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Hufbeinsenkung und -rotation: Aus der Verankerung gelöst


Reiter Revue International - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 22.01.2020

Wenn der Hufbeinträger als feste Verbindung zwischen Hufbein und Hornwand kaputt geht, herrscht Chaos im Huf. Was steckt hinter diesem verhängnisvollen Prozess? Und: Kann man ihn stoppen?


Artikelbild für den Artikel "Hufbeinsenkung und -rotation: Aus der Verankerung gelöst" aus der Ausgabe 2/2020 von Reiter Revue International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Der Querschnitt eines Pferdehufes: Der Hufbeinträger liegt zwischen dem Hufbein und der Hornkapsel.


FOTO: ADOBE STOCK

Was haben ein Trampolin und ein Pferdehuf gemeinsam? Nicht viel. Aber das Sportund Spaßgerät eignet sich hervorragend zur Veranschaulichung, wenn die Pferde-Fachtierärztin und Hufexpertin Dr. Stefanie Höppner über den Hufbeinträger spricht. Und darüber, was geschieht, wenn diese aus ineinander verzahnten ...

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... Lederhaut- und Hornblättchen bestehende, feste Verbindung zwischen der Außenwand des Hufbeins und der vorderen Innenwand der Hornkapsel Schaden nimmt. Dann kann sie ihre wichtige Aufgabe, das Hufbein in der anatomisch korrekten Position zu halten, nicht mehr erfüllen.

Im Normalfall ist das Hufbein über den Hufbeinträger in der Hornkapsel aufgehängt – so, dass seine Vorderseite parallel zur Hufwand verläuft. Zugleich überträgt es die Last der aus Huf-, Kronund Fesselbein bestehenden Knochensäule über den Huf auf den Boden. „Die Hufkapsel lässt sich mit dem Rahmen eines Trampolins, das Hufbein mit dem Sprungtuch und die Aufhängung, das heißt der Hufbeinträger, mit den Sprungfedern vergleichen“, veranschaulicht Dr. Höppner. „Wenn die Sprungfedern nach und nach kaputt gehen, hängt das Sprungtuch immer weiter durch – so lange, bis das trampolinspringende Kind auf dem Boden landet.“ Auf das Hufbein übertragen bedeutet das: Es löst sich aus seiner Verankerung und gerät auf Abwege.

Ein Prozess, bei dem zunächst einmal von zwei unterschiedlichen Varianten die Rede ist: Bei der Hufbeinsenkung bewegt sich das Hufbein millimeterweise parallel zur Hornwand in Richtung Boden und der Hufbeinträger wird großflächig überdehnt. Bei der Hufbeinrotation wird das Hufbein durch den Zug der tiefen Beugesehne, die an seiner Rückseite ansetzt, nach hinten weggedreht. Dabei kann die Hufbeinspitze im Extremfall die Hornsohle durchbrechen. Und: Ein signifikantes Merkmal jeder akuten Hufbeinrotation ist die Brechung der Zehenachse. Hufbein, Kronbein und Fesselbein stehen also nicht mehr, wie es normalerweise der Fall ist, in einer geraden Linie aufeinander. Dadurch verlaufen Hufbeinwand und Hornwand nicht mehr parallel, sondern in einem mehr oder weniger großen Winkel zueinander.

Eine dritte Variante: Die Hornwand bewegt sich weg von der Wand des Hufbeins, dessen Winkel zunächst unverändert bleibt. Dr. Konstanze Rasch, Präsidentin der Deutschen Huforthopädischen Gesellschaft (DHG), bezeichnet diese Variante als Wandrotation. Bedauerlicherweise würden viele Tierärzte dann trotzdem eine Hufbeinrotation diagnostizieren, kritisiert sie: „Die Rolle, die die tiefe Beugesehne für den Verlust der Parallelität von Zehenwand und Hufbeinwand spielt, wird gewöhnlich überschätzt, die Eigenbeweglichkeit der Hornwände dagegen unterschätzt – was eine erfolgreiche, zielgerichtete Therapie leider erschwert.“ Manchmal komme es sowohl zu einer Wand- als auch zu einer Hufbeinrotation, wobei letztere dann als angeborene oder erworbene Hufgelenksflexion meist schon vor der Hufrehe bestehe, ergänzt sie.

Schuldiger: Hufrehe!

Dr. Höppner spricht bei Variante drei dagegen von einer Hufkapselrotation und erklärt: „Dann liegt ein chronischer Reheverlauf vor. Während die Sohle und die abstützenden Anteile der hinteren Hufkapsel noch kompensatorisch in Funktion sind, wird im Bereich der unteren Hufbeinwand Narbenhorn produziert, das die Hornwand von der Hufbeinwand weg kopfwärts schiebt und an der Tragefläche des Hufs eine verbreiterte weiße Linie entstehen lässt.“ Allerdings sei nicht jede verbreiterte weiße Linie mit einer chronischen Hufrehe gleichzusetzen, betont sie: „An einem langen, ungepflegten Huf zum Beispiel verliert die Hornwand ebenfalls ihre Parallelität zum Hufbein. Deshalb sind bei der Interpretation der Befunde am Huf und der Röntgenaufnahme immer die klinischen Symptome mit einzubeziehen.“

Aus alledem lässt sich zweierlei schließen. Erstens: Allen Varianten der Verlagerung gemeinsam ist eine Überbeanspruchung des Hufbeintrageapparats. Und zweitens: Die häufigste Ursache ist die Hufrehe als besondere Form der Huflederhautentzündung im Wandsegment. Dabei entscheiden unter anderem die Intensität der Entzündung und die Größe der betroffenen Areale darüber, ob eine Verlagerung akut innerhalb von 24 Stunden oder chronisch schleichend über Wochen bis Monate entsteht.

Darüber, auf welche Weise die Entzündung der Wandlederhaut dem Hufbeinträger zusetzt, sind sich die Wissenschaftler uneinig. So geht zum Beispiel die sogenannte Exsudat-Theorie davon aus, dass die Entzündung zur Absonderung einer Flüssigkeit führt, die zusammen mit der Schwellung der Huflederhaut die verzahnte Verbindung zwischen Lederhaut- und Hornblättchen auseinanderdehnt – so lange, bis die Verbindung reißt. Zu anderen Ergebnissen kommt der australische Anatomie-Professor Christopher Pollitt, einer der Pioniere der modernen Hufrehe-Forschung. Ihm zufolge führt der Schwund bestimmter Struktur-Proteine zur Auflösung und Zerstörung des Hufbeinträgers.

UNSERE EXPERTEN

FOTO: FOTO: PRIVAT: PRIVAT

Dr. Stefanie Höppner
Die Fachtierärztin für Pferde ist mit ihrer mobilen Praxis in Wettin- Löbejün in Sachsen- Anhalt tätig. Sie hat zahlreiche wissenschaftliche Studien zu Huf-Themen veröffentlicht.
www.tierarzt-hoeppner.de

FOTO: PRIVAT

Dr. Konstanze Rasch
Die Präsidentin der Deutschen Huforthopädischen Gesellschaft (DHG) hat das im Müller Rüschlikon-Verlag erschienene Buch „Diagnose Hufrehe“ geschrieben. www.dhgev.de

Für die Hufbeinsenkung ist allerdings nicht immer ausschließlich eine Reheerkrankung verantwortlich. „Eine Senkung wird auch durch bestimmte Hufformen begünstigt“, stellt Höppner klar. „Dazu gehören zum Beispiel flache und weite Hufe, wie sie für viele Kaltblüter und auch für Vollblüter typisch sind.“ Auch eine spitze Zehe und ein Trachtenzwang des weiten Hufs sind in dieser Hinsicht bedenklich. Und: Eine falsche Bearbeitung, etwa ein zu starkes Kürzen insbesondere von flachen Hufen, zählt ebenfalls zu den Risikofaktoren. Besonders gefährdet seien zudem Pferde mit einer zehenweiten oder zehenengen Gliedmaßenstellung, ergänzt die Veterinärin.

Die negativen Auswirkungen, die drohen, wenn der normalerweise an der Hornwand „aufgehängte“ Knochen als Folge der Verlagerung belastet wird, sind gravierend. Zum einen kommt es zu Knochenumbau und -abbauprozessen, deren häufigstes Ergebnis Dr. Höppner mit den Worten „hutkrempenartig verbogene oder aufgelöste Hufbeinspitze“ beschreibt. Zum anderen passt sich der gesamte Bewegungsapparat in seiner Funktion den veränderten anatomischen Gegebenheiten und dem Schmerz an. Häufig ist er so eingeschränkt, dass nur noch Hinlegen Erleichterung bringt. „Wer eine Reheerkrankung nicht frühzeitig fachkundig und umfassend untersuchen und behandeln lässt, riskiert eine Hufbeinverlagerung und damit einen chronischen Verlauf der Hufrehe – nicht nur mit einer Verformung des Hufbeins, sondern auch der Hufkapsel“, warnt Höppner.„Und dann kann niemand vorhersagen, ob eine, zumindest funktionelle Ausheilung möglich ist.“

Im Anfangsstadium ist eine Hufrehe allerdings auch für Tierärzte nur schwer von einer nicht rehebedingten Huflederhautentzündung zu unterscheiden, wie sie beispielsweise als Folge starker mechanischer Reize, etwa nach zu heißem Aufbrennen beim Beschlagen, auftreten kann. „Bei einem leichten Reheschub sind viele Symptome, darunter die Lahmheit, unspezifisch“, beobachtet Dr. Rasch. „Ein typisches Anzeichen ist die Trachtenfußung. Doch diese kann auch auf andere Ursachen zurückzuführen sein.“

Kein Schmerzmittel!

Eine gewisse Sicherheit bietet der Blick ins Innere. Dr. Stefanie Höppner rät dringend dazu, die Hufe bereits bei einem ersten Verdacht auf Rehe röntgen zu lassen, um die Position des Hufbeins exakt zu bestimmen: „Sonst ist die Gefahr, dass eine schleichende Überdehnung des Hufbeinträgers übersehen wird und daraus eine Zerreißung resultiert, groß.“

Viele Tierärzte spritzen bei einem akuten Reheschub als Sofortmaßnahme Entzündungshemmer, die auch als Schmerzmittel wirken. Ihren Patienten würden sie damit allerdings meist keinen Gefallen tun, betonen beide Expertinnen. „Schmerzmittel maskieren die Erkrankung. Das Pferd geht zwar besser. Aber Vorsicht: Der Schmerz verliert seine Schutzfunktion für den geschädigten Hufbeinträger, und die Erkrankung verschlimmert sich“, warnt Höppner, während Rasch zu bedenken gibt: „Das kann ein folgenreicher Eingriff in den Stoffwechsel sein. Zumindest bei einem leichten Reheschub sollte man definitiv keine Schmerzmittel und Entzündungshemmer geben.“ Sie weist in diesem Zusammenhang auf die Kryotherapie hin: „Dabei werden die erkrankten Füße bis zu 72 Stunden lang mit Eiswasser gekühlt, was letztendlich die Entzündung der Huflederhaut drosselt und verhindert, dass der Schaden weiter fortschreitet.“

Schnelle Entlastung

Gut, aber was ist zum Beispiel, wenn man das Pferd zum Röntgen und zur Behandlung schnellstmöglich von der Weide in den Stall bringen muss, obwohl es sich vor Schmerzen keinen Schritt mehr bewegen kann? „Dann sediere ich das Pferd lieber oder greife zu einer Lokalanästhesie“, erwidert Höppner. Um die schmerzenden Hufe zusätzlich zu entlasten, sollte der Patient anschließend nicht nur so weich wie möglich stehen, sondern auch so viel Ruhe haben, dass er sich jederzeit hinlegen kann.

Doch wie wirkt man nun der gefürchteten Hufbeinsenkung und -rotation entgegen? Kurz gesagt, indem man die Belastung von den erkrankten vorderen auf die weniger betroffenen hinteren Bereiche des Hufes verlagert und den Hufbeinträger auf diese Weise aus der Schusslinie bringt. Auf welchem Weg dies zu geschehen hat, ist allerdings selbst unter Fachleuten umstritten. Während die eine Fraktion dazu rät, die Trachten zu kürzen, empfiehlt die andere das genaue Gegenteil: Ein Hochstellen der Trachten soll, neben besagter Gewichtsverlagerung nach hinten, vor allem auch die Zugwirkung der tiefen Beugesehne verringern, wobei die unterschiedlichsten Techniken zum Einsatz kommen. Gute Erfahrungen hat Höppner mit der sogenannten Verbands-Orthopädie gemacht: „Bei einer akuten Hufrehe ohne Verlagerung des Hufbeins wird das Sohlengewölbe in der hinteren Hufhälfte mit festem Tragematerial wie zum Beispiel Gips aufgefüllt, eine Trachtenerhöhung aufgelegt und ein Hufverband mit Baumwollwatte angelegt. Mit diesem Verband läuft das Pferd so lange, bis es lahmfrei ist und keine verstärkte, fühlbare Pulsation mehr hat.“ Andere Tragematerialien sind Styropor oder Keile aus Kunststoff oder Gummi. Gewöhnlich werden das Füllmaterial und die Erhöhung so angebracht, dass der Zehentragrand und die Hufsohle vor der Strahlspitze schweben und somit keinen Druck von unten bekommen.

Ein ungepflegter Huf mit extrem langer Zehe. Im Inneren könnten Hornwand und Hufbein auseinandergedriftet sein.


FOTO: WWW.ARND.NL

Hufe, die möglicherweise durch Hufrehe geschädigt sind: Die Zehenwand ist nach oben gebogen.


FOTO: WWW.ARND.NL

Und nach der akuten Phase? Falls das Pferd einen Schutz braucht, rät Rasch zu Hufschuhen. Sie fordert, mit der Hufbearbeitung grundsätzlich erst dann zu beginnen, wenn es dem Pferd ausreichend gut geht: „Man sollte unbedingt vermeiden, zu viel am Huf zu manipulieren. Man muss seinen vorübergehend abweichenden Rehezustand akzeptieren und darf nicht versuchen, ihn auf Normal zu trimmen. Denn wenn Rehehufe überkorrigiert werden, entstehen neue Schäden am lebenden Gewebe.“ Höppner wiederum empfiehlt aus tiermedizinischer Sicht, lange, ungepflegte Hufe auch beim akuten Rehepatienten so zu korrigieren, dass hebelnde Wandabschnitte gekürzt und nicht tragfähiges Horn besonders am Strahl und in den Wandabschnitten der hinteren Hufhälfte entfernt werden, bevor man einen orthopädischen Hufverband anlegt.

Druckzonen verringern

Orthopädische Beschläge lehnt Rasch während der Rehabilitation ab, „weil sie verhindern, dass sich der Huf abreiben kann. Doch ein Längerwerden der Hornwände wirkt sich gerade durch die beim Rehehuf vorhandenen Verformungen sehr negativ aus. Beim Beschlagen ist man deshalb gezwungen, den Huf nachträglich immer wieder in Form zu bringen.“ Höppner, ehemalige Prüfungsausschuss-Vorsitzende bei der staatlichen Hufbeschlagprüfung an der Freien Universität Berlin, erklärt, der orthopädische Hufbeschlag sei immer individuell anzupassen: um schwache Abschnitte der Hufkapsel zu unterstützen, Druckzonen durch das verlagerte Hufbein zu entlasten und dabei eine ausreichende Unterstützungsfläche für die vom Skelett vorgegebene Fußungskraft zu geben.

Hilfe beim Wachstum

Wichtig ist, dass die Lederhaut ausreichend neues Hufhorn produzieren kann – unter anderem, weil sie dem Pferd damit auch wieder zu einem stabilen Hufbeinträger verhilft. Bewegung ist dabei grundsätzlich förderlich, da sie die Durchblutung ankurbelt, sollte aber erst nach Beendigung der akuten Rehephase und auch dann zunächst ohne reiterliche Belastung und auf möglichst weichem Boden stattfinden.

Ob sich die Verlagerung rückgängig machen lässt, ist eine Frage der Diagnose. „Bei der Wandrotation ist dies möglich – allerdings auch nur dann, wenn sie noch keine bleibenden Schäden an der Lederhaut und am Knochen hinterlassen hat“, sagt Rasch.

Hufbeinrotation und -senkung sind dagegen per se irreversibel. Man kann sie zwar in den Griff bekommen und stoppen, aber nicht zurückdrehen. Ob das Pferd langfristig trotzdem wieder uneingeschränkt reitbar ist, hängt von Art und Ausmaß der Veränderungen an der Hornkapsel und am Hufbein ab. „Wurde die Wandlederhaut sehr stark zerstört, kann es in der Regel nur noch auf weichem Boden laufen“, sagt Dr. Rasch, während Dr. Höppner betont: „Falls bei einer Rotation der Winkel der Abweichung mehr als zehn Grad beträgt, ist die Prognose, vor allem wenn dann noch eine Hufbeinverformung dazukommt, sehr ungewiss.“

Umso wichtiger ist die Vorbeugung der Hufrehe als der häufigsten Ursache einer Verlagerung. Eine artgerechte, nicht zu üppige Fütterung gehört ebenso dazu, wie ausreichende Bewegung und ein wachsames Auge auf gute Hufpflege.