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IAA 2019: Zwei Autogas-Aussteller präsentieren neue Anlagen


Flüssiggas - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 08.10.2019

Bei dieser IAA war vieles anders: Demonstrierende Autogegner vor den Messehallen, die offensichtlich nicht begriffen haben, dass mit der Abschaffung des Verbrennungsmotors bzw. des Autos an sich auch ein Teil des Wohlstands in Deutschland abgeschafft wird, Automobilkonzerne, die über vernetztes und autonomes Fahren nachdenken, während sich auf den Autobahnen eine Baustelle an die andere reiht und Brücken für bestimmte Fahrzeugklassen gesperrt werden. Der Druck auf die Automobilindustrie, die mehr als ehrgeizigen Klimaziele von 2030 zu erreichen, vereint sich im ganzen Irrsinn dieser IAA. Doch eines ...

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Bildquelle: Flüssiggas, Ausgabe 5/2019

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... haben die Automobilkonzerne nicht mehr auf der Agenda: Autogas!

IAA 2019: Ist die Luft raus beim Thema Autogas? Ginge es nach dem Verband der Automobilindustrie, müsste man lieber auf Kraftstoffe setzen, für die noch keine ausreichende Infrastruktur besteht.


Der scheidende VDA-Vorsitzende Bernhard Mattes ließ denn auch verlauten: „Gemeinsam mit Politik und Gewerkschaften haben wir in der ‚Konzertierten Aktion Mobilität‘ vereinbart, all diese Punkte in einem Masterplan zusammenzufassen. Dies wird zeitnah erarbeitet und umgesetzt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der E-Mobilität. Doch andere Op tionen bleiben auf der Agenda. So arbeiten wir auch weiter an alternativen Antrieben und Kraftstoffen. Dazu gehören klima neutrale E-Fuels, CNG und Wasserstoff.“

CNG – also Erdgas? Wo doch jahrzehntelange Versprechen auf einen Ausbau der Infrastruktur seitens der Erdgasversorger nicht eingelöst wurden? Gut 900 Tankstellen, von denen gerade einmal zwei an den Raststätten der Autobahnen positioniert sind, stehen im krassen Gegensatz zu den gut 7000 Zapfsäulen für Autogas, die nur darauf warten, dass sich Fahrzeuge an ihnen bedienen, die sofort ca. 15 % we niger CO2 emittieren als vergleichbare Benziner. Fragt man beim wohl größten deutschen Lobbyverband, dem Verband der Automobilindustrie explizit nach, welche Rolle denn Autogas beim Erreichen der Klimaziele spiele, erhält man die la pidare Antwort: „Mit Autogas be fassen wir uns derzeit gar nicht.“

Klarer kann ein Statement wohl nicht ausfallen. Dazu passt, dass von einst unzähligen OEM-Lösungen nur noch ein Fiat Panda und ein Fiat 500 mit jeweils 69 PS übrigblieben. Dazu passt auch, dass bis heute aktuelle Neufahrzeuge rechtlich nicht zulassungsfähig sind, weil der neue, vorgeschriebene WLTPZyklus in der Norm R 115 noch nicht ver ankert ist. Bei den Ankündigungen einiger Hersteller von Autogasanlagen, ab Januar 2020 sei dieses Versäumnis nachgeholt, dürfte wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens sein. Offiziell hat sich das Verkehrsministerium auf Nachfrage dazu zumindest noch nicht geäußert.

Vialle
Bei der Suche nach dem Thema Autogas auf den Internetseiten der IAA wird man einzig und allein zum niederländischen Hersteller Vialle geführt. Der präsentierte auf den ersten Tagen der auto mobilen Leitmesse mit der Direct Blue einen völlig neuen Typus von Autogasanlage für direkt einspritzende Benzinmotoren, bei dem, wie mehrfach berichtet, das Gas über eine Hydraulikeinheit dem Motor zu geführt wird. Vialle-CEO Peter Rutten: „Derzeit spult in den Niederlanden eine Test flotte tagtäglich ihre Kilometer ab, um Erkenntnisse hinsichtlich der Dauerhaltbarkeit des neuen Produktes zu erlangen.“

Erste Ergebnisse seien äußerst vielversprechend, die Anlage laufe reibungslos, so Rutten weiter. Im nächsten Schritt möchte man jetzt ein Fahrzeug in Deutsch- land auf die Straßen bringen, wo es abseits der niederländischen Geschwindigkeitsbeschränkungen auf deutschen Autobahnen getestet werden soll. Dieses Fahrzeug, ein VW Golf, war bereits auf der IAA ausgestellt. Im Test in den Niederlanden befänden sich, so der Vialle-Chef weiter, aber bereits auch Fahrzeuge anderer Hersteller.

Erste Genehmigungen liegen bereits vor.


Gelungener IAA-Auftritt: Vialle präsentiert die neue Direct Blue in Halle 5.


Direct GasTec
Wer in den Messehallen intensiv suchte oder zu den Insidern der Branche zählt, wurde auch noch in Halle 8 fündig. Hier präsentierte die Direct GasTec GmbH aus Merzig auf dem Saarland-Stand ihre Hydraulik-Einheit. Wie zumindest über die Homepage verkündet wurde, ist die mehrfach verschobene Markteinführung der identischen Anlage jetzt für „1/2020“ geplant, da man davon ausgeht, dass bis zu diesem Zeitpunkt die rechtlichen Voraussetzungen geschaff en sein sollten.

Wer macht das Rennen?
Hier scheint sich ein Wettlauf zwischen Vialle und Direct GasTec zu entwickeln, wer seine Anlage zuerst auf den Markt bringt. Für den außenstehenden Betrachter scheint es so, als habe Vialle derzeit die Nase vorn. Ein gelungener Messe auft ritt auf dem Gemeinschaft sstand der Niederlande mit einem vorzeigbaren Fahrzeug und eine Testfl otte, die schon eifrig Kilometer abspult, sprechen für das Eind hovener Unternehmen – so der letzte Eindruck von der IAA. Auf den Konter der Direct GasTec darf man in den nächsten Wochen und Monaten gespannt sein. Der Schlagabtausch beider Unternehmen um die Marktführerschaft mit dem neuen Anlagenprinzip geht dann in die nächste Runde.

Fazit
Welche Eindrücke nimmt der kritische Besucher von der IAA 2019 mit? E-Mobilität ohne ausreichende Infrastruktur, Erdgasfahrzeuge, die kaum CNG-Tankstellen vorfi nden und E-Fuels, die an ausstehender Normung bzw. Herstellerfreigaben scheitern. Was unter dem Strich bleibt, sind Benzin, Diesel und Autogas, da für diese Kraft - stoff e bereits jetzt eine ausreichende Tankstellen infrastruktur zur Verfügung steht. Und ein paar Umweltfana tiker, die noch nicht begriff en haben, dass ihr der zeitiger Lebensstandard zu großen Teilen auch von der Automobil industrie ge sichert wird. Die zwei Jahre bis zur nächs ten IAA in Frankfurt bleiben spannend.

Ein Blick unter die Haube zeigt: Die FSU – so heißt die Hydraulik- Einheit beim niederländischen Hersteller Vialle – passt perfekt in den 1-Liter-Golf.


Der Medienwandler von Direct GasTec: Gelb soll die Benzinseite darstellen, Blau die Gasseite. Ein Fahrzeug mit der verbauten Einheit fehlte leider auf dem Saarland-Stand.