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Ich ess alles!


ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2008 vom 01.09.2008

Der eine ist ein wählerischer Suppenkaspar, der andere ein kleiner Genießer, dem jedes Essen schmeckt. Kinder sind auch in dieser Hinsicht sehr unterschiedlich – und bringen damit ihre Eltern manchmal an den Rand der Verzweiflung. Doch mit einigen Tricks lassen sich auch mäkelige Esser gesund ernähren.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie, Ausgabe 10/2008

Der Begriff „nackte Nudeln“ war lange Zeit ein Reizwort bei Familie Winterscheidt aus Gießen. Inzwischen lacht Helen über die Erinnerung und die Kopfstände, die sie damals mit ihrer Tochter Marie rund um das Thema Essen vollführt hat. Marie war schon als Baby ein schwieriger Kandidat, ein willensstarkes ...

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Der Begriff „nackte Nudeln“ war lange Zeit ein Reizwort bei Familie Winterscheidt aus Gießen. Inzwischen lacht Helen über die Erinnerung und die Kopfstände, die sie damals mit ihrer Tochter Marie rund um das Thema Essen vollführt hat. Marie war schon als Baby ein schwieriger Kandidat, ein willensstarkes Schreibündel, als sie sich von der Muttermilch auf feste Nahrung umstellen sollte. Marie verweigerte den Löffel, das Füttern war eine schweißtreibende Prozedur. Nur eine einzige Fleischbreisorte fand geschmackliche Gnade, es war eine gekaufte. Das selbst Gekochte war nicht fein genug püriert und Stückchen verweigerte Marie. Eine Eigenart, die sich bis heute hält, die inzwischen Siebenjährige isst nur Gelee aufs Brot und Jogurt ohne Fruchtstückchen.

Oh, wie lecker: Kinder lieben Nudeln in allen Variationen. Gemüse dagegen findet erst einmal weniger Anklang.


Dann kam die Phase mit den nackten Nudeln. Helen, von Beruf Ernährungswissenschaftlerin und nach der Elternzeit paradoxerweise damit beschäftigt, Broschüren über die richtige Ernährung von Kleinkindern zu verfassen, verzweifelte fast an der eigenen Tochter. Über Nudeln akzeptierte Marie höchstens eine einfache Tomatensauce – und auch die nur in homöopathischen Dosen. Jede Nudelmahlzeit war ein zäh ausgehandelter Kompromiss: erst Nudeln mit ein klein bisschen roter Sauce, dann einen Teller nackte Nudeln. In die Sauce pürierte Helen anderes Gemüse hinein. Ein heikles Unterfangen, denn wenn die Tunke zum Beispiel wegen des beigemischten Brokkolis zu dunkel wurde, verweigerte die Zweieinhalbjährige selbst den Pflichtlöffel.

Ihre Tochter, sagt Helen, sei ein misstrauischer Mensch, der alles über den Kopf regle. Unbekannte Gerichte zu probieren, fällt dem Mädchen heute noch schwer. Was die Erstklässlerin wirklich gerne isst, kann Helen an einer Hand abzählen. Maries Geschmack bleibt konservativ: „Schmeckt alles von süßlich bis eher nach nichts“, kommentiert die Mutter.

Misstrauen ist beim Essen ganz normal

Dass kleine Kinder gegenüber neuen Speisen und Geschmacksrichtungen vorsichtig bis misstrauisch sind, ist ganz normal. Möglicherweise hat dieser Wunsch nach Eintönigkeit seine Wurzeln in grauer Vorzeit: Wiederkehrende Geschmackserlebnisse waren damals notwendig, um zu überleben. Denn nur so waren die Menschen sicher, dass die Frucht oder der Pilz nicht giftig war. Noch heute mögen die meisten Kinder und auch viele Erwachsene nicht gerne bittere Lebensmittel essen – vermutlich, weil der Geschmack auch auf giftige Inhaltsstoffe bei Pflanzen hinweisen kann.

Bei Familie Winterscheidt besserte sich die Situation, als Marie begann, in der Kita mit anderen Kindern zu Mittag zu essen. Vermutlich habe sie zu Hause doch zu viel Rücksicht auf die Wünsche des Mädchens genommen, vermutet die Mutter. Zwei Jahre nach Marie kam dann Max auf die Welt. Im Gegensatz zu seiner Schwester war er von Anfang an ein kleiner Genießer und eine Freude für jeden Koch. Der Kleine ist immer bereit, von allem zu kosten, liebt Fenchelauflauf und fischt sich als Zwischenmahlzeit gerne mal saure Gurken aus dem Glas. Aus Kindersicht eignet sich das Essen sehr gut für einen Machtkampf. Wenn die Eltern liebevoll, möglichst noch mit Bio-Zutaten, eine gesunde Mahlzeit anrichten, der Sprössling sich aber hartnäckig weigert, davon zu kosten – kein Schlag kann besser treffen. Je eingeschnappter der Koch reagiert, desto mehr begibt er sich in die Hand des Kindes. Es ist verlorene Liebesmühe, sich auf einen solchen Machtkampf einzulassen. Denn schließlich kann das Kind ja nicht zum Essen gezwungen werden. Auch wenn es schwerfällt: Gelassenheit, Geduld und Hartnäckigkeit in der Sache sind die einzigen Mittel, die Eltern zur Verfügung stehen.

Kleine Kinder dürfen auch mal mit den Fingern essen. Manschen und Kleckern gehört eben anfangs dazu.


Lustloses Stochern

Manche Kinder scheinen nie Appetit zu haben. Kaum haben sie einen Bissen gegessen, verziehen sie das Gesicht und lassen den Löffel fallen. Keine Lust, Essen ist langweilig, kostet womöglich wertvolle Spielzeit. Während andere erst den Löffel hinlegen, wenn auch der letzte Rest vom Teller verschwunden ist, stochern die wählerischen Suppenkaspar lustlos im Essen herum. Das kann verschiedene Gründe haben. Völlig normal ist beispielsweise, dass Kinder an manchen Tagen mehr und an anderen Tagen weniger Appetit haben.

Eine große Rolle spielt auch die Frage, wie und bei welcher Atmosphäre gegessen wird. Gemeinsam schmeckt es auch Kindern am besten: Sitzt die ganze Familie entspannt am Tisch, wird dabei erzählt und gelacht, dann wird das Essen zu einem Ritual, auf das keiner mehr verzichten will. Fühlen sich Kinder dagegen kontrolliert und unter ständiger Beobachtung oder wird sogar gestritten, wird der Ess-Tisch schnell zum Stress-Tisch.

Schwierige Essphasen hat jedes Kind, in den meisten Fällen handelt es sich dabei um vorübergehende Launen. Wichtig ist, dem Kind innerhalb einer gesunden Palette immer wieder die Wahl zu lassen, was es denn essen möchte. Meist kommt der Appetit dann von ganz alleine. Wer also die Gemüsesuppe nicht essen will, darf sich eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse machen und ein paar Gurkenscheiben und Cocktailtomaten dazu nehmen. Tabu sollte es allerdings sein, ein essfaules Kind mit dem Nachtisch als Belohnung zu locken. So lernt der mäkelige Esser nämlich, dass Süßes etwas Gutes ist, das Hauptgericht mit Gemüse dagegen wird zum notwendigen Übel.

Immer wieder Spaghetti

Was für Erwachsene einseitige Ernährung ist, empfinden Kinder überhaupt nicht so. Sie wollen ganz einfach nur das, was ihnen schmeckt, und das am liebsten täglich. Also fünfmal in der Woche Nudeln mit Tomatensauce? Aber bitte. Normal entwickelten Kindern schadet das nicht. Irgendwann haben selbst die größten Nudelfans die Pasta satt. Ernährungsexperten sprechen von einer sensorischen Sättigung. Ist die erreicht, wendet sich das Kind auch wieder anderen Lebensmitteln zu. Eltern brauchen also vor allem einen langen Atem und Einfallsreichtum.

Ein beliebter Trick ist, gesunde Zutaten in beliebte Speisen zu mogeln: Möhren, ein kleines bisschen Knoblauch oder ein Ministückchen Sellerie mit der Tomatensauce pürieren, geraspelte Zucchini in die Lasagne oder auf die Pizza packen. In den frisch gepressten Orangensaft kommt ein Schuss Möhrensaft. Und statt Gemüsesuppe mit gröberen Stückchen zu servieren, wird alles zu einer cremigen Suppe püriert. So essen selbst notorische Nörgler vollwertige Lebensmittel, ohne zu protestieren.

Und noch ein paar Kniffe aus der Trickkiste: Zarte Prinzessbohnen, die keine harten Fäden haben und sich sogar als „Prinzessinnenbohnen“ verkaufen lassen, kommen bei Kindern eher an als normale grüne Bohnen. Mag das Kind keinen Spargel, lässt man es erst mal die garantiert nicht bitteren Köpfchen vom eigenen Teller probieren. Vielleicht kommt der Nachwuchs so auf den Geschmack.

Selbst wenn der Sprössling manches gesunde, noch unbekannte Lebensmittel nicht sofort mit Begeisterung annimmt, muss es nicht gleich vom Speisezettel gestrichen werden. Im Gegenteil: Bietet man Kindern unbekannte Lebensmittel acht- bis zehnmal an, werden sie bereits als vertraut erkannt und akzeptiert, fand die amerikanische Wissenschaftlerin Professor Lean Birch von der University of Pennsylvania heraus. Sie hatte in einer Studie das Essverhalten von 197 Mädchen vier Jahre lang beobachtet und in einer Studie veröffentlicht.

Beruhigend für viele Eltern dürfte auch das Fazit einer Untersuchung der Fachhochschule Hamburg sein, nach denen sich Kinder eigentlich gesund ernähren, wenn sie die Wahl haben. Die Ernährungsforscher stellten in vier Kindertagesstätten ein Mittagsbüffet auf. Die Drei- bis Sechsjährigen durften sich eine Woche lang aus 34 Speisen ihr Essen selbst zusammenstellen. Dabei haben sie die Speisen genau so ausgewählt, wie es von Ernährungsexperten empfohlen wird: viel Gemüse, Obst und Getreideprodukte, weniger Fleisch.

Wer beim Kochen mithelfen darf, dem schmeckt es gleich noch mal so gut. Und Spaß macht es auch.


Ein gutes Vorbild sein

Eltern können sich noch so anstrengen, Kindern gesunde Ernährung zu vermitteln: Wenn sie es nicht konsequent vorleben, wird daraus nichts. Kinder sind unbestechliche Beobachter und sie ahmen die wichtigsten Personen in ihrem Leben nach. Sie registrieren, wenn Opa stets beim Weißbrot statt beim Vollkornbrot zulangt, wenn die Mutter zwischen den Mahlzeiten nascht und bei Tisch sagt, sie hätte keinen Hunger, oder die ältere Schwester ständig am Essen herummäkelt. Es kann auch passieren, dass ganze Kitagruppen eine Gemüsesorte verweigern, weil die Wortführer ihre Ablehnung lautstark kundtun.

Essen die Eltern viel Gemüse und Obst, greifen deren Kinder (irgendwann) ganz selbstverständlich zu Äpfeln und Möhren. Essen die Erwachsenen wenig Frisches, ermahnen ihre Kinder jedoch zum gesunden Konsum, läuft der Erziehungsversuch ins Leere. Mit Geboten wie „Iss Vollkornbrot, das ist gesund“, sagt der Ernährungspsychologe Volker Pudel, kann man wenig punkten und erzeugt eher Abwehr. Zeigt man aber, dass das dunkle Brot gut schmeckt, wirkt das schon überzeugender. Haben die Eltern einen eingeschränkten Speiseplan und essen nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt …“, kann man von den Kindern auch keine Innovationsbereitschaft erwarten.

Vieles, was angeblich alle Kinder mögen, ist außerdem in Wirklichkeit auf die Vorlieben der Eltern zurückzuführen, beziehungsweise darauf, dass es die Kleinen ständig angeboten bekommen. Zum Beispiel Pommes frites: Wenn die Eltern die Quengeleien des Nachwuchses beim Einkaufen satt haben, kommen die handlichen Kartoffelstäbchen gerade recht. Sie sind ja auch überall zu haben.

Und irgendwann ist sie dann wirklich da, die Begeisterung für Fast Food wie Burger und Pommes. Allerdings stößt das Gequengel nach einem Stopp bei McDonald’s und Co. dann nicht mehr unbedingt auf die Gegenliebe der Eltern. Denn schließlich enthalten die Gerichte viele Kilokalorien und machen häufig noch nicht einmal satt. Aber Verbote machen die labberigen Brötchen noch interessanter. Da können Kompromisse helfen: Einmal pro Woche ist Fast Food in Ordnung. Sinnvoll ist es dann, die anderen Mahlzeiten des Tages als Ausgleich zu nutzen: Mittags ein Burger und abends Karottensticks und Vollkornbrot.

Oder man bietet die geliebten Gerichte – in leicht abgewandelter Form – auch hin und wieder mal zu Hause an: Pommes aus dem Backofen mit bunter Rohkost oder eine Pizza aus Vollkornmehl mit frischem Gemüse. Da dürfen die Kinder dann auch ausnahmsweise mal wie im Schnellrestaurant essen: mit den Fingern.

Gemeinsam schmeckt es einfach besser. Das gilt im Prinzip auch für die süße Zwischenmahlzeit.


Kompakt

Lebensmittelallergien

Vor allem auf Kuhmilch, Hühnerei, Weizen, Soja, Erdnüsse und Fisch reagieren manche Kinder im wahrsten Sinne des Wortes allergisch. Ein kleiner Trost: Vor allem die Allergien gegen Kuhmilch und Hühnerei verlieren sich meist bis zur Einschulung wieder. Bis dahin heißt es, Deklarationen zu studieren. Denn diese und einige andere Hauptallergene müssen in der Zutatenliste oder deutlich sichtbar auf dem Etikett angegeben werden.

Foto: imagebreak/sxc.hu

Keine Extrawurst

Was es alles gibt: Wurst in Bärenform, Joghurt in quietschbunten Becherchen, Tigerkekse und Comicfiguren auf Cornflakespackungen. Dabei sind Kinderprodukte eigentlich überflüssig. Doch Eltern lassen sich in ihrer Sorge um die Kleinen vor allem durch die angepriesenen Zusätze an Vitaminen und Mineralstoffen zum Kauf der Spezialprodukte verleiten. Die meisten Kinderprodukte sind aber zu süß, zu salzig oder zu fett.

Wenig würzen

Scharfes und salziges Essen ist nichts für Kinder. Zum einen werden die jungen Nieren durch zu viel Salz belastet, zum anderen haben Säuglinge und Kleinkinder doppelt so viele Geschmacksknospen auf der Zunge, im Rachenraum und auf der Wangenschleimhaut wie Erwachsene. Sie schmecken viel intensiver als Erwachsene. Was Erwachsenen gerade gut gewürzt erscheint, kann für Kinder ungenießbar sein. Mit zunehmendem Alter nimmt das Geschmacksempfinden ab. Übrigens: Das meiste, das wir zu schmecken glauben, riechen wir in Wahrheit. Bis zu 10.000 Geruchsstoffe kann der Mensch wahrnehmen.

Vegetarisch ernähren

Manchmal wollen die Eltern nicht, dass ihre Kinder Fleisch essen, manchmal verweigern Kinder Braten und Würstchen von ganz alleine. Kinder können ohne Fleisch auskommen, allerdings ist es wichtig, dass sie eine ausgewogene Vollwertkost erhalten. Denn sie müssen die Nährstoffe, die im Fleisch stecken, aus anderen Quellen decken. Wichtig ist vor allem eine gute Versorgung mit Eisen, aber auch mit Eiweiß, Calcium, Vitamin D und Vitamin B12. Der Körper kann Eisen in pflanzlicher Form nicht so leicht aufnehmen wie aus Fleisch. Vitamin C hilft, das pflanzliche Eisen besser aufzunehmen, daher sollte man Kindern einen Schuss Obstsaft in den Brei rühren oder sie später zum Essen einen Fruchtsaft trinken lassen. Von einer veganen Ernährung ganz ohne tierisches Eiweiß, also auch ohne Milch und Eier, raten Ernährungsexperten ab.

Foto: CCVision.de

Tischsitten – ja oder nein?

Ernährungsexperten raten, bestimmte Tischsitten von Anfang an einzuhalten. So sollte mit dem Essen gewartet werden, bis alle sitzen. Der Beginn der Mahlzeit kann mit einem kurzen Tischspruch signalisiert werden; Kinder bringen aus dem Kindergarten häufig eine Idee dafür mit. Keiner sollte mit vollem Mund sprechen, den Kopf mit der Hand abstützen oder die Ellbogen aufstellen. Fernseher und Radio sind ausgeschaltet, Gameboy und Comichefte tabu. Die Eltern sind auch hier Vorbilder, lesen keine Zeitung, telefonieren und streiten nicht bei Tisch. Dann benehmen sich die Kinder meist von selbst ganz manierlich und die Mahlzeit verläuft entspannt. Miesmacherausrufe wie „Das sieht eklig aus“ sind verboten. Wer etwas nicht mag, sollte trotzdem ein, zwei Löffel probieren. Kleinigkeiten können die Atmosphäre noch verbessern: Ein schön gedeckter Tisch, zum Beispiel mit Servietten, Blumenstrauß oder Kerze, farbige Trinkbecher für die Kinder und bunte Tischunterlagen heben die Bedeutung der Mahlzeit hervor. Das spüren alle und meist gibt sich jeder automatisch Mühe, etwas zu einer harmonischen Stimmung bei Tisch beizutragen.