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HONDURAS: Die Insel ohne Straßen


TAUCHEN ehemals unterwasser - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 10.12.2019

Guanaja. So lautet der Name einer Insel, die (fast) keine Straßen hat. Und dennoch zur ersten Wahl als Urlaubsziel gehören sollte, wie unser Autor findet, der die kleine Karibikinsel vor der Küste vonHonduras über und unter Wasser erkundete.


Artikelbild für den Artikel "HONDURAS: Die Insel ohne Straßen" aus der Ausgabe 1/2020 von TAUCHEN ehemals unterwasser. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TAUCHEN ehemals unterwasser, Ausgabe 1/2020

Erreicht man das mittelamerikanische Honduras über die Insel Roatán oder via La Ceiba/ San Pedro Sula, so fliegt man per Propellermaschine nach Guanaja mitten ins Karibische Meer. Noch während des Landeanflugs stellt man dann fest, dass auf der Insel etwas fehlt, zumindest scheinbar. Es gibt keine sichtbaren Straßen. Genau das ist der Grund, warum Guanaja auch ...

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... »The Green Island« genannt wird. Und so findet der Transfer vom Flughafen ins Hotel dann per Boot statt. Auch die drei Hauptsiedlungen an der Küste der Insel sind nicht mit Straßen verbunden. Boote sind das Haupttransportmittel. Etwa 20 Minuten dauert die Fahrt mit dem Boot zum Hotel »Guanaja«, vorbei an der Inselhauptstadt Bonacca Town, die irgendwie an Venedig erinnert. Kurz hinter Bonacca Town erscheint die Hotelinsel »Villa on Dunbar Rock«, die von den Anwohnern auch nur »The Rock« genannt wird und auf den ersten Blick an den gleichnamigen Hollywoodstreifen erinnert. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich dieser »Rock« jedoch als ein luxuriöses Anwesen mit vielen Annehmlichkeiten wie Helikopterlandeplatz, Whirlpool, Außenpool mit Bar usw. Unweit von »The Rock« liegt auf einer kleinen, abgelegenen Insel das Schwesterhotel »Clarks Cay«, das durch seine Attraktionen wie Wassertrampolin, Pool und Lazy River viel für Urlauber zu bieten hat, egal ob man diese Aktivitäten möchte oder die pure Ruhe sucht. Vorbei an einer kleinen Felsformation, die einen auf den ersten Blick durchaus an die Seychellen erinnert, sind gerade zahlreiche Pelikane auf Beutezug. Hier bekommt man einen Vorgeschmack auf die größtenteils unberührte Natur der Insel. Die weitläufigen Strände sind seit Jahren schon bei vielen Prominenten wie Claudia Schiffer oder den Kennedys für ihre Abgeschiedenheit bekannt. Für uns ist der Grund der Reise aber das Tauchen.

Am Ziel

Angekommen im eigenen Hafen des Hotels Guanaja, sorgt der erste Eindruck für gro- ßes Staunen: Inmitten einer riesigen Ansammlung von Palmen liegt die Anlage direkt am Strand, weit weg vom allgemeinen Trubel. Dieser nahezu unberührte Ort mit seinen großzügig angelegten Bungalows, hier Cabañas genannt, lädt förmlich zum Ausspannen ein. Von der eigenen Terrasse lässt sich im Schaukelstuhl sitzend der grandiose Sonnenuntergang genießen. Abend für Abend. Die Cabañas sind alle mit einer kleinen Küchenzeile samt Mikrowelle und Kaffeemaschine ausgestattet. So kann man morgens in Ruhe die vielen wunderschönen Sonnenaufgänge mit dem bereitgestellten Tee und Kaffee genießen.

Das Hotel bietet die Möglichkeiten, im Speisesaal oder draußen auf der Veranda sitzend das Frühstück, Mittagessen oder Abendessen zu genießen. Dabei hat man Gelegenheit, den zahlreichen Nektar suchenden Kolibris zuzuschauen, wie sie sich an der Tränke stärken. Das Essen, egal ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen, ist der pure Genuss. In den 14 Tagen war alles abwechslungsreich und bestens arrangiert. Abwechslungsreich wie das Essen sind auch die angebotenen Aktivitäten: kostenloses Kajaken, Stand-Up-Paddling, Moun- tainbiken oder Wandern – für jeden ist etwas dabei. Vor allem das Wandern zu einem der vielen Wasserfälle oder bis zum höchsten Punkt der Insel auf 425 Meter ist empfehlenswert. Wer hier aber einen reinen Tauchurlaub verbringt, den erwarten mit dem vorgelagerten Riff und den vielen kleinen Inseln etwa 45 unterschiedliche Tauchplätze. Je nach Jahreszeit gibt es hier dann Sichtweiten von 30 Metern und mehr. Der Riffschutz wird auf Guanaja groß geschrieben. Bereits 98 Prozent der Tauchplätze sind zum Schutz des Riffs mit speziellen Ankerbojen versehen worden.


»Inmitten einer riesigen Ansammlung von Palmen liegt die Anlage direkt am Strand – weit weg vom allgemeinen Trubel. Von der eigenen Terrasse aus lässt sich im Schaukelstuhl der Sonnenuntergang genießen«


Tauchspot Pinnacles befindet sich eine Steilwand, die bis auf 90 Meter Tiefe abfällt. Aber auch das typisch karibische Flachwasser-Feeling mit Höhlen- und Canyon-Divespots hat Guanaja »im Angebot«.


Tauchen an der Südküste

Vom Hotel aus lassen sich bequem zirka 28 Tauchplätze entlang der Südküste betauchen. Dass die karibische Unterwasserwelt hier noch voll in Takt ist, fällt sofort ins Auge. Meine persönlichen Favoriten auf der Südseite waren die Canyons von »Black Rock«. Hier faszinieren Canyons, die sich durch das Riff ziehen und durch Tunnel miteinander verbunden sind. Mein zweiter Favorit: das Wrack »Jado Trader«. Das Schiff wurde 1995 als künstliches Riff versenkt. Das Wrack kann komplett durchtaucht werden. Es ist über und über mit Weichkorallen bewachsen. Allgemein findet man an der Südküste immer viele kleinere Fischschwärme und auch kleinere Gruppen von Schnappern oder Fledermausfische. Vereinzelt lassen sich aber auch Barrakudas und Ammenhaie blicken.

Tauchen an der Nordküste

Durch einen angelegten Kanal, der vorbei am Flughafen quer durch die Insel führt, gelangt man nach zehn Minuten Bootsfahrt auf die Nordseite der Insel. Bei der Fahrt durch den Inselkanal kommt man sich vor wie in den Mangroven der Everglades. Am Ende des Kanals lädt ein ganz besonderer Platz zur Besichtigung ein. Hier am »Soldado Beach« setzte Christoph Kolumbus am 30. Juli 1502 seinen Fuß erstmals auf die Insel. Nach einer Gesamtfahrtzeit von 30 Minuten kommt man dann am Kanalausgang auf der Nordseite an, wo etwa 20 weitere Tauchplätze darauf warten, erkundet zu werden. Meine beiden persönlichen Favoriten waren hier die Tauchplätze »Pin- nacles« und »Michael‘s Reef«. »Pinnacles« ist ein Tauchplatz mit Steilwänden, die bis 90 Meter in die Tiefe hinabreichen, und wo man Schnapper- und Füsilierschwärmen begegnen kann. Der Bewuchs an Weichkorallen ist üppig. Dazu gesellen sich Langusten, die man hier bei fast jedem Tauchgang sieht. Am beeindruckendsten sind hier aber die großen Zackenbarsche, die hier auf die Jagd gehen. Den Kontakt zu Tauchern meiden sie jedoch und suchen leider schnell das Weite. Das »Hailight« für mich war jedoch der Tauchplatz »Michael‘s Reef«. Unser Diveguide versprach uns Ammenhaie. Und wir bekamen Ammenhaie! Gleich mehrere Tiere ließen sich ganz entspannt betrachten - und das bei allen Tauchgängen, die wir an dem Platz absolvierten. Der Vorteil der Inselnordseite ist das ruhige Wasser. Selbst wenn im Süden unruhige See herrscht, kann man zu 99 Prozent davon ausgehen, dass es auf der Nordseite ruhiger zugeht. Norden und Süden sind gleichermaßen angenehm zu betauchen. Und auf beiden Seiten gibt es eine Menge zu entdecken. Auch wenn wir bei den Nordtauchplätzen nicht oder nur sehr selten große Fischschwärme antrafen, konnten wir doch immer wieder einzelne imposante Exemplare beobachten.


»Hier faszinieren Canyons, die sich durch das Riff ziehen und durch Tunnel miteinander verbunden sind. Vereinzelt lassen sich auch Barrakudas und Ammenhaie blicken.«


Die »Insel ohne Straßen« war im Jahr 1502 »Landeplatz« von Christoph Kolumbus. Der Seefahrer betrat Guanaja auf der Nordseite. Heute ist das karibische Eiland Rückzugsort für Promis und Liebhaber absoluter Ruhe.


Über Wasser ist auf der Nordseite von Guanaja das Restaurant »Bo Bush‘s« einen Besuch wert: Zum Mittagessen kann man hier eine traumhafte Aussicht genießen - und wunderbare karibische Atmosphäre dazu. Wer mag, sollte sich zwischen den Tauchgängen fünf Minuten Zeit nehmen und einen kleinen Spaziergang zu einem der zahllosen Wasserfälle machen. Es lohnt sich. Und genauso fällt am Ende der Reise das Fazit aus: Es lohnt sich, den weiten Weg auf sich zu nehmen, um die Insel Guanaja zu entdecken. So wie einst Christoph Kolumbus. Der kam allerdings nicht nochmal wieder. Wir jedoch ganz sicher.

REISEINFO HONDURAS / GUANAJA

HOTEL & TAUCHBASIS GUANAJA

Bei dieser kleinen Anlage ist es besonders schön, dass zu 90 Prozent alles in Holz gehalten wurde und kaum Beton bei der Errichtung verwendet wurde. Der kleine, hoteleigene Natursandstrand lädt zum Sonnenbaden ein. Die hoteleigene Tauchbasis ist mit modernem 320l/ min-Kompressor inklusive Speicherbank und einer separaten Sauerstoffanlage ausgestattet. Womit auch für Rebreather- bzw. Tec-Taucher ausreichend Nitrox oder Trimix zur Verfügung gestellt werden kann. Die Basis ist mit zirka 20 relativ neuen Mares-Tauchausrüstungen ausgestattet. Mit den Tauchbooten sind individuelle Unterwasser-Erkundungen, dem jeweiligen Level der Gäste angepasst, möglich. Weitere Infos: Hotel Guanaja/ Barrier Reef Dive Center, www.hotelguanaja.com

DIE INSEL

Guanaja gehört zu den Islas de la Bahía in der Karibik. Die kleine Insel liegt etwa 100 Kilometer vor der Küste von Honduras. Westlich liegt die Nachbarinsel Roatán. Guanaja vorgelagert sind mehrere kleine, auf einem Korallenriff liegende Cays. Auf der Insel Bonacca Town wohnt mehr als die Hälfte der Einwohner von ganz Guanaja. Das Eiland ist ungefähr 20 Kilometer lang, die höchste Erhebung beträgt 425 Meter. Zirka 4680 Einwohner sind hier beheimatet.

Das Wahrzeichen Guanajas: Wie eine Festung thront die »Villa on Dunbar Rock« über dem Meer.


ANREISE

Guanaja kann man nur per Flugzeug erreichen. Aus Europa kommend, gibt es nur einen Direktflug - dieser startet in Madrid. Alternativ fliegt man via Panama und San José oder über die USA, von Frankfurt aus kommend. Allerdings dann mit Zwischenstopps. Achtung bei Anreise über die USA! Hier verliert man mindestens einen Tag und muss im Vorfeld ein Visum (Kosten: 14 USD) organisieren und bezahlen.

TAUCHEN

Die Tauchplätze rund um Guanaja können locker mit den schönsten Unterwasser-Revieren der Welt mithalten. Hier finden sich nicht nur zwei Wracks, sondern auch Spots mit Höhlen wie Black Rock im Osten und faszinierende Steilwände, die Pinnacles. Das Dive Center bietet Tauchgänge auf beiden Seiten der Insel an. Und für den Fall der Fälle steht eine moderne Druckkammer am Flughafen von Guanaja bereit.

WEITERE UNTERKÜNFTE UND TAUCHBASEN Villa on Dunbar Rock www.dunbarrock.com Cabañas on Clark’s Cay www.clarkscay.com

AUSFLÜGE

Angeboten werden Mountainbiketrips und geführte Wanderungen durch die üppige Vegetation, die einen zu einem der vielen Wasserfälle oder bis zum höchsten Punkt der Insel auf zirka 425 Meter führen. Sie sind in den Resorts oder auch direkt beim Deutsch sprechenden Guide und Ornithologen Roland Rumm (rolands.guesthouse@outlook.com) buchbar.

BESTE REISEZEIT

Guanaja kann das ganze Jahr über besucht werden. Aber von Oktober bis Januar muss man immer mal wieder mit Regenfällen rechnen. Allerdings ist die kleine Insel dann wegen des satten Grüns der Landschaft und mit den imposanten Wasserfällen am schönsten.

GELD

Die honduranische Währung ist der Lempira. Dabei entsprechen 100 Lempira derzeit etwa 0,70 Euro (Stand: Oktober 2019). Alternativ kann mit US-Dollars bezahlt werden. Am günstigsten sind Einkäufe in Begleitung von Einheimischen oder Fremdenführern. Handeln ist auf Guanaja empfehlenswert.

NÜTZLICHES

Die Mitnahme eines Adapters für elektronische Geräte wird dringend angeraten. Mittel gegen Stechmücken (Moskitos) und Sandfliegen sollte man hingegen erst vor Ort kaufen. Es empfiehlt sich hier ein Mittel mit mindestens 25 Prozent DEET, z.B. OFF oder Anti Brumm Forte, da europäische Mittel so gut wie nicht wirken. Auf der Insel gibt es in fast jedem Lokal und in den Hotels WiFi. Dadurch ist es möglich, kostenlos über WhatsApp zu kommunizieren. Gespräche über das normale Telefonnetz nach Europa sind dagegen recht teuer.

WEITERE INFOS UND BUCHUNG

Erlebe Mesoamerica www.erlebe-mesoamerica.com Telefon 00800-2200 1100 (Anrufe aus D-A-CH kostenlos)