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Hybrid-Pappeln differenzierter betrachten


TASPO BAUMZEITUNG - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 05.10.2018

Das von Prof. Dr. Kiermeier in der letzten BAUMZEITUNG vorgestellte Baumporträt über Hybrid-Pappeln ist nicht unkommentiert geblieben. So erreichte uns ein Leserbrief von Richard Kuther, Sachverständiger für Baumpflege, Baumwertermittlung und Verkehrssicherheit aus Landshut:


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// Pappeln am Klosterholzweg in Landshut, die gefällt wurden.//


Foto: Kuther

„Da hier auch konkret Probleme mit Pappeln in Landshut/Niederbayern angesprochen wurden, bietet sich eine Stellungnahme aus Landshut an. Darin wird vorangestellt, dass die wissenschaftliche Expertise des Prof. Kiermeier nicht in Abrede gestellt werden soll. Die Rückschlüsse jedoch, die von ihm daraus gezogen werden, insbesondere die pauschale Verurteilung der Hybrid-Pappeln, deren Zeiten im öffentlichen Grün jetzt vorbei seien, können so nicht hingenommen werden. (…)

Die Stand- und Bruchsicherheit von Bäumen gleich welcher Art kann nicht pauschaliert fest - gestellt und am Erreichen einer Altersgrenze festgemacht werden. Zwischen ’Baum steht‘ und ’Baum muss gefällt werden‘ kann eine Fülle von baumpflegerischen Maßnahmen empfohlen werden, die die Stand- und Bruchsicherheit des betreffenden Baumes mit zumutbaren Mitteln wiederherstellen können. Im Besonderen stellt Prof. Dr. Kiermeier die Interessen des Naturschutzes in Frage. (…)

Prof. Dr. Kiermeier stellt die höchstrichterliche Rechtsprechung zum natürlichen Astabbruch ohne vorher erkennbare Anzeichen (Unvorhersehbarkeit) in Frage. An dieser Stelle müsste man viel Literatur anführen, die dazu veröffentlicht wurde. Ich möchte mich beschränken auf die zusammenfassenden Worte von Dr. Hans-Joachim Schulz, niedergeschrieben im FLL-Tagungsband Verkehrssicherheitstage 2014 (8) und daraus zitieren: ’Für mich war der 6. März 2014 ein Freudentag. Für die noch nicht gefällten Pappeln in der Republik sicher auch.‘ Bedauerlicherweise gibt es diese Unbelehrbaren immer noch, das Fällen geht weiter – entgegen dem einschlägigen BGH-Urteil.

Prof. Dr. Kiermeier macht die Erfordernis der Fällung von Hybrid-Pappeln noch daran fest, dass sich in der Regel ein Befall mit Pappelbock feststellen lässt, einhergehend mit Pilzbefall und ständig abnehmenden Restwandstärken. Im Landshuter Pappelfall war diese Regel nicht zu bestätigen; so war der Befall durch Pappelbock nur an einem von acht Bäumen feststellbar. Ob bei diesem Baum die Restwandstärke noch ausreichend gewesen wäre, war nicht eingehend untersucht worden. (…) Die anderen 7 Wurzelstöcke ließen keinen Zweifel an ausreichender Restwandstärke und Standsicherheit. (…)

So bleibt nur dazu aufzurufen, den Rückschlüssen des Prof. Dr. Peter Kiermeier nicht pauschal zu folgen; an deren Stelle muss die fachgerechte Baumkontrolle treten, soweit überhaupt Verkehr an diesen Bäumen eröffnet ist. Bei Zweifeln an Standund Bruchsicherheit von Bäumen oder deren Kronenteilen werden diese ergänzt durch eingehende Untersuchungen. Dies kann Handlungsbedarf auslösen, der im ungünstigsten Fall als unvermeidbare Fällung zu begründen ist. Der artenund naturschutzrechtliche Aspekt ist dabei zwingend mit zu betrachten.“//

LESERBRIEFE

Wir freuen uns über Leserbriefe, behalten uns aber vor, diese zu kürzen. Den vollständigen Leserbrief von Richard Kuther mit weiteren Ausführungen zu dem Fall in Landshut finden Sie unter www.baumzeitung.de.

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