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HOME ENTERTA INMENT: A QUIET PLACE 4K UHD


video - epaper ⋅ Ausgabe 10/2018 vom 07.09.2018

John Krasinski schafft in seinem „A Quiet Place“ das, was viele Horror-Genre-Filme nicht erreichen: Nervenzerrende Spannung. Besonderes Highlight der Disc ist die herausragende Dolby-Atmos-Tonspur. Dafür vergeben wir unser Qualitäts-Siegel für die Tonqualität.


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Bildquelle: video, Ausgabe 10/2018

Die Blu-ray hat eine leichte Tendenz zum gelb-grünlichen Bild.


Die UHD hat wärmere Farben und neutralisiert den Grün-Gelb-Stich.


Das Jahr 2020: Die Erde wurde vor drei Monaten von Aliens überrannt, die fast alles menschliche Leben vernichtet haben. Mit einem überirdischen Gehör ausgestattet, reagieren sie auf jedes Geräusch, sodass die einzige ...

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... Überlebenschance darin besteht, keinen Mucks von sich zu geben. Evelyn und Lee Abbott verlieren genau deshalb Sohn Beau und ziehen sich mit ihren zwei verbliebenen Kindern noch mehr auf ihre Farm zurück. Ein Jahr später erwartet Evelyn erneut ein Baby und man bereitet sich mit allen möglichen Vorsichtsmaßnahmen auf die Niederkunft vor.

„A Quiet Place“ entstand, weil die Autoren Bryan Woods und Scott Beck die Stummfilme der 20er-Jahre lieben. Ein Film, bei dem nicht (oder nur wenig) gesprochen wird – das war ihr Plan. Und das konnten sie am besten in einem Horrorfilm umsetzen. Dass ihnen und Regisseur/Hauptdarsteller John Krasinski damit ein absoluter Nägelkauer gelungen ist, liegt nicht nur an der hervorragenden Besetzung, sondern vor allem an den atmosphärischen Bildern und den Soundeffekten. Krasinski zieht den Zuschauer unwillkürlich in den Film hinein. Wenn jedes Geräusch den Tod bedeuten könnte, wie soll man da noch ein „normales“ Leben führen? „A Quiet Place“ findet dafür erstaunlich smarte Lösungen und kann zudem auf grandios umgesetzte Aliens sowie phänomenale Soundeffekte vetrauen.

Für einen großen Anteil des Grusels in „A Quiet Place“ ist nicht zuletzt der Ton zuständig. Die Dolby-Atmos-Fassung setzt in Sachen Räumlichkeit, Ortbarkeit und Dynamik Maßstäbe. Schon die reguläre Surroundebene nutzt großartige Effekte wie das Funkgerät von Lee oder das Rauschen des Windes. Auch die Schreie hinter dem Wasserfall oder das Umstoßen der Laterne gelangen innovativ und perfekt zum Zuhörer. Etwa nach einer Viertelstunde kommt dann die obere Ebene dazu, wenn Evelyn das Mobile aufhängt. Richtig fesselnd wird es, wenn erstmals Geräusche über der Wohnstube zu hören sind. Wirklich genial sind dann die Klacker- und Klickgeräusche der Aliens, wenn sie eine Etage höher ihr Unwesen treiben. Hochskaliert von einem 2K Digital Intermediate liefert die UHD bildtechnisch zwar kein natives 4K, dafür aber durchweg scharfe Close-ups. Die höhere Bilddynamik liegt in HDR10 und Dolby Vision vor, wobei zwischen beiden relativ geringe Abstufungen zu beobachten sind. Das Bonusmaterial von „A Quiet Place“ liefert insgesamt drei Featurettes, in denen das Skript erklärt wird und auch der innovative Sound sowie die Arbeit an den Alien-CGIs vorgestellt werden.

I TONYA

1994 wurde die Eiskunstläuferin Tonya Harding weltberühmt, als ihre Verstrickungen in den gewaltsamen Angriff auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan publik wurden. „I Tonya“ zeichnet nun das Leben einer der schillerndsten Profisportlerinnen der Geschichte nach. Regisseur Mike Gillespie arbeitet sich dabei aber nicht einfach träge an einigen wichtigen Momenten Hardings ab, sondern entwirft stattdessen einen gleichermaßen beeindruckenden wie grotestken Film irgendwo zwischen Biopic und absurder Gangsterkomödie. Während die junge Tonya dabei von Beginn an keineswegs als feingeistige Intellektuelle eingeführt wird, wirkt sie vor der Parade an männlichen Vollidioten, die sich schon bald daranmacht, ihr Leben vollständig gegen die Wand zu fahren, mitunter wie ein Schiff, das in dem Meer aus Wahnsinn, das sie umgibt, eigentlich nur kentern kann. Kunstvoll hält der Film dabei stets die Balance zwischen absurder Komik und nachvollziehbarer Dramatik. Das Bild der Disc ist zwar recht grobkörnig und rauscht ordentlich, das passt aber immerhin recht gut zum 80er-Jahre-Look des Films.
„I Tonya“ ist der klassische Fall einer Geschichte, die so skurril ist, dass, wenn sie nicht tatsächlich so passiert wäre, man sie im Leben nicht glauben würde. Mit einem herausragendem Cast und nahezu perfekter Inszenierung ist dieser Film ein absolutes Highlight des Jahres.

PACIFIC RIM UPRI SING 4K UHD

Die UHD intensiviert den Kontrasteindruck und bietet kräftigere Farben.


Die Blu-ray ist heller und weniger farbig.


Zehn Jahre nach der großen Verwüstung aus Teil 1 gibt es in „Pacific Rim: Uprising“ noch immer Territorien, die brachliegen. Dort handelt Jake Pentecost illegal mit Schrott-Teilen der Jaeger. Doch als eine dieser Maschinen Amok zu laufen scheint, bietet man ihm an, wieder ins Programm der Piloten aufgenommen zu werden. Dass er bald wie sein Vater für die Rettung der Welt kämpfen wird, weiß er dann noch nicht. Die UHD von „Pacific Rim: Uprising“ kommt zwar „nur“ mit einem vom 2K hochskalierten Digital Intermediate, liefert aber neben HDR10 auch Dolby Vision und natürlich auch einen erweiterten Farbraum. Bis auf wenige Einstellungen, bei denen der Kontrast auf Gesichtern etwas zu steil ist, ist das Bild der 4K-Scheibe fast makellos. Dazu kommt eine Bildruhe, die ihresgleichen sucht und ein hervorragendes Upscaling, das jederzeit scharfe Bilder liefert. Damit hat „Pacific Rim: Uprising“ sich unser Bildsiegel redlich verdient.

BETTER CALL SAUL - STAFFEL 4

Für die einigen wenigen, die bis heute tatsächlich noch nichts von einem der Vorzeigeprojekte von Netflix gehört haben: „Better Call Saul“ erzählt die Vorgeschichte des cleveren und moralisch extrem flexiblen Anwalts Saul Goodmann (weiterhin großartig: Bob Odenkirk) aus der Erfolgsserie „Breaking Bad“. Dieser ist hier noch unter seinem bürgerlichen Namen James McGill unterwegs und führt – die meiste Zeit – ein noch recht solides Leben. Zum Ende der dritten Staffel eskalierte jedoch der sich lange aufbauende Streit der zwei Brüder James und Charles. Jimmys älterer Bruder nahm sich selbst das Leben, wodurch ein weiterer Schritt auf Jimmys moralischem Abstieg deutlich wird.

„Better Call Saul“ geht auch in Staffel 4 in allen wichtigen Bereichen weiterhin konsequent seinen eigenen Weg. Die Inszenierung bleibt eigenwillig, die Kameraperspektiven frisch und kreativ und die Erzählung verzichtet durchgehend auf altbackene Klischees. Dem ein oder anderen mag dabei das Begleiten dieser Charaktere durch ihren Alltag, der eben nicht nur aus wilden Verfolgungsjagden und Drogendeals besteht, mitunter zu eintöntig erscheinen, wer sich jedoch auf diese Art eines auch etwas längeren Erzählbogens einlässt, der wird mit einer der derzeit besten Serien belohnt.

DEATH WISH 4K UH D

Paul Kersey ist ein guter Chirurg mit einer glücklichen Familie. Eines Nachts jedoch werden Frau und Kind zu Hause überfallen und landen in seinem eigenen Krankenhaus. Während für die Angetraute jede Hilfe zu spät kommt, fällt die Tochter ins Koma. Weil die Polizei massiv überfordert ist, setzt Paul auf Eigeninitiative. Der Zufall will es, dass er einige Gangster auf frischer Tat ertappt und vor laufender Handy-Kamera richtet. Fortan ist er für die Öffentlichkeit der Grim Reaper – der mutige Kerl, der das Verbrechen in der Stadt bekämpft. Gore-Spezialist Eli Roth („Hostel“) nahm sich das Charles-Bronson-Original „Ein Mann sieht rot“ vor und packte es in zeitgemäße Bilder und einen neuen Kontext. Während Kersey ein wenig zufällig in seine Vebrechens-Bekämpfungs-Situation gerät, feiern die Medien und sozialen Netzwerke ihn als Helden. Natürlich ist das nicht tiefschürfend, vermittelt dem Film aber mehr Substanz, als man denken könnte. „Death Wish“ kommt zwar nur über ein 2K-Digital-Intermediate auf die 4K Ultra-HD. Dennoch: Das Bild ist hervorragend: Farben sind warm und überstrahlen zu keiner Zeit. Der Kontrastumfang ist immens, wobei HDR10 meist ausgewogener wirkt als das etwas übertriebene Dolby Vision, das die UHD ebenfalls liefert. Schärfe und Auflösung sind durchweg sehr gut – egal, ob in Close-ups oder in Halbtotalen. Der Ton liegt auf BD und UHD in dts-HD-Master vor. Leider sind die Dialoge sowie die Musikszenen etwas muffig und dröhnig. Wunderbar vertont sind allerdings die vielen Schüsse, die knallhart und effektvoll rüberkommen.

GAME NIGHT

Nachdem es zwischen Max (Jason Bateman) und Annie (Rachel McAdams) bei einem Kneipenquiz mächtig gefunkt hat, stellt das Paar schnell fest: Spiele jeglicher Art sind genau ihr Ding. Regelmäßig treffen sie sich mit Freunden zum Spieleabend und legen dabei stets besonderen Ehrgeiz an den Tag, meist mit Erfolg. Weniger erfolgreich schlägt sich Max im ewigen Geschwisterkampf mit seinem Bruder Brooks (Kyle Chandler). Der reiche Geschäftsmann ist der Grund für Max‘ Komplexe, die nicht weniger diewerden, als Brooks zum eigenen Spielabend einlädt. Statt gewöhnlicher Gesellschaftsspiele steht dabei ein spektakulärer Krimi-Abend mit bezahlten Schauspielern auf dem Plan. Als stattdessen jedoch echte Gangster auftauchen, ist dies der Anfang einer ereignisreichen Nacht voller turbulenter Verwicklungen. Mit viel Verve präsentieren die Regisseure John Francis Daley und Jonathan Goldstein eine schwarze Komödie, die neben kreativen Inszenierungsideen auch bestens aufgelegte Darsteller und viele gute Gags bietet. Die technische Umsetzung ist ordentlich.

Genre: Komödie

Die klassische Unterscheidung zwischen Tragödie und Komödie geht bis zum heutigen Tag auf den griechischen Philosophen Aristoteles und seine „Poetik“ zurück. Hierin legt dieser fest, es komme allein auf den Ausgang einer Geschichte an. Eine Erzählung mag noch so traurig und deprimierend sein, ist ihr Ende positiv, handelt es sich um eine Komödie, ebenso wie eine Geschichte noch so heiter und fröhlich sein mag, endet sie schlecht, ist es eine Tragödie. Der amerikanische Komiker Mel Brooks ging dagegen stets von einer etwas simpleren Unterscheidung aus: „Eine Tragödie ist es, wenn ich mir in den Finger schneide.
Ein Komödie dagegen ist es, wenn Du in eine Grube fällst und stirbst.“

DER SEX PAKT

Dass sich einer der kurzen Making-of-Beiträge aus den Extras allein der richtigen Darstellung von Erbrochenem im Film widmet, wobei Regisseurin Kay Cannon betont, wie wichtig ihr Farbe und Konsistenz waren, sagt alles über diese witzlose High-School-Komödie. Falsche Prioritäten zeigen sich in allen Bereichen: Charaktere und Story sind unglaubwürdig, gute Gags und lustige Sprüche fehlen, weder Regie noch Schauspiel überzeugen. Aus der Geschichte dreier Schülerinnen, die beim Versuch, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, von besorgten Eltern verfolgt werden, hätte eine witzige Teenie-Klamotte werden können, die sogar interessante Fragen zu Erwachsenwerden und Sexualmoral stellt. Stattdessen gibt es Langeweile und miesen Fäkalhumor.

DISENCHANTMENT

Eine Prinzessin, die nicht verheiratet werden will, ein Elf, der aus seinem behüteten Zuhause ausbricht, und ein Dämon, der nur Unsinn im Schilde führt. Das sind die Hauptfiguren der neuen Zeichentrickserie von Matt Groening, die exklusiv bei Netflix verfügbar ist. Nachdem der „Simpsons“-Erfinder bereits mit „Futurama“ eine andere Richtung eingeschlagen und eine brillante Sci-Fi-Parodie abgeliefert hatte, widmet sich Groening nun der Fantasy. Dabei richten sich die abgedrehten Abenteuer im Königreich Dreamland noch deutlicher an ein erwachsenes Publikum als die Geschichten aus Springfield und Neu New York. Immer wieder gibt es sexuelle Anspielungen, blutige Szenen und Themen wie Alkohol- und Drogenkonsum. Allerdings werden diese nie in der Derbheit eines „Family Guy“ oder „South Park“ serviert, sondern eher überlegt eingesetzt. Leider gelingt es den Autoren nicht annähernd, das Potenzial des Settings auszunutzen. Das ist in Zeiten erfolgreicher Fantasy-Massenthemen wie „World of Warcraft“, „Der Herr der Ringe“ und „Game of Thrones“ ebenso verwunderlich wie enttäuschend. Statt in hoher Schlagzahl Dutzende Anspielungen auf die vielen bekannten Motive und Figuren des Genres abzufeuern, gibt es zumindest in den ersten 10 Folgen immer wieder Längen und wenig kreative Geschichten wie eine Parodie auf „Hänsel und Gretel“. So ist die Serie zwar kurzweilig, unterhaltsam und technisch wunderbar umgesetzt, aber von der Genialität der frühen „Simspons“- und „Futurama“-Staffeln weit entfernt.

UNSANE

Sawyer Valentini hat einen lukrativen Job weit weg von der Heimat angenommen. Doch dann erleidet sie plötzlich eine Panikattacke. Als sie dies analysieren lassen will, landet sie unvermittelt in der geschlossenen Anstalt. Dort meint sie, in einem Wärter einen Stalker zu erkennen, der sie vor Jahren lange belästigt hatte. Während die Ärzte Wahnvorstellungen diagnostizieren, weiß Sawyer bald selbst nicht mehr, ob sie sich trauen kann… Steven Soderbergh inszeniert mit „Unsane“ zwar einerseits seinen geradlinigsten Film, verzichtet aber nicht auf ein Experiment: Sein durchweg spannender und mit hitchcock‘schem Thrill angereicherter Film wurde komplett mit einem iPhone gedreht. Er selbst übernahm unter einem Pseudonym die „Kameraarbeit“ und erreicht durch die Mobilfon-Optik mit ungewohnten Einstellungen und Schwenks eine sehr unmittelbare Atmosphäre. Das ist immer extrem nahe an den Akteuren, selbst wenn die (wie die Hauptfigur) nicht immer sympathisch rüberkommen. Technisch gesehen ist das allerdings nur bedingt nachahmenswert. Allein das Bildformat von 1,56:1 ist bereits ungewöhnlich und wirkt wie Pantoffelkino. Dazu werden die Defizite eines Handys deutlich sichtbar: Helle Bereiche überstrahlen, in dunklen Szenen nimmt das Korn massiv zu und die Schärfe ist nur dann gut, wenn Bildschirme eines PCs abgefilmt werden. Bisweilen sieht man zudem schon bei gut ausgeleuchteten Gesichtern Farbrauschen. Besser macht es der Ton, der natürlich nicht aus dem iPhone kommt. Hier wurde professionell gearbeitet und abgemischt, was für klare Dialoge und vereinzelte direktionale Effekte sorgt. Im Bonusmaterial von Unsane gibt’s das vier Minuten lange Featurette „Unsanity“, das ein wenig hinter die „Kamera“ blickt und zeigt, wie Soderbergh mit dem Mobiltelefon filmte.

THE DEATH OF STALIN

Die Polit-Satire von Regisseur Armando Iannucci („Veep“) verarbeitet historische Ereignisse aus dem Jahr 1953, die sich so oder so ähnlich infolge des Todes von Josef Stalin zugetragen haben sollen. Als das sowjetische Staatsoberhaupt verstirbt, beginnt unter den engsten Vertrauten des Diktators, allen voran Nikita Chruschtschow (Steve Buscemi) und Lawrenti Beria (Simon Russell Beale), ein Intrigenspiel um die Nachfolge. Der Terror der Stalinschen Säuberungen als schwarze Komödie – kann das funktionieren? Bedingt. Zwar führt der Film die geradezu absurde Willkür der Herrschenden und den Schrecken der Zeit sehr eindringlich vor Augen, doch die Gegensätze in der Darstellung sind mitunter so extrem, dass sich kein stimmiges Gesamtbild ergeben mag. Situationskomik und beinahe slapstickhafte Momente wechseln sich ab mit bedrückenden und hochdramatisch inszenierten Szenen, die von epochaler Filmmusik untermalt sind. Dabei bleibt stets unklar, ob der Zuschauer über all das lauthals lachen oder ernsthaft bestürzt sein soll. Immerhin: Die Geschichte ist äußerst spannend und die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank hervorragend. Technisch ist die Blu-ray-Veröffentlichung dem Genre angemessen. Zusätzliche Szenen, Interviews und ein Audiokommentar sind nette Extras. Noch besser wäre allerdings ein Experten-Beitrag gewesen, der die Filmhandlung im Vergleich zu den wahren Begebenheiten einordnet.

LADY BIRD

Die 17-Jährige Christine McPherson (Saoirse Ronan) hat sich in einer ihrer zahlreichen rebellischen Anwandlungen selbst den Namen Lady Bird gegeben und träumt davon, trotz mittelmäßiger Noten ihre biedere Heimat so schnell wie möglich hinter sich zu lassen, um auf einem renommierten College an der Ostküste Kunst, Kultur und vor allem endlich das richtige Leben kennenzulernen. Für ihre Mutter (Laurie Metcalf), die als Krankenschwester fast täglich Doppelschichten schiebt, um die Familie finanziell über Wasser zu halten, klingen diese großspurigen Vorhaben allerdings wie blanker Hohn. „Lady Bird“ zeigt Christines letztes Jahr auf der Highschool, ihre erste Liebe, vor allem aber ihre ständigen Streitereien mit ihrer Mutter. Dabei zeichnet Regisseurin Greta Gerwick ihre beiden wichtigsten Figuren jedoch nie wie wild gewordene Furien, sondern zeigt ein feinfühliges Drama, das zwischen Komik und Tragik schwankt. Das Bild der Disc ist leider unterdurchschnittlich. Der Ton fängt dafür alle Dialoge sauber und gut ein. Dabei weiß man in jeder Sekunde und jedem Satz um die Verbundenheit, die Mutter und Tochter füreinander empfinden, und wünscht diesen beiden Sturköpfen so auch nichts mehr, als dass sie alles irgendwie hinbekommen. Unterm Strich ist „Lady Bird“ ein hervorragender Film über das Erwachsenwerden und darüber hinaus vielleicht sogar eine der besten Mutter-Tochter-Geschichten überhaupt. Ganz sicher aber ist er einer der stärksten Independent-Filme der letzten Jahre.

THE FLORIDA PROJECT

Der Begiff der „Projects“ bezeichnet im amerikanischen Englisch einen Komplex von Sozialbauten. Häufig sind Armut, Drogen und Gewalt hier die einzigen wirklichen Konstanten. „The Florida Project“ stellt dabei aber weniger Not und Leid in den Mittelpunkt, sondern zeichnet stattdessen ein Sozialporträt, in dem die Protagonisten vor allem versuchen, aus dem Wenigen, was sie haben, das Beste zu machen. Das gelingt dem Film besonders auch deshalb so gut, da er vor allem die Perspektive der sechsjährigen Moonee und ihrer gleichaltrigen Freunde in den Mittelpunkt stellt, aus deren Sicht viele der Einschränkungen, die ihr Leben auszeichnen, wenn überhaupt nur wie kleinere Unannehmlichkeiten, zumeist aber sogar wie spannende Herausforderungen erscheinen. Das Bild der Disc bietet guten Blu-ray-Durchschnitt ohne große Fehler. Der Ton kommt dagegen, gerade wenn drei oder vier der Kiddies durcheinanderschreien, doch ab und an an seine Grenzen. Regisseur Sean Baker schlachtet die Thematik des Lebens am Existenzminimum in „The Florida Project“ dabei in keinem Moment rührselig aus, sondern wirft stattdessen einen dokumentarischen und unverstellten Blick auf einen abseitigen Mikrokosmos im aktuellen Amerika, bei dem der Dreck und die Plackereien des Alltags zwar stets deutlich zu sehen sind, Schutt und Schweiß jedoch auch auch oft genug in einen berauschenden rosafarbenen Sonnenuntergang getaucht werden.

REVENGE

Das Genre des Rape&Revenge-Films steht von vornherein nicht unbedingt im Verdacht, viel Wert auf Anspruch und Zurückhaltung zu legen. Hier geht es stattdessen um die schnelle Befriedingung der niedrigsten Triebe. Auch„Revenge“ bildet dabei keine Ausnahme, sondern treibt das Genre-Credo in 108 extrem blutigen Minuten vielmehr auf die Spitze. Die junge Jen ist ein Bilderbuch-Püppchen. Im Luxusdomizil ihres Geliebten Richard träumt sie von einer Filmkarriere. Die nahe Zukunft hat fürJen jedoch ganz andere Pläne. Erst wird sie zum Opfer einer Vergewaltigung durch Richards Geschäftspartner und dann lässt sie ihr mittlerweile weit weniger charmanter Lover in der Wüste zum Sterben zurück. Allerdings ist Jen keineswegs so einfältig und schwach, wie es zunächst den Anschein hatte. Zwischen Traumvilla und Wüstensand beginnt im Folgenden ein erbitterter Kampf ums Überleben, bei dem die teils hanebüchene Handlung schon bald soweit von Realismus entfernt ist, wie es die deutsche Nationalmannschaft diesen Sommer vom WM-Titel war. Die starke Kameraführung und besonders der hervorragende Schnitt sorgen jedoch dafür, dass ohnehin kaum Zeit bleibt, sich über die zahlreichen Ungereimtheiten allzu viele Gedanken zu machen. Dazu überzeugt das knallig bunte Bild der Disc durchgehend. Leider ist die deutsche Tonspur nicht immer lippensynchron und auch die Stimmen der deutschen Sprecher wollen nicht recht zu den Figuren passen. Schlussendlich bietet der französische Rape-&-Revenge-Kracher „Revenge“ mit jeder Menge Sex und Gewalt viel brutalen und dreckigen Spaß – nie subtil oder auf eine echte Aussage aus, dafür aber extrem stylish, konsequent und äußerst unterhaltsam.

DAS ZEITRÄTSEL

Wenn man dieser Tage über Disney spricht, spricht man fast zwangsläufig von Erfolg. Egal ob mit dem „Star-Wars“-Franchise oder den Superhelden aus dem Marvel-Universum, nahezu jeder neue Disney-Film bietet gute Unterhaltung und nicht zuletzt ein dickes Finanz-Plus für das Unternehmen. Dass jede Erfolgshistorie aber auch ihre Ausnahmen hat, zeigt nun jedoch der Millionen-Dollar-Flop „Das Zeiträtsel“. Die 13-jährige Meg ist zum Außenseiter geworden, nachdem ihr Vater vor vier Jahren bei einem physikalischen Experiment mit einem Mal spurlos verschwand. Als ihr hochbegabter kleiner Bruder eines Tages drei seltsam gekleidete Damen anschleppt, die behaupten, ihr Vater würde am anderen Ende der Galaxie noch immer leben, beginnt für Meg eine Odyssee durch Raum und Zeit. Die Story wirkt dabei von Beginn an wirr und zusammenhangslos. Man hüpft von einem Planeten zum nächsten, während irgendetwas Böses, das nur mit „Es“ betitelt wird, versucht, das alles zu verhindern. Ungewöhnlich ist dabei vor allem, wie oft ein Disney-Film dabei auch auf emotionaler Ebene die falschen Töne trifft, da die Figuren belanglos und ihr Empfinden für den Zuschauer weitestgehend egal bleiben. Wie wenig Vertrauen Disney nach dem Scheitern von „Das Zeiträtsel“ in den Kinos noch hatte, sieht man auch daran, dass man dem Film nicht nur eine UHD und 3D, sondern sogar noch die Standard Blu-ray-Veröffentlichung verweigerte und den Film nun lediglich als DVD mit entsprechend fadem Bild und Ton herausbringt.

LUCKY

Am 15. September 2017 verstarb Harry Dean Stanton im Alter von 91 Jahren. In seinem letzten Film „Lucky“ bringt er ein letztes Mal seine beachtliche Bühnenpräsenz auf die Leinwand. Auch wenn „Lucky“ dabei etwas schwerfällig in Gang kommt, bietet der Film gerade in der zweiten Hälfte doch noch einige atmosphärisch sehr starke Szenen.

Außerdem erschienen:

1. Crow – Rächer des Waldes
2. Death of Superman
3. Der Großstadt-Lügner
4. Die kleine Hexe
5. Die Spur
6. Gringo
7. Hot Dog
8. Inside
9. Jack Reacher 4K
10. Jawbone
11. Luna
12. Origin Unkown
13. Private Eyes – Staffel 1
14. Red Dog – Mein treuer Freund
15. Terra X: Blaues Wunder Pazifik
16. The Cabin in the Woods (Mediabook)
17. The End?
18. The Equalizer 4K
19. The Wilde Wedding
20. Thelma
21. Tucker & Dale vs. Evil (Mediabook)
22. Vor uns das Meer
23. Wer ist Daddy?


Bilder: Timo Wolters, Hersteller