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HOMESTORY MAIKE MENDE: In der Ruhe liegt die Kraft


Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 90/2018 vom 10.08.2018

Erfolgreich, sympathisch und auf dem Boden geblieben – das ist Maike Mende. Die 20-Jährige ist froh, ihrHobby zum Beruf gemacht zu haben. Sie liebt es, jeden Tagin den Sattel zu steigen und sich neuen Herausforderungen zu stellen


Artikelbild für den Artikel "HOMESTORY MAIKE MENDE: In der Ruhe liegt die Kraft" aus der Ausgabe 90/2018 von Mein Pferd. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 90/2018

Mit einem strahlenden Lächeln begegnet Maike allen Menschen und Tieren


Mit nahezu unsichtbaren Hilfen versammelt die 20-jährige Reiterin den Schimmel Quicksilver


Neben der Wiese des Ponyhengstes befindet sich ein Apfelbaum, sodass braves Benehmen manchmal mit einer Leckerei belohnt wird


Mit einem sympathischen Lächeln und einer unfassbar ruhigen Ausstrahlung begrüßt uns Maike ...

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... Mende an einem sonnigen Julitag auf ihrem Hof in der Nähe von Münster (www.dressurstall-mende.de). Seit Anfang 2015 betreibt die 20-Jährige die gepachtete Anlage mit tatkräftiger Unterstützung ihrer ganzen Familie sowie zwei Angestellten. Maike erteilt Reitunterricht und bietet umfangreichen Beritt sowohl für Pferde als auch Ponys an. Außer den Pferden leben hier noch die drei Hunde der Familie Mende: Die beiden Parson Russel Terrier Jemma und Luna toben gemeinsam mit der silberfarbenen Labradorhündin Amy munter über den Hof.

Trotz ihres jungen Alters kann Maike schon unzählige Siege, Platzierungen und Titel nachweisen: Deutsche Meisterin, Mannschaftseuropameisterin, Westfalenchampion, Weltmeisterin bei den sechsjährigen Dressurponys – um nur einige davon zu nennen. Bei all diesen Erfolgen ist die sympathische Blondine dennoch auf dem Boden geblieben, arbeitet hart und verliert dabei nie ihre gute Laune. In ihrem Alter sind viele junge Menschen noch auf der Suche nach dem richtigen Beruf und versuchen ihre Ziele im Leben zu definieren – nicht Maike: Bereits in ihren jungen Jahren weiß sie ganz genau, was sie will, und zwar ihren eigenen Berittstall leiten, Jungpferde ausbilden und auch bei den großen Touren erfolgreich unterwegs sein. Trotz des vollen Trainingsplans und ihrer Leistungsansprüchen verliert Maike einen wichtigen Punkt dabei nie aus den Augen: „Das Wohl der Pferde liegt mir besonders am Herzen. Das sagt sich zwar einfach, aber bei uns wird es auch gelebt: Alle Pferde, auch die Hengste, kommen täglich auf die Wiese oder einen Paddock und werden ihren Möglichkeiten entsprechend schonend ausgebildet. Nur wenn eine artgerechte Haltung gegeben ist, können die Pferde auch die geforderten Leistungen erbringen.“

Bei Maikes Erfolgsliste in diesem jungen Alter vermutet man häufig eine große, pferdeverrückte Familie mit einem eigenen Reitstall, die schon früh hinter der Förderung der reiterlichen Karriere steht. Bei Maike lief dies etwas anders, erzählt ihre Mutter Anke: „Wir sind nicht die typische Reiterfamilie, bei denen die Töchter bereits als Kinder mehrere hoch ausgebildete Pferde zur Verfügung hatten. Ich bin selbst früher geritten, und fand es natürlich auch toll, als meine Töchter Saskia und Maike mit dem Reiten begonnen haben und auch erfolgreich auf Turnieren unterwegs waren. Aber die beiden mussten sich alle Erfolge selbst erarbeiten, da sie zunächst keine Ausnahmepferde zur Verfügung hatten.“

Um etwas Abwechslung in den Trainingsalltag zu bringen, geht Maike gerne zum Abkühlen rund um die Anlage eine Schrittrunde


Reiten als Job – Maike hat sich einen Traum erfüllt


Das Leben ist doch ein Ponyhof

Maike war als Kind ein typisches Pferdemädchen: Alles was sie wollte war reiten. Zunächst ritt sie Ponys, erst Springen, dann Dressur. Und dabei ist es auch geblieben: Maike vertrat in den Ponyklassen bereits mehrfach Deutschland. Die Ponys haben es ihr irgendwie angetan: Nicht nur, dass sie ihre bislang größten Erfolge auf den kleinen Vertretern feierte, sie ist auch von deren Charakter begeistert: „Natürlich ist ein Pony wie Desert Rose einfach nur unglaublich. (Anmerkung der Redaktion: Mit Desert Rose sicherte sich Maike Mende den Titel bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften sowie Mannschaftsgold bei den Europameisterschaften der Ponys.) Ich finde es schade, dass viele Reiter auf die Ponys herabschauen, da diese in meinen Augen dieselben Leistungen wie die Großen erbringen können. Hat man ein Pony auf seiner Seite, hat man einen Sportpartner fürs Leben.“ Aus diesem Grund freut sich Maike auch immer über Ponys, die sie in den Beritt bekommt, wie den wunderhübschen Falbponyhengst Giotto.

Der Abschied von Desert Rose fiel Maike sehr schwer, war jedoch unausweichlich, da Maike keine Pony-Turniere mehr reiten durfte. Allerdings erinnert sie sich immer noch gerne an den gemeinsamen, letzten großen Auftritt mit der hübschen Fuchsstute: „Die Deutsche Meisterschaft in der Pony Dressur war mein letztes Turnier mit Desert Rose und gleichzeitig mein größter Erfolg, obwohl das in dem Moment kaum jemand geglaubt hätte. Nur zwei Wochen vorher fand die Europameisterschaft statt. Bei dieser trat ich als Favoritin an, jedoch war dann irgendwie an dem Tag der Wurm drin. Umso größer war die Freude, als ich überraschend mit einem fehlerfreien Wahnsinnsritt Deutsche Meisterin in meinem letzten Jahr in der Pony-Klasse wurde.“ Desert Rose hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Maike heute da ist, wo sie ist – die Wertschätzung der Reiterin für dieses Pony wird unter anderem durch ein großes Portrait in der Reithalle deutlich.

Wie von Zauberhand

Während unseres Besuchs strahlen Maike und die Sonne um die Wette, und bei dem anschließenden tollen Training der jungen Dressurreiterin, können wir nicht anders als mitzustrahlen. Zunächst reitet Maike die sechsjährige Stute First Class, die von Fürstenball abstammt. Maike reitet die Stute bereits seit drei Jahren mit Unterbrechungen und hat sie solide und sanft ausgebildet, sodass sie bereits ihre ersten M-Dressuren gewinnen konnte. Sobald Maike in den Sattel steigt, fällt eines auf: Sie besitzt eine unglaubliche Geduld und strahlt absolute Ruhe aus. Auch, als sich die junge Stute kurz erschreckt, weil unser Fotograf hinter einem Busch auf der Suche nach dem perfekten Motiv ist, lässt Maike sich nicht aus dem Konzept bringen, lacht, klopft die Stute aufmunternd am Hals und reitet weiter. „Ich finde es total spannend Jungpferde auf ihrem Weg die Ausbildungsskala hinauf zu begleiten. Und jedes Pferd ist eine Herausforderung – im positiven Sinne. Schließlich muss man sich auf jedes Pferd individuell einstellen, ähnlich wie bei Menschen“, erzählt die Dressurreiterin. Damit sie sich auf jedes Pferd konzentrieren kann, nimmt sie höchstens zehn Berittpferde auf.

Mit dem zehnjährigen Qicksilver konnte Maike bereits eine S***-Prüfung gewinnen


„Maike reitet jedes Pferd mit einer Ruhe, als hätte sie den ganzen Tag Zeit“, erzählt ihr Vater, der seiner Tochter gerne beim Reiten zuschaut und an dem heißen Tag immer mal mit einem Kaltgetränk versorgt. In vielen Ställen dauert der Beritt eines Pferdes effektiv eine halbe Stunde, zuvor und anschließend ist das Pferd eventuell in der Führmaschine gewesen. „Ein solches Konzept kommt für mich nicht in Frage, da ich finde, dass der Schritt eine unglaublich wichtige Gangart ist, und damit meine ich den Schritt unterm Sattel. Außerdem sollte man sich ausreichend Zeit für jedes Pferd nehmen, da Pausen im Training zum Erfolg beitragen“, so Maike.

Auch bei dem zweiten Berittpferd an diesem Tag, dem zehnjährigen Quicksilver mit Grand-Prix-Erfolgen, fällt die feine Reitweise der jungen Dressurreiterin auf: Der große Schimmel tanzt förmlich wie von Zauberhand über den großen Außenplatz – Piaffen, Passagen und Einergaloppwechsel sehen plötzlich kinderleicht aus. Trotz des warmen Wetters und der anspruchsvollen Lektionen sieht das Pferd entspannt und motiviert aus, ohne unzufriedenes Schweifschlagen oder Aufsperren des Mauls – wie es leider teilweise immer noch auf den Dressurplätzen dieser Welt zu sehen ist. Maike legt sehr viel Wert auf eine weiche Hand und reitet mit einer konstanten aber federleichten Zügelverbindung: „Bei einem der letzten Turniere hat ein Richter mich schlechter benotet, weil der Kandarenzügel für seinen Geschmack nicht straff genug war. Ehrlich gesagt ist das jedoch nicht die Reitweise, die ich anstrebe. Daher war diese Kritik nicht weiter schlimm für mich. Ärgerlich war nur, dass ich trotz eines tollen Ritts und guter Noten der anderen Richter nicht platziert wurde.“

Mit sanfter Zügelhand zeigt Maike der jungen Stute den Weg ins Vorwärts-Abwärts


Damit Pferde eine hohe Leistung erbringen können – und wollen – müssen sie artgerecht und mit viel Bewegungsmöglichkeiten gehalten warden


Im Strandkorb zurücklehnen und bei gutem Wetter entspannen – so lässt sich eine Pause aushalten


Von Träumen und Vorbildern

In der Vergangenheit nahm Maike Reitunterricht bei keiner anderen als der Mannschaftswelt- und Europameisterin Helen Langehanenberg. Diese betreibt eine Anlage nicht weit entfernt, sodass sie auch heute noch in einem freundschaftlichen Verhältnis zueinander stehen. „Helen hat mir unglaublich viel beigebracht, und ich bin froh, dass ich sie beim Training mit Desert Rose damals an meiner Seite hatte“, erzählt Maike. Sicherlich ist es auch für Helen Langehanenberg spannend zu sehen, was aus ihrer ehemaligen Schülerin bereits geworden ist und wo der Weg noch hinführt. Aufgrund ihrer Erfolge, unter anderem zahlreicher Siege und Plat-zierungen bis zur Klasse S***, ist Maike bereits Besitzerin des Goldenen Reitabzeichens, das für besondere Erfolge im Turniersport verliehen wird. „Eine solche Auszeichnung macht mich natürlich stolz, ebenso wie die verschiedenen Siege und Platzierungen. Besonders gefreut haben mich jedoch die drei Tierschutzpreise und der Xenophon-Sonderpreis für pferdegerechtes Abreiten“, strahlt die 20-Jährige. Bei solchen Aussagen zeigt sich ihre tiefe Verbundenheit zum Pferd. Natürlich zählen die Erfolge und sind besonders für eine selbstständige Bereiterin in jungen Jahren ausschlaggebend, jedoch verliert sie dabei nie das Wohl der Tiere aus dem Auge. Maike hat durch harte Arbeit und Talent schon viel erreicht und hat große Pläne für die Zukunft: „Ich habe dieses Jahr bereits eine S***-Prüfung mit Silver gewonnen und in der nächsten Saison würde ich gerne weitere Prüfungen in dieser Klasse starten, hoffentlich mit Erfolg“, lacht sie. „Eine meiner großen Vorbilder ist Uta Gräf, sie reitet ihre Pferde mit viel Losgelassenheit und Lockerheit. Genauso spielend leicht soll eine gute Dressuraufgabe aussehen und sich anfühlen.“

In der anfänglichen Lösungsphase geht es vor allem um die Losgelassenheit …


… wohingegen in der anschließenden Arbeitsphase vermehrt auf die Versammlung und die Kadenz in den Bewegungsabläufen geachtet wird


Wir sind uns sicher, dass man in Zukunft noch viel von der jungen Dressurreiterin Maike Mende, die durch pferdegerechtes Reiten überzeugt, sehen und hören wird.

REITTIPP VON MAIKE MENDE: PAUSEN UND LOBEN NICHT VERGESSEN

Positive Verstärkung duch Loben motiviert das Pferd


„Pferde können nur dann eine sehr gute Leistung erbringen, wenn sie motiviert und konzentriert bei der Arbeit sind. Aus diesem Grund mache ich besonders bei Jungpferden zwischendurch viele Schrittpausen“, so die Dressurreiterin. „Damit Pferde auch in ungewohnter Umgebung immer wieder zur Ruhe kommen, trainiere ich auch das ruhige Stehen. Dabei lobe ich die Pferde viel, wenn sie korrekt und geschlossen stehen können.“ Die meisten Pferde sind nach einer kurzen Pause direkt wieder frischer und motivierter bei der Aufgabe. Besonders etwas zappelige Pferde profitieren von dieser Übung, da sie so lernen, dass Stehenbleiben etwas Positives ist und es mit Lob verknüpfen.

REITTIPP VON MAIKE MENDE: VORWÄRT-ABWÄRTS-REITEN

Locker und beschwingt läuft First Class unter Maike im Vorwärts-Abwärts


Junge Pferde müssen das Vorwärts-Abwärts bereits früh in ihrer Ausbildung lernen. „Bei einem richtig gerittenen Vorwärts-Abwärts wölbt das Pferd den Rücken auf, dehnt sich leicht in die Tiefe und verändert dabei das Tempo in der Gangart nicht“, erklärt Maike. „Pferde profitieren davon, wenn man zwischen versammelten Aufgaben immer wieder kurze Vorwärts-Abwärts-Einheiten einbaut. Das lockert die Muskulatur und bietet Abwechslung für Körper und Geist.“ Dabei bedeutet Vorwärts-Abwärts allerdings nicht, dass das Pferd auf die Vorhand fällt oder davoneilt. „Hat man ein Pferd, dem es schwerfällt, in Selbsthaltung vorwärts-abwärts zu gehen, sollte man dies langsam steigern und zunächst nur kurze Einheiten gestalten“, empfiehlt Maike. „Neigt ein Pferd dazu, sich immer wieder herauszuheben, können halbe Paraden unterstützend wirken, um die richtige Haltung zu erreichen.“