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HOMEWORKERS: OFF ROAD-HOMEWORKERS SEBASTIAN BEINHOFER (TEIL2) -TUBE BUGGY „DISTURBED BEAST“: JEEP-FREAK IN ZWEITER GENERATION (FORTSETZUNG AUS OFF ROAD 9/20)


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 08.09.2020

Die Corona-Not macht erfi nderisch … und so haben wir euch, liebe Leser, vor Kurzem via Facebook dazu aufgerufen, uns diejenigen Kreationen zuzusenden, die in euren Garagen und Werkstätten entstehen. In dieser Ausgabe stellen wir euch den Tube Buggy namens „Disturbed Beast“ (geisteskrankes Biest) von Sebastian Beinhofer vor – übrigens nur eines von drei phantastischen Fahrzeugen, die er sein Eigen nennt …


Artikelbild für den Artikel "HOMEWORKERS: OFF ROAD-HOMEWORKERS SEBASTIAN BEINHOFER (TEIL2) -TUBE BUGGY „DISTURBED BEAST“: JEEP-FREAK IN ZWEITER GENERATION (FORTSETZUNG AUS OFF ROAD 9/20)" aus der Ausgabe 10/2020 von Off Road. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Off Road, Ausgabe 10/2020

Aufbau: sieht noch eher nach Badewanne mit Sitzen aus …


Endlich da: reichlich Power aus 6,2 Litern Hubraum.


Richtfest: Der Rohbau steht, jetzt geht's an die Detailarbeit.


Fertig: ein sehr ...

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Fertig: ein sehr ernstzunehmender Gegner auf den Trophys.


Früh übt sich: Basti schraubt schon als Knirps an Onkels Jeep.


Lohn der Arbeit: Platz 1 auf der Formula Steinbeisser. Noch Fragen?


Tube Buggy? Was soll das denn sein? Na ja – wenn der geneigte Leser nicht gerade aktiv oder passiv am Trophy- oder Rallyesport teilnimmt, bleibt ihm nur die wortwörtliche Übersetzung: Rohr-Buggy. Und damit ist er von der Lösung schon gar nicht mal so weit weg. Gemeint sind Fahrzeuge auf der Basis eines Gitterrohrrahmens, der aufgrund seines geringen Gewichts, seiner Verwindungssteifigkeit und vieler anderer Faktoren (die hier jetzt zu weit führen würden) aus dem Rennsport egal welcher Couleur nicht mehr wegzudenken ist. Ob man so einen Rahmen „von der Stange“ kauft, denselbigen später noch für die eigenen Einsatzzwecke modifiziert oder ihn von Grund auf selber konstruiert und baut – man hat einen immensen Vorteil gegenüber der klassischen Herangehensweise, ein Gebrauchtauto mit Leiterrahmen zu erstehen und dann mühsam mit passenden Komponenten zu versehen: Man ist unendlich frei und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Okay – abgesehen vom Geldbeutel, aber das ist ein anderes Thema. Wie kam also der Basti auf die Idee, sich einem von diesen doch technisch sehr herausfordernden Projekten zu stellen? Ganz einfach: Als großer Freund des Trophy-Sports musste auch er zur Kenntnis nehmen, dass diese Wettbewerbe nur dann mit einer Top-Platzierung abgeschlossen werden können, wenn man sich dem Lauf der Zeit anpasst und mit einem Gitterrohrrahmen-V8 antritt. Also wurde ein Hauptrahmen aus Chromolystahlrohren von einem Spezi gebogen und geschweißt, Basti hat noch einige individuelle Anpassungen und Änderungen im Nachhinein getä-tigt. Auf eine Seilwinden-Aufnahme wurde bewusst verzichtet: Den Trend zum „Ampere-Wettrüsten“ und „Geländeziehen“ will Basti einfach nicht mitgehen. Er steht eher auf die Wettbewerbe in den USA und Skandinavien, bei denen Hubraum, Leistung und fahrerisches Geschick im Vordergrund stehen und nicht, wer die leistungsstärkste Batterie, Lichtmaschine und größte Winde draufhat. Dafür ein ganz persönliches „Chapeau!“ von mir, der den Rallyesport vor vielen Jahren genau deshalb aufgegeben hat, weil ich es leid war, mit täglich abrauchenden Winden-Relais im polnischen Morast auf der legendären „Breslau“ zu versacken, während Hähle, Strasser & Co. mit ihren damals unschlagbaren mechanischen Winden im Groundspeed an mir durch den tiefsten Modder vorbeizogen.

Genug vom Rahmen, schauen wir uns mal den Rest vom Fest an. Als Antriebsmodul kommt der berühmte LS3-Motor von Chevrolet zum Einsatz – bekannt aus dem Camaro SS und der fünften Generation der Corvette C6. Bringt von Haus aus schon 436 Pferde, beim „Disturbed Beast“ sind es zwischen 480 und 500 PS. Die Mehrleistung resultiert aus einer schärferen Nockenwelle, einem nach Bastis Wünschen programmierten Steuergerät (beides made by CoolChevyRace-Parts in Graz), der Reduzierung der Sensoren auf das absolut Nötigste, ohne dreckempfindliche Lamdasonden, die Lüfter werden früher angesteuert. Außerdem wurde die Ansaugspinne um 180 Grad gedreht, somit wohnen der K&N Luftfilter und die Ansaugung jetzt hinter dem Armaturenbrett.
Übertragen wird diese Power durch ein TH400HD-Automatikgetriebe (HD für „Heavy Duty“) mit einem B&M-Drehmomentwandler über einen Atlas2-Verteiler (Übersetzung 3,0:1), veredelt mit einem Eigenbau-Shifter.
Weiter Richtung Räder geht es via jeweils (vorne und hinten) Dynatrac Dana60 mit Chromoly-Steckachsen und 100 %-Sperren (Detroit Locker) mit einer Achsübersetzung von 5,38.

So muss das aussehen: ein dicker V8, umrahmt von feinsten Anbauteilen.


Untenrum: Alles heavy-duty zu bauen, ist Grundvoraussetzung für ein Trophy-Auto.


Cleveres Detail: Um im Wettbewerb die Position der Vorderräder sehen zu können, hat Basti eine Makrolonscheibe zwischen Radhaus und Fahrgastraum verbaut (siehe auch Bild rechts).


Reduce to the max: Der Tube Buggy ist eine reine Fahrmaschine.


Hinterachse: Natürlich auch eine Dana60, gesichert mit Achsfangbändern.


Basti-Design: Rückspiegel im Skull-Style.


Coole Idee: Sensible Bauteile sind in einer eigens konstruierten Box zwischen Motorhaube und Armaturenbrett untergebracht.


Heckansicht: Perfekter Böschungswinkel dank null Überhang.


Alles in allem also ein Gesamtpaket, das dem Fahrer dieses Monstrums zumindest eine Sorge schon einmal abnehmen kann: Dass der mechanische Unterbau der schieren Kraft nicht standhalten könnte und man mit abgescherten Antriebswellen vorzeitig aufgeben muss.
Dass der Tube Buggy außerdem natürlich ein göttliches Federungssystem besitzt, darüber müssen wir hier nicht wirklich reden. Darum nur in aller Kürze: King Coilover-Shocks mit 2,5‘‘-Kolbenstangen und 14‘‘-Travel mehrmals zerlegt und geshimmt, King Bumpstops 4‘‘ (Länge selbst gekürzt auf 6 cm), ebenso mehrfach zerlegt und geshimmt. Viel Arbeit, die sich gelohnt hat! Der Tube Buggy landet besser als ein vollbeladener A380 – ich hab es selber gesehen.
Ich könnte noch endlos weiterschreiben über dieses mehr als bewundernswerte Projekt. Und ziehe meinen Hut vor einem Offroader der nachfolgenden Generation, der Altes und Neues, Tradition und neue Technologien so schön vereint, wie ich es bisher selten gesehen habe! Außerdem ist der Basti gerade Vater geworden und ich gehe definitiv von einer dritten JEEP-Freak-Generation in der Beinhofer-Familie aus!
Aber jetzt konzentriere ich mich auf das Gemeinschaftsprojekt von Basti und seinem Onkel Sigi, einen CJ7 mit 8,2-Liter-V8, über den ihr, liebe Leser, in der kommenden Ausgabe der OFF ROAD mehr erfahren werdet.
T | F Hannes Kollmannsberger

>>> Haben Sie auch ein tolles Projekt und würden es gerne in der OFF ROAD sehen? Dann nichts wie los und schreiben Sie mir eine E-Mail anhk@off-road.de

Wer bin ich?
Sebastian Beinhofer, 32 Jahre

Wo komme ich her?
Aus Grafrath, Bayern

Was mache ich?
Hauptberuflich: Bankkaufmann Leidenschaftlich: „Jeeper und Schrauber“

Längste Reise in einem Geländewagen
Kann ich nicht so genau sagen … mehrere Veranstaltungen in Tschechien, Österreich, Italien

Lieblings-Offroad-Location
Jeepers Meeting (Maggiora, Lago Maggiore, Italien) – größtes JEEP-Treffen Europas

Meine Fahrzeuge
JEEP CJ 5
JEEP CJ 7
Tube Buggy „Disturbed Beast“
JEEP Grand Cherokee SRT

Könntest du dich von ihm trennen?
Ja – allerdings nur vom Alltagsfahrzeug, also vom SRT, und selbst damit würde meine Frau nicht einverstanden sein