schlägen nicht beeindrucken ließen. Die Firma Brio, die 2015 vom deutschen Spielzeughersteller Ra vens - burger gekauft wurde, gehört zu den umsatzstärks ten und innovativsten Un ternehmen. Ihre Produkte haben den Weltmarkt erobert und wurden zu einem Synonym für schwe disches Holzspielzeug. Begonnen hat ihre Ge schichte allerdings als Großhandel für Haushaltswaren. Der ehrgeizige Gründer Ivar Bengtsson verdiente sein erstes Geld mit dem Verkauf von geflochtenen Körben. Die Angebotspalette der 1884 im südschwedischen Osby gegründeten Handelsfirma wuchs jedoch von Jahr zu Jahr. Zwei Söhne des Seniorchefs studierten den Markt in Deutschland, im - portierten von dort vor allem Spielzeug, das in Schweden um 1910 im - mer begehrter wurde. Seinen ersten großen Erfolg feierte das Handelshaus jedoch mit dem „Osby“-Pferd, das der Tischler Thomas Johannsson kreiert hatte: Ein Spielzeug auf Rä - dern, das in sieben unterschiedlichen Größen und Versionen – mit und ohne Anhänger – angeboten wurde. Es wurde bis in die 1970er- Jahre hergestellt und galt bis dahin als das am meisten verkaufte Spielzeug in Schweden. 1908 übernahmen die drei Söhne des Firmengründers das Unternehmen. Sie firmierten unter dem Namen „Bröderna Ivarson Osby“ (Gebrüder Iversson Os by), der schließlich als Abkürzung zum Markennamen wurde. Eine schwarze Katze vervollständigte das Lo go. Das Tier, dem bekanntlich sieben Leben nachgesagt werden, sollte die Langlebigkeit und Robustheit der Produkte symbolisieren. Brio- Spielzeug wurde ab 1934 gemarkt. Das Unternehmen gewann kleine Fa milienbetriebe als Zulieferer. Verträge wurden noch per Handschlag be siegelt. Doch ansonsten ging man mit der Zeit. Die Kataloge erreichten in den 1950er-Jahren eine Auflage von 400.000 Exemplaren. Wer sie durchblättert, kann heute den Wandel Schwedens in puncto Mobilität nachvollziehen: Beherrschten zu - nächst Pferde und Kutschen die Angebotspalette, so kamen in den 1940er-Jahren Züge, Autos, Trak - toren, Schiffe und Fähren hinzu. Schnittige Flitzer wurden unverkennbar mit einem Holzver gaser angetrieben – so wie die großen Vorbilder in den Kriegs- und Nachkriegs- jahren, in denen Benzin noch Mangelware war. In der Nachkriegszeit blühte die schwedische Spielzeugindustrie geradezu auf, denn der Im - port aus Deutschland lag am Boden.

Von links oben nach unten: Holztraktor aus den 1950er-Jahren von Brio, das Firmen logo mit der schwarzen Katze stand für Robust heit und Langlebigkeit der Produkte


Nachzieh-Ente Anka wird seit 1963 von Kleinkindern geliebt. Über eine materielle Wertsteigerung dürfen sich die Kinder von damals freuen, wenn ihre Eltern die Originalverpackung aufgehoben haben


Nichts für Eltern mit schwachen Nerven war dieser musikalische Clown, der – einmal in Bewegung – mächtig auf die Pauke haut. Das Firmenlogo verrät, dass er seine große Zeit in den 1960er-Jahren erlebte


Wer an schwedisches Spielzeug denkt, denkt oft um - gehend an die Holzeisenbahn Tuff-Tuff. Hier ein frü - hes Modell, das noch das Katzen-Logo aus den 1940er-Jahren ziert


Hat einiges mitgemacht im Kinderzimmer: Propeller - maschine aus den 1940er-Jahren Alle


Brios Marktstellung wurde dominierend, was sich nicht zuletzt in der Ausstattung der Passagierschiffe und der Flugzeuge von SAS zeigte. Da mit der Weg in die Ferien weniger langweilig ausfiel, wurde den kleins ten Passagieren Spielzeug des heimischen Herstellers offeriert. Auch in puncto Design-Ideen war diese Epoche für das südschwedische Unternehmen äußerst fruchtbar. Zum Ex portschlager wur de das „Labyrinth“, ein kniffliges Geschick - lichkeitsspiel, bei dem es da rum geht, eine Kugel über einen Hindernisparcour auf ei ner beweglichen Basis ins Zielloch zu dirigieren. Gro - ße und kleine Spieler versuchen sich bis heute daran. Ab gesehen vom Unterhaltungswert schult der Spieleklassiker die Feinmotorik. In England nutzte man die Holzbox sogar in Sanatorien bei der Re habilitation von Kriegsversehrten. Das Labyrinth wur de ein Welterfolg – und eines der am häufigsten ko pierten Spielzeuge aus Schweden. 1945 brachte Brio die erste Wackelfigur („Pushup“) auf den schwedischen Markt, den Hund Sampo. Das Unternehmen erwarb dazu die Rechte ihres Erfinders Walter Kourt Walss aus der Schweiz. Mit einem Daumendruck auf die Unterseite des Holzsockels lässt sich das Tier dank ei nes ausgeklügelten Me chanis mus aus Federn und Schnüren in alle Richtungen bewegen. Es scheint, als werde Sampo regelrecht lebendig. Auch Sampo ist bis heute im Programm und hat inzwischen jede Menge Kollegen bekommen: Giraf- fen, Zebras – und Mickey Mouse. Ähn lich zählebig ist „Dachsie“, der 1958 die Kinderherzen eroberte. Der Nachziehdackel bezaubert die Jüngsten. Er wackelt mit Kopf und Schwanz, rollt mit den Augen und ahmt den etwas watschelnden Gang seines Vorbilds nach, wenn man ihn hinter sich her zieht.

KUGELMÄNNCHEN

Auch „Micki Leksaker“ gehört zu je - nen schwedischen Manufakturen, die bis heute ihren Platz am Markt verteidigen konnten und ihn mit ge fragten Spieleklassikern aus Holz versorgen. Ge gründet wurde das Unternehmen während des Zweiten Weltkrieges von Georg Aronsson, einem Handelsreisenden. Er traf bei einem Restaurantbesuch mit einem Künstler zu - sam men, der ihm Idee und Zeichnungen für ein originelles Kugelmännchen lieferte. Für die da mals beträchtliche Summe von 265 Kronen kaufte Aronsson den Entwurf und taufte es „Micki Kul“. Ge meinsam mit seinen fünf Geschwis tern gründete Aronsson daraufhin 1944 die „Micki Leksaker AB“, die zu ei nem der erfolgreichs - ten schwedischen Spielzeugunternehmen werden sollte. Nicht zu letzt ge schicktes Marketing ebnete den Weg nach oben. Die Aronsson-Ge - schwister ge wannen die Kaufhaus - kette EPA als wichtigsten Abnehmer. Sie orderte gleich 10.000 Kugelmännchen und machte das lustige Ge - schöpf damit um gehend im ganzen Land populär. Dank diesem furiosen Start konnte die Produktion schnell ausgeweitet werden. Weitere kugelige Geschöpfe wie Hunde, Clowns und Krokodile eroberten die Kinderzimmer. Unter dem Markennamen „Tu - mick “ wurden Segelboote und Baukästen ins Programm genommen. Heu - te ist „Mi cki“ in dritter Generation im Familienbesitz und ein Global Player. Längst hat auch Plastikspielzeug seinen Platz erobert, aber der traditionelle Werkstoff Holz besetzt noch im - mer einen beträchtlichen Teil der Produktpalette.
Andere Firmen konnten sich dagegen nicht über die Jahrzehnte be haupten. Ihre Kreationen sind deshalb aber nicht weniger ge fragt bei den Sammlern – im Ge genteil. Das Unternehmen „Gemla“, in den 1860er-Jahren von Alexis Westerdahl gegründet, gilt als die erste schwedische Spielzeugfabrik überhaupt. Über acht Jahrzehnte hinweg nahm sie einen führenden Platz auf dem Markt ein. Ihre Ge - schichte ist gekennzeichnet von großen Erfolgen aber auch zahlreichen Rückschlägen und Kata strophen. Gründer Alexis Westerdahl, Student ei ner der Kunstakademie in Stock - holm angegliederten Technikschule, kam durch ein Weihnachts erlebnis auf die Idee, sich der Produktion von Spielzeug zu verschreiben. Als Gast ei - ner Stockholmer Familie berührten ihn die strahlenden Augen der Kinder beim Auspacken ihrer Ge schenke. Er bemerkte, dass die Waren fast al le aus dem Ausland stammten. Gleich nach dem Fest begann er, Miniaturmöbel anzufertigen. Seine ersten Werke stellte er in einem schi cken Stockholmer Hotel aus – mit großem Erfolg. Besonders ein Klavier im Kleinstformat erwies sich als Verkaufsschlager. Dermaßen er muntert, gewann Westerdahl prominente Stockholmer als Geldgeber. Er beantragte die Einrichtung einer „mecha spenischen Fabrik zur Produktion von Spielzeug und Kunstobjekten wie Puppenmöbel, Puppen, Puzz lespiele, Kutschen und Gebäude aus Holz und Papiermachée.“ Ein Stipendium er - möglichte es dem Jungunternehmer, zwei Monate lang die Produktion in Deutschland, Frankreich und der Schweiz zu studieren. Doch schon nach einem Jahr fiel das Unternehmen in sich zusammen. Die Investitionen rechneten sich nicht. Westerdahl ließ sich nicht entmutigen und unternahm einen Neuanfang in der kleinen Gemeinde Gemla in Smaland. Eine alte Papiermühle mit Eisenbahnanschluss wur de zum neu en Domizil. Die Besitzer wechselten mehrmals, Westerdahl blieb Ge schäfts führer. Obwohl das Gemla-Spielzeug ge fragt war, kam die Firma auf keinen grünen Zweig. Innerhalb weniger Jahre brannte die Produktionsstätte zwei Mal ab.

Das Kugelmännchen „Micki“ begründete den Erfolg der gleichnamigen Spielzeugmanufaktur. Auf diesem Bild ist eine sehr frühe Version aus dem Jahr 1944 zu se hen. Micki beglückt auch heute noch Kinder in aller Welt mit Spielzeugen aus Holz und anderen Materia lien


Je älter, desto lieber und teurer: Dalapferd, der Werk - statt von Stikå Erik Hansson zugeschrieben. Seine Be schriftung lautet „Upsala Distingmarknad den 3. febr. 1880.“ Das Objekt wurde auf 20.000 bis 25.000 Kronen (1.854-2.320 Euro) geschätzt, aber erst für 120.000 Kronen (11.126 Euro) zugeschlagen


TEURE PARADEPFERDE

Immerhin erschien 1886 erstmals ein Katalog, der 180 unterschiedliche Waren anpries. Gemla nahm deutsches Spielzeug zum Vorbild und verfeinerte die Ausführung. Das war möglich, weil Produktpiraterie seinerzeit noch nicht so vehement be - kämpft wurde wie heute. Be sonders mit seinem Schaukelpferd re üssierte das Unternehmen. Eltern konnten es in vier verschiedenen Größen kaufen – wenn sie es sich denn leisten konnten. Denn Gemlas Pa radepferde überforderten den kleinen Geldbeutel. Im Katalog von 1903 kosteten sie zwischen 18,50 und 35 Kronen. Ein Arbeiter verdiente damals zwischen fünf und zehn Kronen pro Woche. Gemlas Spielzeuge waren sorgfältig gearbei- tet. Die Herstellung der berühmten Schaukelpferde war aufwändig. Sie wurden aus zweierlei Holz gearbeitet, für Mähne und Schwanz fand sogar echtes Rosshaar Verwendung. Da mit das Unternehmen rentabel ar beiten konnte, produzierte man zu Beginn des neuen Jahrhunderts auch Tennisund Tischtennisschläger. In den Zwan zigern kamen Ra dios und Grammophone hinzu. Da mit besserte sich endlich die Situation. 1937 meldete die Firma, dass sie annähernd eine Million Spielzeuge habe produzieren und vermarkten können. Aber 1954 kam dann doch das Aus: Unstimmigkeiten mit ei nem der größten Abnehmer, der Kaufhauskette EPA, ließen den Um satz rapide sinken – das Un - ternehmen musste seine Produktion aufgeben. Eine etwas glücklichere Hand be wies die Familie Kähr in Nybro. Ihre Spielzeugfirma entwickelte sich aus der Herstellung von Spinnrädern zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Als die Ge räte dank der industriellen Re volution in der Textilindustrie im - mer we niger gefragt waren, stellte man auf Möbel, Haushaltswaren und Spielzeug um – ein echtes Familienunternehmen, in dem neben den Eltern alle sechs Kinder beschäftigt wa ren. Kähr machte sich einen Na - men als Lieferant von Croquet-Schlägern und Kegeln. Die dritte Generation, die 1907 das Ruder übernahm, modernisierte den Betrieb, setzte auf die neue Kraft der Elektrizität und spe zialisierte sich noch mehr auf Holzspielzeug. 1917 be schäftigte die Ma - nufaktur 150 Ar beiter und setzte Waren für 700.000 Kronen um. 1919 wurde das Unternehmen zu einer Ak - tiengesellschaft, wo bei die Familie die Aktienmehrheit hielt. Kähr agierte weitblickend. Um sich Rohstoffe zu sichern, wurden riesige Waldgebiete aufgekauft. Die Spielzeuge zeichneten sich durch gutes Design aus und zeigen An klänge an den Funktionalismus. Die Form der Rennautos, Boote und Lastwagen sind auf das We sentliche re duziert und lassen der kindlichen Phantasie viel Raum. Dabei waren die Produkte sehr viel preiswerter als etwa die Erzeugnisse von Gemla. Ein Schaukelpferd von Kähr war mit 7,5 Kronen auch für ärmere Familien erschwinglich. Es war weniger aufwändig gearbeitet als das fast fünffach teurere Modell der Konkurrenz. Aber das störte die schwedischen Jungreiter überhaupt nicht. Bis in die 1960er-Jahre blieben die Spielsachen im In- und Ausland gefragt. Schließlich verlegte sich das Unternehmen je doch auf die Produktion von Wohnraumtüren und Holzböden. 1941 konnte es sich die Erfindung des Mehrschichtparketts patentieren lassen. Seither ist es auf diesem Gebiet führend in Europa.

Luxus für den Nachwuchs: Schaukelpferd von Gemla, frühes 20. Jahrhundert, H 87 cm, L 120 cm


Dalapferd aus dem 19. Jh., taxiert auf 1.200 bis 1.500 Kro nen (111-140 Euro), verkauft für 2.600 Kronen (240 Euro)


Dalapferd aus dem frühen 20. Jahrhundert, polychrom bemalt, mit leichten Schäden (Schätzpreis 2.000-2.500 Kronen /Zuschlag 6.000 Kronen oder 556 Euro)


Dalapferd aus der Zeit um 1930/40, zugeschlagen für 1.400 Kronen (130 Euro) Alle


DAS DALARNA-PFERD

Die Volkskunst spielte bei der Ent - wicklung der schwedischen Spielzeugindustrie eine entscheidende Rolle. Sie zieht eine Spur von der Wi - kingerzeit bis in unser Jahrtausend. Nichts symbolisiert diese Tradition so sehr wie das Dalarna-Pferd. Das „Dala“ ist bis heute das beliebteste Souvenir aller Schweden-Touristen. Denn bis Ende des 19. Jahrhunderts war das Land vornehmlich ein Agrar- Staat. Das Pferd war als Arbeitstier und Transportgehilfe unverzichtbar. Diesen ho hen Stellenwert genoss es über Jahrtausende hinweg. Die Wikinger mystifizierten es und dichteten ihm magische Kräfte an. Einer Sa ge nach ritt der nordische Gott Odin ein achtbeiniges Pferd namens Sleipnier, das angeblich schneller als der Wind galoppieren konnte. Es ist da her nicht verwunderlich, dass das Pferd zum beliebtesten Motiv in der Volkskunst wurde. Die äl teste erhaltene Figur stammt nach ei ner wissenschaftlichen Untersuchung mit der Radiokarbonmethode aus dem Jahre 1560. War es ein Spielzeug oder ein Kultgegenstand? Die Forschung ist sich in diesem Punkt nicht schlüssig. Fest steht, dass alte Holzpferde eher Seltenheitswert haben. Es wird vermutet, dass die meisten Fi guren als Feuer holz endeten, nachdem sie von meh reren Generationen be spielt worden waren. Ein Zentrum der Holzpferd- Produktion wurde Da larna, eine idyllische Region, die länger von der Industrialisierung und ih ren Auswüchsen verschont blieb als andere Gegenden Schwedens. Für die Bewohner der großen Städte wie Stockholm und Göteborg war dieses pittoreske Mini-Schweden ein beliebtes Ferienziel, das sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch bequem per Ei - senbahn erreichen ließ. Die Maler An - ders Zorn und Carl Larsson hatten sich hier niedergelassen. Wie die vielen Touristen be wunderten auch sie die Schnitzkunst der Bewohner. Ganze Fa milien hatten sich ihr verschrieben, für viele war sie die einzige Einkommensquelle. Es gab keine standardisierten Formen – jede Werkstatt entwickelte ihre eigene Handschrift. Viele de korierten ihre vierbeinigen Ge - schöpfe mit Blumenmustern im „Kurbits“- Stil, einem regionalen Dekor, das sich auch auf Möbeln findet. Die kleine Gemeinde Mora entwickelte sich zu einem Zentrum der Dalapferd- Schnitzerei, und um die Jahrhundertwende schafften es die bunten Tierchen sogar ins Museum. Die Besinnung auf das kulturelle Erbe war ge - rade sehr in Mode, Vereine kümmerten sich um die Bewahrung des tra - ditionellen Kunsthandwerks. 1939 mach ten die Besucher der Weltausstellung in New York Bekanntschaft mit dem Dalarna-Pferd. Ei ne über zwei Meter hohe Version grüßte am Eingang des schwedischen Pavillons. Damit begann der Siegeszug des vierbeinigen Sympathieträgers rund um die Welt. Es wurde zum Symbol eines Landes mit großen natürlichen Res - sourcen, einer bedeutenden Handwerkstradition, sozialem Fortschritt und einer mo dernen Einfachheit. Nach dem Gastspiel in Übersee nahm die Vermarktung richtig Fahrt auf: Fast anderthalb Tonnen der preiswerten Holzpferde wurden in die Vereinigen Staaten verschifft. Als Folge der plötzlich riesigen Nachfrage entwi - ckelte sich auch eine industrielle Fertigung. In unserem Jahrtausend schließ lich wurde das Dala-Pferd zum beliebten Deko-Artikel, nachdem es das Möbelhaus IKEA ins Programm nahm – nun aber im modernen Ge - wand, das ihm die Designerin Kata - rina Brieditis verpasste. Wie steht es heute um das schwedische Holzspielzeug? Kann man mit Nachzieh - dackeln, Steckmänchen und Holzeisenbahnen Kinder im Zeitalter der Elektronik überhaupt noch beeindru - cken? Bei Brio und seiner Konkurrenz ist man davon überzeugt, dass Spielwelten aus dem na türlichen Werkstoff ihre Bedeutung be halten. Das Un ternehmen beruft sich auf einen Beitrag des Wissenschaftlers David Whitebread aus Cambridge, den es 2013 für seinen Beitrag „The importance of Play“ (Die Bedeutung des Spielens) ausgezeichnet hat. Whitebread sieht ein Be dürfnis der Kinder, konzentriert und frei zu spielen, um als Persönlichkeit zu wachsen und sich zu entwickeln. Eine seiner Untersuchungen zeige, dass alle Arten des Spielens nützlich seien und die Kinder ei ne Vielfalt an spielerischen Aktivitäten benötigten. Dass Holzspielzeug da bei auch in unserem Zeitalter eine wertvolle Rolle spielen kann, beweist das noch relativ junge Unternehmen „Playsam“. Es wurde 1984 von Carl Zedig (Jg. 1941) gegründet. Zedigs An - liegen war es, Spielzeug herzustellen, dessen „Farbe, Form und Funktion zu - sammen ein ästhetisch ansprechendes Ganzes bilden.“ Mit diesem hohen Anspruch wurden seine Produkte zwangsläufig auch zu begehrten Sammelobjekten. Wie viele der minimalistisch gestylten Rennautos, Raketen und Segelschiffe nicht im Kinderzimmer zu finden sind, sondern auf den Schreibtischen designbegeisterter Eltern, ist kaum nachzuvollziehen. Playsam-Spielzeug steht für die skandinavische Über zeugung, dass al le Teile der Ge sellschaft ihren Nutzen aus gutem De sign ziehen – natürlich – und erst recht! – Kinder. Dabei geht es Zedig im mer auch um den pädagogischen Wert. Die reduzierten Formen können nach seiner Auffassung „die kindlichen Sinne stimulieren und da - zu beitragen, dass das Kind die fehlenden Teile in seiner Phantasie dazulegt.“ Playsam-Spielzeug ist mit vielen Design-Preisen ausgezeichnet worden. Zedig konnte gleich zu Be ginn seiner Karriere den Designer Ulf Hanses (Jg. 1949) gewinnen, einen Schüler des be kannten Industrie designers Sigvard Bernadotte. Hanses entwarf 1984 den berühmten „Streamliner“, ein Rennauto, das sich durch einfache Formen und kräftige Farben auszeichnet. Die Streamliner-Familie wuchs in den folgenden Jahren um viele weitere er folgreiche Modelle. Und um eine weitere schwedische Tradition fortzusetzen, kam Playsam auch mit einem Schaukelpferd auf den Markt. Entworfen hat es wiederum Ulf Hanses, der seine moderne Version entschieden kleiner ausfallen ließ als die historischen Vorbilder. So ist es Kleinkindern problemlos möglich, sich ohne fremde Hilfe in den Sattel zu schwingen. Noch origineller und am Markt gefragter ist al lerdings Playsams Schaukelhase, den Björn Dahlström 2007 in die Kinderzimmer brachte.

Die Rakete aus dem Jahr 2012 beflügelt kindliche und erwachsene Phantasien – ein Entwurf von Chris - topher Robin Nordström


WENIG ERFORSCHT

Trotz ihrer großen Tradition ist die Ge schichte der schwedischen Spielzeugindustrie im Vergleich zur deutschen und französischen wenig er - forscht. Erst eine Ausstellung, die in den Jahren 2014 bis 2017 in Paris und New York zu sehen war, rückte sie in den Fokus von Sammlern und Designfreunden. Sie war vom New Yorker Bard Graduate Center konzipiert worden, das sich kulturhistorischen Forschungen verschrieben hat. Zu se hen waren zumeist Objekte aus der Sammlung des schwedischen Autors und Antiquitäten-Experten Peter Pluntky, der 1980 das Spielzeug - museum in Stockholm ge gründet hatte. Seit 1999 ist seine Sammlung Be standteil der römischen Collezione di giocattoli antichi (Sammlung his - torischer Spielzeuge), die zu den weltgrößten ihrer Art zählt.

Literatur:

Amy F. Ogata, Susan Weber, Swedish Wooden Toys, 2014, in Deutschland zu beziehen über Frölich & Kaufmann oder über das Bard Graduate Center, in englischer Sprache

Die Eleganz des Einfachen: Ulf Hanses entwarf 1984 das erste Spielzeugauto für das seinerzeit soeben gegründete Unternehmen Playsam. Der „Stream liner“ (H 7 cm, L 13,5 cm) bekam in den folgenden Jahren noch viele nette Verwandte


Der Schaukelhase von Björn Dahlström wurde 2007 vorgestellt. Mit einer Höhe von 80 Zentimetern ist er um einiges niedriger als klassische Schaukelpferde. Mühelos können sich Kleinkinder in seinen Sattel schwingen


Hurra, es ist ein Mädchen! Den Kinderwagen aus 2006 von Dennis Ingemansson gibt es aber auch in hellblau – oder in neutralem Weiß


„Dachsie“ – hier in seiner jüngsten Version – bezau - bert Kinder seit Ende der 1950er-Jahre


Foto: Brio

Alle Fotos: Bukowskis Auktioner AB

Fotos: Brio

Foto: © Micki leksaker AB, Gemla

Fotos: Bukowskis Auktioner AB

Alle Fotos: Playsam

Foto: Brio