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„Ich bin ein Berliner“


Spiegel Biografie - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 06.03.2018

John F. Kennedy an der Mauer zwischen Ost und West


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Bildquelle: Spiegel Biografie, Ausgabe 1/2018

John F. Kennedy am 26. Juni 1963 in Berlin mit dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandt (l.) und Kanzler Konrad Adenauer (2. v. l.)


Deutschland im Juni 1963 war geprägt vom Kalten Krieg und der Teilung des Landes. An der Grenze zwischen West- und Ostdeutschland standen sich die Staaten der Nato und des Warschauer Pakts hochgerüstet gegenüber – die ...

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... Mächte des Kapitalismus und des Kommunismus.

Zwei Jahre zuvor, im August 1961, hatte die DDR die Grenze zwischen Ost- und Westberlin abgeriegelt und eine Mauer gebaut, inklusive Stacheldraht, Panzersperren und Todesstreifen. Die wirtschaftliche Lage in Ostdeutschland hatte sich dramatisch verschlechtert, gleichzeitig war der Strom der Flüchtlinge Richtung Westen von Tag zu Tag gewachsen – die DDR stand kurz vor dem Zusammenbruch. Nur indem sie die eigenen Bürger einsperrten, gelang es den SED-Herrschern, die Existenz ihres autokratischen Staates zu sichern. Im Westen zerschlugen sich damit erst einmal alle Illusionen über einen Sturz des DDR-Regimes.

Am 26. Juni 1963 wollten die Westberliner nun einen Politstar sehen, der wie aus einem Hollywoodfilm daherkam: jung, sexy, voller Charisma – US-Präsident John F. Kennedy. Bringen sollte er den Berlinern vor allem eines: Hoffnung. Die Hoffnung, dass das eingeschlossene Berlin auf Dauer frei bleibe; die Hoffnung, dass vielleicht wieder Kontakte zu Angehörigen und Freunden im Osten möglich seien; die Hoffnung, dass das Unrechtssystem in Ostberlin doch irgendwie zum Einsturz gebracht werde.

An diesem 26. Juni haben alle Kinder schulfrei, viele Geschäfte bleiben geschlossen, selbst Polizeireviere und Gerichte bieten nur einen Notdienst. 53 Kilometer fährt Kennedy, vom Flughafen Tegel kommend, durch die Stadt Richtung Rathaus Schöneberg, und Abertausende Berliner säumen die Straßen und applaudieren. Stolz zeigen sich neben dem Amerikaner Willy Brandt, der Regierende Bürgermeister, und Bundeskanzler Konrad Adenauer. Vor dem Sitz der Stadtregierung haben sich dann bis zu eine Million Menschen versammelt.

Dort hält Kennedy eine mitreißende Rede. Er verurteilt die Teilung Deutschlands, erklärt die Freiheit eines geeinigten Landes zum obersten Ziel der Westmächte und sagt Berlin und der Bundesrepublik weiterhin die Unterstützung der USA als Schutzmacht zu. Außerdem wirbt er für eine Politik der Entspannung zwischen Ost und West.

Am Ende spricht er die historischen Worte: „All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words: Ich bin ein Berliner.“

Die Menschen jubeln.