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Hyaluronsäure in der Naturkosmetik


Heil & Kraut - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 21.06.2020

Eine schöne Haut, ein ebenmäßiger Teint ohne Fältchen und trockene Stellen, und das möglichst bis ins hohe Alter - wünschen wir uns das nicht alle? Und noch nie zuvor gab es so ein großes Angebot in der Kosmetikindustrie wie heute. Bei näherer Betrachtung trennt sich aber die Spreu vom Weizen. Keine Creme, kein Wässerchen und auch kein Anti-Aging Serum wirkt Wunder, kann aber unsere Haut dabei unterstützen, gesund zu bleiben und weniger schnell zu altern. Dabei spielen aber auch noch verschiedene andere äußere und innere Faktoren eine Rolle. Das Aussehen unserer Haut ist eine Frage der Lebensführung und ...

Artikelbild für den Artikel "Hyaluronsäure in der Naturkosmetik" aus der Ausgabe 2/2020 von Heil & Kraut. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Heil & Kraut, Ausgabe 2/2020

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... der Lebensumstände sowie auch eine Sache der Vererbung.


Das bedeutet, der Hautzustand ist nicht immer derselbe, er verändert sich. Stress, Hektik, wenig Schlaf, intensive Sonneneinstrahlung, Hitze und Kälte, ungesunde Ernährung, zu wenig Flüssigkeit, Umwelteinflüsse, Rauchen und Alkohol können das Aussehen unserer Haut beeinflussen und schlimmstenfalls deren Alterung beschleunigen

Wie die Haut altert

Die biologischen Zeichen der Hautalterung werden ungefähr ab dem 30. Lebensjahr sichtbar; das beginnt bei manchen leider etwas früher und bei anderen glücklicherweise etwas später. Die Fettzellen der Haut verlieren mit der Zeit ihre Fähigkeit, in ausreichender Menge Lipide (Fett) zu bilden. Das wiederum führt zu einem Verlust an Feuchtigkeit. Die Haut wird trockener und wirkt nicht mehr so prall, erste Fältchen werden sichtbar. Mit zunehmendem Alter nehmen darüber hinaus die Qualität, die Produktion und die Anzahl der kollagenen und elastinen Fasern ab.

Neben diesen Fasern spielt auch eine weitere Substanz eine wichtige Rolle bei der Haut - alterung: Hyaluronsäure. Sie ist ein Polysaccharid (Mehrfachzucker) und hat das Aussehen einer schmierenden, klaren Substanz, die vom menschlichen Körper auf natürliche Weise produziert wird. Die höchsten Konzentrationen finden sich in der Haut, in den Gelenken und in den Augenhöhlen, das heißt, überall dort, wo es notwendig ist, Kollagen zu halten, die Feuchtigkeit zu erhöhen und Elastizität und Flexibilität bereitzustellen.

Wie wirkt Hyaluronsäure?

Die Hyaluronsäure übernimmt im Körper die Rolle eines natürlichen Füllstoffs. Sie polstert das Gewebe auf und füllt entstehende Zwischenräume. Sie bindet Wasser, stützt dadurch das Zellgewebe des Körpers und hält es elastisch. Sie glättet und strafft die Haut, kurbelt die Zellerneuerung an und schützt zudem vor schädlichen Umwelteinflüssen.

Besonders wichtig ist ihre Eigenschaft Wasser zu binden, denn damit gibt sie unserer Haut ein faltenfreies Aussehen. Leider wird mit zunehmendem Alter die Haut zusehends dünner und weniger elastisch, und schließlich werden aus Fältchen Falten. Das liegt neben der Abnahme der kollagenen und elastinen Fasern vor allem auch am Schwinden des natürlichen Gehalts an Hyaluron.

Die Entdeckung der Hyaluronsäure

Entdeckt wurde die Hyaluronsäure im Jahr 1934 von dem Chemiker Karl Weyer, als er aus dem Glaskörper eines Rinderauges eine klare Flüssigkeit isolierte. Er gab ihr den Namen „Hyalos“, das griechische Wort für „gläsern“. Im Laufe der nächsten Jahre beschäftigten sich Wissenschaftler weiter mit dieser Substanz und entdeckten, dass sie auch im menschlichen Körper vorhanden war, vor allem in der Haut

Die ersten Gesichtscremes mit Hyaluronsäure konnte man in den 80er-Jahren kaufen. Sie wurden aus Japan importiert und kosteten ein kleines Vermögen. Damals wurde sie noch aus Hahnenkämmen und Tigeraugen gewonnen, doch darauf reagierten viele Menschen allergisch. Da tierische Hyaluronsäure- Moleküle relativ groß sind, konnte sich manchmal ein sichtbarer Film auf der Haut bilden, der sich im Laufe des Tages in winzigen Flocken ablöste.

Heute erfolgt die Produktion biotechnologisch mit Hilfe von Bakterienkulturen. In der Naturkosmetik dagegen wird mit Hilfe von Mikroorganismen aus Getreide produziert, ist damit rein biologisch und zu 100 Prozent vegan. Eine angenehme Nebenerscheinung war zusätzlich, dass die Hyaluronsäureprodukte für alle erschwinglich wurden.

Welche Arten von Hyaluronsäure gibt es?

Die Hyaluronsäure lässt sich in drei Arten einteilen, welche verschiedene spezifische Wirkungen zeigen

Hochmolekulare Hyaluronsäure besteht aus den größten Molekülen und bildet, in Wasser aufgelöst, eine gelartige Struktur. Sie liegt als dünner Film auf der Haut und kann aufgrund ihrer Größe die Haut nicht penetrieren. Sie bindet Feuchtigkeit im Stratum corneum (oberste Schicht der Epidermis), verhindert das zu schnelle Verdampfen des hauteigenen Wassers und wirkt dadurch als Hydratisierer (= Feuchtigkeitsspender). Sie gibt ihren Hydratmantel erst nach mehreren Stunden ab und wirkt auf diese Weise über einen längeren Zeitraum. Durch die Verdunstung des Wassers und die dadurch bedingte leichte Straffung des Gelfilms auf der Haut entsteht ein hautstraffender und glättender Effekt. Aus diesem Grund wird die hochmolekulare Hyaluronsäure bevorzugt in der Gesichtspflege angewendet

Niedermolekulare Hyaluronsäure dringt aufgrund der wesentlich kleineren Moleküle tiefer ins Stratum corneum ein und sorgt dafür, dass Wasser im Bindegewebe der Haut gespeichert wird. Durch die zusätzliche Feuchtigkeit wird die Haut nicht nur praller und straffer, sondern auch Falten werden sichtbar verringert. Bei Verwendung von niedermolekularer Hyaluronsäure wird die Feuchtigkeit nachhaltig in der Haut gespeichert. Sie verfügt also über mehr Vorteile und vor allem eine nachhaltigere Wirkung.

Oligo-Hyaluronsäure nennt sich die kleinste Hyaluronsäure. Bei dieser Art werden extrem- kurzkettige Moleküle verwendet, die noch um ein Vielfaches kleiner sind als bei herkömmlicher niedrigmolekularer Hyalu- ronsäure. Oligo-Hyaluron ist ganz neu auf dem Markt. Sie ist sehr hochpreisig und nur in den erlesensten Produkten zu finden

Foto: chezbeate, Pixabay; links unten: Arturs Budkevics, Pixabay

Alle Hyaluronsäure-Arten sind vorteilhaft für die Haut. Für uns ist deshalb eine Mischung aller Arten die beste Wahl. Allerdings sollte niedermolekulare Hyaluronsäure immer den größten Teil ausmachen - der Langzeiteffekt zählt immer mehr.

Wirkung

Innerhalb weniger Wochen nach der Verwendung eines Produktes, das Hyaluronsäure beinhaltet, ist eine spürbare Zunahme der Hautfeuchtigkeit auf der Hautoberfläche festzustellen. Obwohl die meisten Forschungsergebnisse zeigen, dass es sechs Wochen und mehr dauern kann, bis eine Verbesserung des Hautbildes eintritt, haben einige Studien ergeben, dass Anti-Falten Seren und Augencremes in manchen Fällen schon innerhalb von zwei bis vier Wochen zu wirken beginnen.

Worauf man beim Kauf achten sollte

Hyaluronsäure ist also nicht einfach nur zu einem Modetrend geworden, sondern es hat sich in verschiedenen Tests tatsächlich gezeigt, dass die Haut nach der Anwendung glatter und jünger aussieht. Da es mittlerweile ein umfassendes Angebot an Hyaluronsäure- Seren auf dem Markt gibt, sollte man beim Kauf auf Folgendes achten

Inhaltsstoffe: Ein wichtiger Bestandteil des Serums sind hoch- und niedermolekulare Hyaluronsäuren sowie Anti- Aging-Wirkstoffe. Ebenfalls sehr sinnvoll sind beruhigende Wirkstoffe wie Aloe Vera oder Panthenol, Vitamine oder Pflanzenextrakte, damit die Haut sich ausreichend regenerieren kann. Beim Kauf des Produktes sollten Sie darauf achten, dass die am häufigsten enthaltenen Wirkstoffe in der Regel ganz weit vorne bei der Nennung der Inhaltsstoffe stehen (Laut INCI Code Verordnung müssen die Wirkstoffe, deren Menge am höchsten ist, ganz am Anfang stehen).

Zusatzstoffe: Der zweite Blick sollte immer den Zusatzstoffen gelten. Hautunfreundliche Stoffe wie Parabene, Silikone, Mineralöle, Aluminium oder Mikroplastik sollten hier nicht vorkommen (da das Produkt ansonsten auch nicht als Naturkosmetik deklariert werden darf

Textur: Die Textur ist sehr wichtig bei der Hyaluronsäure, denn sie entscheidet darüber, wie sie sich auftragen lässt. Im Wesentlichen sollte das Präparat nicht kleben, sich einfach und leicht verteilen lassen, ergiebig sein und rückstandslos in die Haut einziehen

Die Voraussetzung für einen optimalen und langfristigen Erfolg ist jedoch immer eine regelmäßige, also tägliche Pflege, die zum jeweiligen Hauttyp und dessen spezifischen Bedürfnissen passt.

Fazit: Hyaluronsäure ist nicht das Mittel für ewige Jugend, unterstützt aber unsere Haut bei der Regeneration und kann bei regelmäßiger und konsequenter Anwendung den Altersprozess Verzögern

Karin Eisenhut lebt in der Nähe von Graz, Österreich, absolvierte ein Übersetzerstudium in den Sprachen Italienisch und Englisch und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Naturkosmetik. Sie absolvierte den Lehrgang zur zertifizierten gewerblichen Kosmetikherstellerin, experimentiert gerne mit neuen Kosmetikrezepten und schreibt fallweise thematische Fachartikel.


Foto: Free-Photos, Pixabay; links oben: silviarita, Pixabay