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„Ich bin nie wirklich zufrieden“


BoxSport Spezial - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 01.03.2019

Der „Boxer des Jahres“ spricht im exklusiven Interview über Top-Herausforderer Gilberto Ramirez, seine Wunschgegner für 2016 und ein etwaiges Karriereende.

ARTH UR ABRAHAM

Artikelbild für den Artikel "„Ich bin nie wirklich zufrieden“" aus der Ausgabe 1/2019 von BoxSport Spezial. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: BoxSport Spezial, Ausgabe 1/2019

Arthur Abraham steht vor der vielleicht härtesten sportlichen Herausforderung der vergangenen Jahre. Als wir ihn am Telefon erreichen, steht der Trainingsauftakt kurz bevor. Zuvor wartet aber noch eine letzte Portion seiner geliebten Bratkartoffeln von Mama Abraham – und das Gespräch mit BOXS PORT.

Gratulation, Herr Abraham! Sie sind zum siebten Mal zum „Boxer des Jahres“ gewählt geworden. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Vielen ...

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Gratulation, Herr Abraham! Sie sind zum siebten Mal zum „Boxer des Jahres“ gewählt geworden. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Vielen Dank! Ich bin sehr glücklich und empfinde es als große Ehre, diesen Titel erneut zu holen. Ich weiß dies wirklich sehr zu schätzen! Auf diesem Wege möchte ich mich auch bei allen Fans, die für mich abgestimmt haben, und bei der Jury herzlich bedanken. Und selbstverständlich auch bei meinem Trainer Ulli Wegner sowie meinem Stall Team Sauerland.

Hinter Ihnen liegt ein großes Jahr. Drei erfolgreiche Titelverteidigungen, Ihre Hochzeit mit Freundin Mary, dazu die Auszeichnungen zu „Berlins Sportler des Jahres“ und nun eben auch zum „Boxer des Jahres“. Wie lässt sich 2015 aus Ihrer Sicht überhaupt toppen?
Gute Frage. Wenn jedes weitere Jahr so verlaufen würde, hätte ich nichts dagegen. (lacht) Aber Sie haben schon recht, es waren wirklich sehr erfolgreiche zwölf Monate.

Dass Sie in Deutschland viele Fans haben, war bekannt. Doch im Gegensatz zum Vorjahr haben Sie auch fast die komplette Fachjury überzeugt. Waren Sie so gut, oder haben die anderen Profis so enttäuscht?
Ich glaube schon, dass ich in diesen drei harten Kämpfen gute Leistungen erbracht habe. Aber die Einschätzung überlasse ich lieber anderen. Wichtig ist, dass man sich auch nach solchen E rfolgen nicht einfach faul zurücklehnt. Mein Trainer Ulli Wegner würde das auch nie tun. Ich bin nie wirklich zufrieden, sondern möchte mich immer weiter verbessern.

Trotzdem gab es, zumindest aus deutscher Sicht, im Profi-Boxen zuletzt einige Enttäuschungen. So musste sich etwa Felix Sturm im März Fedor Chudinov geschlagen geben, und auch die Niederlage von Wladimir Klitschko gegen Tyson Fury überraschte.
Bei Klitschkos Niederlage herrschte große Trauer, und Felix Sturm hatte natürlich auch keine gute Zeit. Ich wünsche beiden aber ein erfolgreiches 2016, keine Frage.

Wie wollen Sie die Auszeichnung zum „Boxer des Jahres“ denn feiern? Vielleicht gemeinsam mit Ulli Wegner, der bereits zum 13. Mal „Trainer des Jahres“ wurde?
Selbstverständlich! Ich weiß noch nicht, wo genau die Party stattfinden wird, aber wir werden bestimmt einen schönen Ort finden, um dieses besondere Ereignis mit unseren Familien, unseren Freunden und allen aus dem Team Sauerland gebührend zu feiern. Ich freue mich wirklich sehr darüber.

Wird Ulli Wegner in der Kampfvorbereitung nun einen Gang zurückschalten und Sie ein wenig schonen?
Nein, absolut nicht. Im Gegenteil – je besser die Leistungen sind, umso härter fällt das Trainingsprogramm aus. (schmunzelt) Herr Wegner will immer nur das Beste von mir sehen, aber das ist auch gut so. Ich bin bereit!

Sie stehen viel in der Öffentlichkeit. Trotzdem gelang es Ihnen, Ihre Hochzeitspläne im Vorfeld klein zu halten. War dies eine bewusste Entscheidung?
Ja, absolut. Es ist genauso gelaufen, wir ich es mir erhofft hatte. Erst nachdem wir uns das Jawort gegeben hatten, haben wir uns an die Medien gewandt.

Wenden wir uns dem sportlichen Teil zu. Ihr nächster Kampf ist eine Pflichtverteidigung gegen den Mexikaner Gilberto Ramirez. Wie froh sind Sie, dass Sauerland die Versteigerung des Fights im Januar gewonnen hat?

Unendlich froh, das können Sie mir glauben. Ich kann mich glücklich schätzen, einen so starken Manager und Promoter hinter mir zu haben. Das sorgt für zusätzliche Motivation!

Sie werden ihren WBO-Weltmeistertitel im Supermittelgewicht nun am 9. April in den USA, genauer gesagt, in Las Vegas aufs Spiel setzen. Freuen Sie sich darauf?
Es ist der Traum eines jeden Profiboxers, einmal seinen Namen in Neonlettern auf dem Las Vegas Strip zu sehen!

Hauptkampf des Abends wird das dritte Duell zwischen Manny Pacquiao und Timothy Bradley sein, der vorerst letzte Fight des „Pac-Man“. Haben Sie kein Problem damit, in der Undercard zu boxen?
Nein, überhaupt nicht. Das ist völlig in Ordnung für mich, ganz ehrlich.

Hatten Sie denn einen persönlichen Wunsch-Austragungsort?
Natürlich boxe ich am liebsten in Deutschland, keine Frage. Gleichzeitig empfinde ich es aber als große Ehre, vor dem Abschiedskampf von Manny Pacquiaoin den Ring zu steigen.

Ihr Gegner Ramirez hat in 33 Kämpfen noch nie verloren. Zudem ist er vierzehn Zentimeter größer, elf Jahre jünger und gilt als brandgefährlich. Können Sie in diesem Kampf überhaupt irgendetwas gewinnen?
Ich bin amtierender Weltmeister, und als solcher trete ich auch gegen jeden an. Mir ist egal, wie groß, klein, dick oder dünn mein Gegner auch sein mag, für mich zählt nur der Sieg!

Auf was für einen Kampf stellen Sie sich ein? Müssen Sie in der Vorbereitung anders arbeiten als sonst?
Im Sparring werde ich diesmal natürlich gegen schlanke, groß gewachsene Boxer in den Ring steigen. Ich habe mir auch schon einige Fights von Ramirez angeschaut und weiß darum, wie gefährlich er sein kann. Dies wird sicher kein einfacher Kampf,sondern ein hartes Stück Arbeit. Ich denke aber, dass ich am Endeaufgrund meiner langjährigen Erfahrung gewinnen werde.


21. NOV EMBER 2015: GEGEN MART IN MURRA Y LIEFERTE „KING ARTH UR“ ZUM JAHRESABS CHLUSS NOCH E INMAL E INEN GROSSEN T ITELFIGHT


„ZU E INER KARR IERE GEHÖREN AUCH RÜCKSCHLÄGE – WICHTIG IST , DASS MAN DANA CH WIEDER AUFSTEHT UND SICH ZURÜCKKÄMPFT.“


Aufgrund des immensen Größen- und Reichweitenvorteils des Mexikaners werden Sie wohl auch etwas anders boxen müssen, oder?
Ja, das stimmt. Gegen Ramirez muss ich vor allem den Infight suchen und die Distanz möglichst gering halten. Genaue Gedanken über den Kampfverlauf oder die Taktik habe ich mir aber noch nicht gemacht. Ich bin ganz ehrlich: Die letzten Wochen habe ich genutzt, um abzuschalten, ein wenig Abstandvom Boxen zu bekommen und die Zeit mit meiner Ehefrau zu genießen. Aber keine Sorge: In wenigen Tagen fängt das Training wieder an!

Felix Sturm hat angekündigt, bei einer Niederlage gegen Fedor Chudinovam 20. Februar seine Profi-Karriere zu beenden. Was würden Sie im Fall einer Niederlage tun?
Das kann ich nicht sagen. Zur Zeit fühle ich mich top-fit, an die Möglichkeit einer Niederlage möchte ich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal denken.

Allerdings wissen Sie auch, wie man sich von Rückschlägen erholt. Wir denken etwa an die Niederlagen gegen Carl Froch am 27. November 2010 oder gegen Andre Ward am 14. Mai 2011. Sie gingen aus diesen Erfahrungen gestärkt hervo
Ich bin ein Kämpfer! Zu einer Karriere gehören auch Rückschläge – wichtig ist, dass man danach wieder aufsteht und sich zurückkämpft. Aber es kommt natürlich immer auf die jeweilige Situation an. So muss man nach einer harten Niederlage oder einem schweren K.o.sicherlich ganz genau überlegen, ob die Gesundheit nicht wichtiger ist als die Karriere. Aber wie gesagt: Derzeit fühle ich mich absolut fit und denke gar nicht an die Möglichkeit einer Niederlage.

Ihr großes Ziel war immer eine Titelvereinigung. Seit Januar ist Giovanni De Carolis regulärer WBA-Weltmeister im Supermittel, ein Mann, den Sie am 26. Oktober 2013 einstimmig nach Punkten besiegen konnten. Ist ein zweiter Fight gegen De Carolis der nächste logische Schritt für Sie?
Das kann man so sagen. Ich hätte aber auch Lust, gegen Fedor Chudinov (WBA-Super-Champion, Anm.d.Red.) zu boxen!

Sie werden am 20. Februar 36 Jahre alt. Trainieren Sie heute anders als früher?
Natürlich. Das Programm ist nach wie vor sehr hart, aber heute trainiere ich mehr mit dem Kopf.

Der 39 Jahre alte Wladimir Klitschko verriet kürzlich in einem Interview, dass er niemals Lauftraining absolviere, dafür aber sehr viel schwimmen gehe. Ist das bei Ihnen ähnlich?
Nein, Laufen ist bei mir ein fixer Bestandteil des Trainingsprogramms. Im Normalfall drei bis vier Mal pro Woche, jeweils acht bis zwölf Kilometer. Manchmal gehe ich danach noch schwimmen, aber das ist von Tag zu Tag unterschiedlich.

Tyron Zeuge hat kürzlich gemeinsam mit Jürgen Brähmer trainiert. Könnten-Sie sich auch vorstellen, mit jüngeren Talenten zu trainieren und Ihre Erfahrung weiterzugeben?
Sehr gerne! Natürlich ist es die Aufgabe der jeweiligen Trainer, ihren Schützlingen die wichtigen Dinge des Boxsports beizubringen, aber es ist sicherlich sinnvoll, erfahrenen Boxern beim Training auf die Fäuste zu schauen. Bei uns im Stall gibt es zum Glück genügend solcher erfahrenen Boxer. Wenn junge Talente ein paar Tipps von mir wollen, helfe ich immer gerne. Sie müssen nur zu mir kommen …

Welche Ziele haben Sie sich 2016 noch gesetzt – die zuvor erwähnte Titelvereinigung? Oder doch das immer wieder thematisierte „Traum-Duell“ mit Felix Sturm?
Wenn es nach mir ginge, würde beides in diesem Jahr passieren!

Sie wirken immer so ungemein entspannt. Gibt es überhaupt Dinge, die Sie fürchterlich aufregen?
Natürlich, da gibt es vieles. (lacht) Wenn zum Beispiel im Büro meiner Firma etwas schief läuft, kann ich mich furchtbar aufregen. Ich mag es auch nicht, wenn sich jemand unkorrekt verhält. Man muss immer korrekt bleiben!


ENGES VERHÄLTNIS: ULI WEGNER IST FÜR WBO-WELTMEISTER ARTH UR ABRAHAM „VATER, TRAINER, BERATER UND NOCH MEHR“.


DER REKORDSIEGER

Arthur Abraham ist mit insgesamt sieben Siegen der alleinige Rekordhalter bei der BOXSPORT-Wahl. „King Arthur“ gewann das Voting von 2006 bis 2009 und erneut in den Jahren 2012, 2014 und 2015. Der gebürtige Armenier trug in der Zeit WM-Titel im Mittel- und Supermittelgewicht und wurde vor allem dank seiner zahlreichen spektakulären K.o.-Siege zu einem echten Liebling der deutschen Fans. Foto: IMAGO/ Mausolf BOXSPORT 15 Spezial Boxer des Jahres

www.box-sport.de

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Knockout-mas chine

Erst 2015 führte BOXSPORT bei der Wahl die Kategorie „Boxer des Jahres – International“ ein. Schnell wurde klar, dass der Kasache Gennady Golovkin (rechts; 2015 gegen David Lemieux) nur sehr schwer vom Thron zu stoßen sein wird. Der ehemalige Mittelgewichts-Dominator, der 85 Prozent seiner Fights durch Koentscheidet, gewann das Voting drei Mal in Folge (bis 2017). Erst die Niederlage gegen Saul „Canelo“ Alvarez im vergangenen September stoppte Golovkins Titelregentschaft, sowohl im Ring als auch bei der BOXSPORT-Wahl.


Fotos: Getty Images (1), IMAGO/Mausolf (1)

Foto: IMAGO/ Mausolf

Foto: Getty Images