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HUCHEN: DER WEG ZUM TRAUMFISCH: MYTHOS HUCHEN


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 30/2020 vom 07.02.2020

Um den Huchen ranken sich Legenden und Leidenschaften, Mythen und Märchen. Doch letztlich ist selbst der Huchen nur ein Fisch. Oder doch nicht? Detlef Henkes war mit sehr erfahrenen Huchenfischern unterwegs, um seinen Traum zu erfüllen – und ist grandios gescheitert!


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Bildquelle: Blinker, Ausgabe 30/2020

Ein Huchen auf der Jagd. Der imposante Raubfisch sucht dabei Flachwasserbereiche auf – und dort ist er dann auch fangbar!


Huchen in Halbschuhen wäre vielleicht übertrieben, doch Stiefel würden ausreichen. Beim Huchenfischen muss man nicht tief waten. Mit einer Wathose bleibt man jedoch auch bei Schneeregen trocken. Doch egal, was man trägt, ...

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... wichtig ist, dass man sich vorsichtig und leise bewegt.

Völlig erschöpft, mit diversen kleinen körperlichen Gebrechen, desillusioniert und hundemüde stolpere ich mich mitten in der Nacht mit Sack und Pack durch die Wohnungstür. Hinter mir liegen gut zwölf Stunden auf der Autobahn. Kurz darauf liege ich völlig erschöpft im heiß ersehnten Bett. Und da liege ich. Wach! Ich kann einfach nicht einschlafen. Kaum schließe ich die Augen, kreisen die Ereignisse der letzten Tage durch meinen Kopf. Wie gerne hätte ich auf diesen Seiten ein Hochglanzbild von mir mit einem kapitalen Huchen in den Armen präsentiert. Doch zweieinhalb Tage Fischerei an einem der besten Huchengewässer Europas reichen wohl einfach nicht aus, um solch einen Traum zu realisieren.

Doch es waren lehrreiche Tage, die ich Mitte Dezember 2019 mit rund 40 Huchenanglern unterwegs war. Kleiner Trost für mich: Auch die Profis fingen in diesen zwei Tagen nicht besser als ich. Obwohl: Zwei Huchen wurden gefangen. Bezeichnend war der Umstand, dass diese beiden Huchen von einem „Wiederholungstäter“ überlistet wurden. Schon interessant: 40 erfahrene Fischer sind unterwegs und nur einer fängt – und dann auch noch gleich zwei Huchen. Wenn es passt, dann passt es eben.

WANN, WO UND WIE FÄNGT MAN EIGENTLICH HUCHEN?

Die Frage, ob ich enttäuscht bin, nach wochenlanger Vorbereitung und einem nicht gerade unerheblichen finanziellen Aufwand, kann ich an dieser Stelle jedoch klar verneinen. Eine schöne und gesellige Zeit unter Gleichgesinnten liegt hinter mir, und zahllose tolle Eindrücke wollen noch verarbeitet werden. Und ich habe viel mitbekommen. Sehr viel! Und wie die Experten auf Huchen fischen, das werde ich Ihnen jetzt einmal zeigen.

Traumrevier Sava, die Farben des Flusses bilden einen deutlichen Kontrast zur Landschaft. Übrigens: Bei niedrigem Wasserstand ist ein wolkenbehangener Himmel gut, bei erhöhtem Wasserstand kommen die Huchen auch bei Kaiserwetter auf Touren.

Drohnenaufnahme einer typischen Huchenstelle. Brücken sind generell gut, große Felsblöcke und tiefes Wasser bilden die „Huchenburg“ (1). Hier ruht der große Fisch. Sein Jagdrevier sind die Flachwasserbereiche (2), besonders gerne jagt der Huchen im Ein- und Auslauf.

Der Traum vom Huchen wurde Wirklichkeit, doch dieser ist noch ein bisschen zu klein. Das Mindestmaß für Huchen liegt in Bayern bei 90 Zentimetern, viele Vereine erhöhen dieses freiwillig auf einen Meter.


Zunächst muss man für die Huchenfischerei ein geeignetes Gewässer im Donau- System finden, denn nur dort gibt es diesen imposanten Fisch. In Deutschland und Österreich gibt es vielversprechende Flüsse: Alz, Ilz, Isar, Lech, Loisach, Mangfall, der Regen mit seinen Nebenflüssen, Salzach, Tiroler Achen und Wertach sind die Heimat von Hucho hucho in der Bundesrepublik. Donau, Drau, Enns, Inn, Mur und Pielach sind stellvertretend für Österreich zu nennen.

Außerdem sind die Savinja in Slowenien und die Sava Top-Adressen mit sehr gutem Huchenbestand, und in Bosnien verfügen die Sana und die Una über hervorragende Huchenbestände. Das müssen Sie sich jetzt jedoch nicht merken, am Ende des Berichts finden Sie einen Überblick mit Gewässerempfehlungen.

Haben wir uns für einen Fluss entschieden, gilt es noch die erfolgreichen Spots zu finden. Das ist eigentlich gar nicht so schwer, denn jedes Flusssystem bietet eine Fülle an vielversprechenden Stellen.


„DER KERN DER FÜHRUNG IST DIE LANGSAMKEIT.“


HIER WERDEN ZWEI DRITTEL ALLER HUCHEN GEFANGEN!

Typische Standplätze sind felsige Steilufer, Findlinge und Felsbrocken im Wasser, Einläufe und Mündungsgebiete von Nebengewässern, ruhige Bereiche hinter Stromschnellen, Kehrwasser, Wehrgumpen und Kraftwerksausläufe, wobei letztere Fluch und Segen zugleich sind (Stichwort Verbauung). Wichtig dabei: Diese Standplätze, die viel zitierten „Huchenburgen“ sind nicht die Plätze, die man befischen sollte! Denn dorthin zieht sich der Fisch nach der Jagd zurück, um in Ruhe zu verdauen. Der Huchen jagt in flacheren Bereichen ober- und unterhalb!

Ist der Huchen hungrig, dann verlässt er seine Burg und zieht in flacheres Wasser, um dort die Äschen, Forellen oder Nasen überfallartig zu bejagen. Die Stellen, an denen er vorzugsweise jagt, sind die Einund Ausläufe von Gumpen, Strömungskanten. Oftmals ist das Wasser an diesen Stellen lediglich einen Meter tief.

Wenn Sie an einem Huchenrevier unterwegs sind, achten Sie darauf, wo Äschen und Nasen, Bach- und Regenbogenforellen in ausreichender Stückzahl vorhanden sind.

Zwei Drittel aller Huchen werden an solchen Stellen gefangen, die restlichen sind eher als „Lucky Punch“, als Glückstreffer, zu bewerten.

DIE GEHEIMNISSE DER PERFEKTEN HUCHEN-KÖDER

Die meisten unter uns werden wohl mit der Spinnrute auf Huchen gehen. In der Regel kommen Wobbler oder Gummifische zum Einsatz, aber auch große Blinker und Huchenzöpfe sind denkbar. Die meisten „Auskenner“ fischen jedoch mit Wobblern und Gummi.

Als Rute kommt eine gute, leichte Kohlefaserrute mit zirka drei Meter Länge und einem Wurfgewicht von 80 bis 150 Gramm zum Einsatz. Die Rolle sollte vor allem eines sein: zuverlässig! Wählen Sie ein Modell mit guter Bremse, auf die rund 300 Meter Geflochtene in der Stärke 0,30 Millimeter passt.

Und die Köder? Große und mittelgroße Wobbler in natürlichen Farben oder 15 Zentimeter lange Gummifische mit einem Jigkopf von 15 bis 20 Gramm kommen bevorzugt zum Einsatz.

Bei den Wobblern, und das ist wichtig, benutzen wir Flachläufer mit einer Tauchtiefe von 1 bis maximal 1,5 Metern! Wir erinnern uns: Der Huchen ruht zwar in den tiefen Gumpen und Kolken, jagt aber in den Flachwasserbereichen!

Und noch einige weitere Punkte sind sehr wichtig: Der Huchen mag keine schnelle und auch keine hektische Köderführung! Wählen Sie daher ruhig laufende Wobbler. Außerdem lege ich Ihnen ans Herz, die Drillinge bei Wobblern und Blinkern zu entfernen und durch passende Einzelhaken zu ersetzen. Der Einzelhaken schont untermaßige Huchen und große Huchen hängen in der Regel sicherer, denn beim Anhieb konzentriert sich die Kraft auf nur eine Hakenspitze. Bewährt hat sich hier vor allem der VMC Inline 7266 in den Größen 1/0 bis 3/0. Apropos Haken: Kontrollieren Sie nach Hängern, ob die Hakenspitze intakt und scharf ist!

WARUM MACHEN EXPERTEN NUR SO WENIGE WÜRFE?

Und wie führen die Experten ihre Köder? Ganz einfach: Sie lassen einen Großteil der Arbeit den Strömungsdruck verrichtet. Lediglich ab und an verleihen wir dem Köder mit einem verhaltenen Ruck der Rutenspitze zusätzliches Leben. In der Regel wird in Richtung der 11-Uhr-Position beziehungsweise stromauf in einem Winkel von 15 bis 20 Grad geworfen. Dann heben sie sofort die Rutenspitze an und beginnen, sehr langsam einzukurbeln. Der Köder, und das ist sehr wichtig, wird beim Huchenfischen in Zeitlupentempo geführt! Ebenso wichtig: Die Rute ist dabei fast senkrecht zu halten, damit sich so wenig Schnur wie möglich im Wasser befindet. Dies reduziert den Strömungsdruck auf den Köder und man hat bei einer Attacke sofort Fischkontakt. Glauben Sie mir, die Bissausbeute ist bei dieser Technik extrem hoch – und ich war mit vielen erfolgreichen Huchenfischern unterwegs, die es genauso machen.

Die besten Köder für den Huchen sind Wobbler im Forellen- und Äschen-Design, die sich sehr langsam führen lassen. Experten setzen daher gerne mehrteilige Modelle ein. Auch große Gummifische (ganz links) fangen. Dazu eine rund drei Meter lange Spinnrute und eine zuverlässige Rolle mit guter Bremse, gefüllt mit 0,30er Geflochtener, schon kann das Abenteuer Huchen beginnen.


DER KERN EINER GUTEN FÜHRUNG IST DIE LANGSAMKEIT

Wie gesagt: Der Kern der Führung ist die Langsamkeit. Je langsamer der Köder geführt wird, desto besser. Idealerweise spürt man noch nicht einmal den Lauf des Wobblers. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber genau richtig. Huchen mögen keine Hektik und keinen unruhigen Köder!

Wegen der langsamen Führung muss der Wobbler schon bei leichtestem Zug von alleine ruhig arbeiten. Und das können nur wenige Modelle. Experten greifen daher auf spezielle Huchen-Wobbler aus dem Fachhandel zurück, deren Lauf auf diese spezielle Führung abgestimmt ist. Sie funktionieren wirklich perfekt und stehen daher nicht ohne Grund bei den Huchen-Spezialisten hoch im Kurs. Ich persönlich setze hier besonders gerne auf die Eigenkreationen der bekannten und von mir geschätzten Huchenspezialisten Velibor Ivanovic und Markus Schmidt. Die beiden haben inzwischen echt raus, wie diese Wobbler laufen müssen.

WENIGE WÜRFE BRINGEN BEIM HUCHEN DEN ERFOLG!

Eine Serie von sieben bis zehn Würfen je Angelstelle ist übrigens völlig ausreichend. Hat bis dahin kein Huchen angebissen, dann ist keiner da. Und falls doch, dann wird er den Köder nicht mehr nehmen. Machen Sie eine längere Pause oder suchen Sie den nächsten Hotspot auf! Stundenlang eine einzige Stelle zu beharken, das ergibt beim Huchenfischen keinen Sinn, wirklich nicht. Experten machen sogar oft nur zwei oder drei Würfe. Erfolgt kein Biss, und das ist die Regel, wartet man einige Minuten und wirft erneut. Der Gedanke hinter dieser Technik: Man versucht, einen Huchen zu erwischen, der gerade in Position gegangen ist, um Beute zu machen und dann diesem „frischen Fisch“ den Köder vorzuführen. Die Pause zwischen den Würfen ist wichtig, um einen vorsichtig einschwimmenden Huchen nicht zu vergrämen. Besonders große Exemplare sind empfindlich, was ein „Bepflastern“ des Wassers angeht. Der große Raubfisch ist nämlich fast schon mimosenhaft, wenn er sich gestört fühlt. Auch laute Trittgeräusche, polternde Steine oder der Schein einer Taschenlampe können sein helles Maul augenblicklich vernageln. Bewegen Sie sich daher so vorsichtig wie möglich und leuchten Sie niemals mit der Lampe auf das Wasser!

Dicht dran und doch vorbei – die Spuren im Schwanzstiel verraten, dass sich ein Huchen für den Gummifisch interessiert hat.


KOMISCH, WAR DAS ETWA GERADE EIN BISS?

Obwohl Huchen massige Fische sind und große Beute erlegen, kommen die Bisse nicht immer bretthart. Im Gegenteil! Die Bisse fallen höchst unterschiedlich aus! Erfahrene Huchen testen die Köder zum Beispiel gerne mit leichten Nasenstupsern. Die Möglichkeit, bei einem dieser Nasenstupser einen Fisch zu haken, tendiert fast gegen Null. Allerdings ist es ein gutes Zeichen und zeigt, dass der Huchen aktiv ist.

Trotzdem sollte man jede auch nur noch so kleine Chance für einen Anhieb nutzen! Hat man Glück, hängt der Haken ganz spitz am Kiefer. Wenn nicht, dann gilt es einige Minuten zu warten, um beim nächsten Wurf der Neugier des Huchens ein Ende zu setzen.

Reagieren Sie daher bei der kleinsten Laufunregelmäßigkeit des Wobblers sofort, schlagen Sie bei jeder Veränderung während der Köderführung an! Nicht selten schwimmt der Huchen mit dem Köder im Maul auf den Angler zu. Dabei verliert man den Kontakt zum Köder und die Schnur wird schlaff. Anschlagen! Auch ein seltsames, seitliches „Versetzen“ des Köders kann bedeuten, dass ein Huchen den Köder im Maul hat. Anschlagen!


„DER BISS EINES HUCHENS IST MANCHMAL KAUM ZU SPÜREN!“


DAS HERZ RAST UND DAS HIRN SCHALTET AB!

Im besten Fall wird der Köder jedoch vom Huchen voll genommen, und in so einem Moment rutscht einem das Herz in die Hose. Schlagen Sie kräftig an, der Huchen hat ein hartes Maul und eine enormen Kieferdruck. Manche Profis empfehlen, mehrfach anzuschlagen. Das ist durchaus sinnvoll, sollte aber erst erfolgen, wenn der gehakte Fisch zu einer seitlichen Flucht ansetzt.

Hat alles geklappt, kann der lang ersehnte Drill beginnen! Der Huchen ist kein großer Kämpfer, weiß aber seine enorme Größe und das entsprechende Körpergewicht entsprechend einzusetzen. Typisch für den Huchen ist heftiges Kopfschütteln und das Rollen um die eigene Achse. In der Regel stellt er sich danach irgendwann quer in die Strömung und wird dem Gerät und Ihnen alles abverlangen! Auch wenn Ihr Ruhepuls wahrscheinlich bei 180 liegt, sollten Sie ruhig Blut bewahren und dem Huchen bei einer Flucht nicht kopflos hinterherlaufen. Versuchen Sie, sich zu beruhigen und den großen Fisch mit Taktik und Geschick dazu zu bringen, in Ihre Richtung zu schwimmen.

Doch diese Sätze werden Sie mit Sicherheit vergessen, wenn Sie mit gebogener Rute am Ufer stehen und sich ungläubig fragen, ob das alles gerade wirklich passiert. Ja, es ist passiert! Sie haben den Huchen im Drill und sind kurz davor, den Traumfisch Ihres Lebens zu landen!

WUSSTEN SIE DAS SCHON?

Ein Huchenspezialist hat anhand von Statistiken einmal berechnet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, einen Huchen zu fangen. Er kam auf ernüchternde 0,3 Prozent. So hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an einem einzigen Angeltag einen Huchen zu erwischen. Theoretisch braucht man also 333 Huchen-Tage oder mehr als 300.000 Würfe, um einen Huchen zu fangen.

Ist Ihnen bekannt, dass der berühmte Huchenzopf im Original aus echten Bachneunaugen bestand, bevor diese selten und später unter Schutz gestellt wurden?

Es gibt weltweit vier Huchenarten! Neben dem europäischen Huchen (Hucho hucho) kommt noch der Taimen in Asien vor (Hucho taimen). Nur wenige wissen ebenfalls, dass es auch noch zwei endemische Arten gibt: Den Hucho bleekeri im Einzugsgebiet des Jangtsekiang (China) und den Hucho ishikawae im Einzuggebiet des Yalu (Nordkorea und China). Der Hucho perryi (Japanischer Wanderhuchen, Sakhalin taimen) ist hingegen systematisch eigenständig zu sehen und eher mit den Lachsen verwandt.

Ist Ihnen bekannt, dass ein Huchen bis zu 20 Jahre alt werden und dabei bis zu 40 Kilogramm auf die Waage bringen kann? Die Länge kann dann eineinhalb Meter betragen.

HUCHEN IN SLOWENIEN

In Slowenien liegen einige der besten Huchen-Reviere Europas. Wenn Sie einmal auf „Danubian Salmon“ fischen wollen, sind einige Dinge zu beachten.

Begleitung:
Die slowenische Gesetzgebung schreibt vor, dass die dortige Huchenfischerei aufgrund der Gefahren für den Fischer stets ein begleitetes Fischen sein muss. Im Winter existieren am Fluss durch vereisten Untergrund und starke Strömung viele Gefahren. Der Guide kann dann eine wertvolle Lebensversicherung darstellen!
Die meisten Angelvereine erteilen die Erlaubnis daher nur, wenn ein Vereinsmitglied Sie begleitet oder Sie mit einem vom Verein zugelassenen Guide unterwegs sind. Der Guide kennt natürlich auch die guten Stellen.
der Savinja und anderen Flüssen beginnt in der Regel im November und dauert bis Mitte Februar.

Saisonstart:
Sava: 30. November Sava Bohinjka: 15. November Huchen Savinja: 1. November Fluss Kolpa: 31. September

Anreise aus Deutschland:
Über die A8 über Salzburg quer durch Österreich und über Villach nach Slowenien. Über die A3 über Passau Richtung Graz, um dann nahe Eisenkappel die Grenze zu passieren.
In jedem Fall ist eine Winterausrüstung des Fahrzeugs (inklusive Schneeketten) Pflicht. Möglich ist auch die Flugreise via Klagenfurt (Österreich) oder auch Ljubljana (Slowenien) in Verbindung mit einem Leihwagen.

Reviere: Im Großraum Bled finden Sie die Sava-Abschnitte Sava Dolinka, Sava Bohinjka und die sehr empfehlenswerte Sava Radovljica. Ergänzt werden diese durch die Sava Bohinjka. Hinsichtlich der Savinja sollten Sie unbedingt den Unterlauf bei Mozirje ins Auge fassen.
Ebenfalls ein gutes Huchenrevier ist im Süden der Grenzfluss Kolpa (Grenze zu Kroatien) von der Brücke im Dorf Žuniči bis zum Damm im Dorf Krasinec.

Organisation:
Für Ihr „Abenteuer Huchen“ empfehle ich dringlich die organisierte Reise mit einem erfahrenen Veranstalter. Ich habe mich bei meinen Touren auf den bekannten Huchen-Spezialisten Velibor Ivanovic verlassen. Dieser verfügt zum über entsprechende Erfahrung, weitreichende Kontakte und ein Netzwerk, welches nahezu den gesamten Balkan umfasst. Seine Guiding- und Reiseagentur kann inzwischen auf über 20 Jahre Erfahrung zurückblicken:

Cast&Believe-Team
Velibor Ivanovic
www.huchenangler.de
E-Mail: info@huchenangler.de
Telefon: 0172/99 50 73
Facebook: Velibor Caki Ivanovic

HUCHEN-REVIER VOR DER HAUSTÜR

Um auf eine erfolgreiche Huchenpirsch gehen zu können, braucht man ein gutes Gewässer. Wir haben Ihnen daher schöne und lohnenswerte Reviere in Deutschland und Österreich zusammengestellt, jeweils mit einer kurzen Beschreibung und Internetadressen. Unter diesen finden Sie weitere Informationen, zum Beispiel zur Strecke, den Preisen und Erlaubnisscheinen.

DEUTSCHLAND

Iller
Die Iller ist wohl der westlichst gelegene Huchenfluss Deutschlands und wurde vom Huchen genutzt, um im Rotfischbach (der Huchen wird auch „Rotfisch“ genannt, daher der Name des Bachs!) abzulaichen. Der Huchen kommt etwa ab Martinszell vor, während der Bestandsschwerpunkt bei Kempten liegt. Für die rund 17 Kilometer lange Strecke des FV Neugablonz e.V. aus Kaufbeuren sind Gastkarten erhältlich.
www.fischereiverein-neugablonz.de

Isar
Auch im Münchener Vorland und in der Bayrischen Hauptstadt selbst kann auf Huchen gefischt werden. Einst war die Isar sogar ein sehr gutes Huchenrevier. Dann schwand durch menschliche Einflüsse der einstige Glanz. Inzwischen ist jedoch dank der Hege und einiger wasserbaulicher Maßnahmen wieder ein Aufwärtstrend der Huchenbestände zu beobachten.
www.fischereiverein-lenggries.de
www.fischereivereinbadtoelz.de
www.isarfischer.de
www.anglerverein-moosburg.de

Lech
Der Lech steht, wie kein anderer Fluss in Deutschland, für kapitale Huchen. Vor allem zwischen dem Auslauf des Forggensees im Allgäu und Landsberg am Lech existiert ein gutes Huchenaufkommen. Leider ist der Lech durch zahlreiche Staustufen zerstückelt, was einem gesunden Bestand an Donaulachsen nicht gerade zuträglich ist.
www.kfv-fuessen.de
www.fva-ev.de
www.fischerei-unterer-lech.de

Die Karte von Freyhof und Kottelat aus 2008 zeigt die Hauptverbreitungsgebiete des Huchens in Europa. Bei uns kommt der Huchen vor allem in der Donau und ihren rechtsseitigen Nebenflüssen vor.


Loisach
Die Loisach als Isarzufluss bietet ab dem Auslauf aus dem Kochelsee bis in die Pupplinger Au gute Reviere für Huchen. Auch hier sind an diversen Abschnitten Gastangler willkommen.
https://tourismus.kochel.de
(Achtung, die Kochel-Adresse funktioniert NICHT mit www davor)
www.fischwaid-penzberg.de
www.fischereiverein-koenigsdorf.de

Regen
Im bayrischen Wald sind vor allem der Regen, der Weiße Regen und der Schwarze Regen als namhafte Huchenflüsse dieser Region zu nennen. Immer wieder werden dort anständige Fische gezielt gefangen.
www.fischereiverein-regen.de
www.bezirksfischereiverein- viechtach.de
www.fischerstueberl.de
www.pullinger-fliegenfischerschule.de

Tiroler Ache
Da ich oft den Chiemgau besuche, ist mir auch die Tiroler Ache als „Huchen-Hotspot“ bekannt. Von der Entenlochklamm (Landesgrenze zu Österreich) bis zum Einlauf am Chiemsee besteht immer die Chance, einen der Huchen an die Leine zu bekommen.
www.anglerbund-chiemsee.de
www.fischereiverein-traunstein.de

ÖSTERREICH

Drau
Der Oberlauf der Drau war für die Huchenfischerei im deutschsprachigen Raum einst ein legendäres Toprevier. Leider zerstückeln Wasserkraftwerke den einstmaligen Paradefluss derart, dass kaum noch ein natürliches Aufkommen von Junghuchen gewährleistet wird. Dennoch versucht man, durch Besatzmaßßnahmen die Huchenpopulation zu erhalten. Zwischen Lienz und dem Kraftwerk Paternion ist es immer noch möglich, als Übernachtungsgast an einer Hotelstrecke dem Huchen erfolgreich nachzustellen.
www.flymex.at
www.pontiller.at
www.ferienpark.at
www.glocknerhof.at
www.trophyclub.it

Enns
Als längster Binnenfluss Österreichs hat die Enns inzwischen wieder einen recht guten Huchenbestand aufzuweisen. Man unterteilt sie in den Abschnitt oberhalb des Gesäuses und den unterhalb von selbigem.

Oberhalb des Gesäuses:
www.fischereiverein–liezen.at

Unterhalb des Gesäuses:
www.activefishing.at
www.fischerrunde-kleinreifling.at
www.ennsfischen.at
www.asv-steyr.at
www.fvenns.at

Gail
Die meist kristallklare Gail in Kärnten kann den Huchenfischer vor eine nicht einfach zu treffende Wahl stellen. Entweder entscheidet man sich für einen guten Bestand, oder man wählt die Chance auf einen „Lucky Punch“ für den Fisch des Lebens! Für den Abschnitt zwischen Kötschach-Mauthen und Schütt gilt ersteres (guter Bestand) und von Schütt bis zur Mündung in die Drau letzteres – hier leben die kapitalen Huchen.
www.fliegenfischen.jimdo.com
www.aesche.at
www.sportfischerei-villach.at
www.fischundwasser.at

Tiroler Inn
Der mächtige Inn ist aktuell eher als Nischengewässer zu bezeichnen. Eine Menge Glück gehört an diesem Gewässer dazu, wenn man einen Huchen fangen will. Der Inn ist daher vielleicht nicht das Top-Ziel für eine Huchentour, aber Wintersportler sollten immer das Huchengerät dabeihaben, um früh morgens oder abends ein paar Würfe zu wagen.
www.flyfish-adventures.com
www.unser-inn.at

Steirische Mur
Neben der slowenischen Sava gilt die Mur als Fluss mit dem derzeit wohl stärksten Huchenbestand Europas überhaupt! Jedoch ist der Lebensraum an beiden Gewässern durch geplante und auch existierende Kraftwerksbauten stark bedroht und daher in aller Munde. Noch findet der Huchenfischer traumhafte Bedingungen vor – wie es aber in ein paar Jahren aussieht? Hoffen wir, dass dem Wasserkraftwahnsinn deutliche Schranken gesetzt werden.
www.afv-graz.at
www.rettetdiemur.at
www.amplatz.at

Melk, Pielach und Mank
Auch kleine Gewässer können einen ordentlichen Huchenbestand aufweisen, wenngleich nicht unbedingt mit kapitalen Exemplaren zu rechnen ist. Was zählt, ist das Naturerlebnis, die Fischart an sich und eine nachhaltige Bewirtschaftung. Melk, Pielach und Mank in Niederösterreich sind eindrucksvoller Beleg dafür. Es ist fast schon unglaublich, wie viele Huchen in diesen recht kleinen Flüssen leben.
www.stauseefischer.at
www.oefg1880.at
www.diebewirtschafter.at

GERÄTE-KISTE

Hochwertige, leichte Kohlefaserrute in drei Meter Länge mit einem Wurfgewicht von 80 bis 150 Gramm und drei Metern Länge.

Solide Stationärrolle der 5000er-Größe mit guter Bremse und einem Schnurfassungsvermögen von rund 300 Meter geflochtener Schnur (0,30er).

1,5 bis 2 Meter monofiles Vorfach mit hoher Tragkraft (0,40er bis 0,50er).

Mittelgroße und große Wobbler als Schwimmwobbler und Flachläufer. Gummifische (15 Zentimeter oder länger) in gedeckten und natürlichen Farben mit 15 bis 20 Gramm schweren Jigköpfen.

Das verschmitzte Grinsen von Markus Schmidt sagt alles: Der Mythos „ Huchen“ wurde Wirklichkeit!


MEHR ERFAHREN!

Für weitere Infos rund um Huchenfischen, zum Beispiel Guiding, Köder- und Geräte- Tipps, stehen zwei Huchen-Experten bereit, Markus Schmidt und Velibor Ivanovic. Hier sind die Kontakte:

Markus Schmidt
E-Mail: lazyfrogfish@gmx.de
Tel.: 0176/32 94 38 88
www.lazyfrogfish.de

Velibor Ivanovic
Tel.: 0176/76 82 33 80
E-Mail: i.velibor@yahoo.com
www.huchenangler.de


FOTO: W. HAUER

FOTO: M. SCHMIDT

FOTO: V. IVANOVIC

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FOTOS: V. IVANOVIC