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„Ich bin stolz auf dieses Team und allen bei Mercedes sehr dankbar“


Top Speed - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 20.12.2019

Formel-1-Weltmeisterschaft Vereinigte Arabische Emirate / Yas Marina Circuit


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Lewis Hamilton gelang in seinem 250. Formel-1-Grand-Prix der 84. Sieg


Ferrari leistete sich in Brasilien einen weiteren Eklat, Sebastian Vettel und Charles Leclerc kollidierten kurz vor dem Zieleinlauf. Infolgedessen mussten weder der Deutsche noch der Monegasse beim Heimflug WM-Punkte verzollen. „Es darf nicht sein, dass Fahrer – egal, wie gut sie auch sonst sind – vergessen, dass sie Ferrari-Fahrer sind. Was zählt, ist der Teamgeist und dass Ferrari gewinnt“, ärgerte sich John Elkann, Präsident der legendären Automobilmarke aus Maranello. Fakt ist außerdem, nach bislang 20 Qualifyings stand einer der beiden Scuderia-Chauffeure auf der Pole-Position, aber Rennen gewinnen konnten Leclerc und Vettel nur insgesamt drei. Max Verstappen feierte allein drei Siege – zuletzt auf dem Autodromo Jose Carlos Pace. In Bezug auf die erneute Dominanz von Hamilton und Mercedes in diesem Jahr erklärte der Niederländer: „Es ist langweilig, Lewis gewinnen zu sehen. Wir müssen versuchen, das zu ändern. Als Team müssen wir sicherstellen, dass wir sie schlagen können. Natürlich respektiere ich Lewis, aber wir sind auch harte Rennfahrer.“ Durch die die 5-Sekunden-Zeitstrafe des Briten in Sao Paulo rutschte Carlos Sainz auf die dritte Position, gleichbedeutend mit der ersten Top-3-Platzierung von McLaren seit Melbourne 2014. „Wir sind gut drauf! Es ist einfach der Lohn für all die schwere Arbeit, die von jedem im Team verrichtet wurde, besonders für die Belegschaft in der Fabrik. Dass wir außerdem den vierten Platz in der Konstrukteurs-Wertung gesichert haben, ist für uns natürlich großartig“, freute sich Teamchef Andreas Seidl. Am 1. Dezember fand auf dem 5,554 km langen Yas Marina Circuit das 2019er-Saisonfinale statt. Max Verstappen (260 Punkte) und Charles Leclerc (249 Pkt.) kämpften noch um den dritten Platz in der Gesamtwertung 2019.

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Auf dem Podium feierte der Mercedes-Pilot mit Max Verstapppen (li.) und Charles Leclerc


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Vom letzten Startplatz auf Rang vier –Valtteri Bottas


Im Hinblick auf den Zwischenfall von Vettel und Leclerc in Brasilien verkündete Ferrari-Teamchef Mario Binotto vor dem Rennen auf der Strecke am Persischen Golf: „Wir haben alles besprochen, zusammen und individuell. Ich denke, dass die Beiden verstanden haben, dass das nicht akzeptabel war. Die Wahrheit ist, dass Sebastian und Charles Spaß miteinander haben und ein gutes, harmonisches Verhältnis pflegen.“ Neben der symbolischen Friedenspfeife mit dem Monegassen hatte der gebürtige Heppenheimer einen Grund zu noch mehr Freude – Vettel wurde zum dritten Mal Vater. Nach zwei Töchtern schenkte ihm seine Ehefrau Hanna nun einen Sohn. Herzlichen Glückwunsch! „Sebastian ist natürlich ein großartiger Vater. Ich habe ja schon Mühe mich um meine Hunde zu kümmern und als Onkel für die Kinder da zu sein. Für mich ist das noch sehr weit weg“, urteilte Lewis Hamilton.
Im für die Startaufstellung entscheidenden Q3 gelang dem Briten, vor seinem 250. Formel-1-Grand-Prix, die schnellste Runde. Nach immerhin zehn Grand Prix durfte er seinen Silberpfeil endlich wieder auf die Pole-Position stellen. „Diese Nummer war wirklich eine schwere Geburt. Wir geben nie auf, man kann sich immer verbessern. Das ist so ein besonderes Auto und es war das letzte Qualifying. Deshalb bin ich stolz auf diese Leistung“, meinte der noch 34-Jährige (* 7. Januar 1985) aus der Grafschaft Hertfordshire. Sein Mercedes-Kollege Vallteri Bottas erzielte in Abu Dhabi eigentlich die zweite Zeit, doch in Sao Paulo sah der Finne aufgrund eines Motorschadens die karierte Flagge nicht, daraufhin erhielt Bottas für Abu Dhabi ein anderes Triebwerk. Verbunden war dieser Tausch allerdings mit einer Strafe. Valtteri wurde auf den letzten Startplatz rückversetzt. Dass außerdem im Privaten die Scheidung von seiner Gattin Emilia bevorstand, machte die mentale Situation des 30-Jährigen nicht einfacher. Durch die Verbannung des bereits feststehenden Vizechampions erbte Max Verstappen den Parkplatz neben Hamilton in der Front row. „Mer-cedes ist einfach ziemlich dominant. Wir haben alles gegeben, was wir konnten. Es gibt morgen einige Chancen. Mal sehen, was passiert“, sagte der Niederländer im Red-Bull-Cockpit. Die Scuderia-Männer Charles Leclerc und Sebastian Vettel belegten in dieser Session die Plätze drei bzw. vier. „Wir wussten, dass wir heute nicht so konkurrenzfähig sein können. Vor allem im letzten Sektor haben wir viel Zeit verloren. In dieser Hinsicht ist es eine schlechte Strecke für uns“, erklärte Ferrari-Teamchef Mario Binotto. Alexander Albon (Red Bull) und Lando Norris (McLaren) folgten in Reihe drei. Nico Hülkenberg begann die Jagd über 55 Runden auf dem neunten Startplatz. Nach der Freigabe des letzten F1-Laufs in der Saison 2019 behauptete Lewis Hamilton die führende Position. Problemlos, ungefährdet, letztendlich in überaus souveräner Manier und inklusive der schnellsten Rennrunde absolvierte der Brite die Distanz von 305,47 km. Hamilton bewies einmal mehr seine gegenwärtige Überlegenheit. Sein 84. Sieg in seinem insgesamt 250. Formel-1-Grand-Prix war in keiner Minute gefährdet. Perfektion pur! „Selbst nachdem wir die Weltmeisterschaft gewinnen konnten, haben wir weitergearbeitet und versucht, noch mehr aus diesem wunderschönen Auto herauszuholen. Ich bin stolz auf dieses unglaubliche Team und allen bei Mercedes sehr dankbar“, erklärte der insgesamt sechsfache Weltmeister nach dieser triumphalen, ja weltmeisterlichen Vorstellung. Lewis gelang damit in den Vereinigten Arabischen Emiraten auch sein 50. Sieg von der Pole-Position. Chapeau! Der Kampf um den Platz des „bestplatzierten Verlierers“ entwickelte sich ebenfalls zur Auseinandersetzung um den dritten Rang in der Gesamtwertung. Gleich zu Beginn wählte Charles Leclerc die offensive Variante, überholte Max Verstappen. Strategie lautete daraufhin bei Ferrari und bei Red Bull die Devise. Der Monegasse absolvierte schon in Runde 13 den ersten Boxenstopp, der Niederländer wartete mit dem Radwechsel bis zum 26. Umlauf. Max kehrte zwar einige Sekunden hinter Charles auf die Strecke, doch aufgrund seiner frischen Reifen holte er Charles nicht nur ein, der Red-Bull-Reiter bremste sich in Runde 32 am Ferrari-Fahrer geschickt vorbei. Leclerc versuchte zu kontern, was ihm jedoch nicht gelang. Max Verstappen sicherte sich damit endgültig die F1-Bronzemedaille 2019. „Unsere Pace war recht vernünftig, nur Lewis und Mercedes waren heute schneller. Es war eine positive Saison für uns, und Platz drei ist ein schöner Abschluss“, resümierte der 22-Jährige aus dem Land der Tulpen und Windmühlen. Leclerc besuchte seine Crew ein zweites Mal, behauptete aber die dritte Position in diesem Rennen. Allerdings versorgte ihn sein Team mit mehr Kraftstoff als man der FIA mitteilte. Die Kommissare untersuchten den Fall. Infolgedessen durfte der Monegasse den dritten Platz behalten, doch die Scuderia erhielt eine Geldstrafe in Höhe 50.000 Euro. Tatsache ist aber, mit zwei Siegen und acht weiteren aktiven Teilnahmen an Champagner-Zeremonien gelang dem ebenfalls 22-Jährigen Charles Leclerc eine beachtliche Rookie-Saison in der Formel 1.

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Ferrari-Chauffeur Sebastian Vettel blieb ohne Chance auf das Podium


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Sergio Perez (Racing Point) erreichte die zehnte Gesamtposition


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Night fever in Abu Dhabi am Persischen Golf


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Abschiedstournee: Nico Hülkenberg und …


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… Robert Kubica bestritten ihre (vorerst) letzten Formel-1-Rennen


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Valtteri Bottas bewies sein Können mit einer famosen Aufholjagd. Der Finne passierte die Ziellinie nur knapp eine Sekunde nach Leclerc, aber deutliche 19,978 Sekunden vor Sebastian Vettel. „Von ganz hinten auf Platz vier zu fahren, das ist schon eine gute Leistung“, lobte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff seinen Racer. Der vierfache Weltmeister im Ferrari-Cockpit erkannte die Situation der Scuderia aus Maranello: „Wir hatten nicht das Jahr, das wir haben wollten. Ich denke, die Gründe liegen auf der Hand und unsere Lektionen ebenso. Jetzt liegt es an uns, sie richtig anzuwenden.“ Nico Hülkenberg (Platz zwölf) und Robert Kubica (Rang 19) bestritten in Brasilien zumindest vorläufig ihre letzten Formel-1-Rennen. Während der Pole 2008 in Montreal einen Grand-Prix-Sieg feiern konnte und elf weitere Male zu den Podiumsgästen gehörte, blieben dem Deutschen diese Glücksmomente als F1-Pilot verwehrt. „Es war immer easy mit Nico. Er hat seine Arbeit erledigt und nie ein Fass aufgemacht. Wir hatten von Beginn an Respekt voreinander. Ich glaube, seine Zeit in diesem Sport ist noch nicht vorbei. Ich mache mir aber auch keine Sorgen um ihn, wenn er es nicht mehr zurück in die Formel 1 schafft. Ich denke, er kann sich auch woanders durchsetzen“, urteilte noch Renault-Kollege Daniel Ricciardo über Hülkenberg. Nico wiederum lobte die Tatsache, dass Kubica nach seinem schweren Rallye-Unfall vor sieben Jahren sein F1-Comeback feiern konnte: „Mir war schon klar, dass es für Robert nicht einfach wird. Weil es eigentlich nicht sein kann, mit nur einem gesunden Arm auf dem Niveau zu fahren, wie die gesunden Jungs. Trotzdem Hut ab, dass er das noch so macht. Ich glaube, das würden nicht viele so schaffen.“ Zu seinen zukünftigen Ambitionen meinte der 2009er-GPChampion: „Ich werde mir schon diverse Sachen suchen, keine Ahnung, irgendwelche Auto-Rallyes mitfahren, mal über ein paar Pässe oder durch die Toskana fahren. Vielleicht Stockholm. Ein paar Schwedinnen anschauen … Sachen, wo du einfach ein bisschen Zeit brauchst, ohne Termindruck“. Apropos Termin: Am 15. März beginnt in Melbourne die Formel-1-Weltmeisterschaft 2020.

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Fotos: motorsportpressebild.de

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