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HOMMAGE AN DIE Hagebutte


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Lust auf Natur - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 08.10.2021

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Bildquelle: Lust auf Natur, Ausgabe 11/2021

Die Blüte ist es, die die Rose zur Königin unter den Pflanzen werden lässt. Bei der Begeisterung für Duft, Farbe und Formenreichtum geraten die weiteren Vorzüge leicht ins Hintertreffen: Viele Rosen trumpfen im Herbst mit leuchtenden Hagebutten auf, die das abschließende Farbfeuerwerk im Garten bereichern. Aus Hagebutten entstehen nicht nur köstliche Marmeladen und Tees, sondern auch stimmungsvolle Herbstkränze und -gestecke.

Fast alle Rosen produzieren Hagebutten – wenn ihre Blüten Staubblätter haben, aus denen sich die Hagebutten entwickeln können. Einzig bei sehr stark gefüllten Sorten wurden die Staubblätter zu Blütenblättern und damit eine Befruchtung unmöglich. Die gefüllten Strauchrosen ‘Fritz Nobis’ und ‘Henri Martin’ sowie die öfterblühende ‘Schneewittchen’ sind bekannt für ihren Hagebuttenreichtum und beweisen, dass keineswegs nur ungefüllte Wildrosen die schönsten Früchte reifen lassen. ...

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Botanisch korrekt sind Hagebutten allerdings Scheinfrüchte. In ihnen finden sich die eigentlichen Rosenfrüchte als kleine, behaarte Samen. Die feinen Härchen machen sie zu perfektem „Juckpulver“. Was war das für ein Spektakel, wenn man die aus der Hülle gepulten Nüsschen dem Klassenkameraden unters Shirt steckte ...!

Der Name Hagebutte setzt sich zusammen aus dem altdeutschen „Hage“ für Hecke und „Butz“ für Verdickung und ihre Vielfalt ist sprichwörtlich: Sie sind rund, oval, länglich oder flaschenförmig, borstig oder haarig, winzig oder stolze sechs Zentimeter lang und die Farbpalette reicht von Orange über Rot bis Schwarz.

Wildrosen-Charme

Wildrosen oder gar eine Wildrosenhecke erfreuen Bienen & Co. im Sommer mit ihren ungefüllten, nektarreichen Blüten und bieten Vögeln neben Nahrung einen durch Dornen geschützten Nistplatz. Wer jedoch insbesondere etwas für das Wohlergehen seiner gefiederten Gartenbesucher tun möchte, der setzt am besten auf Rosen mit kleinen Hagebutten, wie sie zum Beispiel die Vielblütige Rose (Rosa multiflora) in beeindruckenden Mengen hervorbringt. Zusammen mit Sanddorn, Vogelbeeren und Eiben bereichern die vitaminreichen Früchte in den kalten Monaten die Speisekarte der Vögel.

Eine der am häufigsten anzutreffenden Wildrosen in Mitteleuropa ist die Hundsrose (Rosa canina). Ihre weißen, leicht rosa überhauchten Blüten duften zart und öffnen sich im Juni und Juli. Von August bis Oktober folgen die meist eiförmigen orangeroten oder roten Hagebutten, die sich gut zu Marmeladen oder Mus verarbeiten lassen. Ebenso gut eignen sich die Früchte der Kartoffel-Rose (Rosa rugosa). Aber Vorsicht: Wo sie sich einmal angesiedelt hat, lässt sich die öfterblühende Wildrose nur schwer begrenzen oder gar loswerden. Ihre Ausläufer besiedeln mühelos größere Flächen. Glücklicherweise gibt es gartenfreundliche Sorten, die auf zahmeren Unterlagen veredelt wurden, knapp einen Meter hoch werden und keine Ausläufer mehr bilden. ‘Pink Roadrunner’, ‘Dagmar Hastrup’ oder ‘Schneekoppe’ begeistern von Juni bis September mit großen, teils halbgefüllten duftenden Blüten. Im Herbst leuchten die flach kugeligen großen Hagebutten an den bis etwa einen Meter hohen, breitbuschig wachsenden Sträuchern.

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm, Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um. Sagt, wer mag das Männlein sein, Das da steht im Wald allein, ... Hoffmann von Fallersleben (ca. 1860)

Auch die Essig-Rose (Rosa gallica) und die Bibernell-Rose (Rosa spinoissima) setzen auf Ausbreitung durch Ausläufer. Ihre Hagebutten sind eindrucksvoll: Die der Bibernell-Rose sind fast schwarz, während die Essig-Rose orangerote, bis drei Zentimeter große, runde Früchte bildet. Für beide Arten gibt es empfehlenswerte Sorten, die sich gut für den Hausgarten eignen.

Zurückhaltender im Wachstum sind die Hechtrose (Rosa glauca) mit ihren dunkelroten bis anderthalb Zentimeter großen Früchten oder die Weinrose (Rosa rubiginosa), die zusätzlich zu rosafarbenen Blüten und orangeroten Hagebutten mit nach Apfel duftendem Laub punktet. Die ausdrucksvollen Blüten der Sorte ‘Hebe’s Lip’ sind naturweiß, locker gefüllt mit karminrosa Rändern und moschusartigem Duft. Wunderschön!

Ebenfalls empfehlenswert ist die Blutrose (Rosa moyesii) ‘Geranium’: Leuchtende blutrote Blüten ziehen alle Blicke auf sich. Und auch die flaschenförmigen bis sechs Zentimeter großen Hagebutten sind ein Highlight.

Die Welt der Wildrosen ist so vielfältig, dass es den Rahmen sprengen würde alle zu würdigen. Aber eine darf nicht unerwähnt bleiben – die Sweginzows Rose (Rosa sweginzowii) ‘Macrocarpa’. Ihre Hagebutten sind scharlachrot, amphorenförmig und eindrucksvolle fünf Zentimeter große Riesenfrüchte.

Klein, aber oho!

Veredelte Rosen blühen meist länger als ihre wilden Verwandten und bilden ebenfalls Hagebutten. Und wo der Platz begrenzt ist, bieten sich Beet- und Bodendeckerrosen an, die zwischen 40 und 80 Zentimeter hoch werden und meist öfter blühen. Schöne Sorten sind ‘Apfelblüte’, ‘Lupo’ und ‘Sweet Haze’ mit einfachen Blüten, die halbgefüllten Sorten ‘Lemon Fizz’, ‘Weg der Sinne’ und ‘Lavender Dream’ oder ‘Bonica 82’ mit gefüllten Blüten.

Die buschig aufrechten Strauchrosen werden meist anderthalb bis zwei Meter hoch und lassen sich auch gut als Hecke pflanzen. Schöne Hagebutten bilden unter anderem die einmalblühenden Sorten ‘Semiplena’, ‘Suaveolens’ und ‘Nuits de Young’. Unter den öfterblühenden Sorten sorgen ‘Schneewittchen’, ‘Heidi Grimm’ und ‘Red Ballerina’ für ansehnlichen Fruchtschmuck.

Einmal- und öfterblühende Kletterund Ramblerrosen erreichen leicht luftige Höhen und ihre meist kleineren Hagebutten sind begehrtes Vogelfutter. Sichere Hagebuttenlieferanten sind neben einmalblühenden Ramblern auch die öfterblühenden Rambler ‘Guirlande d‘Amour’, ‘Christine Hélène’ und ‘Perennial Blue’ sowie die Kletterrosen ‘New Dawn’, ‘Ghislaine de Feligonde’ und ‘Rotfassade’. Wichtig bei öfterblühenden Rosen: Für eine reiche Hagebuttenernte sollten nur die ersten abgeblühten Blütenstände entfernt werden. Der welke Flor der zweiten Blüte wird nicht mehr geschnitten. Hieraus bilden sich die Früchte. Bei einmalblühende Rosen wie Wildrosen werden die Blüten generell nicht entfernt.

Edelrosen und Wildrosen schätzen einen sonnigen Standort. Sind sie erst einmal eingewachsen, benötigen sie kaum Pflege: Jährliches Auslichten und ein stärkerer Rückschnitt alle paar Jahre genügen.

Anja Daume

Bezugsquellen

Rosenhof Schultheis www.rosenhof-schultheis.de

Rosenpark Dräger www.rosenpark-draeger.de

W. Kordes’ Söhne www.gartenrosen.de

Innere Werte Köstliches aus Hagebutten

Alle Hagebutten sind essbar, es gibt allerdings Unterschiede im Geschmack – und die größeren Früchte der Wildrosen lassen sich etwas leichter verarbeiten, heißt auch, die Samen mit den feinen Härchen entfernen. Die mittelgroßen, festen Früchte der Hundsrose (Rosa canina) haben sich dabei bewährt. Der Aufwand lohnt: Der Vitamingehalt von Hagebutten ist je nach Sorte deutlich höher als der von Zitronen. Für die Zubereitung von Marmelade, Mus, Likör, Chutneys oder Tee sollten die Hagebutten am besten zur Vollreife zwischen September und Mitte Oktober geerntet werden.

Hagebutten eignen sich perfekt für schöne Herbst- und Winterdekoration wie Tischgestecke, Kränze und stilvolle Vasen-Deko. Bereits mit wenigen Handgriffen lässt sich Schönes gestalten: Zusammen mit mattgrünem Eukalyptus ist ein einzelner Hagebuttenzweig schnell in einer schlichten Vase arrangiert. Nicht viel länger dauert ein kleiner Willkommenskranz: Die Hagebutten einfach auf Draht auffädeln und zum Ring binden und den kleinen Kranz mit einem Filz- oder Juteband aufhängen.

Doch trotz der Koch- und Bastelfreuden sollten einige Hagebutten am Strauch bleiben: Sie bringen Farbe in die winterliche Gartentristesse – und die heimische Vogelwelt freut sich über die vitaminreiche Nahrung.