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HYRULE WARRIORS: ZEIT DER VERHEERUNG


Games Aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 20.01.2021

ACTION Im Prequel zu Breath of the Wild müsst ihr euch der namensgebenden Bedrohung entgegenstellen und in bester Hack-&-Slash-Manier ganze Landstriche von Feinden befreien.


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Switch
Termin: 20. November 2020 Preis: ca. € 50,-

Entwickler: Koei Tecmo
Hersteller: Nintendo
Sprache: Deutsch
Altersfreigabe: Ab 12

Das erste Hyrule Warriors, das im Jahr 2014 für die Wii U, dann für den 3DS und 2018 in der Definitive Edition auch für die Nintendo Switch ...

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... erschien, war viel mehr als nur ein Hack & Slash im Zelda-Gewand. Für das Entwicklerteam von Tecmo Koei, deren Dynasty-Warriors-Reihe mit jedem Teil kontinuierlich an kreativer Energie verlor, kam die Kollaboration mit Nintendo einer Renaissance gleich. Während das etablierte Gameplay-Schlachtross schon so lahmte, dass es eine Gnade gewesen wäre, es zu erschießen, zeigte die Spieleschmiede mit Hyrule Warriors dann, zu welchen kreativen Höhenflügen sie fähig ist, wenn man ihr einfach eine tolle Lizenz zum Austoben gibt. Und auch für Nintendo-Fans, die sehnlichst auf einen neuen Teil der Zelda-Reihe für die Wii U warteten, kam der Release des Spiels einem Regenschauer nach einer langen Dürre gleich. Auch wenn es sich nicht um ein klassisches The Legend of Zelda handelte, bot Hyrule Warriors doch genug Nostalgie, um eingefleischte Zelda-Jünger neugierig werden zu lassen. Dass die Story dann einem Liebesbrief an vergangene Titel der Reihe gleichkam und das Gameplay zum Besten gehörte, was Tecmo Koei seit Jahren hervorbrachte, dürfte dem Erfolg ebenfalls zuträglich gewesen sein.

Kein Wunder also, dass allseits Interesse an einer Wiederholung dieses tollen Spiels bestand. Mit Hy- rule Warriors: Zeit der Verheerung gibt Nintendo Tecmo Koei darum nun erneut die Schlüssel zum Königreich in die Hand. Statt einer bunt gemischten Zelda-Collage erwartet Spieler dieses Mal jedoch ein wachechtes Prequel zum erfolgreichsten Zelda-Spiel überhaupt, dem gefeierten The Legend of Zelda: Breath of the Wild.

Mithilfe des Stasis-Moduls lassen sich Feinde an Ort und Stelle festhalten. (Switch)


Das Gegner- und Figurendesign von Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung stammt direkt aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild. (Switch)


DIE DUNKLE BEDROHUNG

Die Geschichte setzt 100 Jahre vor den Ereignissen des jüngsten Serienteils an und dreht sich um die vier Titanen, die Link und Zelda bei ihrem Versuch, die Verheerung Ganon aufzuhalten, zur Seite standen. Die mächtigen Stahlkolosse müssen von Vertretern verschiedener Völker gesteuert werden, die es nach und nach zu rekrutieren und als Spielfiguren zu kontrollieren gilt. Wer Breath of the Wild gespielt hat, wird viele der Figuren und Gebiete sofort wiedererkennen. Auch Ästhetik und Soundkulisse wurden komplett dem Stil des Open-World-Abenteuers entnommen. Zu Beginn des Spiels informiert ein kleiner metallener Wächter aus der Zukunft Zelda von den Konsequenzen der nahenden Verheerung. Daraufhin brechen die Helden Hyrules auf, Verbündete aus allen Ecken der Welt zum Kampf gegen die Bedrohung zu mobilisieren. Dabei kommt es immer wieder zum Kräftemessen mit Ganons Schergen und den Mitgliedern der maskierten Yiga-Bande, die die Verheerung um jeden Preis herbeiführen wollen.

Dieses Story-Korsett eignet sich optimal, um ein Gefecht ans nächste zu reihen und wäre an und für sich absolut akzeptabel für eine Schlachtplatte wie Hyrule Warriors. Leider ist die Inszenierung der Zwischensequenzen aber zur hinterletzten Seifenoper geraten. Nicht selten erinnern die Dialoge zwischen den Figuren – sowohl in der deutschen als auch in der etwas stimmigeren englischen Sprachausgabe – an die berühmt-berüchtigten Star-Wars-Prequels. Insbesondere die Szenen mit Link und Zelda, die das wohl langweiligste Gaming-Pärchen überhaupt abgeben, laden zum Fremdschämen ein. Dass Link wie auch in der Hauptreihe stumm bleibt, fällt da weniger ins Gewicht als seine komplette Teilnahmslosigkeit an allem, was um ihn herum passiert. Egal, ob sich die anderen Figuren hitzig streiten oder eine der Frauenfiguren ihn auf aggressive Weise anschmachtet, Link steht davon so unberührt in der Botanik als habe er absolut keine Ahnung, wer diese ganzen Leute überhaupt sind. Das sorgt zumindest mitunter für unfreiwillig komische Momente. Prinzessin Zelda, die ihre Kräfte erst finden muss, aber kein Selbstbewusstsein hat und deshalb in jeder einzelnen Sequenz herumjammert, für wie nutzlos sie sich hält, nervt hingegen schon recht früh auf ganzer Linie. Man würde der jungen Dame am liebsten ein Snickers in die Hand drücken, wenn sie wieder anfängt, laut ihren Weltschmerz kundzutun.

Leider bleibt auch der restliche Cast inklusive der Schurken größtenteils blass und eindimensional. Das tut dem Gameplay zwar keinen Abbruch, dadurch, dass die Zwischensequenzen nicht gerade spärlich gesät sind, wäre hier aber durchaus das Potenzial vorhanden gewesen, ein starkes erzähleri- sches Fundament für die epischen Schlachten zu schaffen. Dass sich grandioses Storytelling und blitzschnelles Hack&Slash-Gameplay nicht ausschließen müssen, sieht man eindrucksvoll an einem Titel wie Hades, wo selbst winzige Interaktionen mit anderen Figuren nur so vor Persönlichkeit strotzen und für zusätzliche Motivation sorgen.

Manche Spezialattacken lösen im wahrsten Sinne des Wortes ein Effektgewitter aus. Im Koop-Modus geht das ganz schön auf Kosten der Framerate. (Switch)


ANGRIFF DER KLONKRIEGER

Am Gameplay selbst gibt es dann erfreulicherweise wenig auszusetzen. Die Kämpfe gehen flott von der Hand, Kombos und Spezialattacken fühlen sich sehr zufriedenstellend an und die verschiedenen Figuren spielen sich bemerkenswert abwechslungsreich. Zu Beginn schlüpfen wir wie gewohnt in die Haut von Link, der in Begleitung von Zelda und Impa unterwegs ist. Wir können neben der Hauptfigur dann je nach Level maximal drei weitere Kämpfer steuern, die wir beim Start der Mission auswählen.

In den frühen Kapiteln schließen sich uns der fliegende Bogenschütze Revali, Wüstenkönigin Urbosa, Haudrauf Daruk und die Fischdame Mipha an, zahlreiche weitere Gefährten werden ebenfalls im Verlauf der Handlung freigeschaltet. Die Begleiter verfügen allesamt über einzigartige Waffen, Spezialattacken und Bewegungen. Während der Schlachten wechseln wir mit dem D-Pad zwischen den Figuren oder wir starten im Koop-Modus und überlassen die Steuerung unserer Kameraden einfach jemand anderem. Die Karten sind allesamt recht übersichtlich und die Missionen äußerst linear gestaltet. Ein gelber Punkt markiert den Ort, an dem es den nächsten Stützpunkt zu erobern, Hauptmann zu beschützen oder die nächste Gegnerwelle zu besiegen gilt. Hektisches Multitasking oder eine ausgeklügelte Defensiv-Strategie, um eingenommene Posten auch zu sichern, sind für einen Sieg nicht erforderlich. Neben starken und schnellen Angriffen, mit denen wir eine solide Anzahl an Kombos auslösen, können wir im Kampf auch auf die aus Breath of the Wild bekannten Module zurückgreifen, die nicht nur Schaden anrichten, sondern auch diverse Attacken von Bossmonstern kontern. Mit der R-Taste aktivieren wir ein Ringmenü, mit dem wir Bomben-, Cryo-, Magnet- und Stasis-Modul verwenden.

Mit dem Magnet können wir Waffen zurücklenken, die uns entgegengeschleudert werden, das Eisblockmodul stoppt anstürmende Gegner, Stasis hält Feinde in verwundbaren Positionen und Bomben zerstören einen Teil der gegnerischen Rüstung und öffnen oder schließen Passagen innerhalb der Spielwelt. Da Bosse mit stumpfem Button-Mashing oft längere Zeit in Anspruch nehmen, ist es ratsam, den Umgang mit den Modulen früh zu verinnerlichen, um die Kämpfe nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Da jede Figur ihre eigene Variation der Modul-Fähigkeiten einsetzt, ist auch hier durchaus Abwechslung geboten. Ein zweites Ringmenü aktivieren wir mit der Schultertaste L. Hier können wir uns mit Äpfeln heilen und eingesammelte Zauberstäbe verwenden, die vom Gegnertyp Pyromagus fallen gelassen werden und auf Knopfdruck mächtige Elementar-Gebietseffekte auslösen.

Gegen Rubine könnt ihr eure vernachlässigten Kämpfer ganz einfach auf das Level eurer stärksten Spielfigur anheben lassen. Überaus praktisch! (Switch)


Mit jeder absolvierten Aufgabe schaltet ihr neue Herausforderungen frei. Die Karte ist schon nach wenigen Spielstunden übersät mit unterschiedlichen Symbolen. (Switch)


In manchen Leveln müsst ihr Kämpfe gegen gigantische Feinde absolvieren. Leider gib es nur wenig Abwechslung beim Monsterdesign. (Switch)


Umzingelt? Kein Problem. Selbst auf den höheren Schwierigkeitsgraden stellen die Fußsoldaten kein Problem für Link und seine Freunde dar. (Switch)


Für zusätzliche Auflockerung des Gameplays sorgen die Titanen-Missionen, in denen wir uns hinters Steuer der mächtigen Maschinen klemmen und Armeen aus abertausenden Feinden im Nu dem Erdboden gleichmachen. Das ist dann zwar keineswegs anspruchsvoll, dafür aber unglaublich befriedigend und ein regelrechtes Effekt-Feuerwerk. Einziger Wermutstropfen bei den Massenschlachten ist das immergleiche Gegnerdesign. Die Fußsoldaten sehen ohnehin alle aus wie Klone, bis auf wenige Ausnahmen wiederholen sich aber auch die Bossgegner ständig, was schon nach wenigen Spielstunden eintönig wird. Sobald man einem Feind zum ersten Mal gegenübersteht, kann man davon ausgehen, dass dieser in den nächsten Kapiteln noch häufiger auftauchen wird.

KAMPF UM HYRULE

Neben der Hauptquestreihe können wir auch eine Fülle an kleinen Missionen absolvieren, um Verbesserungen und Items freizuschalten. Diese sind teilweise mit einem Zeitlimit versehen oder an Bedingungen gebunden und damit deutlich fordernder als so manches Story-Kapitel. Zur Belohnung gibt es beispielsweise Zutaten, die zu Mahlzeiten kombiniert werden können, die uns für die Dauer einer Mission einen Buff verleihen, oder Gegenstände, die gegen permanente Verbesserungen wie Herzcontainer oder zusätzliche Combo-Attacken eingelöst werden können. Außerdem erhalten wir von besiegten Gegnern Rubine, die in Shops gegen ebendiese Gegenstände sowie Waffenverbesserungen und kosmetische Anpassungen für Link eingetauscht werden. Wer genügend Missionen innerhalb desselben Landstrichs absolviert hat, erhält zusätzlich einen Bonus für die Befreiung des Gebietes. Wie schon im ersten Hyrule Warriors gibt es auch in Zeit der Verheerung Waffen-Crafting: In der Schmiede können wir gefundene Waffen miteinander kombinieren beziehungsweise mehrere Waffen einer ausgewählten Waffe einverleiben. Siegel, also Boni, können dabei übernommen werden, sollten mehrere geopferte Waffen das gleiche Siegel tragen. Während Zelda, Impa und die Titanenpiloten auf einen Waffentyp festgelegt sind, hat Link die Möglichkeit mit Schwert und Schild, Lanze oder Zweihänder in die Schlacht zu ziehen. Als Besitzer von Breath of the Wild erhaltet ihr zudem zu Beginn einen Kochlöffel und ein Übungsschwert als Bonus. Das ist in der Theorie zwar cool, wird aber durch die Tatsache kaputtgemacht, dass wir es hier mit einem Zelda-Spiel zu tun haben – was bedeutet, dass Link früher oder später ein ganz besonderes Schwert erhalten muss, das alle anderen Waffen schlagartig zu obsoletem Alteisen werden lässt. Anders als in Breath of the Wild zerbrechen die Geräte zumindest nicht bei der leichtesten Berührung.

Die mächtigen Titanen könnt ihr in einigen Leveln selbst steuern. Jeder Koloss verfügt über unterschiedliche, aber ähnlich verheerende Attacken. (Switch)


MEINUNG

Viktor Eippert

Ein spaßiger Appetithappen, der die Wartezeit auf BOTW 2 erträglicher macht. Schon das erste Hyrule Warriors punktete bei mir vor allem mit der sehr gelungenen Adaption der Zelda-Materie. Zeit der Verheerung setzt hier sogar nochmal eins drauf, denn durch den perfekt getroffenen und immer noch sehr schicken Grafikstil, die aus Breath of the Wild bekannten Charaktere, Schauplätze und Items sowie die ikonischen Sounds ist Zeit der Verheerung genau das, was ich mir davon erwartet hatte: ein spaßiger Warriors-Ableger im BOTW-Gewand. Allerdings ist es auch nicht mehr. Nur basierend auf den Trailern könnte man von Zeit der Verheerung ein vollwertiges Prequel des Switch-Zeldas erwarten, aber dem wird das neue Hyrule Warriors nicht gerecht. Muss es aber auch nicht, denn ich hatte mit dem Gebotenen trotzdem viel Spaß und der Action-Ableger eignet sich super als Übergangsbeschäftigung, bis der Nachfolger erscheint.

Erscheint ein Symbol über dem Kopf eines Gegners, könnt ihr die folgende Attacke mit dem Einsatz des entsprechenden Moduls kontern. (Switch)


OPTIONEN IM ÜBERFLUSS

Auch sonst ist ein Großteil der Möglichkeiten zur Individualisierung und punktuellen Verbesserung lediglich nettes Beiwerk. Die Boni durch Waffensiegel und Mahlzeiten reichen von oberflächlich bis überflüssig. Es reicht zum Durchspielen vollkommen aus, den Waffenlevel und damit den Angriffsschaden ab und an durch stupides Kombinieren in die Höhe zu treiben, ohne groß auf Siegel oder ihre Wirkung zu achten und auch der Einsatz von Buffs ist zumindest auf den mittleren Schwierigkeitsgraden keinesfalls kriegsentscheidend. Stark fallen dagegen die zusätzlichen Herzcontainer und Upgrades für Angriffsketten und Spezialbewegungen ins Gewicht, die das Gameplay nachhaltig öffnen und aufwerten. Wer bei den Nebenquest gezielt nach solchen Belohnungen Ausschau hält, kann seine Kämpfer in kürzester Zeit in nahezu unaufhaltsame Killermaschinen verwandeln.

Angenehm ist auch die Möglichkeit, niedrigstufige Figuren gegen Rubine auf das Level der ranghöchsten Figur verbessern zu können. So kann die Lieblingsfigur vor Missionsstart gemütlich aufgelevelt werden, ohne dass stundenlanges Grinding vonnöten wäre.

Das ist vor allem deshalb hilfreich, weil Link (gelegentlich in Begleitung von Zelda) zumindest anfangs in den meisten Story-Missionen als erster Kämpfer festgesetzt ist und somit zwangs- weise am schnellsten Erfahrung sammelt. Gegen Ende des Spiels hat man außerdem eine ziemlich große Truppe an Kämpfern zusammen, was bedeutet, dass sich die meisten Spieler wohl auf einige wenige Figuren konzentrieren und den Rest für weite Strecken auf der Bank sitzen lassen. Möchte man dann doch einmal mit seiner Truppe herumexperimentieren und Mitglieder wechseln, kommt es sehr gelegen, dass der Kämpferersatz nicht erst mühselig trainiert werden muss.

Die Geschichte des Spiels ist eines großen Schlachtenepos schlichtweg nicht würdig. Viele Dialoge laden stattdessen zum Fremdschämen ein. (Switch)


Link kann mit Schwert und Schild, Zweihänder und Lanze jeweils verschiedene Bewegungen und natürlich auch Spezialattacken ausführen. (Switch)


Gegner vom Typ Pyromagus lassen Zauberstäbe fallen, mit denen Gegner eingefroren, geschockt oder in Brand gesteckt werden können. (System)


SCHWIERIGKEITSGRAD UND PERFORMANCE

Wer Angst hat, bei den hektischen Kämpfen den Überblick zu verlieren und sang- und klanglos im Gegnerheer unterzugehen, braucht nicht zu verzagen: Mit Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung kommen auch ungeübte Hack&Slash-Fans voll auf ihre Kosten. Bis auf ein, zwei frustrierende Bosskämpfe, die es im letzten Drittel zu ertragen gilt, ist der Standard-Schwierigkeitsgrad auch für Grobmotoriker locker zu schaffen. Selbst auf der schwierigsten möglichen Stufe schnetzeln wir uns immer noch elegant und ohne größere Probleme durch gigantische Gegnerhorden, in späteren Gebieten fällt vor allem der erhöhte Gegnerschaden dann aber doch ins Gewicht und sorgt immer häufiger für ein verfrühtes Ableben. Wer es gerne knackig hat, sollte sich also nicht scheuen, den Schwierigkeitsregler vor Spielstart beherzt nach rechts zu schieben. Der Härtegrad kann nachträglich jederzeit im Menü angepasst werden. Performance-Einbrüche, Ruckler oder Ähnliches konnten wir bei unserem Test zumindest im Singleplayer-Modus keine feststellen. Trotz Partikeleffekten, die schon mal den kompletten Bildschirm in gleißendes Licht tauchen, lief Hyrule Warriors sowohl im Handheld- als auch im stationären Modus stabil und flüssig. Im Koop-Modus stößt die Switch-Hardware aber dann doch an ihre Grenzen. Wenn zwei Spieler gleichzeitig ihre mächtigen Kombos entladen, zwingen sie damit des Öfteren auch die Framerate in die Knie. Störende oder häufig auftretende Bugs gibt es nicht zu vermelden.

MEINUNG

Christian Fußy

Grundsolides Hack-&-Slash im Zelda-Look. Trotz Wermutstropfen in der Story-Abteilung hatte ich viel Spaß mit Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung. Das auf Dauer zugegebenermaßen etwas eintönige Hack-&-Slash-Gameplay wird extrem dadurch aufgewertet, dass die einzelnen Charaktere sich in ihren Kampfstilen und Spezialbewegungen so drastisch unterscheiden. Jedes Mal, wenn eine neue Figur freigeschaltet wurde, konnte ich es gar nicht erwarten, ihre einzigartige Mega-Attacke auf eine Horde bemitleidenswerter Gegner einprasseln zu lassen. Die Titanensequenzen und Bosskämpfe gegen gigantische Widersacher sorgen zwischendurch zusätzlich für epische, effektgeladene Momente. Wer schon immer einmal mit einem muskulösen Steinmann, der sich nur mit Purzelbäumen fortbewegt, oder als liebeshungriges Fischmonster gegen Horden von Schweinegoblins in die Schlacht ziehen wollte, wird mit Zeit der Verheerung bestens bedient.

WERTUNG

Stärken und Schwächen
+ Vielfältige Kämpferschar mit abwechslungsreichen Kampfstilen
+Viele freischaltbare Waffen und Angriffe
+ Gut integrierter Koop-Modus
+ Befriedigendes Kampfsystem
+ Titanen-Abschnitte lockern den Spielfluss auf
- Wenig unterschiedliche Gegnertypen
- Oberflächliche Nebenquests
- 08/15-Story mit peinlichen Dialogen