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HONDA-MUSEUM MOTEGI: Im Allerheilig


Motorrad News - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 06.09.2019

Wie jeder japanische Motorradhersteller unterhält auch Honda ein Werksmuseum. Es steht am Rande der Rennstrecke von Motegi, die ebenfalls zum Konzern gehört.


Artikelbild für den Artikel "HONDA-MUSEUM MOTEGI: Im Allerheilig" aus der Ausgabe 10/2019 von Motorrad News. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Motorrad News, Ausgabe 10/2019

Das Gebäude, das die Honda Collection Hall beherbergt, ist in zwei Flügel aufgeteilt: Links stehen die Motorräder, rechts die Autos. Das Erdgeschoss beherbergt Bibliothek und Museumsl


Manche der großen japanischen Firmen sind nach Städten benannt: Toyota zum Beispiel oder Kawasaki. Nicht so bei Honda. Der Name des größten Motorenherstellers der Welt ist auch der des Firmengründers: Soichiro Honda. Der sah 1948, wie sich seine Frau auf dem Fahrrad mit ...

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... ihren Einkäufen abmühte, und begann, einen kleinen Motor an den Drahtesel zu montieren. Das war der Anfang einer beeindruckenden Firmengeschichte, die im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche weltberühmte Motorräder hervorbrachte. Besichtigen kann man diese Bikes im größten Honda-Museum der Welt, in der »Honda Collection Hall« rund 100 km nördlich von Tokio.

Wer das Museum betritt, stößt gleich auf eine Ausstellung zur Firmengeschichte. Dabei geht es um die Technikbegeisterung des 1906 in der Provinz geborenen jungen Firmengründers, der in den 1920er-Jahren eine Autoreparaturwerkstatt betrieb. Der Aufstieg von Honda kam nach dem Zweiten Weltkrieg, zuerst mit motorisierten Fahrrädern, ab 1953 dann mit Kleintraktoren, ein Jahr später mit ersten Erfolgen bei Motorradrennen und ab 1963 mit der Produktion von Autos. Die Geschichte der Honda-Motorräder findet der Besucher dann auf zwei Etagen voll mit faszinierenden Ausstellungsstücken. Dabei herrscht im Gebäude eine klare Aufteilung. Linker Flügel, erste Etage: normale Motorräder, zweite Etage: Rennmaschinen. Rechter Flügel, erste Etage: normale Autos, zweite Etage: Rennwagen. Alle Exponate sind auf Japanisch und Englisch beschrieben, viele zeitgenössische Fotos runden die Ausstellung ab.

Keine Frage, hier steht praktisch alles, was Honda zum führenden Motorradhersteller der Welt gemacht hat. Bol d’Or, Africa Twin, CB 750, Gold Wing VFR, Benly, CBX, CX, Cub, Fireblade, NR, NSR, Transalp und wie sie alle heißen. Ein Rundgang muss natürlich beginnen mit den drei Maschinen, die zusammenstehen und die wie keine anderen Honda repräsentieren. Das ist zum Ersten das Modell A von 1947, das Fahrrad mit Hilfsmotor und praktisch die Keimzelle der Honda Motor Company. Der Ein-PS-Einzylinder stammte aus Heeresbeständen und trieb über einen Lederriemen das Hinterrad an. Dane- ben steht eine Cub (Cheap Urban Bike), das bis heute meistverkaufte Motorfahrzeug der Welt. Und natürlich die CB 750, die 1968 die Motorradwelt auf den Kopf stellte.

1 Die RC-Modelle repräsentieren die Honda-Rennhistorie der 1960er. Auf diesen Motorrädern saßen Mike Hailwood, Luigi Taveri oder Jim Redman.


2 Der Juno war der erste Roller von Honda, er entstand 1954.


Ein paar Schritte weiter ist man schon in den 1950ern und steht vor einem lindgrünen Modell eines Honda Juno K: der erste Motorroller von Honda, elegant mit verstellbarer Sonnenblende über dem Windschutzschild und mit 6,5 PS unter der Haube, von dem rund 10.000 Exemplare gefertigt wurden. Noch ein wenig älter ist die Dream D von 1947, das erste richtige Motorrad von Honda, mit 98 Kubik und drei PS.

Sämtliche Motorräder stehen säuberlich nach Baujahren und Bauarten sortiert. Die Mofas und Kleinmotorräder haben ihren eigenen Bereich, die Twins aus den 1960ern, die Scrambler und Enduros, die CB-Modelle aus den 1970ern, die Roller usw. Alle ausgestellten Motorräder hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Doch einige Exponate verdienen eine besondere Erwähnung. So zum Beispiel die CB 750 P von 1970, die in einer hinteren Ecke der Ausstellung steht: eine Polizeiausführung eines Meilensteins der Motorradgeschichte. Es ist ein schönes, weiß lackiertes Stück mit einem Horn und je einem roten Blinklicht links und rechts. Gleich daneben steht ein nicht minder rares Gerät: eine knallrote Honda CB 350 mit 36 PS für den Dienst bei der Feuerwehr. Das Gefährt von 1971 war mit einer Sirene und zwei Feuerlöschern auf dem Gepäckständer ausgerüstet.


Die Lobby ist gespickt mit Rennmotorrädern


Zwei weitere Besonderheiten finden sich unter dem Minibikes wie Dax, Monkey und CJ 50. Das ist zum einen die Honda Motra, der Name steht für »Motor Track«. Das kleine Arbeitspferd von 1982 konnte mit seinen 4,5 PS Steigungen von 23 Grad bewältigen. Heute sind diese nur in Japan verkauften Roller ziemlich selten.

6 Mit dem Modell A begann 1947 der Aufstieg von Honda zum größten Motorradhersteller der Welt.


7 In drei wasserdichten Säcken konnten japanische Zeitungsausträger insgesamt 350 Tageszeitungen ausfahren. Ihr Fahrzeug? Eine Honda Cub.


3Die CB 750 stellte 1968 die Motorradwelt auf den Kopf.


4 Mit der Hawk versuchte der Amerikaner John McKibben 1971 und 1972 neue Weltrekorde aufzustellen. Es blieb beim Versuch.


5 Die Motra von 1982 war mehr Arbeits- als Freizeitgerät.


Daneben parkt ein echtes Arbeitspferd: Eine gelb lackierte Honda Cub 90 von 1972. Sie war vorne und hinten mit wasserdichten Säcken versehen und konnte so 350 Mainichi (Tageszeitungen) transportieren, was einem Gewicht von 60 Kilo entsprach. Und noch eine Besonderheit: Die Exhibition zeigt nicht nur Hondas, sondern auch einige Maschinen von Yamaha, Kawasaki und Suzuki.

Zurück im Treppenhaus bekommt der Besucher einen Vorgeschmack auf das, was ihn auf der zweiten Etage erwartet: Die Lobby ist gespickt mit Rennmotorrädern, RC45 von John Kocinski, NSR500 von Quick Mick Doohan, NSR250 von Daijiro Kato, VTR1000 SP1 von Joey Dunlop oder NSR500 vom Doctor. Und damit hinein in die Halle. Hier stehen gefühlt unzählige Rennsiege und Straßen-WM-Titel aus vier Jahrzehnten, angefangen mit RC-Modellen aus den 1960ern über NSR 250 und 500 aus den 80ern und 90ern bis zu den MotoGP-Maschinen aus den Nuller-Jahren. Dazu kommen Rallye-, Cross- und Trial-Motorräder, Langstreckenrenner aus verschiedenen Epochen und sogar die legendäre, aber leider erfolglose NR 500 mit Ovalkolben, die elf 3 Honda mit Achsschenkellenkung und die Honda Hawk, ein Bonneville-Rekordfahrzeug von 1971 mit zwei turbogeladenen CB-750-Motoren mit 280 PS.

Wer nach dem Rundgang noch geistige Aufnahmekapazitäten hat, kann hinüberwechseln zu den Autos. Denn auch dort stehen eine Menge interessanter Objekte, zum Beispiel der berühmte Sportwagen S500 von 1963.

8 Die CB 350 und die CB 750 versahen ihre Arbeit im öffentlichen Dienst Japans, die eine für die Feuerwehr, die andere für die Polizei.


9 Drei epochale Honda-Motorräder auf einen Streich: eine CBX aus dem Jahr 1978, eine Bol d‘Or aus dem gleichen Jahr und eine CB 1100 R von 1980.