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Homilie zum Weihnachtsfest


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MAGNIFICAT - Das Stundenbuch - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 01.11.2022

Was nur so überschlagen. Alles scheint ins Wanken gekommen für ein Jahr liegt hinter uns? Die Ereignisse haben sich zu sein und vieles verliert den Stellenwert, den es einmal hatte. Das Ereignis dieser Nacht scheint paradox zum Weltgeschehen. Gott wird Mensch; in dem Kind in der Krippe: klein, schutzlos und in die Nacht von Betlehem hinein ausgesetzt. Wie sollen wir, so frage ich mich, diesem Kind mit seiner Botschaft trauen? In dieser Welt, in der alles zerstörerisch scheint: Wir haben noch die Bilder der vielen Menschen vor Augen, die unter der Corona-Pandemie gelitten haben und immer noch leiden; in der die Bilder von Panzern und Bomben in den Medien sehr präsent waren und sind. Eine Welt, in der so viel Unfriede herrscht.

Die heutige Nacht verheißt uns Großes. Gott wird Mensch: In dieser Welt, die so unsicher scheint – so voller Gewalt. Das Kind in der Krippe ist der Heilsbringer der Welt. Im ...

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... Evangelium des heutigen Tages wird Jesus ganz in die Heilsgeschichte des Volkes Israel eingeordnet. Matthäus erzählt die unendlich wirkende Abfolge der Vorgänger Jesu. Wir hören vom „Buch des Ursprungs“, worin Jesus in die Nähe von David und Abraham gestellt wird. Es ist eine Erzählung, die nicht ohne prägende Frauen zu denken ist. Wenn die nichtjüdische Frau Tamar nicht gewesen wäre, gäbe es den Träger der Verheißung Perez nicht (vgl. Mt 1, 3). Ohne Rut gäbe es keinen König David (vgl. Mt 1, 5), um nur einige Beispiele zu nennen. Gottes Geschichte mit den Menschen schließt niemanden aus, dies wird darin deutlich.

Damit ist schon etwas über Matthäus ausgesagt. Er beginnt sein Evangelium mit einem Glaubenszeugnis. Der Terminus „Buch“ begegnet uns schon im Ersten Testament und meint in der gesamten Antike mehr als nur den biologischen „Stammbaum“ – so kennen wir die Verse aus der alten Einheitsübersetzung. Mit Matthäus beginnt eine neue Erzählung der Menschheitsgeschichte. Nicht die biologische Abstammung Jesu steht im Vordergrund, sondern die Heilstaten Gottes mit und am Volk Israel (Natanael wird die Herkunft Jesu einmal in Zweifel ziehen, vgl. Joh 1, 46). Wir feiern in dieser Nacht, mit dem Kind in der Krippe, die Zusage Gottes, die er der Welt gibt: Ich schenke euch Frieden und Heil.

Interessanterweise stellt Matthäus die Einordnung Jesu in das Heilsgeschehen Israels vor die Erzählung über seine Geburt. Heute erleben wir viele Menschen, die der Religion gegenüber indifferent geworden sind. In vielerlei Hinsicht interessieren sie sich schlicht nicht mehr für das Evangelium und die Heilszusage, die damit verbunden ist. Ich stehe diesen Tendenzen manchmal ohnmächtig gegenüber.

Was für eine Hilfe ist da das „Buch des Ursprungs“, erinnert es mich doch an die Zusage Gottes, die ER gegeben hat und der ER treu geblieben ist – durch die gesamte Geschichte des Volkes Israel hindurch. Ich brauche solche Momente der Erinnerung: Gott ist schon da, und alles, was auf uns zukommt, ist schon getragen von seiner Gegenwart und Nähe.

Und heute? Die große Verheißung dieser Nacht? Ein Kind. Ein Kind, das in die Schutzlosigkeit dieser Welt hineingeboren wird. Es ist damit all den Menschen nahe, die in einer großen Unsicherheit leben; die ihr Obdach verloren haben und nicht wissen, wie sie die nächsten Tage überleben sollen; es ist bei denen, die marginalisiert sind aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihres sozialen Standes. Der krasse Gegenentwurf zu unseren Vorstellungen von Weihnachten – in denen es warm und gemütlich ist und in denen wir alle friedlich vor einem Festessen sitzen.

Wie können wir diesem Kind glauben, die Frage stellte ich zu Beginn. Wir können es, weil Matthäus uns die Tradition vor Augen stellt, in der Jesus in die Welt kommt. Es ist die (Heils-)Erfahrung des Volkes Israel, die uns hoffen und glauben lässt. Der niederländische Theologe Edward Schillebeeckx schreibt schon, dass die Jünger nach dem Tod Jesu nach Galiläa zurückkehrten, weil sie eine Erfahrung mit Jesus gemacht haben. Sie haben den Mut zum Leben mit IHM gehabt. In dieser Tradition stehen wir heute. Sein Liebesangebot giltunsin dieser Stunde der Weltgeschichte.

Ich wünsche Ihnen in dieser Zeit die Erfahrung der tragenden Liebe Gottes. Diese Erfahrung seines unbedingten Beziehungsangebotes an Sie, weil ER mit Ihnen leben will. Tragen Sie weiter, was Sie hoffen lässt. Erzählen Sie von dem Kind in der Krippe, das uns Heil verheißt.

Wunsch zur Weihnacht

Ars longa

Der Atem in einer Vogelkehle der Atem der Luft in den Zweigen.

Das Wort wie der Wind selbst sein heiliger Atem geht es aus und ein.

Immer findet der Atem Zweige Wolken Vogelkehlen.

Immer das Wort das heilige Wort einen Mund.

Hilde Domin, aus: dies., Gesammelte Gedichte, 295, © S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 11. Auflage 2006

Im Namen des heiligen Wortes, das heute zur Welt kommen, das heute Mensch werden – das vernommen, gesprochen, getan sein will: Ihnen und allen Ihren Lieben friedvolle Weihnachten und eine gnadenreiche Weihnachtszeit! Gott segne Sie!

Für die Redaktion Ihr Johannes Bernhard Uphus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen. Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Freut euch im Herrn, heute ist uns der Heiland geboren.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Hymnus

Zu diesem Lied finden Sie eine Auslegung auf den Seiten 376– 379.

Du wesentliches Wort, vom Anfang her gewesen, du Gott, von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist.

Was hat, o Jesu, dich vom Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach deine große Lieb und meine große Not hat deine Glut entflammet, die stärker als der Tod.

Gib, dass ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jesu, lass mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein!

Das Leben ist in dir und alles Licht des Lebens; lass an mir deinen Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens! Weil du das Licht der Welt, so sei mein’s Lebens Licht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht!

Lorenz Lorenzen, alias Dietrich Wölfel (1660– 1722) EG 554 Österreich

Psalm 63 Verse 2–9

Gott, du mein Gott, dich suche ich, *

meine Seele dürstet nach dir.

Nach dir schmachtet mein Leib *

wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.

Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *

um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.

Denn deine Huld ist besser als das Leben; *

darum preisen dich meine Lippen.

Ich will dich rühmen mein Leben lang, *

in deinem Namen die Hände erheben.

Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, *

mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen.

Ich denke an dich auf nächtlichem Lager *

und sinne über dich nach, wenn ich wache.

Ja, du wurdest meine Hilfe; *

jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.

Meine Seele hängt an dir, *

deine rechte Hand hält mich fest.

Ehre sei dem Vater ...

Die Sehnsucht nach Sinn lebt in vielen unserer Mitmenschen. Ewiger Gott, hilf uns dich suchen. Lass uns gemeinsam den Weg zu dir finden.

Lesung Hebr 1, 1–2

Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade. Halleluja.

Bitten

Gepriesen sei Jesus, das Kind von Betlehem, das Licht vom unvergänglichen Licht. Zu ihm lasst uns rufen:

A: Sei uns willkommen, Herre Christ. – Mache unsere Herzen hell durch deine Ankunft. – Lass uns heute deine Nähe besonders in den Kindern spüren. – Gib, dass dein Licht von uns ausstrahlt in unsere Welt.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, dein ewiges Wort ist Fleisch geworden, um uns mit dem Glanz deines Lichtes zu erfüllen. Gib, dass in un-

seren Werken widerstrahlt, was durch den Glauben in unserem Herzen leuchtet. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Gnade und unvergängliches Leben sei mit allen, die Jesus Christus, unseren Herrn, lieben.

Eph6,24

Eucharistiefeier am Morgen

Liedvorschläge: GL 237, 240, 246, 247, 256 · KG 332, 336, 345, 350

Ein Licht strahlt heute über uns auf, denn geboren ist uns der Herr. Und man nennt ihn: Starker Gott, Friedensfürst, Vater der kommenden Welt. Seine Herrschaft wird kein Ende haben.Vgl.Jes9, 1.5;Lk1, 33

Gloria

Tagesgebet(Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 62, 11–12

Siehe, der HERR hat es bekannt gemacht bis ans Ende der Erde. Sagt der Tochter Zion: Siehe, deine Rettung kommt. Siehe, sein Lohn ist mit ihm und sein Ertrag geht vor ihm her! Dann wird man sie nennen „Heiliges Volk“, „Erlöste des HERRN“. Und du wirst genannt werden: „Begehrte, nicht mehr verlassene Stadt“.

Antwortpsalm Ps 97, 1.6.11–12

Kehrvers:Ein Licht strahlt heute über uns auf: geboren ist Christus, der Herr.

Der HERR ist König. Es juble die Erde! *

Freuen sollen sich die vielen Inseln.

Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, *

seine Herrlichkeit schauen alle Völker.Kehrvers

Licht wird ausgesät für den Gerechten, *

Freude für die, die geraden Herzens sind.

Freut euch am HERRN, ihr Gerechten, *

dankt seinem heiligen Namen!Kehrvers

Kehrvers vgl. Jes 9,1 und Lk 2, 11, ferner GL 635, 4 · GL 1975 149, 3 (V. Ton) oder KG 359, 2 (VI. Ton)

Lesung aus dem Titusbrief Tit 3, 4–7

Als die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unseres Retters, erschien, hat er uns gerettet – nicht aufgrund von Werken der Gerechtigkeit, die wir vollbracht haben, sondern nach seinem Erbarmen – durch das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung im Heiligen Geist.

Ihn hat er in reichem Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir durch seine Gnade gerecht gemacht werden und das ewige Leben erben, das wir erhoffen.

Ruf vor dem Evangelium Lk 2, 14

Halleluja. Halleluja.

Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 2, 15–20

Als die Engel von den Hirten in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat!

So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde.

Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.

Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

Impuls zum Evangelium

Der Verkündigungsengel und die Engelscharen haben sich in den Himmel zurückgezogen. Sie haben den Stein ins Rollen gebracht: Sie haben Menschen beschwingt. Die Hirten verlieren keine Zeit. Sie suchen und finden. Nun sind sie es, die die Deutung des Engels über das Neugeborene ausgießen wie helles Licht: Staunen ringsum. Dann kehren die Hirten in ihren Alltag zurück. Doch der ist verwandelt. Sie preisen und loben Gott für das, was sich vor ihren eigenen Augen gefügt hat. In ihre Freude einzustimmen und Weihnachten zu feiern sind auch wir gerufen, Hörer des Wortes, Boten und Botinnen der Engelsbotschaft, auch wir.

Credo

Bei den Worten „hat Fleisch angenommen“ bzw. „empfangen durch den Heiligen Geist“ kniet man nieder.

Gabengebet

Himmlischer Vater, erfülle die Gaben dieser Erde mit deinem Segen, damit sie das Geheimnis dieses Tages darstellen: Wie Christus als neugeborener Mensch und als wahrer Gott vor uns aufleuchtet, so lass uns durch diese irdische Speise das göttliche Leben empfangen. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Denn groß ist das Geheimnis seiner Geburt. Der unsichtbare Gott ist heute sichtbar als Mensch erschienen. Vor aller Zeit aus dir geboren, hat er sich den Gesetzen der Zeit unterworfen. In ihm ist alles neu geschaffen. Er heilt die Wunden der ganzen Schöpfung, richtet auf, was darniederliegt, und ruft den verlorenen Menschen ins Reich deines Friedens. Darum rühmen dich Himmel und Erde, Engel und Menschen und singen das Lob deiner Herrlichkeit.

Kommunionvers vgl. Sach 9, 9

Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerusalem, siehe, dein König kommt zu dir, der Heilige, der Heiland der Welt.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, die Menschwerdung deines Sohnes erfülle uns mit Freude und Dank. Lass uns dieses unergründliche Geheimnis im Glauben erfassen und in tätiger Liebe bekennen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der barmherzige Gott hat durch die Geburt seines Sohnes die Finsternis vertrieben und diesen Tag erleuchtet mit dem Glanz seines Lichtes; er mache eure Herzen hell mit dem Licht seiner Gnade.

Den Hirten ließ er durch den Engel die große Freude verkünden; mit dieser Freude erfülle er euer ganzes Leben. In Christus hat Gott Himmel und Erde verbunden; durch ihn schenke er allen Menschen guten Willens seinen Frieden, durch ihn vereine er euch mit der Kirche des Himmels.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn † und der Heilige Geist.

Eucharistiefeier am Tag

Liedvorschläge: GL 238, 239, 241, 251, 256 · KG 331, 333, 335, 336, 337, 347, 352

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Auf seinen Schultern ruht die Herrschaft.Vgl.Jes9,5

Gloria

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt. Lass uns teilhaben an der Gottheit deines Sohnes, der unsere Menschennatur angenommen hat. Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 52, 7–10

Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Heil verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König.

Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der HERR nach Zion zurückkehrt. Brecht in Jubel aus, jauchzt zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der HERR hat sein Volk getröstet, er hat Jerusalem erlöst. Der HERR hat seinen heiligen Arm vor den Augen aller Nationen entblößt und alle Enden der Erde werden das Heil unseres Gottes sehen.

Impuls zur Lesung

Was für eine Verheißung!

Doch so weit das Auge reicht, das Ohr es erträgt – Detonationen und Trümmer und Tote. Wo sollten da Jubel und Jauchzen sein?

Verheißungsvolle, liebliche Schritte von Freudenboten, Musik in unseren Ohren – nicht in Hörweite, weit gefehlt; Angst und Gewalt hingegen begegnen auf Schritt und Tritt.

Selbst ernannte Könige führen grausam Krieg – wer könnte da glauben, dass DEIN GOTT KÖNIG ist?

Sende uns deine WEISHEIT. Sende uns deine FREIHEIT. Sende uns deine BEHERZTHEIT. Sende uns DEINEN FRIEDEN.

Antwortpsalm Ps 98, 1–6

Kehrvers:Alle Enden der Erde sehen das Heil unsres Gottes.

Singet dem HERRN ein neues Lied, *

denn er hat wunderbare Taten vollbracht!

Geholfen hat ihm seine Rechte *

und sein heiliger Arm.Kehrvers

Der HERR hat sein Heil bekannt gemacht *

und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.

Er gedachte seiner Huld *

und seiner Treue zum Hause Israel.Kehrvers

Alle Enden der Erde *

sahen das Heil unsres Gottes.

Jauchzet dem HERRN, alle Lande, *

freut euch, jubelt und singt!Kehrvers

Spielt dem HERRN auf der Leier, *

auf der Leier zu lautem Gesang!

Mit Trompeten und lautem Widderhorn *

jauchzt vor dem HERRN, dem König!Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 3cd, ferner GL 55, 1 · GL 1975 149, 1 · KG 363 (VIII. Ton)

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 1, 1–6

Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt; er ist umso viel erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt.

Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt, und weiter: Ich will für ihn Vater sein und er wird für mich Sohn sein?

Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er: Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

Aufgeleuchtet ist uns aufs Neue der Tag der Erlösung: Ein großes Licht ist heute auf Erden erschienen. Kommt, ihr Völker, und betet an den Herrn, unseren Gott!

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 1, 1–18

Kurzfassung: Joh 1, 1–5.9–14

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Credo

Bei den Worten „hat Fleisch angenommen“ bzw. „empfangen durch den Heiligen Geist“ kniet man nieder.

Gabengebet

Gott, unser Vater, in diesen Gaben willst du uns Versöhnung schenken und uns wieder mit dir verbinden. Nimm sie an und gib durch sie unserem heiligen Dienst die höchste Vollendung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn

Fleisch geworden ist das Wort, und in diesem Geheimnis erstrahlt dem Auge unseres Geistes das neue Licht deiner Herrlichkeit. In der sichtbaren Gestalt des Erlösers lässt du uns den unsichtbaren Gott erkennen, um in uns die Liebe zu entflammen zu dem, was kein Auge geschaut hat. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Kommunionvers vgl. Ps 98, 3

Alle Enden der Erde sahen die rettende Tat unseres Gottes.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, in dieser heiligen Feier hast du uns deinen Sohn geschenkt, der heute als Heiland der Welt geboren wurde. Durch ihn sind wir wiedergeboren zum göttlichen Leben, führe uns auch zur ewigen Herrlichkeit durch ihn, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Schlusssegen

Der barmherzige Gott hat durch die Geburt seines Sohnes die Finsternis vertrieben und diesen Tag erleuchtet mit dem Glanz seines Lichtes; er mache eure Herzen hell mit dem Licht seiner Gnade.

Den Hirten ließ er durch den Engel die große Freude verkünden; mit dieser Freude erfülle er euer ganzes Leben.

In Christus hat Gott Himmel und Erde verbunden; durch ihn schenke er allen Menschen guten Willens seinen Frieden, durch ihn vereine er euch mit der Kirche des Himmels.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn † und der Heilige Geist.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe. Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Hymnus

Christus, Erlöser aller Welt, du Gottes einzig wahrer Sohn, geboren aus des Vaters Schoß geheimnisvoll vor aller Zeit.

Des Vaters Abglanz, Licht vom Licht, von dir erhoffen wir das Heil: Erhöre deiner Diener Flehn, das rings vom Erdkreis zu dir dringt.

Gedenke, dass der Jungfrau Schoß dich kleidete mit Fleisch und Blut in unsre arme Knechtsgestalt, dich, Urgrund unsres ew’gen Heils.

Das kündet uns der große Tag, der wiederkehrt im Jahreskreis, dass du vom Thron des Vaters kamst als Heiland, der die Welt erlöst.

Es jauchzen Himmel, Erd’ und Meer und alles, was in ihnen ist, dem Vater zu in frohem Dank, der dich gesandt zu unsrem Heil.

Auch wir, mit deinem Blut erkauft, wir singen dir ein neues Lied voll Freude ob des heil’gen Tags, da du für uns geboren bist.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis, Gott, den die Jungfrau uns gebar, Lob auch dem Vater und dem Geist durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Nach: Christe, redemptor omnium, 6. Jahrhundert Melodie: GL 237 · GL 1975 138 · KG 332 · EG 24

Psalm 130

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: *

Herr, höre meine Stimme!

Wende dein Ohr mir zu, *

achte auf mein lautes Flehen!

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, *

Herr, wer könnte bestehen?

Doch bei dir ist Vergebung, *

damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, *

ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.

Meine Seele wartet auf den Herrn *

mehr als die Wächter auf den Morgen.

Mehr als die Wächter auf den Morgen *

soll Israel harren auf den Herrn.

Denn beim Herrn ist die Huld, *

bei ihm ist Erlösung in Fülle.

Ja, er wird Israel erlösen *

von all seinen Sünden.

Ehre sei dem Vater ...

In der Nacht unserer Schuld, unserer Ängste und Sorgen hoffen wir auf deinen Morgen, Gott unserer Rettung. Beschienen vom Licht deines Sohnes glauben wir: Nichts davon ist vergeblich. Du wirst es heilen. Gepriesen bist du in Ewigkeit.

Lesung 1 Joh 1, 1–3

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens. Denn das Leben wurde offenbart; wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns offenbart wurde. Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:Heute ist Christus geboren, heute ist der Retter erschienen; heute singen die Engel auf Erden, die Erzengel jauchzen; heute jubeln die Gerechten: Ehre sei Gott in der Höhe. Halleluja.

Fürbitten

„Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ Das ist die Hoffnung von Weihnachten, dass das Licht stärker ist als alle Dunkelheit. Bitten wir Gott um sein Licht:

V: Gott, unser Leben, A: höre uns.

– Für alle, die im Tal der Trauer leben.

– Für alle, die keine Festgemeinschaft erleben.

– Für alle, die von einer schweren Krankheit bedroht sind.

– Für alle, die von Armutssorgen niedergedrückt werden.

– Für alle, die im Streit miteinander sind.

– Für alle, deren Leben dein Licht erhellt.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt. Lass uns teilhaben an der Gottheit deines Sohnes, der unsere Menschennatur angenommen hat. Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Durch die Geburt Jesu erfülle uns Gott mit aller Freude und allem Frieden des Himmels.

Alma Redemptoris Mater(Seite 395)