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„Ich brauchte einen Neustart“


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 39/2021 vom 29.09.2021

ANGELIÑO

BUNDESLIGA

Artikelbild für den Artikel "„Ich brauchte einen Neustart“" aus der Ausgabe 39/2021 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 39/2021

SPORT BILD: Angeliño, die Bundesliga-Zuschauer kennen Sie eigentlich nur mit Glatze. Seit ein paar Wochen tragen Sie eine modische Frisur. Woher kommt dieser neue Style?

ANGELIÑO (24): Viele Leute dachten, dass ich keine Haare habe. Das ist falsch, ich habe mir immer nur den Kopf rasiert. Die neue Frisur ist für mich auch ein Zeichen für einen Neustart. Ich habe den Reset-Knopf gedrückt.

Im Kalenderjahr 2020 waren Sie Leipzigs bester Scorer. Warum brauchen Sie jetzt einen Neustart?

Alles begann mit meiner Muskelverletzung im Februar. Als ich zurückkam, hatte ich noch ein, zwei kleinere Verletzungen, auch zu Beginn dieser Saison. Ich hoffe, dass ich nun die ganze Spielzeit fit bleibe.

Sind Sie bei 100 Prozent?

Nein, auf keinen Fall – ich bin bei 120 Prozent (lacht)!

Ihr Körper wirkt breiter. ...

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... Was haben Sie geändert?

Ich war durch die Verletzungen oft im Kraftraum. Das gehört dazu, aber ich habe lieber einen Ball am Fuß anstatt Gewichte in der Hand. Daher bin ich sehr froh, dass ich nicht mehr so viel Krafttraining machen muss.

Als Sie im Februar verletzt waren, posteten Sie in sozialen Netzwerken, dass Sie spielen können, aber nicht dürfen. Es gab Ärger mit Trainer Julian Nagelsmann. Würden Sie das noch mal so machen?

Ich muss das mal erklären, denn es gab da ein Missverständnis. Als ich verletzt war, ging ich davon aus, dass ich nach einer Woche wieder spielen könne. Mir war nicht wirklich bewusst, dass ich einen schweren Muskelfaserriss hatte. Daher habe ich gesagt: „Hey, ich bin doch eigentlich fit!“ Ich musste dann immer länger warten und war irgendwann mental am Boden. Also: Es war ein Kommunikationsproblem. Aber: Hey, wir lernen alle dazu.

Sie haben auch danach sehr offensiv Ihre Meinung darüber gepostet, wenn Sie nicht gespielt haben.

So bin ich, und so bleibe ich. Ich bin sehr direkt. Auch in der Kabine. Ich habe damals dem Trainer klar gesagt, was ich denke. Und ich will, dass jeder mit mir genauso ehrlich ist.

Sie wurden dadurch für das Pokalfinale aus dem Kader gestrichen. War das der schwierigste Moment Ihrer Karriere?

Nein, war es nicht. Es ist doch so: Ich hätte spielen können, aber ich war nicht bei 100 Prozent, vielleicht bei 70.

Also verstehen Sie die Entscheidung, und es ist alles mit Nagelsmann geklärt?

Ich bin immer sauer, wenn ich nicht spiele. Aber diese Entscheidung respektiere ich, denn andere Spieler waren einfach fitter als ich. Julian kam direkt nach dem Pokalfinale zu mir. Wir haben lange gesprochen. Wir sind fein miteinander, es ist alles gut. Ich habe ihm viel in meiner Karriere zu verdanken.

„Ich war irgendwann mental am Boden“

Welchen Eindruck haben Sie von seinem Nachfolger Jesse Marsch?

Er ist offen und direkt, wir sprechen viel. Das brauchen wir. Nun müssen wir seine Idee von Fußball richtig annehmen. Sie ist intensiver, wir sind wilder auf dem Platz.

RB Leipzig ist holprig in die Saison gestartet, hat zuletzt in der Bundesliga aber 6:0 gegen Hertha BSC gewonnen. Was waren die Probleme, und sind sie überwunden?

Wir konnten noch nicht mal die Hälfte unseres Po­-tenzials zeigen. Wir haben neue Spieler und neue Trainer. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht. Mit dem starken 6:0-Sieg gegen Hertha wird das jetzt hoffentlich schneller vorangehen. Wir haben anfangs an Boden verloren, aber müssen unsere Ziele, unter die ersten vier zu kommen, nicht aufgeben.

Gerade in der Defensive war RB anfällig.

Ja, das stimmt. Wir müssen einander besser verstehen und noch mehr lernen, welche Aufgabe der Nebenmann hat. Das Schlimme ist: Der Gegner musste sich seine Chancen oft gar nicht kreativ erspielen. Wir haben den anderen Teams die Tore durch unsere Fehler geschenkt. Aber wir vertrauen uns nach wie vor und wollen jetzt so weitermachen wie gegen Berlin, am liebsten ohne Gegentor.

Unter Nagelsmann haben Sie oft vor der Dreierkette auf der linken Außenbahn gespielt. Marsch lässt jetzt meist Viererkette spielen, gegen Hertha durften Sie aber wieder offensiver vor einer Dreierkette ran. Kommt Ihnen diese Rolle wieder mehr entgegen?

Es ist an der Zeit, etwas klarzustellen: Viele Leute sagen, ich sei kein richtiger Linksverteidiger. Die Wahrheit ist, dass ich meine Spielweise gar nicht umstellen muss. Meine beste Position ist Linksverteidiger in der Viererkette! Die stärkste Saison meiner Karriere habe ich in Eindhoven genau in dieser Rolle gespielt. Natürlich muss ich da etwas mehr Defensivarbeit leisten. Aber ich denke immer noch sehr offensiv und glaube, dass ich dem Team auf meiner Position mit meinem Spielstil viel geben kann – ob nun Dreieroder Viererkette.

„Meine beste Position ist Linksverteidiger in der Viererkette!“

Beim schwierigen Start: Was war der beste Moment in dieser Saison?

Ich war total überrascht, dass mich das ganze Stadion gefeiert hat, als ich im Spiel bei Manchester City vom Platz musste.

Bei Ihrem Ex-Klub, den Sie nach vielen Leihen vor eineinhalb Jahren endgültig verlassen hatten …

Die Fans hatten mir schon zugejubelt, als ich während des Spiels eine Ecke getreten habe. Aber die zehn Sekunden nach der Gelb-Roten Karte waren die besten, die ich je mit City erlebt habe. Und es war bislang mein persönlich schönster Moment in dieser Saison. Klingt zwar komisch nach einem Platzverweis, aber es war einfach eine tolle Geste und hat mich wirklich sehr gefreut.