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»ICH BIN STOLZ AUF MICH!«


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GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 20/2022 vom 17.01.2022

INTERVIEW MARCEL SIEM

»Wenn man sich über zwei Jahre selbst finanziert, ist es echt kostspielig und das Geld wird knapp.«

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Bildquelle: GOLF MAGAZIN, Ausgabe 20/2022

Ein lockeres, entspanntes Wiedersehen sollte es werden, wenn auch nur per Video-Schalte. Die Voraussetzungen dafür waren bestens – Marcel Siem ist zurück in Europas erster Profi-Liga und er ist einer, der immer mit klaren Aussagen punktet. Doch alles rückte mit der (banalen) Einstiegsfrage nach dem körperlichen und mentalen Befinden in den Hintergrund. Körperlich sei alles gut, mental dagegen nicht. »Heute ist aber ein Tag des Aufbruchs.« Seine Frau Laura war schwer an Brustkrebs erkrankt, Operationen und eine fast zwölf Monate andauernde Chemotherapie haben das Paar und die beiden Töchter im zurückliegenden Jahr begleitet. Dazu noch das Ringen um eine Spielberechtigung für die European Tour (jetzt: DP World Tour); eine brutale Herausforderung. »Ich habe viel geweint, auch auf ...

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... Golfturnieren«, bekennt er. »Aber ich habe gelernt, dass man das nicht nur zulassen muss, sondern, dass es ein Zeichen der Stärke ist.«

Die gute Nachricht: Laura Siem ist auf einem guten Weg, die Behandlung schlägt an und so blickt man gemeinsam positiv in die Zukunft. Ein Interview unter anderen Voraussetzungen…

Herr Siem, was haben Sie auf der Challenge Tour in diesem Jahr gelernt? Bitte nur drei Stichworte.

Demut, Verantwortung und Fitness.

Warum diese Begriffe?

Demut, weil ich begriffen habe, dass ich als mehrfacher European-Tour-Sieger auf der Challenge Tour auch nur einer von Vielen bin. Mindestens die Hälfte der Spieler rangiert in der Weltrangliste vor mir und ist zudem deutlich jünger. Und die Jungs können richtig gut Golf spielen. Verantwortung, weil nur ich allein verantwortlich bin für das, was passiert. Ich kann keine Verantwortung abgeben und mich später beschweren, wenn etwas nicht funktioniert hat. Schließlich die Fitness: Ich habe kapiert, dass es nur läuft, wenn ich wirklich fit bin und dass ich dafür entsprechend arbeiten muss.

Ende 2020 waren Sie auf Platz 165 im Ranking der European Tour und hatten damit zum dritten Mal hintereinander keine Spielberechtigung für die große Tour. Wann wuchs bei Ihnen die Erkenntnis, dass Sie nicht mehr auf der European Tour zuhause sind, sondern auf der Challenge Tour?

Zunächst konnte ich zwei Jahre über Einladungen immer noch viele Events spielen. Aber ich habe dann schon gemerkt, dass die Invites immer weniger wurden. Ich hatte das Management gewechselt, um so wieder mehr Einladungen zu bekommen. Die Tour setzt da aber verstärkt auf die jungen Spieler – was völlig okay ist. Mitte 2019 habe ich immer noch gedacht, dass ich das hinbekomme. Ende der Saison 2019, auf Mauritius im Urlaub, überlegte ich, wie es weitergehen sollte. Wenn man sich über zwei Jahre selbst finanziert, ist es echt kostspielig und das Geld wird knapp. Die Sponsoren wurden immer weniger und ich hatte keine Karte für die Tour. Alles schwierig also! In der Zeit rief mich Michael Blesch (Chef Green Eagle Golf Courses, Austragungsort der Porsche European Open, Anm. der Redaktion) an. Nach einigem Zögern ging ich ans Telefon und Michael riet mir, mich bei Holger Fischer, einem Mental- Coach, zu melden. Das war das beste Gespräch, das ich je mit einem Mental-Trainer hatte. Kurz danach habe ich mit Dirk Schimmel von der Management-Company Ethos telefoniert und so nahm das Ganze im Frühjahr 2020 seinen Anfang. Es hat ein wenig gedauert bis die Rädchen ineinandergegriffen haben und 2020 war mit den ganzen Covid-Turnier– absagen natürlich ein besch**** Jahr für den erstmaligen Verlust der Tour-Karte – niemand konnte für 2021 seine Karte gewinnen/verlieren! Ende des Jahres ging meine Formkurve aber bereits nach oben und ich hatte mein erstes Top 10 nach längerer Zeit in Südafrika … und dann kam leider Lauras Diagnose – das war natürlich ein Rückschlag!

»Meine Eltern waren bei keinem Sieg dabei und jetzt konnte ich meine Tochter umarmen und mit Liebe überschütten. Es war einfach unfassbar.«

Michael Blesch spielt also eine wichtige Rolle in Ihrer Neuausrichtung?

Das kann man so sagen. So griff ein Rad ins andere. Dirk Schimmel, der nun seit eineinhalb Jahren mein Management macht, hat mir in vielen Punkten sehr geholfen und auch dafür gesorgt, dass ich mir nicht so viel Druck auf dem Platz machen musste. Er hat mir Perspektiven aufgezeigt, was nach meiner Karriere passieren kann. Das war ganz wichtig und ich bin ihm sehr dankbar dafür.

Seit geraumer Zeit sieht man Sie immer wieder im Boxring. Warum?

Das kam auch über Holger. Seine sportlichen Klienten schickt er, mit Fitness- Coach Paul Götte, in den Ring, um sie dort zu beobachten. Holger zieht daraus Schlüsse, hinsichtlich der mentalen Komponente. Anfänglich hatte ich richtig Schiss, aber mittlerweile macht es viel Spaß und ist einfach grandios. Inzwischen trainiere ich mit Paul jeden Tag über Face-Time. Er steht für mich auch ganz früh auf, wenn ich schon um 7 Uhr eine Startzeit habe und er war auch bei einigen Turnieren dabei. Man mag es nicht glauben, aber es gibt durchaus einige Parallelen zum Golfschwung – zumindest bei den kurzen und knackigen Bewegungungen. Ich bin viel beweglicher geworden. Es ist so ein Glück, dass wir uns gefunden haben!

Es sollte dauern bis Sie Erfolge 2021 einfahren konnten…

Anfang des Jahres in Südafrika war ich wegen der Diagnose von Laura gedanklich ganz woanders – und hätte in Limpopo dennoch fast gewonnen. Ich hatte kurz vor Schluss die Chance, zum Führenden aufzuschließen und habe dann auf den letzten beiden Bahnen eine Top-Platzierung weggeworfen. Dennoch merkte ich, dass ich wieder tief schießen kann.

Wie kam die Wende? Für Außenstehende hat Ihr Lauf erst im Juni in Frankreich begonnen, dann ging’s ganz schnell auf die Überholspur.

Ja, das stimmt. Man muss wissen, wir durften auf der Challenge Tour zu diesem Zeitpunkt nicht mit Caddie spielen. Das war für mich gefühlt nach 25 Jahren das erste Mal, dass ich ohne Caddie unterwegs war. Bei dem Turnier hat es ohne Ende geregnet, ich war alleine in einem schlimmen Hotel. Genau da habe ich alles verstanden und es hat Klick gemacht: Das ist die Challenge Tour und ich bin Challenge-Tour-Spieler. Ich habe das angenommen, voll durchgezogen und war stolz auf mich. Gleich danach kam das Turnier in Tschechien mit einem Top-5- Platz. Spätestens da hatte ich Lunte gerochen. Ich habe mich dann immer wohler gefühlt und ein paar Kumpels gefunden.

Und Sie haben schließlich in Frankreich triumphiert.

Ja. Die Challenge Tour hat mich auf dem Weg super unterstützt. Die Offiziellen kamen immer wieder zu mir und haben mir Mut zugesprochen, auch weil ich sie vertrauensvoll in die Geschichte mit Laura eingeweiht hatte. Ich durfte meine Tochter Viktoria zum Turnier mitnehmen, obwohl es eigentlich nicht erlaubt war. Die Tour hat klar gesagt: Wenn du so deine Frau entlasten kannst, bring deine Tochter mit; Familie geht vor. Eine großartige Geste. Und dann folgte mein Sieg! Es war immer mein Traum, ein Turnier zu gewinnen und noch auf dem Grün jemanden aus meiner Familie in die Arme zu schließen. Meine Eltern waren bei keinem Sieg dabei und jetzt konnte ich meine Tochter umarmen und mit Liebe überschütten. Es war einfach unfassbar. Und dann kamen ja die Open – soll ich weitererzählen?

Gerne. Aber eine Frage dazu – Sie haben ja kurz überlegt, ob Sie bei der Open Championship überhaupt antreten?

Das habe ich. Denn ich hatte mich damit abgefunden, das Programm mit der Challenge Tour durchzuziehen. Auf einmal kam diese Chance mit der Open – und natürlich will man dabei sein. Ich kam ins Grübeln: Was ist, wenn ich da gut spiele und es vielleicht sogar gleich wieder auf die Tour zurück schaffe? Und was passiert, wenn bei der Open eben nicht gut performe und währenddessen Turniere auf der Challenge Tour auslasse? Zum Glück kam die Info, dass zehn Prozent vom Open-Preisgeld auch für die Challenge Tour zählen würde und dann war klar: Es geht nach England.

Die Open war sicher das Highlight 2021. Plötzlich waren Sie auf den Social-Media- Kanälen der Tour ein gefeierter Akteur. Wie blicken Sie nach monatelangem Abstand auf diese Woche?

Was da passiert ist, war einfach Wahnsinn. Es hat alles gepasst. Die Zuschauer haben mich gefeiert. Das hat so viel Bock gemacht! Und meine Emotionen mussten raus – es hatte sich so viel Frust über die Jahre aufgestaut. Ich war einfach nur ehrlich und offen. Zwar zählt Royal St. George‘s nicht zu den schwersten Open- Plätzen, aber mir ist dann echt viel gelungen und das muss man erst mal hinbekommen. Als mir am dritten Spieltag ein Triple-Bogey unterlief, habe ich meiner Meinung nach das beste Comeback meiner Laufbahn hingelegt. Dass ich nochmals ins Turnier zurückgefunden habe, war einfach nur geil. Denn nach so einem Erlebnis wird man schnell ungeduldig und fängt an, aggressiv zu spielen. Und schon hat man sich ganz schnell sechs über Par eingefangen. Dass ich cool geblieben bin und dann so das Turnier abgeschlossen habe, war grandios. Natürlich hat mir das mega viel Selbstvertrauen für den Rest der Saison gegeben und mich in der Arbeit mit Holger und dem Team bestärkt!

Und schon kam wieder die Geschichte mit den Optionen – plötzlich gab’s die Chance, wieder regelmäßiger auf der European Tour zu spielen.

So war’s und das ergab ja auch Sinn. Ich habe das im kleinsten Kreis besprochen. Wir haben dann gesagt, dass wir es auf der European Tour erst mal in kleineren Schritten angehen. Also regelmäßig den Cut überbestehen und in den Top 20 oder 30 landen. Das hat dann auch gut funktioniert, bis ich leider wieder zu gierig wurde und zu viel wollte.

»Ich wollte es über die Money-List der European Tour schaffen, weil ich eine bessere Kategorie erhalten hätte und so in fast alle Turniere gekommen wäre. Das ist nun nicht der Fall.«

So nachvollziehbar diese Überlegungen auch waren – hatten Sie nicht Angst, sich zu verzetteln? Sprich, die sicher geglaubte Qualifikation über die Challenge Tour aufs Spiel zu setzen?

Na ja, wir haben das schon durchgerechnet. Eigentlich konnte nichts passieren und so war es dann ja auch. Zwischenzeitlich packt dich dann die Paranoia und du denkst, dass es doch nicht klappt, weil dieses oder jenes passieren kann. Ich wollte es über die Money-List der European Tour schaffen, weil ich eine bessere Kategorie erhalten hätte und so in fast alle Turniere gekommen wäre. Das ist nun nicht der Fall. Ich habe es versucht und es hätte fast geklappt (Siem wurde 128.; die volle Tour-Karte erhielten 121 Spieler, Anm. der Red.). Für mich war wichtig zu sehen, dass ich bei den ganzen Turnieren nicht fehl am Platze war.

Dann lassen Sie uns auf die nächste Saison blicken...

Darf ich noch was anfügen?

Klar.

Ich muss noch erzählen, dass mir beim Turnier in Valderrama im Oktober wieder viel Selbstvertrauen abhandengekommen ist. Ich wusste, dass ich einen Top-10-Platz schaffen muss, um beim nächsten Turnier der European Tour auf Mallorca dabei zu sein. Mein Caddie hatte mich sitzen lassen. Da war ich wirklich enttäuscht und gleichzeitig sauer auf mich, denn ich hatte ja die Entscheidung gefällt, diesen Caddie zu fragen. Im Zusammenhang mit dem Druck, den ich mir rund um Spanien auferlegt hatte, war das in meiner Situation einfach zu viel. Einige Dinge schaffe ich mental noch nicht so leicht – so ein dickes Fell habe ich noch nicht. Von daher ist ein konkretes Ziel für 2022 noch nicht formuliert, aber klar ist, dass ich mehr will.

Können Sie etwas konkreter werden?

Ich werde natürlich erst mal kleinere Brötchen backen. Aber ich will wieder dahin, wo ich schon mal war, sprich: Richtung Top 50 der Welt.

Das klingt jetzt schon ein wenig ambitioniert!

Ich kann richtig gutes Golf spielen. Und warum sollte es mir nicht gelingen, wenn ich mich in puncto Disziplin, Fitness und auch im mentalen Bereich weiter verbessere? Ich möchte regelmäßig bei den größten Turnieren der Saison dabei sein – und dabei meine ich alle großen Turniere! Das ist mein Ziel – nicht für die nächste Saison, aber innerhalb der kommenden drei Jahre möchte ich das schaffen!

»Als Externer kann ich ihm einige Dinge sicher besser erläutern als sein privates Umfeld. Ich hätte mich jedenfalls über so einen Support als 20-Jähriger unglaublich gefreut.«

Themawechsel: Sie hatten in diesem Jahr viele deutsche Mitspieler auf der Challenge Tour. Wie war’s mit den jungen Pros, die ja zum Teil 15 Jahre jünger sind als Sie?

Die Jungs sind anfangs alle sehr höflich zu mir gewesen. Wir mussten uns erst mal alle ein wenig beschnuppern, dann aber hat alles in allem viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass einer von uns Deutschen im nächsten Jahr richtig abgeht. Am liebsten wäre mir natürlich, dass ich es bin.

Welchen Eindruck haben Sie von Matthias Schmid?

Einen sehr guten. Ein lieber Kerl und ich glaube, der wird was. Seine Statur ist perfekt, er hat einen ganz einfachen Schwung und ist mental sehr weit. Er ist sicher der junge deutsche Spieler, der aktuell die besten Voraussetzungen hat, voll durchzustarten.

Dann gibt’s ja noch Freddy Schott – ein Protegé von Ihnen.

Ja! Freddy ist ein toller Typ und inzwischen auch ein echter Freund. Er hat Anfang des Jahres, als wir gemeinsam in Südafrika auf den Turnieren waren, alles mitbekommen was bei uns so los war. Er hat mich weinen gesehen und mich getröstet. Nicht zuletzt deshalb sind viele Emotionen zwischen uns. Ich werde alles versuchen, dass er den Sprung schafft.

Was sehen Sie in ihm?

Na ja, er ist so ein Heißsporn auf dem Platz wie ich; und er gibt Vollgas. Neben seiner super Golfer-Statur hat er seinen eigenen Schwung, der – genau wie meiner – vielleicht nicht lehrbuchmäßig ist, aber einfach ist und funktioniert. Zudem hat er ein tolles Ballgefühl und ist heiß wie Frittenfett, will tief schießen und hat keine Angst. Er zählt nicht zu diesen Strategen, die wir halt in Golf-Deutschland haben. Der wird mal Turniere gewinnen, da bin ich mir sicher. Klar braucht auch er mehr Konstanz, und ich werde ihm immer gerne helfen.

Wie sieht denn Ihre Hilfe aus?

Ich habe ihm in der letzten Saison ein paar Offizielle der Tour vorgestellt, erklärt und herangeführt, was man so auf einem Tour-Event macht. Und wir haben gemeinsam die Proberunden gespielt.

Ich denke, dass ihm das sehr geholfen hat. Wir haben auch zuhause gemeinsam gespielt und gezockt und werden das, so es die Terminpläne hergeben, auch künftig tun. Mein Ziel ist, dass er aus meinen Fehlern der Vergangenheit lernen kann. Als Externer kann ich ihm einige Dinge sicher besser erläutern als sein privates Umfeld. Ich hätte mich jedenfalls über so einen Support als 20-Jähriger unglaublich gefreut.

Zum Ende noch ein Blick auf die große Bühne. Wie sehen Sie die Entwicklung der European Tour, die ja nun unter dem Namen DP World Tour läuft?

Ich muss sagen, dass ich das alles aufgrund meiner privaten Themen nicht so genau verfolgt habe. Ich fand Keith Pelley immer cool und mit dieser Entwicklung und dem Turnierkalender für 2022 kann man ihm nur gratulieren. Wir haben jetzt die Chance sogar mal auf PGA- Tour-Turnieren spielen zu können und das Preisgeld wächst. Ich hoffe, dass die Entwicklung so weiter geht. Also Daumen hoch!

»Aber ich will wieder dahin, wo ich schon mal war, sprich: Richtung Top 50 der Welt.«